Masochismus

Masochismus

Nein, H. hat den Termin nicht direkt verschoben, er hat nur noch einen Anschlusstermin, der sich nicht verschieben lässt – ja, ich weiss, was es ist und ja, es ist verständlich, dass er den wahrnehmen muss. Aber unter Zeitdruck möchte ich das Gespräch nicht führen…

Berechtigt ist die Frage, warum es mir so wichtig ist, dieses Gespräch überhaupt zu führen.

Zum Einen, weil ich wirklich gerne einmal in meinem Leben eine Beziehung ordentlich beenden möchte. Nicht jahrelang im Geiste denken „ach, hättest Du mal das gesagt“ oder „Das wäre ich aber gerne noch losgeworden“ … Nicht diesen Knoten im Magen haben, dass etwas unverarbeitet da drin rumliegt und nicht verdaut werden kann. Einmal im Gesicht des Anderen den Verlust sehen, vielleicht einmal ein „Es tut mir leid“ hören….

Und zum Anderen, weil ich hoffe, dass es ihm hilft … Ich kann von ihm nichts mehr für mein persönliches Weiterkommen oder meine sub-Weiterentwicklung lernen, ich glaube aber, dass er für zukünftige subs noch einiges von mir mitnehmen kann. Weil ich vieles einfach nicht gesagt habe, als es akut gewesen wäre…. weil ich es, aus Angst, dass es den Casual-Rahmen gesprengt hätte, runtergeschluckt habe…. weil ich die Hoffnung habe, dass er es bei der Nächsten besser macht oder weiss, dass er sich jemand wie mich, besser nicht ins Bett holt.

Bescheuert, oder? Vielleicht! Aber so bin ich – ich hoffe immernoch, dass wir im Guten auseinandergehen und zumindest unsere Freundschaft erhalten können. Mittlerweile hoffe ich nicht mehr, dass wir nochmal Spielpartner werden, die Erkenntnis habe ich mittlerweile, wir passen nicht mehr… Meine Ansprüche haben sich geändert. Ich würde mir wünschen, dass er die Tragweite eines subdrops versteht, dass er anfängt sich damit zu beschäftigen … oder im Rückschluss den zukünftigen Spielparterinnen klarer sagen kann, worauf sie sich bei ihm einstellen können. Dann hätte dieses ganze Drama wenigstens einen Sinn gehabt.

Ich habe meinen Freundinnen versprochen heute mit Yoga anzufangen, dem werde ich dann mal an diesem freien Abend nachkommen.

42 Gedanken zu “Masochismus

    1. DAMALS in London habe ich das ja bereits mal erfolgreich gemacht… Und es soll als sub ja auch hilfreich sein beweglich und flexibel zu bleiben… Es hat also 2 Motivationsfaktoren… Pilates stünde als Alternative auch noch zur Verfügung… Mal sehen! Momentan ist mir mehr nach eine Runde mit dem Boxsack… 😉

      1. Das vermisse ich sehr, ich war in London im Gymbox, die hatten richtiges Boxtraining, wer wollte sogar mit Sparringpartner (wollte ich nicht, ich hatte schon Schwierigkeiten meiner Trainerin auf die Pratzen zu hauen hehe)… Aber in meiner jetzigen Heimat gibt es für Frauen nicht viel mit Boxen und mit Männern muss echt nicht sein *grins*

        Naja aber immer trainiere ich IRGENDETWAS beim Pilates… und ich näher mich ja auch den 40 – schadet also nix, etwas für das Powerhouse zu tun… Und alles, was Aggros abbaut – sei es durch Boxen oder Entspannung – ist Willkommen *grins*

      2. Es gibt doch bei Dir auch After Work Boxen. Da sind bestimmt auch viele Frauen dabei. Und bei Pratzen ist es doch wirklich egal, ob sie ein Mann oder eine Frau hält.

      3. Ist garnicht so einfach, After Work Boxen zu finden… Du stellst Dir das so einfach vor! Neee, bei männlichen Pratzenhaltern haue ich per se fester zu *grins*

      4. Das ist doch gut für alle Beteiligten. Gibt es nicht in der Verlängerung der Hochstraße (östlich vom Eschenheimer Turm) einen Boxclub, wo auch „normale“ Menschen hin gehen?

      5. Den gibts nicht mehr… 😦 Turmkino ist zu, das Gebäude dahinter bereits abgerissen 😦

        Aber das wäre auch nicht so meine Zielgruppe, dafür habe ich zuviel Fett und zuwenig Muckis *g*

      6. Wenn man so einige Geschichten liest, nicht in Deinem Blog, dann gibt es durchaus Fälle, wo Deine Vorstellung von Stellung und Savasana gar nicht so weit auseinander liegt.

      7. Jetzt kann ich mich über meinen eigenen Scherz kaputt lachen. Also, wenn Du heute zum Yoga gehst, dann denk einfach an mich, wenn die Totenstellung kommt.

      8. Du warst wirklich noch nie beim Yoga, oder? Erzähl Deinen Freundinnen die Geschichte, die können das bestimmt nachvollziehen. Du wahrscheinlich auch nach Deiner ersten Stunde

      9. Na, wenn mich da keiner aufweckt, wenn ich einschlafe? Könnte das schon passieren…. Können Sie dann bitte einen Nachruf auf diesem Blog schreiben, werter Sir? Das wäre mir sehr recht *grins*

      10. Es wäre mir eine Ehre.
        Ohne zu wissen wie lange bei euch die Savasanas sind gehe ich allerdings nicht davon aus, dass die Gefahr allzu groß ist.

      11. Ich weiss ja, wofür ich es mache und Gruppenzwang – och nö 🙂 Das habe ich beim HipHop schon… Yoga möchte ich dann machen, wenn mir danach ist und nicht wenn die Gruppe ruft *grins*

  1. kann durch aus nachvollziehen, was du mit

    „Nicht diesen Knoten im Magen haben, dass etwas unverarbeitet da drin rumliegt und nicht verdaut werden kann. Einmal im Gesicht des Anderen den Verlust sehen, vielleicht einmal ein “Es tut mir leid” hören….“/Zitatende

    meinst. ich hab das ganze letzte jahr auf eine aussprache gewartet. mitlererweile hab ich die hoffnung darauf einfach begraben, samt dem menschen, der sich mit einem haufen beschuldigungen auf meinen kopf geschüttet und sich einfach so verkrümmelt hatte.

    1. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, ich wusste es bis vor kurzem nicht, aber ich kann an der Stelle sehr duldsam sein… Ich glaube allerdings, dass mein reales Umfeld irgendwann ein Veto einlegt… Aber ich würde mir wirklich wünschen, dass er den Mut und das Rückgrat hat… weil das sonst nicht zu dem Bild passt, dass ich von ihm habe – und das wäre schade….

      1. ich hoffe für dich, dass es euch gelingt, euch auszusprechen.

        mein bild ist im laufe dieses warte-jahres auseinader gebröckelt. ich denke immer wieder „wie kann man sich so in einem menschen täuschen? war ich total blind all die jahre? oder hat er so einen drastischen dachschaden abbekommen, dass er sich um 360grad umgedreht hat?“ und meine geduld brauche ich derzeit an einer anderen stelle 😉

      2. Danke, hoffe ich auch *g*

        Nja, mir ist ja schon klar, dass im Strudel der Emotionen eine Mensch verklärt gesehen wird. Das ist mir schon klar, aber ich möchte gerne glauben, dass ich den Kern richtig erkannt habe *g*

        Ich hätte gerne meine Tränen wieder unter Kontrolle, vorallem nachts, ich bin ewig nicht nachts weinend aufgewacht und weiss dann im ersten Moment nicht mal warum… Meinen Kopf hätte ich auch gerne wieder und ich würde auch gerne aufhören mich im Kopf mit ihm zu streiten… Das kann ich leider grandios … Soweit, dass ich hyperventiliere… Daher die Veto-Ansagen meines Freundeskreises *grins*

  2. Hallo Lila,

    Aussprachen sind doch nicht bescheuert, sie sind eher eine Rarität in der heutigen Zeit und dazu sind auch nur sehr wenige Menschen mehr fähig. Es wird ja meistens nur nach dem Prinzip „Hinter mir die Sintflut“ gehandelt wenn etwas zerbricht oder nicht mehr Funktioniert.

    Ich finde das zeigt verdammt viel Charakter wenn man dazu fähig ist, egal wie es dann danach ausgeht. =)

    1. Deswegen hoffe ich ja, dass allen Unkrufen zum Trotz dieses Gespräch stattfinden wird und keiner von uns einen Rückzieher macht.
      Das bescheuert bezog sich eher darauf, dass der Ein oder Andere vielleicht sagen kann, dass ich endlich der Realität ins Auge schaue, dass ich weiterhin ans Gute im Menschen, in ihm, glaube…

      1. Wünsche dir viel Glück das ihr es beide zu dem Treffen dann schafft.

        Aber der Realität siehst du doch schon ins Auge, alleine deswegen, weil du dich aussprechen möchtest mit ihm. Du willst nur wirklich Bestätigung haben, dass er ein guter Mensch ist und sich oder eher dir eingesteht vielleicht doch noch lern-bedarf in gewissen Dingen zu haben. Damit andere nicht in der selben Sackgasse enden, so kam es mir zumindest vor wie ich den Beitrag gelesen habe.

        Und da das Gute zu glauben ist auch nicht verkehrt, in vielen Menschen gibt es das noch und bei den anderen fliegt man halt aufs Goscherl und rappelt sich wieder auf. So ist leider das leben.

      2. Schaffen werden wir es wohl, mittlerweile bin ich nicht mehr so optimistisch, wie es ablaufen wird… Nunja, man wird sehen.
        Mein Ziel ist weiterhin, dass wir uns am Ende freunschaftlich verabschieden und den Anderen zumindest besser versteht, auch wenn man anderer Meinung ist.

        Ja, das mit dem Aufrappeln fällt momentan einfach sehr, sehr schwer….

  3. Immer diese Neigungen der Subs, irgendwie doch noch mal die Hierarchie umzudrehen, den Dom zu belehren oder Kontrolle auszuüben, ich finde das öde. Wenn man schon auf SM steht, dann sollte man genau diese Impulse im Griff haben. Wenn du möchtest, dass das Gespräch interessant abläuft, wäre es meiner bescheidenen Meinung nach produktiver, wenn du nur bei dir bleibst und deine Gefühle beschreibst, die jetzt letztlich zum Ende eurer Treffen geführt haben. Das Fazit muss der Herr dann schon selbst ziehen.

    1. *g* Kampf- und Wunschzettelsubbie halt, watt willste machen? Zumal ich ja durchaus eine dominante Seite habe, auch wenn ich die gerade noch nicht auslebe, aber die Weichen sind gestellt und die ersten weiblichen subs im Gespräch.

      Aber Du hast natürlich recht und so plane ich auch das Gespräch, sofern man sowas planen kann. Da ich aber weiss, wie wichtig es H. immer war zu lernen und zu wissen und zu verstehen und sich selber zu verbessern, was dann eben zu einigen unserer Kommunikationsproblemen geführt hat, weil diese absolute Transparenz per Email scheisse ist, gehe ich davon aus, dass er „etwas“ aus dem Gespräch mitnehmen wird… Was das ist und ob er das für sich anwende, das bleibt ihm überlassen. Aber ich würde mich sehr in ihm täuschen, wenn von dem, was ich zu sagen habe, nichts bei ihm ankommt. Das Gespräch wird nicht im Tenor „Du hast aber….“ sondern „Ich habe das so empfunden“ ablaufen… 🙂

      1. Dann hab ich nichts zu meckern und bin gespannt auf deinen Bericht. 🙂
        Und E-Mails führen sehr oft zu Missverständnissen, in angespannten Situationen sollte man sich das Schreiben verkneifen und dem Sprechen den Vorzug geben. Das hab ich selbst schon mannigfach erfahren dürfen.

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