Gelesen – Drei Worte

Gelesen – Drei Worte

Erinnert ihr Euch noch an „Druckstaueffekt„?

Das erste Buch von Sabine Wirsching, dass ich auf dem Deichbrandfestival verschlungen habe, weil mir der Stil, die Thematik und die Nähe zu den Figuren so gut gefallen und mich so sehr gefesselt hat.

Daher habe ich mit Spannung die Veröffentlichung ihres neuen Romans erwartet und habe die Wartezeit mit Geschichten rund um Fips überbrückt.

Anfang März fuhr ich dank dem Chaos der DB etwas länger als sonst nach und von Hamburg zurück nach Frankfurt und obwohl ich müde war und eigentlich nach 1 Woche Messe eher so auf dem Niveau „Groschenroman“ war, konnte ich das Buch schlicht nicht weglegen. Ich habe mir sogar Notizen während des Lesens gemacht, damit ich nicht vergesse, was mich so berührt hat.

Das ist nun fast einen Monat her und ich brauche die Notizen nicht, denn ich fühle es noch immer. Die Art und Weise, wie Sabine Figuren in meinen Kopf und vor allem auch in mein Herz bekommt, berührt mich jedes Mal. Ich leide mit und ich fieber und drücke die Daumen, wie ich es bei einer Freundin machen würde. Genauso möchte ich sie anschreien und ihr sagen, dass das der falsche Weg ist…. Aber … gibt es einen „falschen“ Weg? Wer kann das sagen, ob der Weg falsch ist. Und darum geht es unter anderem in „Drei Worte“.

Wir folgen Milka und Till, die sich ineinander verlieben und das hart. Anders kann man es nicht beschreiben. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Milka oder Till erzählt, gespickt mit den heute total normalen Konfusionen von SMS-Unterhaltungen, die eben eine Face-to-Face-Unterhaltung nicht ersetzen können.

Die Nebenfiguren sind nicht minder liebenswert und spielen große und wichtige Rollen, daher – Nebenfiguren? Naja 🙂 Die sind mit ebensoviel Liebe zum Detail der Persönlichkeiten entwickelt worden und machen das Leben rund um Milka und Till bunter.

Nun ist das nicht alles rosarot und mit Zuckerguß überzogen, keine Sorge.

Ich muss nun kurz ausholen: Seit meiner DD-Diagnose fand ich den Umgang mit Materialien, Büchern, Menschen, die unter Depressionen leiden, schwierig. Auf der einen Seite interessiert es mich natürlich, ich möchte Vergleiche, vielleicht auch Hilfe und Anleitung und Support. Auf der anderen Seite bin ich viel zu sehr mit mir beschäftigt und habe Angst, dass ich, wenn ich mich auf andere Betroffenen einlasse, mir die Kraft für mich fehlen wird. Und immer die stille Anklage, dass MIR ja schließlich auch niemand hilft. Das ist schwierig und komplex und auch immer ein bisschen gefährlich. Daher war „Drei Worte“ auch deshalb etwas besonderes, weil ich ziemlich genau beide Seiten nachempfinden konnte. „Schlimm“ ist es deswegen gewesen, weil Sabine Wirsching mit einer Empathie schreibt, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Ich habe mich verstanden gefühlt und gleichzeitig hilflos und wütend und triumphierend… alles gleichzeitig.

Die armen Menschen in meinem Zugabteil – da sitzt eine Irre, die beim Lesen lacht und weint gleichzeitig 🙂

„Die Scheiß Natur und ihre rosaroten Hormontricks“

Von dem Zitat möchte ich mir gerne ein T-Shirt machen und ich möchte noch mal ins Bassy, ich möchte all‘ die Songs aus dem Buch hören…. und nach Berlin und ich möchte Robby finden, der echt wie ein cooler Kerl klingt, den man einfach gerne kennen möchte. Ich möchte auf dem Markt bei Milka’s Gemüsehändler einkaufen gehen und die Auberginen künftig in Wasser legen und nicht tot salzen.

UND: Ich möchte Robbi, Tobbi und das Fliwatüüt nochmal „erkunden“ – wir früher mit meinem großen Bruder 🙂

Was sind nun die „Drei Worte“ – Ich liebe Dich?

Das wäre die einfache Lösung, wa?

Aber einfach ist ja nicht immer richtig 🙂

Ich habe für mich drei andere Worte gewählt, die ich aber erstmal nicht verrate. Ich möchte ja nicht spoilern.

Buchempfehlungen auszusprechen ohne zu spoilern ist ECHT hart 🙂

Mir hat das Buch (ich hoffe, dass man das gemerkt hat) auf jeden Fall SEHR gefallen und ich hoffe, dass Fips und das Haus Sabine nicht daran hindern wird, weitere Romane auf uns loszulassen. Mein rosarotes Kitsch-Herz wünscht sich eine Fortsetzung von Milka und Till’s Geschichte. Mein realistisches Herz denkt sich, dass es besser ist, nicht alles zu wissen 🙂

Btw. ich musste SEHR lachen, dass Sabine es geschafft hat den „Druckstaueffekt“ in „Drei Worte“ unterzubringen 🙂

 

Drei Worte von Sabine Wirsching

Roman. 456 Seiten.
Mit einem Nachwort von Tammi Torpedo.
Erscheint im kladdebuchverlag (14.02.2018).
ISBN: 978-3-945431-36-8

 

 

Wellengang

Wellengang

Wellengang hat es hier ordentlich … und auch der Wind tut gut. Macht den Kopf frei… einfach mal nichts organisieren, nichts er-denken… einfach mal wieder runterkommen…

Dann gibt es vielleicht auch mal wieder ein paar mehr Worte von mir!

Danke für alle lieben Nachrichten 🙂

Stille Schläge ….

Stille Schläge ….


… und dann wurde es dunkel.

Da liegst Du nun, keiner weiß, wie Du wieder aufwachst – auch nicht wann. Keiner weiß, wieviel von früher Du noch weißt oder kannst. Wieviel hörst Du von Deiner Umgebung? Hast Du Schmerzen? Wirst Du wissen, was mit Dir passiert ist? Es lähmt zu wissen, dass man nichts machen kann… noch nicht. Später vielleicht schon. Wer weiß das schon. Werden wir jemals wieder herumspringen? Wirst Du wieder mein Pogopuffer sein? Muss ich jemals wieder mit den Augen rollen, weil Du zuviel trinkst oder werde ich froh sein, dass Du überhaupt etwas trinken kannst? Hätten wir früher sprechen sollen? Gibt es dafür jetzt noch Gelegenheit oder ist die Zukunft stumm? Welche Form der Kommunikation werden wir haben? Wird Deine Seele das verkraften? Bist Du ein Kämpfer? Soviele Fragen, soviele Dinge, die ich nicht von Dir weiß.

Ich schicke Dir all‘ meine Liebe und meine Wünsche, gute Gedanken … denn das glaube ich, das spürst Du … irgendwie, irgendwo… im tiefsten Dunkel… siehst Du das Licht! Wir warten hier auf Dich!

Wochenende…

Wochenende…

Es passieren spannende Dinge – keine weltbewegenden und für andere vielleicht auch gar nicht wahrnehmbare Dinge, aber … meine kleine Welt schütteln sie ein wenig durch.

 

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Montag bei der Therapeutin sprachen wir über die Konditionierung, die ich durch meine Familie erhalten habe…. Männer… und warum ich sehr offen wirke, aber sehr verschlossen bin. Warum ich es total normal und okay finde, wenn man mich verletzt und belügt, es aber nicht ertragen kann, wenn ich in den April geschickt bzw. „öffentlich“ reingelegt werde. Das macht alles Sinn und dann wieder so gar kein Sinn.

 

Es erklärt aber viele meiner vergangenen Entscheidungen. Mich auf verheiratete Männer einzulassen und mich belügen zu lassen. Mir auch heute noch anzuhören, dass, wenn ich der Enttäuschung und Verletzungen überdrüssig würde, ich doch bitte gehen soll, man(n) sei eben so und das müsse ich akzeptieren, wenn ich bleiben wollen würde.

 

Ich rolle mit den Augen.

 

Weil ich mich an dieser Stelle nicht ernst genug nehme. Denn: Ich weiß, warum ich es aushalte. Ich sagte zu meiner Therapeutin an dieser Stelle:“ Ich bin wie ein Straßenköter im Zwinger, der bei der kleinsten netten Geste sofort alles gibt… nur um einen Tätschler zu bekommen, vielleicht ein Leckerli“ … denn mehr steht mir nicht zu.

Bei „mehr“ werde ich skeptisch oder fange an die Realität auszublenden. Letzteres, weil ich es mir SO sehr wünsche, dass sich endlich mal jemand für mich entscheidet, mich liebt und mich wählt.

Nur: Daran glaube ich nicht und ich würde es demjenigen auch nicht glauben, würde er es mir so sagen.

Und dieser Kreislauf ist fatal…

Deswegen öffne ich ab April wieder die Dose der Pandora und werde mich wieder regelmäßiger mit der Therapeutin treffen.
Ich schubse mich zwar selbst nicht mehr in die Depression und mache mich selbst fertig, aber ich habe mich auch nicht akzeptiert und schon gar nicht lieb.

Ich schaue nicht in den Spiegel und wenn ich es mache, widert es mich an und der erste Gedanke ist „Kein Wunder“ – das ist nicht so, wie ich es gerne hätte… aber ich habe es nun mal nie anders (kennen)gelernt.

Also… lerne ich das vielleicht ab April 🙂
Ein gutes Beispiel, wie ich zwar richtig entschieden habe, aber dennoch „verloren“ habe, findet sich hier

Die Ereignisse sind hier etwas verkürzt dargestellt 😉

Fakt ist, dass Tobi mir sehr geholfen hatte nach der unschönen Geschichte mit H. 

Fakt ist auch, dass ich an ihm besser als am Leinenmann ausprobieren konnte, wie Online-Domina sein sich so anfühlt. Und wir eine Weile auch erfolgreich geswitched haben. Aber eben immer nur online. Meine Vorschläge und Bitten nach Treffen wurde kein Gehör geschenkt, ich balancierte immer zwischen „was möchte ich“ und „Was darf ich fordern, als niemand“ hin und her. Ich war immer das offene Ohr, in jeder Phase seiner Trennung konnte er sich bei mir austoben… Erden nannten wir das.

Aber Treffen? Gab es keine. Es gab aber auch keine wirklich Erklärung, nur, dass es nicht passt „gerade“.

Irgendwann machte mich das nur noch traurig. Ich meinte, dass wir mit dem Anders-Sein eigentlich ganz gut zueinander gepasst hätten. Aber alleine wollte ich nicht mehr in dieser Hoffnung leben. Also beendete ich das Ganze.

Als ich nach knapp einem Jahr mal wieder schrubte, war er bereits wieder fest liiert und sehr glücklich.

Also gab es nicht wirklich eine Grund, es nicht mit mir zu probieren außer, dass es eben „ICH“ war und nicht diejenige, die er wollte.

Ich hatte gerade jemand kennengelernt, der Interesse an mir zeigte. Aber verbunden mit der Erkenntnis nicht mal als „Schlampe“ gut genug gewesen zu sein, hatte der arme Kerl keine Chance. Ich sah nur noch negatives, konnte mich nicht auf ihn einlassen … Ich schickte ihn weg.

Um zurück zu „Törtchen“ zu kommen… Ich glaube schon, dass ich ihm geholfen habe. Und ich glaube auch, dass ich echt gut war als „Madame“. Aber … auch der zweite Versuch ging leider nicht weiter. Und diesmal mit einem guten Zeichen für mich. Denn als es darum ging, dass ich aus dieser „Beziehung“ auch einen Nutzen für mich hätte ziehen können, ging das nicht. Wir fanden keinen Kompromiss. Und ich war mir mittlerweile zu schade, lediglich die Lustbefriedigung anderer zu erledigen und mit meinen eigenen Wünschen und Träumen im Regen stehen gelassen zu werden.

An dieser Stelle sagte und sage ich: Nö. Ich habe mehr verdient als das. Ich bin mehr wert. Ich bin es MIR wert „nein“ zu sagen.

Ich würde sagen, dass wir mittlerweile eine schöne Online-Freundschaft haben. Wir haben stürmische Zeiten miteinander durchlebt. Und uns gegenseitig  geholfen und oft aus Tiefs rausgezogen haben.

Ich finde es spannend, dass ich immer wieder etwas Neues lerne. Genderfluidity sagte mir nur grob etwas, non-binary waren für mich Nerd-Fachbegriffe… Ich hätte ihn früher Transgender genannt aus Mangel eines besseren Begriffes. Wissend, dass es etwas anderes ist.

 

Die Moral der Geschichte (etwas wirr, ich weiß)?

Man lernt nie aus, wenn man nicht verlernt, immer wieder aufzustehen.

In diesem Sinne – Euch ein schönes Wochenende 🙂pexels-photo-383673

 

Nachgeholter Freitag … oder…. vorgezogener..?

Nachgeholter Freitag … oder…. vorgezogener..?

Jaja, die Zeit ist mir nicht gnädig – aber keine Sorge. Ausnahmsweise geniesse ich den Stress auf der Arbeit, denn es geht endlich mal um Arbeit und nicht um persönliches Empfinden. Damit kann ich ja mittlerweile nicht mehr so gut, distanziere mich und halte mich da raus. Abgrenzung, wie sie im Buche steht.

Aber die Freitage fallen momentan leider unter den Tisch – ich versuche mit die ganzen Songs zu merken und die Erlebnisse – aber, das wird wohl nicht so ganz gelingen.

Falls sich jemand mit Crossdressing, Genderfluidity und so etwas beschäftigt – ein rein virtueller Freund, den ich ein Stück auf seiner Reise begleiten darf, hat einen großen Schritt für sich gemacht und seinen Blog geöffnet. Er sucht sich noch, manchmal findet er sich, manchmal auch nicht 🙂

Am Montag war ich bei meiner Therapeutin, es war tatsächlich schön sie zu sehen. Ich habe viel erzählt und mich noch einmal für nächste Woche mit ihr verabredet. Es gibt da noch so 1-2 Dinge, an denen ich gedanklich und emotional nicht weiterkomme. Diese berühmten Steine im Weg, die einfach immer wieder da liegen, auch wenn man denkt, man ist schon viel weiter 🙂

Ich habe Urlaub gebucht – Zwei Urlaube, nein eigentlich 3 🙂 Nach dem ganzen Projekt- und Messestress fahre ich Ende März mit meiner Besten und vielleicht ihrem Hund nach Holland an die Nordseeküste. Dann begebe ich mich nach Nürnberg, zu Rock im Park und im Juli geht es mit 11 anderen lieben aber verrückten Menschen und dem Lieblingshund ins Sauerland.

Und dann reicht das auch erstmal für dieses Jahr, sonst sind alle meine guten Ziele, die ich 2017 erreicht habe, 2018 wieder dahin 🙂

In diesem Sinne – habt noch eine gute Woche 🙂

P.S.:

IST die nicht GENIAL? 🙂