Schweigen

Schweigen

Ein bisschen Lebensgeschichte: Ich bin ein (spätes) Scheidungskind, war Papakind, habe eine sehr starke Mutter und einen schwierig-sturköpfigen Bruder und eine Vater ohne Rückgrat.

Lange Zeit kannte ich nur 2 Formen der Konfrontation – Streiten, bis einer blutend am Boden liegt oder „Jaja“-Sagen, umdrehen und es trotzdem so machen, wie ich es für richtig hielt.

Eigentlich hatte ich eine tolle Kindheit, habe eine solide Erziehung genossen, bin was ganz Gutes geworden (glaube ich)… Aber, eine Erziehungsmethode meiner Mutter hängt mir bis heute nach… Das Schweigen.

Man wusste immer, dass man was angestellt oder was Falsches gesagt hat, wenn es ruhig wurde…Eine unfaire Massnahme … der Schweigende ist ja auch nicht bereit wieder in die Konfrontation zu treten, er schweigt ja… Mein Bruder konnte das wochenlang aushalten, einmal hat er es sogar 2 Jahre ausgehalten (Gut, er ist ausgezogen mitten in den 2 Jahren…), ich habe auch da den einfachen Weg gewählt, schnell „Entschuldigung“ sagen, das nicht unbedingt meinen, und weitermachen wie bisher…

Es hat bis letztes Jahr (also fast 36 Jahre) gedauert, bis ich es mal geschafft habe, NICHT nachzugeben …. NICHT den ersten Schritt zu machen… und genauso gut und fies und verletztens zu schweigen wie meine Mutter…

Ich fand das nicht toll, ich habe mich nicht als Gewinner gefühlt… aber es ging ums Prinzip.
Warum das alles? Ich hasse Schweigen, ich fühle mich bestraft, wenn ich angeschwiegen werde…. ich werde unleidlich, wenn ich angeschwiegen werde und am allerschlimmsten, ich distanziere mich von der Person, die mich anschweigt… weil es mir nicht guttut.

Ob man das nun mit Absicht macht oder nicht… Ich weise relativ schnell daraufhin, dass das mit meinem persönlichen Background UND dem Background aus der Netz-/Chatterszene einfach eine andere Bedeutung hat, wenn man virtuelle Konversationen nicht „ordentlich“ beendet oder sich dem Chat entzieht ohne wenigstens zu sagen „Du, mir ist das zuviel, ich bin jetzt off“.
Mir ist total bewusst, dass das nicht jedermans Sache ist mit dem Emailen und dem Chatten, ich gestehe jedem zu, dass als NICHT seine Welt anzusehen. Aber es ist meine! Ich bin da gross geworden, ein Grossteil meines Freundeskreises sind Geeks und Nerds, wir haben uns alle in der virtuellen Welt (vor mittlerweile 17 Jahren!!!!) kennengelernt und das Ganze schnell in die „normale“ Welt übertragen. Darunter sind „beste“ Freunde… Ich kenne diese Form der Kommunikation also sehr gut und reagiere da genauso, wie bei F2F-Unterhaltungen… Meine Emails haben Tonalität und meistens schaffe ich es sogar ein bisschen Mimik reinzupacken…
Ich schweife ab…

Konversationen im Sand verlaufen zu lassen oder nach eine unstimmigen Email einfach 3 Tage nichts zu sagen, ist vollkommen okay und jedermans gutes Recht… Ich könnte beschreiben, wie sehr mich das trifft und wie traurig mich das macht… Aber, das werde ich nicht… Wäre es das erste Mal, würde ich mir die Zeit nehmen und meine Empfindungen erklären – es ist nicht das erste Mal… Und es wird nicht das letzte Mal sein, fürchte ich… Und dafür werde ich mich vorbereiten… Ich habe zulange gebraucht, um mich von der Last des Schweigens freizuschwimmen, ich gehe da nicht wieder zurück….

 

P.S.: Hat nichts damit zu tun, aber ist trotzdem irgendwie skurril genug, um hier zu erscheinen – heute abend habe ich ein Daten mit meiner besten Freundin – in der Notaufnahme! Sie hat sonst keine Zeit dahin zu fahren um ihren Fuß untersuchen zu lassen und da wir mit Wartezeiten rechnen, werden wir uns dort die Zeit mit quatschen vertreiben … und sollte die eingegipst werden, kann ich sie heimfahren… Kreative Lösungen sind gefragt *g*

34 Gedanken zu “Schweigen

  1. Bei mir in der Familie ist es genau andersrum. Es wird laut, wenn es einen Grund zum Streiten gibt, sehr laut. Ich habe das immer gehasst und bis heute, kann ich keine Unterhaltung fortsetzen, wenn jemand mir gegenüber laut wird. Ich gehe dann einfach und verlange von dem anderen, dass er sich erst beruhigt.
    Wenn ich aber von dem Schweigen lese, bin ich doch ganz froh, dass wir da eine andere Methode des Konflikts in der Familie haben. Schweigen ist der absolute Psychoterror.

    1. Oh, das ist ja die andere Form, die „bis einer blutend am Boden liegt“ – vorzugsweise erscheinen DIESE Formen des Streits, wenn Alkohol mit im Spiel ist… weswegen ich mittlerweile vermeide im Familienkreis Alkohol zu trinken… Tendenziell komme ich aus einer Familie der Choleriker… Vielleicht hat deshalb meine Mutter die Strafe des Schweigens für sich entdeckt – man kann einen Choleriker richtig treffen, wenn man einfach die Klappe hält… Ich kann das z.B. bei meinem Bruder sehr gut… je mehr er sich aufregt, desto ruhiger werde ich – das bringt ihn zur Weissglut…
      Ich finde beide Wege KEINE besonders gesunde oder produktive Form der Auseinandersetzung … und ICH für MICH habe mittlerweile einen anderen Weg (Gottseidank!)…. Aber ich kenne eben beides und daher haben bis heute beide Formen für mich sofortige Schutzmechanismen zur Folge… 🙂

  2. Schweigen ist grausam. Meine Mutter hat das auch gemacht. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich mir als Kind ein Donnerwetter gewünscht habe, damit dieses Schweigen aufhört.
    Heute kann ich selbst sehr gut schweigen. Meine Frau hasst es. Ich „nutze“ es als Selbstschutz, da ich durch das Schweigen verhindere Dinge auszusprechen, die ich nicht mehr zurückholen kann. Daher erscheint aus meiner Sicht das Schweigen als die bessere Option um weitere Eskalation zu vermeiden. Ich bin mir aber bewusst, dass dies suboptimal ist, aber bisher habe ich noch keine bessere Idee.

    1. Es gibt kaum eine grausamere Strafe als das… zumindest für mich! Und ich kann Deine Frau da total verstehen – das wäre für mich ein Trennungsgrund…

      Ich weiß, dass ich ein totaler Hitzkopf sein kann… Das wird mitnichten durch Anschweigen minimiert – im Gegenteil… das ist dann kontinuierlich Öl aufs Feuer gegossen, irgendwann wird mein Gegenüber zur reinen Provokation… Finde einen Weg und wenn ihr Euch mit einer Schachuhr hinsetzt und die Dinge „mit Regeln“ besprecht – nicht laut werden, nicht persönlich werden, keine „Du hast aber“-Sätze sondern „ich empfinde aber“-Sätze … Paartherapie 101 … 🙂

      1. Warum? Weil ich Dich verlassen würde? Oder weil ich super Ratschläge gebe, die ich selber anwenden sollte? Ich bin in dem Szenario nicht der Schweiger… 🙂

      2. Es müsste eine akzeptierte Skala fürs Schweigen geben. Dann wüssten wir, ob mein Schweigen so schlimm wie das unserer Mütter wäre. Vielleicht sogar schlimmer. Wer weiß es schon.

        Meiner Meinung nach ist Schweigen eine „Waffe“ in einem Streit wie jede andere auch. Das wichtigste dabei ist, das nicht ein Streiter seine Position ausnutzt, so wie unsere Mütter es getan haben und so wie sie es heute nicht mehr tun können, da es uns ehrlich gesagt egal ist, ob sie schweigen oder nicht. So sollte die Partnerschaft so sein, dass weder der eine noch die andere Macht ausübt. Wenn das geregelt ist, dann soll jeder die „Waffen“ wählen, die ihm lieb sind. Cholerisches Brüllen ist auch nur solange besser als Schweigen, bis die ersten Sätze draußen sind.

      3. Ich finde generell, dass es in diesem Zusammenhang, wo wir doch davon ausgehen, dass beide Parteien, das gleiche Ziel haben, nicht um Waffen gehen sollte… Mit Schweigen und cholerischem Brüllen bewegen wir uns ja nun auch in den extremen Aussenbereichen… Fakt ist nur: Wenn mein Gegenüber cholerisch brüllt, kann ich irgendwie reagieren – beim Schweiger bleibt mir nicht viel Möglichkeit zu reagieren… Ich kann auf Dich einreden oder weggehen… In keinem Fall habe ich eine mir oder uns weiterhelfende Reaktion erhalten… Beim cholerischen Brüller ist das natürlich auch schwierig… aber den kann ich wenigstens „zurücktreffen“ – was soll ich da beim Schweiger machen? Gegens Schienbein treten? Schokopudding-Entzug androhen?
        Beide Streit-Taktiken halte ich nicht für hilfreich… Und ich wende keine von Beiden an… ich werde IMMER die Doofe sein, die versucht die Kommunikation am Laufen zu halten auch wenn, und glaub mir so fühlt man sich, mein Stolz und mein Ego an der Stelle ganz schön leiden müssen….

      4. Um mal wieder etwas die Ernsthaftigkeit aus dem Thema zu nehmen: Das mit dem Schokopudding wäre schon heftig. Bin mir sicher, dass jeder Richter, dass als Trennungsgrund akzeptieren würde.

        Und jetzt wieder zurück zur Ernsthaftigkeit: Du hast ja Recht. Solange man sich nicht streitet passt alles. Solange man sich nicht streitet, sieht man auch keinen Grund warum man nicht einfach die Argumente austauscht. Man entscheidet ja nicht wie 2 Eishockeyspieler, dass man sich jetzt streitet, sondern es kommt eins zum anderen und irgendwann läuft das Fass über. Meistens läuft es nicht über, da im Vorfeld die von Dir beschriebenen konstruktiven Maßnahmen gegriffen haben. Ab und an greifen sie eben nicht und dann ist schlechte Laune angesagt. So unschön das ganze ist, so wenig schlimm empfinde ich es aber auch, da beide Parteien so etwas aushalten müssen. Will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich würde sagen, dass meine Frau (auch ein ziemlicher Sturkopf) es ebenso sieht. Auch den Kindern versuche ich zu vermitteln, dass diese Streitereien im Grundsatz auch etwas Gutes haben, da sie mitbekommen, dass man nicht immer einer Meinung ist, dass sie aber auch mitbekommen, dass man damit auf verschiedene Arten umgehen kann. Wenn sie lernen, dass man sich streiten und auch wieder vertragen kann, dann haben sie schon einmal viel fürs Leben gelernt. Im Übrigen können wir dann immer gerne Geschichten von den Großeltern zum Besten geben, damit sie mal ein Gefühl bekommen, wenn Eltern sich richtig streiten. 😉

      5. Deswegen wäre das ja auch die letzte Lösung, das mit dem Schokopudding 😛

        Ich habe ja garnichts dagegen, wenn Leute sich streiten – aber wenn DU schweigst, streitest Du nicht … Dann blockierst Du… Und wirkst, kann ich aus eigener Familienhistorie sagen, total unsouverän – entweder wie ein Waschlappen, weil Deine Frau auf Dich einredet oder total stur, weil Du eben nichts sagst – beides keine guten Vorbilder für Kinder… Ich habe gestern lange mit meiner Freundin darüber gesprochen, die eine erfolgreiche Paartherapie gemacht hat… Sie hat mir bestätigt, was ich auch so empfinde – wer schweigt, entzieht sich der Konfrontation, weil er entweder nicht will oder nicht kann … Beides sind langfristig keine Optionen…
        Meiner Meinung nach… aber wenns bei Dir funktioniert, ist ja super… 🙂

      6. Lass doch mal Deine Freundin einen Gastbeitrag über erfolgreiche Paartherapie schreiben. Ich kenne mich damit nicht aus, aber habe das Vorurteil, dass die Leute zu spät dahin gehen und dann nichts mehr zu machen ist.

      7. Ich frag sie mal 🙂
        Aber in dem Fall hat es funktioniert… War und ist harte Arbeit, aber es hat geholfen! Auch hier kommt es glaube ich darauf an, dass beide Parteien was ändern wollen. Meiner Erfahrung nach, sind es leider meistens die Männer, die sich dieser „Arbeit“ nicht stellen und sich lieber eine neue Frau suchen…. 🙂

      8. Die bösen Männer. Du musst dabei natürlich bedenken, dass eine neue Frau den großen Vorteil mit sich bringt, dass Mann noch einmal die ganzen „Helden“ Geschichten wiederholen kann, wo die erste Frau einfach auf Durchzug schaltet und ihm sagt, dass er den Müll raus bringen soll.

        Mir fehlen belastbare Daten, aber mein subjektives Gefühl geht mehr in die Richtung, dass die Frauen sich das eine Zeitlang anschauen. Wenn sich dann nichts verändert, dann ziehen sie den Stecker und das war es dann. Ich weiß allerdings nicht wie weit im Vorfeld eine Therapie im Raum stand.

      9. *g* Genau, die bösen Männer!
        Also aus dem Bauch raus (ich habe keine Zahlen) stimme ich Dir zu, die meisten Frauen gucken sich sowas an und schalten dann innerlich ab. Aufgrund der These, dass Männer und Frauen sich einfach nicht verstehen, wenn sie miteinander reden, würde ich jetzt mal TOTAL verallgemeinernd ein Szenario aufbauen, dass Frau vllt sogar sagt „Lass uns eine Therapie“ machen.. Hilfe annehmen für Männer aber ja per se schwer ist (ich sag nur „nach dem Weg fragen“ und „zum Arzt gehen“), die dann vielleicht erstmal sagen „Achwas, ist doch alles gut, die beruhigt sich wieder“… und wenn dann die Frau mit gepackten Koffern da steht, aufwachen und die akute Notlage sehen und handeln wollen… Oder Frau nervt mit Therapie und nervt und nervt und nervt, macht dann immer mehr zu (auch sexuell) und Mann denkt sich „kann ich ja auch woanders haben“ …. MAL SO GANZ PAUSCHAL
        Ich sag‘ das extra dazu … es gibt da sicher keine allgemeingültige Regelung, ansonsten würden ja auch nicht soviele Beziehungen scheitern … ne? ABER ich in meinem Freundeskreis stelle generell fest, dass die Bereitschaft sich mit sich selber und seinem Verhalten auseinanderzusetzen viel mehr da ist, als noch eine Generation vor mir… Oder vielleicht suche ich mir auch nur Menschen als Freunde aus, die genau diese Eigenschaften mitbringen, ich weiss es nicht… 🙂

      10. Meine Finger haben aus Widerwille gezittert. Es viel mir schwer es zu schreiben. Aber, hey, man muss auch mal über seinen Schatten springen können.

  3. ich kann das schweigen auch nicht ab. eigentlich müsste ich stolz darauf zu sein, eine beziehung 14j lang ohne streit geführt zu haben. doch dem ist nicht so. denn ich wurde immer im moment der auseinandersetzung, wo ich mir antworten auf mir nicht offensichtliches erhoffte, stehen gelassen. konstruktives streiten MUSS sein. die dinge ausschweigen und evtl. unter den teppich kehren hilft nicht. weil mir dieses streiten mit dem partner fehlte, projezierte ich es auf meine teenie tochter, die mich nun als aggro mutter bezeichnet, wenn ich mal wieder wg ihr ausflippe 😉

    1. Die Betonung liegt auf „konstruktiv“ … Streiten ist nicht einfach, mir ist das schon klar … aber wie Du so richtig sagt, Schweigen geht eben auch nicht… Ich kann schon nachvollziehe, dass man manchmal so kurz vor der Explosion ist, dass man lieber nichts sagt – als was Falsches – aber selbst in so Momenten habe ich gelernt zu kommunizieren… und wenn es nur genau DAS ist „Ich kann grade nicht mit Dir darüber sprechen, gib mir einen Moment – ich komme auf Dich zu“… aber dann mache ich das auch… Und lasse den anderen nicht noch im Regen bis an den St. Nimmerleins-Tag warten…
      Ach, ich glaube Teenie-Töchter finden ihre Mütter eh alle doof… Immerhin bist Du aggro und nicht doof 🙂

      1. ach, doof bin ich seit sie in der 4. klasse ist oder so 😉 und ausserdem peinlich 😉 aber ich kann damit leben.

        streiten ist niemals einfach. und wie du sagst, auch wenn es bloss „ich brauch gerade bisserl luft, wir reden nachher drüber“ würde auch reichen. aber dann eben reden und nicht bei der nächsten frage „warum?“ wieder weg rennen, was dem schweigen so ziemlich nahe kommt.

      2. Als Tochter kann ich Dir sagen – es wird irgendwann besser 🙂

        Das bringt ja auch keinen weiter – aber es ist erstaunlich wie wenig Streitkultur es gibt und wie wenig Leute wirklich kritikfähig sind – ich schließe mich da durchaus mit ein – ich werde auch nicht gerne direkt auf Fehler hingewiesen oder gebe die zu… aber ich habe gelernt genau DAS zu tun und mich wirklich ernstgemeint für Fehler, die ich begangen haben zu entschuldigen… Zumindest, wenn es die Bereitschaft gibt, eine Beziehung jeglicher Art zu retten… ist mir der andere egal geworden, kann der soviel mit mir streiten wollen wie er mag … Da mag ich dann meistens nicht mehr… 🙂

  4. Hm, …. Interessantes Thema, selbst kann ich gut streiten (wirklich Böse), daher sage ich meistens reden wir besser morgen darüber.
    Anders hingegen, kann ich Freunden beim Streiten überhaupt nicht zusehen, dass ist ganz schlimm wenn ich dann nicht aus kann und so als unparteiische dritte Person daneben stehen muss.

    Das Problem ist das wir durch Erlebnisse geprägt werden und diese Muster dann wieder abzulegen oder zu verändern ist immer in sehr schwieriger Prozess. Manche schaffen es und manche verhalten sich ein Leben-lang gleich.

      1. Ich nehme es mal an, dass du an dir arbeiten möchtest denn du willst dich ja wie viele andere auch weiterentwickeln. 🙂
        Vielleicht war es gestern schon zu spät und mein Kommentar viel relativ kurz aus. ^^

        Klar ist es eine Einstellungssache wie man (Situation Streit) reagiert. Wie sagt man aber: *Unser momentanes „Jetzt“ ist nur die Summe aus allem Vergangen in unserem Leben*
        Da sind wir wieder bei den Verhaltensmustern, die wir irgendwann gelernt haben oder uns angelernt worden sind.

        Mein Vater ist auch gerne Choleriker, nicht gegenüber mir persönlich, aber wenn man gemeinsam arbeitet, muss man sich immer alles Mögliche am Telefon anhören. (der letzte und eigentlich einzige Streit mit mir liegt 9 Jahre zurück.). Schweigen bringt diese auf die Palme, zu diskutieren bringt nicht, so ist der beste Weg um die Pale zu fällen, ihm einfach zuzustimmen. ^^

        Meine Mutter hingegen ist die „Diskutiererin“ also wenn die zwei mal streiten, gießt der andere dem anderen immer das Benzin ins Feuer. ^^ Und ich fange ja auch gerne zum diskutieren an (Das ist bei uns das Streiten) und da ich ja Sub bin und immer das Letzte Wort habe, muss ich das dann auch haben. *ggg* Da wirft dann der eine dem anderen die Argumente an den Kopf, bis ich dann doch recht habe und der Streit erledigt ist. Und du kannst mir glauben, dass ist nicht einfach. Da war früher jeder Streit ein wahrer Kampf der Giganten bis ich ihr den „Mutter „Sohn“ Komplex“ (Entstanden dadurch, dass ich als Kind eben Krank war) austreiben konnte oder zumindest auf ein minimales Niveau reduzieren konnte. Das war ein Streit wo ich wirklich böse werden musste, war nicht schön aber notwendig.

        Und das ich nicht gerne eine „Dritte Person“ bei einem Streit bin, lässt sich auf ein Erlebnis zurückführen wo ich 10 (oder so war). Ich war da bei meinem Halbbruder an dem Tag und war so Live dabei wo er mit seiner Partnerin einen „Hefigen“ Streit hatte mit Spucken, Treten, anbrüllen, Haare ziehen und Co. (zum glück wurde niemand verletzt) und ich nur regungs und Hilflos mir das ansehen musste. Die gossen sich auch gegenseitig das Öl ins Feuer.
        Und wenn ich heute in so Situationen komme wo sich dann jemand streitet mit dem man befreundet ist, löst dies noch immer dieses Gespeicherte hilflose Gefühl aus.

        Wie oben gesagt: Wir sind die Summe unsere Vergangenheit. Und einen Streit mit Freunden vermeide ich so gut wie ich es kann, dann da übt mein Sternzeichen zu viel Einfluss aus auf mich und ich werde so böse dabei, dass dort kein Gras mehr wächst oder der Mensch stirbt für mich wenn er mich dann wirklich (Seelisch) verletzt dabei und dieser Existiert dann auch nicht mehr für mich. Daher berufe ich mich immer auf den „Wir reden besser Morgen“ Paragrafen.

        Bei Menschen die mir Wurst sind hingegen, Streite ich sehr gerne mit allen mitteln die die Kriegsführung zu bieten hat. *fg*

        So ^^ jetzt ist das Kommentar auch einem CSR gerecht, 😉 denn so kurze Ausführungen stiften nur Verwirrung. ^^

      2. Danke, lieber CSR, auch für die sehr persönlichen Einblicke…
        Ich stimme Dir ja auf allen Feldern zu – meine Historie besteht halt aus Cholerikern, Totdiskutierern mit Wortimmundumdrehen und Schweigen… Ich glaube, dass ich deswegen immer SEHR darauf bedacht bin, die Gegenseite zu verstehen und auch bereit bin an mir selber zu arbeiten und nicht nur den Zeigefinger auf den Anderen zu richten.
        Mir selber kommt da manchmal mein Skorpion-Wesen (Aufbrausend, hitzig, emotional) ein wenig in die Quere, ebenso wie der verfluchte Hang zur Harmonie… Die letzten Jahre habe ich da meine Familie ein bisschen auf den Kopf gestellt, weil ich mein eigenes Wohlergehen über die Harmonie in der Familie gestellt habe… Das kam und kommt teilweise nicht so gut an… Da man sich aber in meiner Familie (ausser alkoholisiert) keiner direkten Konfrontation stellt, sondern das immer hintenrum macht, geht mir das gerade mal am Allerwertesten vorbei 🙂

      3. ^^ Nichts zu danken, so persönlich können bei mir die Dinge nicht sein, dass ich nicht darüber schreiben würde. 😉

        Es ist sicher schwierig die Kontenance immer zu waren aber manchmal muss der Eigensinn durch, sonst kann man sich nicht weiterentwickeln.
        Und auch wenn das einen „Krach“ bedeutet, dann muss man da durch oder man Gurgt dann noch immer mit 28 bzw. 25, wie 2 Freundinnen von mir herum und keine von beiden besitzt so etwas wie Durchsetzungsvermögen im Bezug auf die eigene Familie (Wenn sie Dominant sind können es bei sehr wohl, aber nicht in Familienleben).

        Gehört eben auch zum Leben, bei manchen funktioniert das Harmonisch und bei manchen eben nicht. Ich gehöre vielleicht zu den wenigen Menschen die ihr Leben (Ohne Rücksicht auf Verluste) wirklich so leben wie sie wollen und auch können (manche übertreiben (hab ich auch in der Familie) es ja auch) und da ist eben das Gebot: „Mein Leben, inklusive dem auf die Fresse fallen“ wem es nicht passt oder damit nicht klar kommt, den brauche ich in meiner eigenen Familie nicht.

        Das sind eben so Themen wo man sehr sehr tief graben kann. ^^ Oh … …. eine Skorpionin 🙂 eigentlich das passendste Sternzeichen für einen Krebs *ggg*

        Ich bin auch ein Harmonie Mensch, aber ich kann auch anders und Stur sein wenn es um mein Leben geht und das verdammt gut, dank meiner Schale. 😀

        Wie sagt man: Freunde und Feinde kann man sich aussuchen, die Verwandschaft leider nicht. Bei der müssen wir eben selber Mittel und Wege suchen, um mit ihnen klar zu kommen.

  5. Schweigen kenn ich in unserer Familie nicht, streiten allerdings auch nicht und wenns gerasselt hatte dann zwischen meinem Vater und mir, allerdings müsste ich um das zu erklären bisserl was aus meiner Vergangenheit erzählen aber das mach ich jetzt nicht.

    Schweigen ist doof, genauso etwas nicht aussprechen oder drüber diskutieren bis man endlich entweder einen Lösungsansatz gefunden hat oder nun weiss warum es nicht funktioniert.

    Wenn mich andere anschweigen oder mir ned sofort antworten wurmt mich das nicht mehr, man wird ja Altersmild, *grins* aber ich selbst geh nach wie vor an die Decke wenn mir Leute etwas unterstellen das nicht de Wahrheit entspricht dann muss das ausdiskutiert werden, und wehe mein gegenüber schweigt mich dann an, dann koch ich innerlich locker 3 Tage bis zu ner Woche und wehe einer sagt dann ein falsches Wort zu mir, *ggg*

    Was Chat angeht, ja doch hab ich früher auch gemacht zu sagen wenn mir was ned passt oder habs mein gegenüber spüren lassen, was mir lustigerweise mehr Freude bereitet als einfach zu gehen ….

    Alles zu beantworten mach ich auch nicht mehr, man wird irgendwann einfach müde, den ganzen Schlonz zum 500-tausendsten mal durchzuleben, und auch wenn man Energie reingesteckt hat am Schluss wieder mit Nichts da zu stehen …

    Heute seh ich vieles anders, es gibt Menschen für die lohnt es sich zu kämpfen und sich mit diesen abzugeben und es gibt Menschen die habens einfach ned verdient ….

    1. Klar, es gibt absolut Unterschiede, bei wem es sich lohnt zu investieren und bei wem nicht… Aber das mit den unfairen Unterstellungen kenn ich, da flipp ich auch regelmäßig aus 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s