Cliché

Cliché

Was machen Frauen gerne nach einer Trennung?
Genau, Haare abschneiden. Totales Cliché – ich weiss! 🙂

Immer wieder überrascht es mich, wie befreiend dieser Prozess ist und wie symbolisch… Warum eigentlich? *g*

Nunja, der Kopf ist leichter und die langen Haare braucht in nächster Zeit eh erstmal keiner.
Gestern abend war dann endlich der Abend des mentalen Abschiednehmens, es wäre unser Date gewesen. Ich habe mir einen Wein eingeschenkt und die Tränen laufen lassen. Auch das ein befreiender Moment. Natürlich gab es die Gedanken an „das hätte jetzt passieren können“ oder „was macht er denn mit seinem freien Abend“, aber alles in allem waren das wirklich kurze Momente. Ich habe mich an die schönen Dinge erinnert, an die ganzen Fortschritte und Erkenntnisse, die ich in den letzten Monaten machen konnte. Und der Grundgedanke bleibt, ich bin ihm wirklich dankbar, dass ich das alles erleben durfte. Nebenbei habe ich mich sehr viel mit zwei Doms unterhalten, die schon die ganze Zeit an meiner Seite sind, die auch beide Optionen werden können, wenn ich denn dann soweit bin.

Ich denke viel über das kommende Gespräch nach, ich möchte es auf keinen Fall in einen Vorwurfsschwall ausarten lassen, vielmehr hoffe ich darauf, dass es so wird, wie wir auch sein konnten – Dem Anderen die Welt und die Sichtweise der anderen Seite klarmachen.

Ich erschrecke manchmal selber, wie sehr ich schon wieder im Alltag angekommen bin, ab und an schaue ich auf mein Handy und denke mir „Da war doch was? Was hast Du sonst so damit gemacht?“ und dann fällt es mir wieder ein und für einen kurzen Moment denke ich „Schade“. Der Moment geht aber, auch das ist überraschend für mich, ruckizucki wieder weg.

Die Angst, dass es für mich nicht weitergehen könnte, ist absolut unbegründet – ich habe einen vollen Posteingang, nachdem ich mich als verfügbar zurückgemeldet habe, habe ich bereits einige Anfragen. Ich werde mir, keine Sorge, an dieser Stelle Zeit lassen. Aber es war wichtig für mein Ego zu wissen, dass mich Männer wollen.

So, heute bin ich zuhause, werde mich meinen Profilen widmen, dann spazieren gehen und einfach bei mir sein. ICH bin die Hauptperson. Und mir muss es gutgehen. Das habe ich sicher die letzten Monate gerne mal verdrängt und mich an der ein oder anderen Stelle sicher auch verbogen, wo ich mich nicht hätte verbiegen sollen. Nie nach Aufforderung oder unter Zwang, sondern weil ich gefallen und passen wollte. Das ist aber nicht zu erzwingen.

Das Wochenende werde ich mit schönen Momenten füllen, davon stehen ein paar an, Montag treffe ich meine beste Freundin, da werden dann hoffentlich zum letzten Mal die Tränen kullern und dann ist auch gut. Und damit wird dies dann auch der letzte „Leidenseintrag“ sein, ich will Euch ja nicht langweilen… 🙂

Wo hatte ich meine Abenteuerstiefel nochmal hingepackt? Ich tausche die wieder für meine Highheels ein…

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,

Lila

26 Gedanken zu “Cliché

  1. ich mag den tenor deines beitrags. er vermittelt sich ausbreitende innere ruhe und das ist doch die beste voraussetzung für einen aufbruch zu neuen ufern. dass frauen sich nach einer trennung die haare schneiden lassen, war mir als klischee total neu, aber vielleicht kann ich daraus ja schlussfolgerungen aus beobachtetem verhalten ziehen……schaunmermal……have fun&enjoy

    1. Hallo Schaum,

      Hmm, ich kenn‘ das nicht nur von mir (ich mache das IMMER bei hmm Neuanfängen *g*), aber nicht, dass Du jetzt bei Frauen nach dem Frisörbesuch sofort eine Trennung vermutest *g*
      Und danke für Deinen Kommentar zum Tenor, genau das hatte ich beabsichtigt – die Ruhe und der Aufbruch.

      Danke für Deinen Kommentar,
      Lila

  2. Haare abschneiden, habe etwas mit Entsexualisierung zu tun, hat mal wer gesagt. 😉 Das muss ein Mann gewesen sein 😀 Komisch nur, die haben doch alle kurze Haare … 😀 😀 😀

    1. Haha, stimmt!
      Naja, die Haare sind zwischen Kinn und Schulter *g* Aber eben nicht mehr bis unters Schulterblatt.

      Ich glaube ja tatsächlich, dass es eine Form des Ballast-Abwerfens ist, des nach Aussen signalisieren „Hey, ich habe mich verändert“ und für die eigenen Augen auf einmal ein „anderer Mensch“ im Spiegel. Und es ist eine der einfachsten Aktionen – viele andere Dinge, die Veränderung bedeuten brauchen Zeit, bis man sie sieht… Haare abschneiden ist eine Sache von 20 Minuten 🙂

      Hmmmm, was machen denn Männer dann so bei Trennung? Ich glaube,wenn sie soweit sind, dass der Herzschmerz vorbei ist, fangen sie auch an, wieder auf sich zu achten…. Kleiden sich anders? Gehen zum Frisör? Ins Fitness-Studio? Rasieren sich? Was sagen denn die Männer dazu… Sir Alec?? 😉

      1. Diese „Tradition“ stammt aus uralter Zeit. Ich selbst kann damit nichts anfangen. Trauer, Ängste etc. belasten mich nicht so stark, wie andere Menschen. Am Ende einer Beziehung – die ich ja immer beendet habe -, bin ich eben meinen Weg gegangen. Und das mit langen Haaren. Was sollte ich auch mit einem Bubikopf? 😀 Steht mir nicht. Und meiner Frau auch nicht.

        Klar, zum Ballast abwerfen, ist ein Verlust der Haarpracht natürlich gut. Eine Freundin von mir hat sich vor Jahren mal eine Glatze rasiert. Aus Wut, Trauer und purer Verzweiflung, weil ihre Liebste sie im Streit verlassen hat und ihre langen Haare immer mochte. Du glaubst nicht, wie schnell die wieder Frieden suchte und wie sehr sie sich um ihre Süße kümmerte. Das war damals wirklich eine witzige Sache.

        Einigen Frauen stehen kurze Haare! Wobei ich da nie der große Fan war. Meine hat auch längere Haare. Und das finde ich gut 🙂
        LG

      2. Das die Männer wieder mehr auf sich achten ist tatsächlich so. Es scheint mir allerdings mehr so ein Marktwert steigern als Antrieb zu sein als das sie sich um sich selbst kümmern. Ich kann mich an keinen Friseur Besuch eines Freundes nach einer Trennung erinnern.

        Ich hatte das Thema vor einem halben Jahr einmal mit einer Friseurin besprochen. Sie meinte, dass an dem Cliché schon einiges dran ist. Sie sagte aber auch, dass einige Frauen sich Extensions machen lassen und die Farbe wechseln.

      3. Nja, die Farbe variiert bei mir ja eh – unabhängig von einem Mann *grins*
        Marktwert steigern… hmm ja, ich glaube das ist tatächlich eher so ein Männerding… Ich glaube nicht,dass meine Frisur meinen Marktwert verändert… *g*

      4. Das würde ich nicht unterschätzen. Wenn Du Dich mit Deiner Frisur wohl fühlst, dann strahlst Du dieses Gefühl auch aus. Und diese Ausstrahlung wirkt sehr wertsteigernd. Geht leider auch in die andere Richtung. Wenn der Friseur nach Meinung der Frau Mist gebaut hat, dann war es das mit der Ausstrahlung.

      5. Okay, so meinte ich das natürlich auch. Also NUR meine Frisur steigert oder senkt den Marktwert nicht,aber wie ich mich damit fühle natürlich schon. Ich denke, dass darum das Cliché eben so ist, wie es ist und warum sowas oft nach einschneidenden Erlebnissen passiert. *g*

  3. Hmm, nach Trennungen hab ich vieles gemacht aber sicher ned meine Haare abgeschnitten, denn bis die mal wieder lang sind des dauert ja immer so schrecklich….ich glaube mich zu erinnern das ich dann nicht mehr zum Friseur bin weil ich das „schöne Haare“ haben wollen, nicht mehr als interessant empfand, hab ich dann aber wieder wen kennen gelernt der als Dom schon was getaugt hat, dann bin ich wieder zum Friseur um danach zu glänzen „ich hab die Haare schön“ aber wegen ner Trennung die Haare abschneiden? gehts noch? 😉

      1. okay bei 5 cm im monat würd ich mir die auch abschneiden lassen, aber ich lieg leider im Durchschnitt von bisserl über 10 mm pro Monat….. da tun dann 30 cm weniger ganz massiv weh *g*

      2. Das kann ich nachvollziehen. 🙂
        Ich muss eigentlich alle 4 Wochen zum Frisör, sonst nervt es… Und dann mache ich die auch nur noch zusammen, weil es zu schwer ist… 🙂
        Meine sind jetzt ein bisschen länger als Deine 🙂

      3. und meine sind echt ned lang, die länge die ich davor hatte war schon recht lang, aber okay habs mir ja auch kürzen lassen weil ichs selber anders haben wollte, und zum friseur sollt ich auch mal wieder meine brauchen mal wieder farbe und nen schönen schnitt und viel pflege und meine kopfhaut vermisst die kopfmassage und meine seele vermisst das kribbeln am rücken und das schnurren beim Kopf massiert bekommen *ggg* aber des kommt erst in Frage wenn ich aus dem KH wieder raus komm *g*

  4. Liebe Frau Lila, auch ich bin erleichtert, Aufbruchstimmung aus Ihrem Eintrag zu erlesen. Und gebe Ihnen zu Ihren Abenteuerstiefeln einen Leatherman hinzu, dann sind Sie bestens gerüstet. Erfreut hat mich auch die Aussage, daß Sie sich nicht ganz kurzschoren, sondern noch etwas Haarpracht am lila’schen Kopfe ließen. Herzlichst, Käthe

    1. Dankeschön, liebe Frau Käthe.
      Den Leatherman kann ich sehr gut gebrauchen für die Abenteuer,die mir bevorstehen… 🙂

      GANZ kurzgeschoren habe ich erst einmal in meinem Leben gemacht, da gab es wirklich einen riesen Einschnitt in mein Leben und eine heftige Rebellionsphase. Stiernacken ist alles, was mir von der Zeit im Gedächnis geblieben ist… Ich bin dann doch mehr für Weiblichkeit *g*

      1. Ich legte selbst bei größtem Kummer nie Hand an mich selber. Meistens haue ich irgendwas entzwei. Aber so hat halt jeder seine Strategie. Weiblichkeit fetzt übrigens ungemein. Genau wie Männlichkeit.

    1. Hehe, das ist tatsächlich was, was mir eh schon im Kopf rumgeschwirrt ist… Allerdings muss ich erstmal bis Ende März den Stress im Büro überleben, dann bin ich wieder Herr…äh ne, Frau meines eigenen Terminkalenders… Aber freut mich, dass Du nichts dagegen hättest *grins*

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