Abschiedsbriefe

Abschiedsbriefe

Ich schreibe mental gerade 3 Abschiedsbriefe ….
Wer meinen Blog schon länger verfolgt und zählen kann, weiß – 3 Männer ergo 3 Briefe…

Ob und wann ich sie abschicke, weiß ich nicht, ich denke den einen früher als den anderen …

Warum?
Die Gründe sind vielfältig….
Im einen Fall denke ich einfach, daß es zumindest von meiner Seite aus keine Attraktion mehr gibt … Der Sex ist einfach nicht mehr so gut, daß ich alles hinnehme, was mich vorher gestört hat. Das wird der einfachste Abschiedsbrief, weil es einfach nicht mehr zu sagen geben wird als „Du, ich habe kein Interesse mehr – Danke für die schöne Zeit
Es wird kein Drama geben, keine weiteren Emails, es wird einfach Ruhe sein… Perfekt

Beim Zweiten ist der Sex an sich noch gut, aber es stören mich grade so unglaublich viele Dinge, daß ich einfach keine Lust habe – nicht mal auf den guten Sex … Die letzte Unterhaltung verlief eher „meh“, wir sind lose für Sonntag verabredet und ich verspüre große Gehässigkeit, weil eigentlich möchte ich einfach Sonntag morgen eine SMS schreiben mit „Du, ich kann heute nicht. Ich melde mich“ – einfach weil ich’s kann… weil ich zeigen möchte, daß er nicht der Einzige ist, der Regeln aufstellen kann … Und ja, sollten wir uns nochmal sehen, werde ich auf andere Unterwäsche bestehen… Gehts noch? Ich mache es Dir scheinbar zu einfach…

Der Dritte …. Puh… ja, mal sehen…  Es ist der wichtigste, den ich schreiben muss, um für mich die Gedanken klar zu bekommen… Zu wissen, was ich will, darauf vorbereitet zu sein, es tatsächlich artikulieren zu müssen, mich davor zu bewahren impulsive Emails vorab zu schreiben, die Benzin aufs Feuer bedeuten würden…
Die Zeichen stehen…. ungünstig, seltsam – ich kann ihn nicht verstehen, er kann mich nicht verstehen… Wir haben ein Kommunikationsproblem… Aussagen, Wortfetzen, Wortspiele, die gestern noch mit einem Lächeln quittiert worden sind, erzeugen heute eine Sinnkrise … Emails werden zu Minenfeldern…… Wir sind auf vielen Ebenen kompatibel, es wäre interessant herauszufinden, warum wir dann an Stellen, die teilweise so banal sind, aneinander knallen und explodieren …Wenn wir den Mut haben, das herauszufinden, könnte es helfen… Ob wir den Mut haben? Ich hätte ihn, hat er ihn? Keine Ahnung… ich weiß an dieser Stelle nichts mehr…
Ich hasse es, falsch verstanden zu werden, ich würde gerne die Chance haben, mich von Angesicht zu Angesicht zu artikulieren, ob ich sie bekomme? Keine Ahnung
Was erschreckend ist? Ich kenne die Situation, ich kenne die Vorwürfe, die Unterstellungen, die Gedanken, die in seinem Kopf herumgeistern und ich weiß, daß ich nichts dagegen tun kann – ich kann an dieser Stelle nichts beweisen und aus Erfahrung weiß ich, daß es nichts bringt, ihn davon zu überzeugen, daß es anders ist… Und das werde ich auch nicht mehr tun, es nicht mal versuchen … Ich weiß, daß ich eine „handvoll“ Mensch bin – nicht nur körperlich, ich fordere viel, ich gebe (oft) zuviel und überfordere damit – ich weiß das – ich kann es aber oft nicht anders dosieren – weil ich eben auch nur das bin – Ein Mensch…
Es bedeutet „Arbeit“ für mich, anders zu sein, weniger zu sein, „leiser“ zu sein… Das ist anstrengend und manchmal geht es auch einfach nicht…

Meine beste Freundin sagte gestern, daß das Karma mir solange eine Aufgabe stellt, bis ich sie erledige – das bedeutet: nicht wegschieben, nicht ignorieren, nicht einfach weitergehen und drüber hinwegsehen – sondern mich ihr stellen…
Diese wiederkehrenden Zyklen gehen mir auf dem Keks, ich habe etwas Besseres verdient an dieser Stelle, gerade jetzt, aber ich verstehe die Logik – wenn ich meine Verhaltensmuster nicht ändere, werde ich immer und immer wieder an dieser Stelle stehen – entgeistert in Emails lesen, entgeistert in Gesichter meiner Gegenüber schauen und im Hinterkopf wissen „Nicht schon wieder“ und „Wieso versteht er/sie mich nicht?“
(2 dieser immerwiederkehrenden „Probleme“ sind heute sehr gute Freunde von mir, die sich selber in den Arsch beißen, daß sie mich damals falsch verstanden, mein Verhalten falsch interpretiert haben – den Weg dahin? Der war verdammt hart, steinig und mit vielen Tränen meinerseits und Hilflosigkeit ihrerseits gepflastert … warum wir es dennoch geschafft haben? Vielleicht war uns klar, daß wir es gegenseitig wert sind)
Also haben wir gestern einen ….hmmm Plan entwickelt, an den werde ich mich halten – es entspricht garnicht meinem Naturell, ich bin ein impulsiver, emotionaler Mensch … diese Seite ist gerade nicht gefragt… Der Preis? Es kann passieren, daß es mir egal wird… Damit muß ich rechnen … Aber – oh well – nothing lasts forever … Und ich werde immer und immer wieder im Leben in Situationen kommen, wo ich Entscheidungen treffen muss, die mir vielleicht nicht gefallen – aber immerhin kann ich die selber treffen und lasse sie nicht mehr für mich treffen … Ich möchte auch zukünftig aufrecht durchs Leben gehen, wissend, daß ich immerhin für alles was passiert ist, selber verantwortlich bin und nichts bereue… Ich habe es zumindest versucht… Kann das jeder von sich sagen?

In diesem Sinne, Karma is a real bitch these days…..

12 Gedanken zu “Abschiedsbriefe

  1. Oh je, das klingt nach schwerer Arbeit. Andererseits fang einfach an zu schreiben. Das Schreiben kann wirklich helfen die Gedanken zu fokussieren. Bevor Du ihn abschickst lass ihn mindestens eine Nacht ruhen (auch wenn Du wahrscheinlich in der Nacht nicht ruhen kannst). Viel Erfolg!

    1. Nervige Arbeit… für etwas, das eigentlich „einfach“ sein sollte… Männer… Da bekommen sie schon kostenlosen Sex mit Partnerinnen, die es unkompliziert mögen und schaffen es auch das einfach kaputt zu machen….

      1. In einer SATC Folge ließ sich Carrie einmal über ihren Fuck-Buddy aus. Ich fand das Konzept eines Fuck Buddy faszinierend. Aber so wie es in der Serie nur bedingt funktioniert ist es meiner Meinung nach auch in der Realität nicht immer einfach, wenn überhaupt. Man fühlt dann doch mehr als man eigentlich will. Das kann einem Mann mit einer Frau genauso passieren 😉

      2. Hmmm das ist es glaube ich garnicht… Aber, man sollte doch meinen, dass Männer zu schätzen wissen, wenn es ihnen einfach gemacht wird – ich glaube das ist grundlegend falsch – Männer wollen jagen…
        Deswegen geben sich meine Männer teilweise keine Mühe mehr und sind sich meiner zu sicher … sowas lässt sich ändern 😉

      3. Beim ersten Teil Deiner Aussage bin ich mir nicht sicher, ob es so ist, aber ich mag den letzten Teil. Mal schauen, was sich ergibt

      4. Ob es „nervig“ ist? Ist es… glaub mir… wie gesagt, es ist nicht das erste Mal, daß das passiert … Und ich bin auch gespannt, ich bin mir sicher, Du wirst hier lesen, wie es weitergeht 🙂

  2. Selbstreflektionen sind oft hilfreich auch wenn man dann meist gar keine Lösung oder Antwort aufgezeigt bekommt, geht mir ja auch oft so, und irgendwann weiss man das man über gewisse Dinge hinweg sehen kann, oder man verändert sich ja auch, obs dann ins Positive passiert ist weiss man allerdings dennoch nicht, und muss da wieder abwarten und mit anderen diverse Situationen durchlebt haben um da wieder Selbstreflektion zu betreiben ….

    Unkompliziert, in wessen Augen ist man dann so? In den eigenen Augen auf jedenfall, aber aus Sicht der anderen? Weiss man nicht, wird man nie erfahren, und das was man erfährt reicht nicht weil man es genauer wissen will, wie man rüberkommt usw.

    Ich kann heute sagen das ich, ich bin, ich bin ich, und nicht du, nicht er und nicht sie oder es, sondern ich bin ich, ich kann mich zwar ändern aber ich will mich nicht zu sehr verändern oder arg verbiegen denn mein ICH ist ja meine Persönlichkeit die eben MICH ausmacht….

    Und so ist es eben auch mit Dir liebe Lilasumpf, du lebst dich aus, kommst mit manchen in Kontakt und fängst an irgendwann nicht mehr alles hinzunehmen was andere gerne vorlegen wollen, du stellst deine eigenen Regeln auf ist auch gut so….

    Was die Männer angeht, hmm, ich kann da ned viel mitreden, ganz ehrlich, steh halt mehr auf Frauen, aber auch da ist es oft ned einfacher denn wie die zum Teil ticken versteh ich ja auch nicht, und wenn ich nicht verstehe wie die ticken, wie kann ich dann erwarten das diese dann verstehen wie ich ticke, vor allem wenn man über Jahre hinweg von den unterschiedlichsten Leuten immer wieder gehört bekommt, „man sei ein verrücktes Huhn“ also nicht ganz von dieser Welt …. nehm ich mal an, denn so genau hats mir da auch noch niemand erklären können, und hmm, ja mei ich hab aber auch noch nie nachgefragt, ich nehm des einfach hin das ich verrückt sein soll, also bisserl balla balla und na ja verrückt eben.

    Das man da ned zwingend mit vielen Kompatibel ist kann man sich dann ja lebhaft vorstellen, und man zieht dann ja wieder Leute an die auch verrückt sind, dumm daran ist nur das mich irgendwann deren Verrücktheit aufregt und da in ich dann wieder da wo ich nie hinwollte, am selben Punkt wie immer schon, bin verrückt, zieh verrückte an, will aber was normales und wo land ich? bei den verrückten die ich aber auf Zeit hinaus nervig find weil deren Verrücktheit verrückter ist als meine, du verstehst sicherlich mein Dilemma. *grins*

    Und ja mei wenn die 3 abschiessen willst, weils nicht mehr passt schiess sie ab und wenn der eine da mit seinen Unterhosen sich ned ändern will und auch mal optisch was anderes bieten dann kannst dich dem ja gern mal im Oma Fummel anbieten, mal gucken was er dann dazu sagt…*grins*

    Ach des wird schon, Kopf machen ist gut aber zuviel Kopf machen bringt nix, denn wir lernen ja täglich dazu verändern uns dauernd und was heute ein Problem darstellen könnte kann ich 2 Jahren Passé sein oder sich inne andere Region verschoben haben ….

    Und ganz zum Schluss da draussen gibts so viele Fickwütige wenns nur ums ficken gehen würd, und genug die auch was im Kopf haben um reden zu können, aber obs dann beides in einer Person gibt?

    *läster*

    Ja ich weiss ich alte männerhassende Lesbe halt jetzt besser den Mund *ggg*

    1. Herrlich! Danke liebe st!

      Ich habe genau verstanden, was Du mir sagen willst und dabei sehr geschmunzelt…
      Ich mag nicht mehr hören, daß ich zu emotional bin und die Leute erdrücke – dann geht weg, dann erdrücke ich Euch nicht… Punkt! Ich zwinge keinen Zeit mit mir zu verbringen und mittlerweile ist mein Ego groß genug um zu sagen „Es wird einen Anderen geben, der Deinen Platz einnimmt“

      Allerdings glaube ich, daß es an dieser Stelle total egal ist, ob man da von Mann oder Frau redet – es kann einem bei jedem Menschen passieren und Du hast recht – man muss man selber bleiben – ich bin ich…

      Danke für Deinen Beitrag! und bitte – nicht den Mund halten 😉

    1. Naja
      Ingo – da der sich eh nicht regelmäßig meldet,werde ich bei seiner nächsten Anfrage einfach „nein, danke“ schreiben – es paßt einfach nicht mehr…

      Jonas – mal sehen … der Sex ist zu gut, um ihn schon abzuschießen, aber es werden andere Wege eingeschlagen… Entweder er aktzeptiert das oder eben nicht …

      Heiko – nunja, auf Facebook wäre der Status „es ist kompliziert“ – ich weiß es noch nicht… hängt auch nicht alleine von mir ab … Fakt ist, es gibt Unstimmigkeiten und solange wir die nicht klären, gehts nicht vorwärts.. Und vielleicht tut es mir an dieser Stelle ganz gut schonmal mit dem Abschiedsbrief anzufangen, einfach um die Gedanken zu sortieren…

      Und ja, das wären dann alle 3 aktuellen Fuck-Buddies… Aber es ist ja nicht so, daß es keine anderen Optionen gäbe… 🙂

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