Belohnung :-)

Belohnung :-)

Juhu! 🙂
Ich habe mein Ziel erreicht und die Belohnung ist „meine“ Queen als Handyhülle. Das Etappenziel war die Queen auf einer 100x60cm Leinwand… imposant sage ich Euch 🙂

Die Belohnung für die nächste Große Etappe wird die Queen als Tattoo, auch wenn DasManuel da Schnappatmung und Schweißausbrüche bekommen könnte… aber vielleicht lehnt sich der Tattoo-Artist auch nur an die Vorlage an, dann ist es nicht ganz so schlimm… ? Hmm 🙂

Gedanken

Gedanken


Ich habe mir diese Woche zwei Zitate gespeichert, die ich sehr interessant fand und die in mir arbeiten.

„Heil und ganz wirst du, indem du dich für den Weg der Heilung, der Selbstliebe und der radikalen Ehrlichkeit mit dir und deinen Mitmenschen entscheidest“
ImGegenteil

„Jemandem die Wahrheit auf deiner Perspektive zu sagen ist immer schwer. Es gibt so viele, die es nicht machen und sich dann hinter angeblicher Diplomatie verstecken. Das ist feige und schwach, aber das wirst du nicht ändern. Halt dich daran nicht auf, konzentrier dich lieber darauf, dass du zwischen deiner Wahrheit – und der der anderen Person – vermitteln kannst, dass eine Basis entsteht, um zu reden. Der andere liegt nicht gleich falsch, auch wenn du selbst völlig richtig liegst. Dann bist du nicht ‚der Arsch‘, sondern verdammt wertvoll. Und wer das nicht sieht, der verdient die Mühe vielleicht auch nicht.“
Lina Mallon

Soweit voneinander sind die beiden Zitate gar nicht weg. Mir ist das Gefühl, der Arsch zu sein, weil ich unangenehme Dinge an- und ausgesprochen habe, durchaus bekannt. Meine Familie spricht größtenteils nicht mehr mit mir und meine Mutter hat sich in ihrer Opferrolle zurecht gefunden, dass Sie ja nichts für die ganzen „Tretminen“ kann aber natürlich (!) souverän um diese herumnavigiert. Dass sie ständig selbst welche auslöst und legt, aber mitnichten mal welche entschärft – was ja vielleicht sinnvoller wäre – nun ja, darüber denke ich leise nach aber da ist sie beratungsresistent. Und man darf ja nicht vergessen – ich bin überhaupt Schuld daran und man muss mich schließlich in Watte packen. ÄH… ja nun. Nein. Aber egal, wie oft ich das sage – in den Köpfen meiner Familie hat sich das nun so festgesetzt und am Ende des Tages soll es mir Recht sein – ich habe nämlich das, was ich immer wollte: Weniger Druck, Ruhe und keine Verpflichtungen 🙂

Auf der anderen Seite fehlt mir nämlich genau -> Nichts 🙂

Die Anflüge vom schlechten Gewissen, der Stimme meiner Mutter in meinem Kopf, dass das doch Familie sei und sich das nicht gehöre und sowieso nicht normal sei – die werden weniger und wenn sie denn mal kommen, bringe ich die mit meiner eigenen Stimme, die mittlerweile laut und fest ist, zum Schweigen.

Heilen … warum auch immer, wie auch immer … aber mit dem letzten großen Zusammenbruch, der hier auf dem Blog auch erstmal alles stilllegte, kam irgendwie die Einsicht… es kamen Ideen, wie ICH es gerne hätte und es taten sich Wege auf, wie ich das wohl erreichen könnte. Das sind alles keine großartigen Dinge und sicher keine Rezepte zum Nachmachen, aber für mich hat es funktioniert.

Existenzangst
Essen oder Shoppen – „um mir was zu gönnen“ – als Seelentröster, Komfort, Liebe, waren ganz große Themen. Essen ist kein Thema mehr, es dient weder dazu, meine Mutter zu bestrafen, noch den Kerl, den ich gut finde und der doof zu mir war oder um einen Schutzpanzer aufzubauen bzw. zu erhalten. Das heisst nicht, dass ich schlagartig weniger werde oder Essen keine Bedeutung mehr spielt, aber es hat nicht diesen großen Platz in meinen Gedanken und meinem Tun. Das genieße ich gerade sehr. Shoppen hat noch immer den Gönn-Faktor, aber mittlerweile gemäßigter und immer mit der Frage: Wirklich? Will ich das wirklich? Nicht nur gerade JETZT sondern auch morgen? Und ja, das ist Belohnung und deswegen ist es sparsam eingesetzt.
Dadurch habe ich eine Chance meine Finanzen zu stabilisieren, habe keine Panikattacken mehr und kann mir eine Zukunft, unabhängig von meiner Mutter, aufbauen.


Beziehungen/Freundschaften

Ja, es verletzt mich, wenn ich übergangen, vergessen, nicht eingeladen werde – wenn man zuwenig oder gar nicht mit mir spricht – das sind alles Zeichen mangelnder Aufmerksamkeit und damit Zuneigung und Interesse. Daraus komme ich nicht wirklich raus, aber ich gehe damit um. Dann ist das halt so. Und wenn das so ist, dann muss ich diesen Personen auch keine Zeit und Gedanken mehr widmen. Das hat nicht mehr die Dramatik oder „Kampf-Streit-Kultur“ von früher. Ich ziehe mich einfach zurück, bin aber (wenn ich möchte) auch wieder da, wenn der andere sich bewegt. Ich wäge ab, ob ich erkläre wie und warum… Manchmal mache ich es, manchmal nicht… Und die Verletzungen, die Traurigkeit wird zugelassen und dann ist auch irgendwann gut.

Selbstachtung
So ein Modewort und trotzdem so wichtig. Die wirklich gemeinste und kritischste Person in meinem Leben, war (und bin) ich. Es gab und gibt keinen Menschen, der so schonungslos „ehrlich“ ist, Fehltritte nicht verzeiht, runterputzt – wie ich selbst.
Deswegen war mir irgendwann klar, dass ich damit aufhören muss, wenn ich möchte, dass es mir besser geht. Das ist nicht immer einfach, gerade beim Blick in den Spiegel ist es unendlich hart. Und ich bin noch sehr weit davon „gut“ oder „nett“ zu mir zu sein. Aber ich mache mich immerhin nicht permanent selbst fertig, so dass ich ein Häufchen Elend bin, dass total versteht, dass alles scheisse ist, weil ich nun mal selbst scheisse bin. Dieser Teufelskreis hat mir sehr lange Angst gemacht und ich befürchtete, mit jedem kleinen Windstoß, dass die Kacke wieder losgeht. Geht sie aber nicht. Auch wenn ich Fotos sehe oder den Spiegel und kotzen möchte, weil das nicht meiner Selbstwahrnehmung entspricht, was ich da sehe. So ist es halt. Und ja, ich kann das ändern. Aber ich ändere das in Etappen und mit Dingen, die ich auch realisitisch umsetzen und erreichen kann. Und wenn es mal nicht klappt, mit dem Sport – dann ist das okay und kein Weltuntergang. Denn manchmal tut es mir gut, ein Buch durchzulesen – weil ich es möchte und weil ich es kann. Einfach so. Diesen Seelenfrieden gibt mir dann vielleicht gerade nichts anderes.

Mein Ziel?
Hmm. Ich habe ja gerade Therapieurlaub und anders als die letzte Male geht das wirklich gut. Es gab Trigger und die habe ich selbst gelöst. Ich bin stabil und fühle mich wohl. Mein enges Umfeld bestätigt mir das: „Du bist entspannter, glücklicher, ausgeglichener – Dir geht es gut“.
Eigentlich möchte ich sofort aufhören, aber ich glaube so 2 Themen gibt es noch, an die muss ich noch ein bißchen ran. Aber ich möchte eigentlich bis Oktober sagen können: Vielen Dank für Ihre ganze Hilfe, Frau Therapeutin, aber jetzt möchte ich es gerne mal eine Weile alleine probieren und schauen, wie ich zurecht komme. Und mir damit auch ein Stück Freiheit zurückerobern. Meine Freiheit. Für Dinge, die mir Spaß und mich glücklich machen.

Inspiration

Inspiration

Ich mag‘ das ja … Wetter war nicht gut, Samstag vormittag, Twitterversum buzzed was über „To the Bone“, Daumen hoch – Daumen runter, hitzige Debatte…

Ich habe Zeit, Netflix streamte den Film.

Ich verstehe die Kritiken, ich glaube nicht, dass Magersucht oder jegliche Ess-Störung so „schön“ ist. Ich bin alt genug, um den Film als ein Werk der Fiktion zu nehmen. Ich werde davon nicht inspiriert, es den „Heldinnen“ gleich zu tun… (Gleiches gilt übrigens für „Tote Mädchen lügen nicht/13 reasons why“). Wenn ich 13, 14 Jahre alt wäre, wäre das vielleicht anders. Wer weiß das schon. Es gehört in die Hände der Eltern, Lehrer und der gesamten Gesellschaft Heranwachsende jedweden Alters aufzuklären, im Gespräch zu halten. Denn dann, und daran glaube ich ganz fest, können die solche Filme und Serien und Bücher genauso verstehen und anschauen. Aber dass das sehr schwierig ist, weiß ich von mir selbst und sehe ich in vielen Blogs, Familien, bei Freunden mit Teenagern 🙂

Tatsächlich gab‘ es aber ein schönes Gedicht, das vorgetragen wurde, alleine dafür hat sich der Film gelohnt.

Courage
It is in the small things we see it.
The child’s first step,
as awesome as an earthquake.
The first time you rode a bike,
wallowing up the sidewalk.
The first spanking when your heart
went on a journey all alone.
When they called you crybaby
or poor or fatty or crazy
and made you into an alien,
you drank their acid
and concealed it.

Later,
if you faced the death of bombs and bullets
you did not do it with a banner,
you did it with only a hat to
cover your heart.
You did not fondle the weakness inside you
though it was there.
Your courage was a small coal
that you kept swallowing.
If your buddy saved you
and died himself in so doing,
then his courage was not courage,
it was love; love as simple as shaving soap.

Later,
if you have endured a great despair,
then you did it alone,
getting a transfusion from the fire,
picking the scabs off your heart,
then wringing it out like a sock.
Next, my kinsman, you powdered your sorrow,
you gave it a back rub
and then you covered it with a blanket
and after it had slept a while
it woke to the wings of the roses
and was transformed.

Later,
when you face old age and its natural conclusion
your courage will still be shown in the little ways,
each spring will be a sword you’ll sharpen,
those you love will live in a fever of love,
and you’ll bargain with the calendar
and at the last moment
when death opens the back door
you’ll put on your carpet slippers
and stride out.

Anne Sexton

Back to Reality?

Back to Reality?

Eigentlich ist nicht viel passiert…

 

aber uneigentlich schon… so im Stillen… schleichend… ohne, dass ich es bewusst (an)gesteuert hätte oder mich großartig verbogen hätte… aber irgendwas ist passiert.

Ich habe jetzt schon dauerhaft eine stabile Phase in Richtung gute, manchmal sogar sehr gute Phase. Welchen Schalter auch immer ich da umgelegt habe, aber es funktioniert.

Ich möchte es nicht beschreien, noch sitzt die Angst im Nacken, dass es nicht dauerhaft ist, dass ich mir das nur einbilde, dass es nur DAS eine falsche Wort von der RICHTIGEN Person bedarf und BÄMM … zerfällt alles und ich liege wieder am Boden.

 

Aber was wenn nicht? Was, wenn selbst das falsche Wort von der richtigen Person mich nicht mehr zum Wanken bringt? Wie letztes Wochenende: Wo mir die Stimmung/Laune/Aura einer Person unangenehm war und ich einfach woanders hingegangen bin. Ich muss das nicht aushalten. Ich muss mich der schlechten Laune anderer  Menschen nicht aussetzen. Ich kann was sagen und ich kann gehen. Einfach so. Und siehe da – die Erde tut sich nicht auf, verschluckt mich nicht, ich komme nicht direkt in die Hölle. Quelle surprise 🙂

Ich achte mehr auf das, was mir gut tut. Wer mir gut tut. Und kämpfe nicht mehr gegen Windmühlen bei Menschen – auch wenn mir das noch wirklich schwer fällt. Aber es macht einfach keinen Sinn. Mich belügen und schlecht behandeln lassen, nein, das muss ich nicht einfach so akzeptieren und auf gar keinen Fall muss ich dafür eine Entschuldigung finden und mich aus der „Opferrolle“ in die Täterrolle begeben. So in der Tonalität von: Najaaaa, aber ich hätte ja auch was machen können, dann hätte der und der das oder das nicht gemacht.

Alles immer schön verständnisvoll und entschuldigend… Und im Zweifelsfall alles auf meine Schultern ladend, innerlich mit der Erwartung, dass mir da sicher jemand helfen wird, ich würde das schließlich sofort tun… Die Wahrheit ist: Nein, die meisten meiner Sozialkontakte machen es leider nicht. In Vorleistung gehen ist da eine ganz schlechte Idee, weil hinterher die Karte gezogen wird „Hat Dich ja keiner gezwungen, hast Du doch freiwillig gemacht. Aber ich? Ne ICH habe keine Lust Dir zu helfen“

 

Eine Weile hat mich das wirklich sehr verbittert und auch verzweifeln lassen (und ja, ich stehe oft noch da und denke WARRUUUUUUUUUUUUUUM?) aber ich habe mich auf den Kern konzentriert und das bin ich mit einer Handvoll Menschen mit über 20 Jahren MadameLila-Erfahrung.

Der Rest?

Nice to have aber ohne geht auch.

 

Klar, ich ärgere mich, wenn ich mehrfach um Dinge bitte … um Termine, um Zeit, um Bilder, um Hilfe…. bekomme sie nicht, immer mit den gleichen Erklärungen. Nur um dann festzustellen – für jemand anderen ging es.

Was ich damit anfangen soll, ist mir weiterhin schleierhaft. Für mich ist das die mehrfache direkte Watschen ins Gesicht.

Meine Therapeutin sagt an solchen Stellen immer, warum ich mich aufrege, der andere kann sich ja aussuchen für wen ich das mache. Immerhin, ja, ich dürfe verletzt sein. Aber ich solle in mich reinhören, warum mich das so fuchst und was ich damit mache.

Das funktioniert ganz gut im Alltag.

 

Die Trauer darüber, dass ich nicht dazu gehöre und mir Menschen aussuche bzw. ausgesucht habe, die ihren Egoismus bei mir ausleben konnten und sich einen Dreck darum scheren, wie es mir geht… Diese Trauer werde ich wohl noch eine Weile bearbeiten. Und das ist okay.

 

Denn ansonsten bin ich endlich lebensfähig und lebenswillig. Ich habe ohne eigenen Druck soviel geschafft im letzten halben Jahr. Den Rest schaffe ich auch noch… ohne Druck und mit der Zeit, die ich brauche.

 

Wieder ausgegraben, weil besonders heute extrem passend:

 

Never insecure until I met you
Now I’m bein‘ stupid
I used to be so cute to me
Just a little bit skinny
Why do I look to all these things
To keep you happy
Maybe get rid of you and then I’ll get back to me (hey)

Eigentlich ist es ja so,

Eigentlich ist es ja so,

dass ich ganz einfach gestrickt bin. Bis vor 3 Jahren, Vor-Therapie-Zeit, hätte – nein – HABE ich mich selbst als sehr kompliziert beschrieben.

Dabei bin ich ganz einfach.

Aufmerksamkeit bedeutet Liebe und keine Aufmerksamkeit bedeutet Absturz.

Ganz einfach. Eigentlich.

Nun arbeite ich wirklich hart daran, dass sich dieses Denkmuster ändert – weil, so einfach ist es dann eben nicht.

Denn für diese Aufmerksamkeit habe ich viel getan: Von der Privatsekretärin über die Eventplanerin bis hin zur Geliebten, ob echt oder digital. Alles ging, nur damit dieser Fitzel Aufmerksamkeit kommt, bleibt und nicht geht.
Und das macht es schwierig für mich, weil egal wie viel ich an mir selbst arbeite und auch wirklich versuche, mich auf mich zu konzentrieren, es immer wieder, jeden Tag, von überall her kleine Attacken gibt.
Ob das nach einem großen Knall, einem Vertrauensbruch, das Verhalten des „Aushaltens“ ist oder ob es der Wegfall von kleinen Aufmerksamkeiten oder Nachfragen nach Wohlbefinden, nachdem „meine“ Dienstleistung nicht mehr in Anspruch genommen wird… am Ende des Tages bleibe ich alleine damit, dass ich entweder nachgebe und akzeptiere, dass ich dem anderen Menschen schlichtweg egal bin. Oder ich arbeite daran, dass ich mir einrede, dass ich das zu schwarz sehe… wird schon seine Gründe haben.. etc.pp. Ja, manchmal gibt es Gründe. Aber es wäre schön, wenn ich nicht durch diese Qual geschickt werde und mir hinterher gesagt wird, was im Weg stand. Aber – dazu ist es, bin ich, eben nicht wichtig genug. Und demnach ist es eben nicht so einfach, mal einfach NICHT schwarz zu sehen.

Denn das ist einfach so. Das war schon immer so. So bin ich. So denke ich. So wurde ich erzogen. Das ist meine Lebenserfahrung. Ich bin einfach niemandem wichtig. Punkt.

Das ist extrem traurig und es macht mich immer mal wieder wütend. Nur diese Wut kann ich an niemanden richten. Genauso wie ich es nicht wirklich anbringen kann, im Gespräch. Also – das ist nicht ganz richtig: Ich KANN schon. Aber führt mal eine Unterhaltung, wo ihr klarmachen möchtet, dass ihr verletzt worden seid oder Euch in einer Situation nicht wohl fühlt oder ein Ungleichgewicht herrscht 🙂

Meiner Erfahrung nach führt es leider, egal wie „sanft“ ich versuche es anzubringen, das als Kritk verstanden wird. Und damit kommt zu 99,9% keine Reflektion sondern die Attacke … z.B. „aber das wusstest Du doch…“ oder „So bin ich eben“ oder „Du hast aber auch….“

Damit stellt sich für mich einfach die Frage, ob es sich lohnt, dass ich den Mut aufbringe (den ich wirklich aufbringen muss!) zu sagen, was ich denke oder empfinde und damit einfach schlichtweg gegen eine Wand laufe oder es als „nichtig“ abgetan wird. Konsequenz davon? Neben dem, dass ich da echt an mir werkeln muss, dass mich das nicht in ein Tief stürzt, werde ich bei diesen Menschen einfach nicht mehr sagen, was ich denke oder fühle – mich also zurückziehen. Lächelnd sagen, dass alles gut ist, wenn es das in Wirklichkeit nicht ist. Und mich von diesen Personen Stück für Stück entferne. Alleine in Beziehungen/Freundschaften zu stecken und zu investieren und offen zu sein? Das macht keinen wirklichen Spaß und ist auch nicht wirklich erfüllend. Dafür beschäftige ich mich zu sehr mit den Menschen, die mir wichtig sind, als dass ich da Einseitigkeit „klasse“ finde.

Und ja, ich werde da wirklich besser – sagt man mir auch.

Aber ich werde dadurch nicht glücklich. Ich finde es so unsäglich schade, dass ich in die Oberflächlichkeit und die Nicht-Wichtig-Sein gezwungen werde, wenn ich bleiben will. Oder aber eben gehen muss, weil mir das nicht gut tut. Das ist doch Scheisse!

Mich wurmt es zu sehen, dass der Ex-Umarmer glücklich ist und ich in Angst lebe, ihm zu begegnen. Weil dann die Bilder wieder hochkommen und mir ein Kloss im Hals steckt. Und ja, ich werfe mir vor, dass ich ihm nicht gleich gesagt habe, wie scheisse sein Übergriff war. Und ich befürchte, wenn ich es jetzt anspreche, dass genau das kommt „DU HAST JA NIX GESAGT, also war doch alles okay“.
Ich fühle mich gefangen und ohnmächtig und muss zuschauen, wie der andere im Bekanntenkreis Spaß hat … und ich kann passe da dann nicht mehr rein. Deswegen gehe ich nicht zu den Gruppentreffen, auch wenn ich da gerne hingehen würde. Aber ich würde es nicht ertragen, alleine am Tisch zu sitzen, wenn alle um IHN rumstehen. Ich kann ja schlecht hingehen und vor allen sagen: Du Arschloch, hast versucht mich zu begrabbeln und zu beknutschen und ich wollte das nicht und dann habe ich so getan als ob alles „ok“ ist, aber das war und ist es nicht und deswegen konnte ich keinen Kontakt mehr zu Dir haben (neben anderen Dingen).
Und so kreisen die Gedanken, was er wohl den anderen erzählt hat über mich und warum wir keinen Kontakt mehr haben. Es ist elendig und verworren – für mich.

Und ich bekomme das noch nicht so sortiert, wie ich das gerne hätte.

Meine Therapeutin und ich mussten lachen, als ich meinen Wunsch geäussert habe, dass ich nur möchte, dass diese Wolke in meinem Kopf irgendwann mal nicht mehr da ist. Aber wünschen darf man sich alles! 🙂