SM-Coach

SM-Coach

Hmm, ich glaube, ich sollte das als Hobby oder Zweit-Beruf vielleicht wirklich in Betracht ziehen.

Neben dem Neu-Dom, mit dem ich demnächst Anfange praktische Erfahrungen zu sammeln bzw. er mit mir, habe ich nun eine weitere Dame in meinem Dunstkreis, wo ich aktive SM-Hilfe leiste. Ironischerweise ist es eine sub von H., was es relativ erschreckend für mich macht, weil ich H. für einen guten Lehrer halte und milde erstaunt bin, was bei ihr alles noch nicht sitzt, obwohl sie schon länger als ich aktiv ist, vielleicht ein Jahr länger.

Ich weiss nicht, aber ich finde es unheimlich wichtig schriftlich festzuhalten, was meine Limits sind – Softlimits, Hardlimits … Diese Listen sollte ich, finde ich, im Rahmen eine längeren Beziehung auch regelmäßig justieren – auch dies – schriftlich. Nur mit meinem Partner darüber zu sprechen, halte ich für nicht ausreichend… Warum? Schamgrenzen? Reaktion des Gegenüber? Eine eventuelle Beeinflussung?

Plus, mein Partner kann sich die in Ruhe durchlesen, mir dazu Fragen stellen und sich seine Gedanken machen… Auch ohne meinen Gesichtsausdruck interpretieren zu müssen, auf meine Gefühle Rücksicht nehmen zu müssen, er kann laut lachen oder fluchen… Das bekomme ich alles nicht mit.

Ich kann ihn jederzeit darauf hinweisen, dass das und das Limit besteht, er kann es nicht abstreiten, weil es schwarz auf weiss vorliegt… Man kommt niemals in eine „Das habe ich SO nicht verstanden“ oder „Das hast Du aber nicht gesagt“….

Keine Limitlisten zu haben halte ich für absolut unverantwortlich – nicht nur mir gegenüber sondern auch meinem Partner gegenüber. Solange wir nicht vereinbart ohne Limits spielen, muss er fairerweise wissen, wo kleine Tretminen versteckt sind… in meinem eigenen Interesse – im Zweifelsfall leide ich, nicht er…

Ich kann nur bedingt verstehen, dass man seine Limits nicht kennt… Ich muss doch wissen, was mich anmacht und was nicht… Wo hört für mich der Spass auf? Wann sind meine Grenzen erreicht? Wann ist es kein Spiel mehr sondern bitterer Ernst? Vielleicht sehe ich das durch meine subdrop-Vergangenheit etwas streng, aber ich bin da durchgegangen … ich habe es laufen lassen, ohne auf mich und mein Bauchgefühl zu hören… Ich hätte an einem Punkt X meine Limits und Wünsche evaluieren sollen und neu kommunzieren sollen…

In diesem Fall bin ich die potentiell dominante Person… Ich werde nicht mit jemand spielen, der mir keine konkrete Limit- und Wunschliste vorlegen kann… Das ist mir zu gefährlich… Das ist nicht die Art von „Kick“, die ich spielen möchte…

Das ist zumindest meine Meinung … das ganze Feld, was BDSM/Ds-Spiele und Dynamiken mit der Psyche anstellen, sehe ich mittlerweile mit sehr viel Respekt… Als sub gebe ich vorallem meine Seele in Hände des Dom, den Körper kann ich recht einfach kontrollieren und beschützen, die Seele ist schwieriger und vorallem sehr viel zerbrechlicher. Als Domme möchte ich genau diese schützen… Die sub macht mir ein Riesengeschenk, das mindeste, was ich tun kann, ist sie zu wertschätzen und zu beschützen.

Meine Meinung, aber vielleicht sehe ich das auch zu subjektiv… ?

16 Gedanken zu “SM-Coach

  1. wie kommt die sub von H zu dir? und was erwartet sie bei / von dir? für mich fühlt sich das vollkommen ungesund an und hat so einen kalten hauch von eifersucht gemischt mit düsterem nebel von psychomachtspielchen aus einer sehr, sehr finsteren ecke.

    das mit der grenzenliste halte ich für eine gute idee. hört sich zwar sehr bürokratisch an aber offenbar brauchst du das für deine seelische sicherheit. ich persönlich finde ja, dass der dom seine sub genau beobachten, und kennen lernen muss. das ausloten von grenzen und das übertreten derselben macht für mich den reiz aus. wenn eine sub mir sagt, das will ich, das brauch ich und das ist gaga, ist sie zwar auf der sicheren seite aber für mich kein dominantes vergnügen mehr…. *GRUEBELUEBERLEG*

    1. Das ist die sub, mit der damals der 3er stattfinden sollte. Erwarten… hmm mehrere Dinge… Zum Einen glaube ich einfach eine Ansprechpartnerin im BDSM-Bereich, da scheint sie nicht viele Leute zu haben, mit denen sie über sowas reden kann. Dann glaube ich hat sie Interesse an einer sexuellen Beziehung…. Und da bin ich ja auch nicht abgeneigt, zumal sie es mir gestatten würde, meine dominante Seite auszuleben.
      Eifersucht ist bei uns beiden kein Thema… Da sind andere subs von H durchaus mehr ein stechender Dorn ….

      Aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, dass alleiniges „Beobachten“ nicht reicht. Ich z.B. habe keine wirkliche Schmerzgrenze bei der ich safeworden würde… Daher könntest Du beobachten, aber Du würdeste vielleicht nichts feststellen… Und hinterher würde ich droppen, weils vielleicht doch zuviel war. Nach den wirklich vielen Drops in sehr kurzer Zeit habe ich gelernt, dass ich den Männern klarer sagen muss, was geht und was nicht und wieviel gut und wieviel zuviel ist – zumindest am Anfang. Es gibt unterschiedliche Listen für unterschiedliche Beziehungs-Stadien und -Formen. Jemand, den ich nur einmal zum Spielen treffe, werde ich eher nicht sagen, dass er Blut ritzen kann oder mich in eine Hängeposition bringen kann… Der Kick sollte doch für den Dom darin bestehen, innerhalb der mir festgesetzten Grenzen seine Fantasien ausleben zu können. Keine Ahnung, was Du für eine Art Dom bist, aber ich bin ja tendenziell „nur“ Maso … Also mit mir finden keine Erziehungs- udn Sklavenspielchen statt. D.h. die Grenzen, die ich setze, sind „lebenswichtig“ und basieren viel auf emotionalen Triggern der negativen Art. Wenn Dom nicht mein Mono-Premium-Dom ist, dann kann ich gewisse Verhaltensweisen seinerseits was aftercare etc pp angeht, nicht zwingend erwarten… Also muss ich für mich aufpassen, dass es mir auch nach dem Spiel noch gutgeht.
      Und andersrum möchte ich nicht die Verantwortung dafür haben, dass ich eine sub in den Drop geschickt habe, weil ich mich nicht genug mit ihr, ihren Wünschen, Limits und sowas auseinandergesetzt habe.
      Wie gesagt: Ich spreche hier immer von der Poly-Casual-Ds-Beziehung… Wie das aussieht, wenn ich mal eine Mono-Beziehung eingehen sollte, werde ich Dir dann mitteilen können. 🙂

  2. Das sehe ich auch so – erst wenn man lange als Paar zusammen spielt und vielleicht bewusst gemeinsam Grenzen verschiebt, kann sich diese Notwendigkeit ändern. Für’s erste finde ich den bdsmcode gar nicht so übel, da sind ein paar Sachen drin, an die man vielleicht nicht gleich denkt, die aber trotzdem wichtig zu wissen sind. Dann muss man die entsprechenden „brisanten“ aber definitiv noch detailliert besprechen, zu viel Interpretationsspielraum kann weh tun.
    Du wirst bestimmt ganz toll sein als Top, liebe Lila. Viel Spaß wünsche ich dir

    1. Hallo Lisa,

      Den Code habe ich auch ausgefüllt, ebenso wie die Limitliste gibt es das für verschiedene Beziehungs-Stadien. Ich sehe das genauso wie Du… Die Vertrauensbasis muss gemeinsam erarbeitet werden, es muss zusammen ausgetestet werden,wie das Grenzeverschieben so funktioniert… Was passiert danach mit beiden Partnern? Und wenn man eine solide Basis hat, dann braucht man sicher keine schriftlichen Limitlisten mehr.
      Ich habe ausserdem festgestellt, dass im Gespräch eben NICHT alle Limits oder Wünsche angesprochen werden… Aus Schamgefühl oder aus Angst, dass der Andere einen dann skurril oder komisch findet…
      Und dankeschön, ich freue mich schon drauf 🙂

  3. Ich spiele auch ohne wirkliche Liste. Bisher wollte ich mich auch nicht hinsetzen und aufschreiben, was da alles dazu gehört. Zum einen habe ich einfach gespielt und mich nicht so viel damit auseinandergesetzt. Ich hab mich nicht hingesetzt und recherchiert, was man denn alles spielen kann und wie das heißt. Meine Liste wäre eh nicht vollständig, dafür fehlt mir vermutlich auch die Fantasie. Kann sein, dass ich das beim nächste Mann ganz anders sehe.. Aber für jetzt passt das so, ohne Liste..
    Aber ich spiele auch nicht so heftig wie du 🙂

    1. Wie schon bei Gerald geschrieben: Da ich doch sehr extrem auf der Maso-Linie unterwegs bin und diese Aussage bei Männern gerne ein totales „TILT“ verursacht und die dann sofort davon ausgehen können, dass ich mit blutigen Striemen etc.pp. nach Hause gehen muss, musste ich zwangsweise Listen anlegen. H. hatte eigentlich keine Limits… leider ist das dann für mich nicht immer gut ausgegangen… Was nicht seine Schuld war, aber es gibt eben Grenzen, die nicht zwingend „sichtbar“ oder bemerkbar sind.

      Ich bin ja bei Dingen, die mich begeistern, immer so, dass ich dann ganz viel drüber wissen will. Daher habe ich viel gelesen… Ich weiss, was ich alles noch ausprobieren will und weiss, was ich definitiv nicht ausprobieren will (Jede Art von Wassertorture z.B. – geht garnicht!). Daher – für mich aufgrund der etwas extremeren Spielarten – durchaus zwingend solche Listen parat zu haben.

      Heisst ja nicht, dass ich Dinge, die da drauf stehen, NIE probieren würde, aber sich nicht mit jemand, den ich nicht gut genug kenne. 🙂

  4. Die Lesbologin muss auch sagen, ich halte diese Triade für keine gute Idee. Geh Kontakten von H besser aus dem Weg. Es könnte doch sonst verletzend sein – für dich und andere.

  5. Sehe ich genauso wie du. Ich hatte immer niedergeschriebene Listen und empfand sie selbst als sehr wichtig – sie haben mir es auch erst gestattet, mich so richtig fallen zu lassen, da ich wusste, es wird zumindest von dem was ich aufgeschrieben habe nichts passieren. Aufgehoben hab ich sie erst als ich mit Melli angefangen habe, da ich durch unsere langjährige Freundschaft und unsere vielen intensiven und offene Unterhaltungen wusste wie sie tickt und sie wie ich ticke – und sie meine Limits und NoGos kennt und damit auch wenn sie nicht mehr gelten sehr sehr vorsichtig um geht.

  6. Liebe Lilasumpf! Vorweg möchte ich dir sagen, dass ich schon länger deine Beiträge spannend verfolge. Sie gefallen mir gut, sind informativ, zeigen viel Authentisches und vor allem animiert es weiter dazu, immer wieder nachzulesen. Zu diesem Beitrag – ich finde eine Liste, sei es Tabus oder Grenzen betreffend als eine absolute und unumgängliche Wichtigkeit. Egal in welche Richtung das Naturell hintendiert; es dient dem alleinigen Schutz, ebenso auch als praktischen und psychologischen Leitfaden für den Top – damit er wissen kann, was verschoben werden und neu abgesteckt werden könnte und was keinesfalls gegeben sein darf. Der Leitfaden kann sehr hilfreich sein, schon alleinig darum – wo Top ansetzen kann, wo es ausgebaut werden könnte, wo eventuell die „Schwachstellen“ stehen, um als dominanter Part konstruktiv darauf eingehen zu können und Hilfestellung zu geben. Genauso eben, dass Tabus akzeptiert werden. Es ist schlussendlich ein Spiel – eine Lebensform, die auf der Psyche beruht; daher ist das Spiel – im Grunde genommen kein Spiel und zeigt doch – wie behutsam damit umgegangen werden muss. Daher ist eine Liste absolute von Nöten. Egal wie sehr man der Überzeugung und dem Wissen ist, dass Gegenüber gut oder gar (auswendig) zu kennen; schlussendlich geht es hier um die Verantwortung.
    Liebe Grüße an dich
    Katharina

    1. Hallo Katharina und herzlich Willkommen unter den Kommentatoren.
      Ich sehe das genauso, man kann sicher in einer langfristigen Beziehung irgendwann auf sowas Verzichten aber im eigenen Interesse möchte ich solche Listen haben 😉
      Ist ja schließlich mein Leben und davon habe ich nur eines *g* und wenn ich toppe will ich ja nun auch gerne grob wissen, wo ich mich bewegen kann … 🙂

      Danke für Deinen Kommentar 🙂

  7. Ich denke die Liste ist wichtig. Es geht hierbei jedoch weniger um den Aspekt der Grenzsetzung, sondern mehr um den Aspekt sich selber klar zu werden, was man eigentlich erleben und was man nicht erleben will.

    Ansonsten darf man die Liste nicht überbewerten. Denn ich hatte mal eine vierseitige Liste vorgesetzt bekommen. Also wer glaubt, dass ich irgendwann später mich noch daran erinnere, was auf Seite 2 oben oder Seite 3 unten stand, den muss ich enttäuschen.

    Zu sehen ist auch, dass die Liste einen Anhaltspunkt für das Spiel gibt. Es gibt schließlich nichts Schlimmeres, als diejenigen, die sagen, du kannst mit mir machen was du willst. Insofern, wie Frl. Sumpf schon ausführte, ist die Liste ein praktischer und psychologischer Leitfaden für den Top, innerhalb dessen er spielt und agiert. Insofern ist sie wichtig.

    1. Lieber Herr Waldstern,
      Meine Liste ist nicht mal eine Din A4-Seite lang… Kurz, knapp, übersichtlich! Mit allen Warnhinweisen, die ich zum Zeitpunkt des Erstellens geben kann…

      Was ich mir echt wünschen würde, wäre eine Liste von den Doms zu erhalten, in welchen Techniken sie bereits praktische Erfahrung habe… Was ich da in letzter Zeit alles gehört und teilweise an mir selber erfahren habe, wo jemand behauptet hat, er könne das … Gruselig… 😉

    2. Eine Person übergibt mir ein persönliches Dokument mit für sie wichtigen Informationen.

      Erm … Ja, ich sollte ‚irgendwann später mich‘ daran erinnern, was ‚auf Seite 2 oben oder Seite 3 unten‘ steht.

      Diese Aussage ist ein wenig daneben. Der Rest der Antwort passt

  8. Dein Verlangen ist selbstverständlich und in Ordnung. Üblicherweise wird gefragt und üblicherweise beantwortet man die gestellten Fragen. Insofern, ich würde halt einfach die gewünschte Liste abfragen.

    Ich finde Listen insofern sinnvoll, dass sie einen zwingen, sich über sich selber Gedanken zu machen, sich Gedanken zu machen, was man will und was man kann.

    Ein anderer Punkt ist sicherlich, dass man nicht alles mit allen machen möchte. Insbesondere, bei den Switchern passiert es, dass sich bei manchen Gesprächspartnern beim persönlichen Gegenüber der Spielwunsch um 180° dreht.

    Ich finde ich es jedenfalls völlig in Ordnung, wenn du nicht nur die Wünsche und Erwartungen, sondern auch die Erfahrungen und das Repertoire deines Gegenübers abfragst.

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