Dunkelheit

Dunkelheit

Aufgrund eines flirtigen Chats mit R. und dem Spielen mit Ideen für Szenarien kamen wir auf ein Verhörszenario. Dass er das gerne mit mir machen würde – Mindfuck und Torture… An sich bin ich für sowas immer Feuer und Flamme gewesen, ich habe diese Fantasien, Torture besonders…  Aber, ich kann Angst und Panik nicht mehr ertragen als Spielelement … Ich wusste ungefähr warum, hatte das aber nie richtig hinterfragt. Also bat ich R. darum, darüber schreiben zu dürfen. Ich durfte.

(Für die, die genervt sind von meiner Aufarbeitungsarbeit, die Sternchen sind der Hinweis, dass ihr nicht mehr weiterlesen solltet *g*)

***********

Es war das Dritte Treffen, meine dritte BDSM-Erfahrung überhaupt… Ich muss das dazu sagen, weil alleine das schon genug Erklärung ist, warum das einfach zuviel war. Und H. hätte das wissen müssen. In jedem Buch, das ich gelesen habe, steht drin, dass Dinge wie Kapuzen etc. etwas für Fortgeschrittene ist, jeder Dom, dem ich das hinterher erzählt habe, hat mit dem Kopf geschüttelt. Ich würde mich selbst heute noch nicht in diesem Stadium sehen, hätte ich damals gewusst, was ich heute weiss, ich hätte das Ganze beendet. Ich habe H. sogar noch die Auszüge aus dem Buch geschickt und wir haben darüber gelacht. Nun, ich habe damals nicht die ganze Wahrheit erzählt und so von ihm keine Hilfe gefordert. Aber nach diesem Erlebnis ist der erste Drop passiert und den haben wir nie aufgearbeitet. Und so steckt das alles noch in mir drin und ich habe Angst.

Was war passiert? (Den Originalbericht kann man hier nachlesen)

Wir hatten verabredet, dass ich auf meinem Teppich kniend, auf ihn Warte … Im Korsett, mit geschlossenen Augen. Er würde klingeln, ich würde ihm aufmachen und mich dann auf meine Position zurückbegeben.
So haben wir das gemacht, er kam dann rein, kniete sich neben mich, stülpte mir einen Turnbeutel über den Kopf aus dem er ein kleines Loch schnitt, damit sein Schwanz reinpassen würde, knotete den Beutel zu und legte mir das Halsband an. Dann sagte er „Wenn Du Dein Safeword benutzt, stehe ich auf und gehe – hast Du das verstanden?“

Ich wiederhole es gerne nochmal – Beim dritten Treffen.

Ich bin sowieso nicht gut beim safeworden, nun hatte ich also auch noch Angst verlassen zu werden, wenn ich mein Safeword nutze. Ich war also unter dieser Maske, fand das Loch extrem klein, durch das Klima unter der Maske lief mir die Nase, ich konnte also nur noch durch den Mund Luft holen. Ich hörte die Handschellen, fühlte sie, bekam Panik – beim letzten Mal Handschellen hatte ich wochenlang taube Finger… er wusste das Handschellen und ich uns nicht gut vertragen, aber ich konnte nichts sagen – ich durfte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Also hoffte ich und justierte meine Handgelenke so gut es ging… DT – ich bekam durch die Nase keine Luft, ich konnte ihm das nicht sagen, er konnte meine Augen nicht sehen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg…. Mir liefen die Tränen, er konnte das nicht sehen … Er wechselte Positionen, legte mir Ledermanschetten an, die er mit dem Halsband verkettete … Ich kenne meine Schulter und meine Arme… Ich wusste, dass ich diese Position nicht lange würde halten können… Ich konnte es ihm nicht sagen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Ich konnte ihn nicht sehen, nicht in seinen Augen lesen, ob er weiss, wie es mir geht… „Kann er sehen, dass ich keine Luft bekomme, wird er merken, wenn ich ersticke“…. Ich wurde panisch, das Mundloch verrutschte, ich versuchte mit der Zunge, die Maske zu justieren, wenigestens dieses kleine Atemloch muss mir bleiben… Ich hatte Panik… Mir liefen die Tränen, mir lief die Nase, ich bekam keine Luft außer durch den Mund, er machte weiter mit DT, bei den Bewegungen senkten sich meine Hände tiefer und tiefer, ich schnitt mir mehr und mehr die Luft ab und er machte weiter… Ich konnte nicht safeworden – er wäre sonst weg…. Ich habe mich irgendwann aufgerichtet und mit dem Körper „gesafewordet“ – er ist nicht gegangen… Aber es war weiterhin dunkel…. Ich habe versagt… Ich bin schwach

 

Das ist in einem Rutsch runterschrieben, was damals in meinem Kopf vorgegangen ist… Ich habe danach nie wieder auch nur ansatzweise darüber nachgedacht mein Safeword zu benutzen, dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt.  Ich habe Kontrollverlust erlebt und habe Panik bekommen…. Ich hatte keine Kontrolle über meinen Körper mehr, nicht über meinen Atem, ich hatte keinen Weg der Kommunikation, ich war total ausgeliefert… Totales Vertrauen eingefordert – beim dritten Treffen, beim dritten Mal BDSM.

Die weitere Session war schon ein Erlebnis, die Tränen trockneten, ich verdrängte, was da gerade mit mir passiert war. Ich weiss, dass er die Tränen gefühlt hat… Er hat irgendwann geschrieben „Denkst Du wirklich,dass ich gegangen wäre?“ – diese rationale Frage, Tage später, hat mich nicht wirklich beruhigt. Ich weiss, dass ich ihm hinterher gesagt habe, dass wir den Turnbeutel nicht mehr verwenden und dass diese Fesselsituation nicht geht für mich… Ich habe dabei gelächelt, wollte nicht, dass er sieht, wie sehr mich das mitgenommen hat, weil er sonst gegangen wäre – zu anstrengend, zu kompliziert, zu „standard“ … Ich hatte Angst… Angst, dass er geht, dass er es nicht versteht… Dass ich uninteressant werde – die anderen können sowas doch auch, da muss ich mithalten… Meine Grenzgänge, meine Schmerzbereitschaft, mein blindes Vertrauen – das sind meine USPs, damit kann ich mich interessant machen, damit kann ich seine Aufmerksamkeit haben, damit bekomme ich Zeit von ihm….

Danach fuhr er für 3,5 Wochen in den Urlaub, ich habe ihn 5 Wochen nicht gesehen. Ca. 1 Woche später fing der erste Drop an… (Nachzulesen hier und hier und hier ). Am Anfang bekam ich Emails wie „WAS IST DENN LOS MIT DIR?“, wirklich, in Grossbuchstaben… Er kannte Drops nicht, er wusste garnicht, dass es sowas gibt… Er fühlte sich aber auch nie verpflichtet, sich nachträglich darum zu kümmern. Ich glaube, dass er den ersten Drop nicht ernst genommen hatte. Für ihn war das ein weiteres Zeichen, dass ich ihn verliebt war und Aufmerksamkeit erschleichen wollte. Ich habe es aus Scham und aus „ich will ihn nicht nerven“ nie wieder angesprochen… Ich dachte ja auch, dass das irgendwie „normal“ ist, ich hatte keine Vergleichsmöglichkeiten, wusste nicht, dass und wie es anders geht.

Ich schrieb damals:

Bei uns gibt es ja mittlerweile fast keine Limits mehr und auch wenn ich ein Safeword habe, spielen wir heute “ich habe kein safeword” … bzw. der Deal war… ich kann mein Safeword benutzen, aber dann steht er auf, zieht sich an und geht… *gngngng*
(Bevor hier jetzt alle BDSM-Kenner und Doms aufschreien “DAS geht nicht, das ist schlechtes Domverhalten” – das war so abgemacht, wir “üben” für CNC … auf meinen Wunsch hin… Also Ruhe! *g*)

Es stimmt, ich war so naiv zu glauben, dass ich mich mit CNC für ihn unverzichtbar mache … Ich glaube er wusste damals schon, was das mit mir machen würde…. Er sagte damals Dinge wie „Ich habe Angst, was das danach mit Dir macht“ … Er hatte Recht – es hätte mich zerstört… Und er hätte es nicht auffangen können.

Fies – er verband mein Halsband mit meinen hinter dem Rücken verschränkten Armen… sinken die Arme, würge ich mich selber… DAS war dann wirklich Panik pur… weil ich während DT ja eh am “Ersticken” bin (ich weiß, ich übertreibe ein wenig… Büsschen!), beim Wegwühlen von ihm habe ich mir aber dann tatsächlich selber die Luft abgeschnürt… ich mußte mich aufsetzen, gegen den Druck seiner Hand, und dann hat er die Installation aufgelöst… (für mich fühlte sich das wie körperliches Safeworden an, aber das ist dann vielleicht das Talent des Doms zu unterscheiden, wie “ernst” eine Reaktion ist…?)

Es steht soviel „Falsches“ in diesen Sätzen, würde mir heute eine sub sowas beschreiben, ich würde ihr sagen, dass sie diesen Dom verlassen soll. Heute verstehe ich ansatzweise, sicher noch nicht ganz, wo diese Panik herkam. Sicher auch daher, dass dieser Satz am Anfang der Session gefallen ist, sicher auch daher, dass selbst wenn ich hätte safeworden wollen, ich dies nicht gekonnt hätte…. Wie denn? Dass ich es dann vielleicht trotzdem nicht mache, das liegt dann an mir – aber ich brauche die Option… ein kleines bisschen Restkontrolle…  Und ob H. immer so genau weiss, wie knapp solche Situationen für die sub sind? Mit dem Wissen von heute wage ich das durchaus anzuzweifeln. Ich weiss, dass ich keine „einfache“ sub bin, sicher durch solche Dinge keine einfachere sub geworden bin… Wunschzettelsub, Kampfsub…. Ja, aus Gründen… Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder in der Lage sein werde, das zu machen, was ich mir so sehr wünsche – die Kontrolle abzugeben… Mich auszuliefern… Bedingungslos mein Leben in die Hand eines anderen Menschen zu geben und zu vertrauen, dass dieser darauf aufpasst… Und auch darauf aufpasst, dass keine seelischen Schäden entstehen und wenn sie entstehen, sie mit mir aufzulösen. Mir nicht das Gefühl zu geben, dass ich versagt habe… Dass ich anstrengend und kompliziert bin… Dass ich es besser hätte machen können, dass andere es besser können als ich und deswegen interessanter sind… Die Angst ist weiterhin da… Gestern reichte ein kleiner Ausblick auf ein Szenario von R. aus, um mich zusammenbrechen zu lassen., Die Tränen kullerten… Ich wollte, nein ich will das so gerne wieder können, aber ich kann noch nicht… Ich habe Angst…

Ich schrieb ausserdem:

Bei mir, und das möchte ich extra betonen, weil es glaube ich mind. 2 verschiedene Trigger für subdrop gibt – positive und negative… Bei mir auf jeden Fall positive, da gibt es überhaupt keine Frage und Diskussion… Ich denke, daß ich auch mittlerweile weiß, was die Erinnerungslücken zu bedeuten haben und das basiert alles (ALLES – wer es nicht verstanden hat, hier nochmal in groß) auf positiven Erlebnissen.
In den Foren wurde zuerst abgefragt, ob mein Dom gut zu mir ist, richtiges aftercare betreibt, das Fingerzeigen ging da ganz schnell in eine Richtung, die total falsch ist. Der arme Mann hat alles richtig gemacht und kann da überhaupt nichts dafür, im Gegenteil… ich bin ihm weiterhin sehr dankbar, daß er mir immer wieder aufzeigt, daß diese Welt meine Welt ist, daß ich da reinpasse, daß mir das Spaß macht und mich endlich angekommen fühlen lässt.

 

Achja *seufz* Ich habe immer versucht H. vor mir und vor anderen in einem guten Licht dastehen zu lassen, Loyalität bis ins Knochenmark…. Natürlich war der subdrop nicht durch einen positiven Trigger verursacht, keiner meiner Drops hatte einen positiven Background… Weil H. mich verlassen hätte, wenn ich es anders gesagt hätte … Er sagte damals in einer Email ungefähr etwas in der Tonaliät von „Wird das jetzt jedesmal passieren, wenn wir spielen?“  … Er sagte dann zwar, dass das nicht so gemeint sei…. Aber die Aussage stand im Raum… Keine Schwierigkeiten, Keinen Zeitaufwand, Nicht kompliziert… Also spielte ich alles runter, sagte ihm nicht mehr, wenn es mir schlecht ging, fing nicht an die Themen mit ihm aufzuarbeiten… Seine ganze Haltung mir gegenüber vermittelte mir „wenn Du kompliziert wirst, gehe ich“. Es ist also nicht seine Schuld, dass er mir nicht geholfen hat – er wusste von den meisten Dingen nichts. Ich stelle aber weiterhin die These auf, dass ein guter Dom garnicht erst wartet bis die Dinge eskalieren, sondern von sich aus um Kommunikation bemüht ist. Sich mit dem Wesen seiner sub beschäftigt und versucht sie zu verstehen. Und vorallem, dass er eine angstfreie Kommunikation anbietet.

Es braucht keinen Psychologen um zu verstehen, warum unsere Zeit geprägt war von guten Zeiten bei den Treffen und schlechten Zeiten zwischen den Treffen. Mir ging es jedesmal schlecht, ich durfte das nicht zeigen oder sagen, ich wollte seine Aufmerksamkeit und holte mir die auf dem einzigen Weg, den ich kannte… Streit-Provokation…. *seufz* Der Rest ist Geschichte.

Man kann ihm an diesen Stellen nur bedingt eine Schuld zu sprechen, wenn die Frauen, mich eingeschlossen, nicht mit ihm reden, dann kann er auch nicht reagieren. Nun, ich habe mit ihm geredet, sehr ehrlich und er hat alles dafür getan, dass ich das schnellstmöglich nicht mehr konnte. Es brauchte eine weitere sub, die ihm gestanden hat, dass es ihr schlecht ging … und auch ab und an noch schlecht geht, nach den Treffen mit ihm, damit er es ernst nimmt. Vielleicht hat er mich nachträglich ernst genommen. Da war und ist  es dann allerdings schon zu spät.

Was ich damals auch noch schrieb:

Der Autor (Jay Wiseman, SM 101) meint das ganz sicher nicht so, er weist nur auf sehr ausführliche Art und Weise auf die Gefahren hin, die existieren – keine Frage!
Aber wenn man das alles liest, bevor man überhaupt irgendwelche praktischen Erfahrungen gesammelt hat, fängt man wahrscheinlich garnicht erst an – oder fordert von seinem Spielpartner Dinge, die den dann gleich schreiend wegrennen lassen.

Hachja, ich werde das Buch nochmal lesen müssen. Ich will es nochmal lesen… Bewusst … Mit meinem Wissensstand von heute… Ich werde mich nicht mehr lustig machen darüber… Und ich fordere mittlerweile viel mehr von meinen Spielpartnern, ich bin sehr viel vorsichtiger… Wie gesagt, das macht es für mich sicher nicht einfacher einen Dom zu finden.

Es kostet mich auch bei R. sehr viel Kraft ihm zu sagen, was geht und was nicht geht. Ich bin an dieser Stelle sausensibel geworden… Es kämpft die sub, die sich hingeben will, mit der sub, die aufpasst…. Das ist so anstrengend und zermürbend… Und es trifft die Falschen… nicht den Verursacher, sondern die, die versuchen, es besser zu machen.

Was habe ich aus dem Schreiben dieses Textes gelernt?

Viel…. Ich habe erkannt, dass es nicht die Maske war oder die Fesselhaltung, die damals der Auslöser war, sondern der Satz, das Szenario und mangelndes Aftercare… Ich bin (noch) nicht bereit für Kontrollverlust… Ich brauche die letzte Möglichkeit etwas zu stoppen und zu wissen, dass der andere mich nicht verlässt, verurteilt oder gar verachtet. Das ganze Szenario war komplett auf meine Verlustangst ausgerichtet… Das steht auf meiner Hardlimitliste „Spiele nicht mit meinen emotionalen Triggern: Verlustangst, Liebes-/Aufmerksamkeitsentzug, keine erniedrigenden Kommentare zu meiner Figur“ … Meine Limits wurden nicht beachtet… Ich habe vertraut und habe verloren… Zum Grossteil mich selber, meine positive Naivität… Meine Möglichkeit, mich fallen zu lassen, zu vertrauen…

Mein Ziel:

Ich möchte wieder vertrauen können… Ich werde – in kleinen Schritten – mutig sein… Ich werde auch weiterhin über meinen Schatten springen und unangenehme Dinge ansprechen oder Dinge, die mir schwerfallen, weil sie peinlich oder persönlich sind… Ich werde daran arbeiten… Ich werde mich darüber nicht mehr definieren… Ich bin stärker als das, aber ich werde besser auf mich aufpassen müssen.

25 Gedanken zu “Dunkelheit

  1. Ich lese Deine Einträge der letzten Tage. Ich kann die Buchstaben verstehen, aber ich kann immer noch nicht nachvollziehen, dass man nicht früher ausbricht. Das Zitat von Wiseman (cooler Name für einen Autor, sollte besser über die Mafia schreiben) „Aber wenn man das alles liest, bevor man überhaupt irgendwelche praktischen Erfahrungen gesammelt hat, fängt man wahrscheinlich gar nicht erst an“ trifft es für mich am besten.

    Ich hoffe Du kannst das alles Aufarbeiten. Ich würde mir allerdings gut überlegen, ob Du das wirklich alles so offen hier rein schreibst.

    1. Ja, die Fragen stelle ich mir alle auch – besonders nach den letzten Kommentaren der letzten Tage …
      Die Frage, warum ich nicht früher ausgebrochen bin? Ich hatte Hoffnung, dass es besser wird, wusste es nicht besser und wollte ihn einfach nicht gehen lassen. ich dachte, dass das Gute das Schlechte aufwiegt. ich lag falsch 😉

      1. Das Faszinierende ist, dass Du auf mich den Eindruck einer Person machst, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt.

        Die Hoffnung, dass es besser wird. Das sind Aussagen wie man sie oft von Menschen hört, die von ihrem Partner misshandelt werden.

        Pass bitte auf Dich auf. Ich kann nicht mitreden und habe kein Gefühl für die positiven Seiten, allerdings reicht meine Vorstellungskraft nicht aus, dass das Positive so positiv ist, dass es die negativen Seiten aufwiegt. Aber Du bist alt genug und wirst schon wissen, was Du machst.

  2. Liebe Lila,

    je mehr ich hier von deinen Problemen mit H. lese, desto mehr denke ich, dass dein Thema ein ganz anderes ist: Du warst eventuell nicht in H. verliebt, aber du möchtest geliebt werden.
    Du möchtest im S/M-Zusammenhang für deine guten Leistungen als Sub geliebt werden, als Sub sozusagen Karriere machen und glänzen, deshalb überschreitest du auch deine eigenen Grenzen bis hin zur Panikattacke.
    Aber weil man brav ist, wird man nicht geliebt. Man wird geliebt, weil man liebenswert ist.
    Ich glaube nicht, dass du in der Welt, in der du dich da aufhältst, das für dich Passende findest. Dafür bist du einfach zu schlau. Ich glaube zudem, dass deine Erwartungen an eine Beziehung so hochgeschraubt sind, dass sie keiner erfüllen kann. Das ist auch ganz typisch für devote Frauen, sie wollen einen ganz und gar. Und das geht leider nicht. Auch nicht in einer Vanilla-Beziehung. Und schon gar nicht mit einem dominanten Partner in einer S/M Beziehung.
    Dieser Idealfall einer S/M-Beziehung, die dir da vorschwebt würde aus zwei symbiotischen Individuen bestehen, die letztlich beide devot (im Sinne von unfrei) sind, auch wenn der eine den anderen an die Wand kettet.
    Die SM-Inszenierung ist für mich das Mittel der Devoten, absolute Aufmerksamkeit zu erhalten. Bei dir ist dieser Wunsch nach absoluter Aufmerksamkeit so groß, dass er auch die psychologische Nachbetreuung beinhaltet. Du hältst zwar Schmerzen gut aus, aber nicht den Schmerz des Desinteresses, der Auflösung der Symbiose, den Verlust der Aufmerksamkeit.

    Weder H. noch R. noch das restliche Männer-Alphabet wird diese Lücke füllen können. Aber ich lese mir gerne weiter durch, wie du dich daran abarbeitest. ; )

    Deine Lesbomatin

    1. Liebe Lesbomatin,
      Ich würde sagen, dass Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast. Eines meiner größten Themen in meinem Leben ist, dass ich mich nicht als Liebens-Wert empfinde … Ich habe Jahrzehnte gebraucht um zu begreifen: Doch, man (Mann, Frau,Familie egal) kann mich lieben … Und nicht weil ich dieses oder jenes mache, weil ich brav bin (bin ich nicht) oder weil ich dies oder jenes besser kann … sondern weil ich so bin wie ich bin …
      Dieser Lernprozess ist noch lange nicht abgeschlossen, mir ist klar, dass ich – solange ich mich selbst nicht liebe – dies auch nicht von jemand anderen erwarten kann.
      Ob ich das jemals schaffe, bleibt abzuwarten.
      Und daraus resulotiert sicher, neben anderen Dingen, meine durchaus devote Ader und auch mein Unwille eine monogame Beziehung irgendeiner Art einzugehen.

      Ich weiß, genauso wenig wie Du, wo ich das, den oder die Richtige finde und in welcher Konstellation das dann sein wird 🙂

      Aber ich werde nicht aufhören an mir zu arbeiten und nebenbei Spaß zu haben 🙂
      Klingt das nach einem Plan? 🙂

      1. Das klingt nach einem sehr guten Plan. Ich empfehle zusätzlich ein systemisches Coaching und Hypnose, u das Thema schnell in den Griff zu kriegen. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit den immergleichen Fragestellungen zu verschwenden.

        Fühl dich umarmt!

        Die Lesbomatin

      2. Dankeschön! Das Coaching diente bis dato der Klärung der Familienproblematik… aber das hier ist dort sicher das nächste Thema 🙂
        Ich drücke zurück … 🙂

  3. Du weißt was ich davon halte. Ich werde es auch nicht öffentlich ausbreiten….
    Wichtig ist, dass du in Zukunft weißt was du willst und wo du dich nicht unter Druck setzen lassen sollst. Auch wenn du CNC erleben wolltest, bist du immer noch ein Mensch mit einem eigenen Willen.
    Gummipuppen gibt es wo anders.

    1. Ich lese hier meist still mit, ich mag Frau Lila, aber die Themen sind nicht die meinen, weswegen ich die Klappe, bzw. die Fingerkuppen still halte. Aber für diesen Satz, Herr Beatnixde, applaudiere ich : „Gummipuppen gibt es wo anders. “ Ich glaube, Sie tun ihr gut…
      Madame Lila, ich grüße aufrichtig auch Sie, Ihre Frau Knobloch.

      1. Ich weiß, aber mir glüht doch immer so die Scham im Leibe, Sie wissen doch, meine Biedermiedrigkeit. Knutschen könnte ich Sie trotzdem manchmal, oh, Pardon, das ist mir so rausgerutscht..oh..ähem, ach, Sie machen mich ganz wuschig.

  4. Liebe Lila, vielen Dank für Deine Erfahrungen. Ich kann das sehr nachvollziehen, gerade am Wochenende habe ich eine Safeword-Diskussion gehabt und ich habe versucht zu erläutern warum mir das schwer fällt. Das macht ihn natürlich traurig weil er darauf vertraut, dass auch ich mich an die Regeln halte. Mhm. Sehr schwierig. Und ich kann auch Deinen Ehrgeiz sehr gut nachvollziehen weil man ja WILL. auf der einen Seite. Es ist eine ganz dünne Linie nur zwischen *ich will doch aber all das* und *zuvieltoomuchneinkeinspassmehr*.

  5. Meine Vorkommentatoren haben schon alles Wichtige gesagt. Ich kenne ein paar Doms, die auch mit emotionalen Triggern wie Aufmerksamkeitsentzug spielen, was ich auf keinen Fall gutheißen kann. Drohungen oder gar Anwendung dieser „Strafen“ können so stark auf die Psyche gehen und solch einen Druck ausüben, dass an der Stelle in meinen Augen das „Spiel“ zu bitterem Ernst werden kann und bei vielen bestimmt auch wird. Emotional bleibt ein Scherbenhaufen zurück.

    1. Ich bin mir leider nicht mal sicher, ob ihm bewusst war, dass er an dieser Stelle mit dem Trigger gespielt hat – was es eigentlich noch schlimmer macht.
      Der Scherbenhaufen setzt sich grade wieder zusammen auf dem Wege der Besserung 🙂

      Danke Dir für Deinen Kommentat 🙂

  6. ‚… Ich glaube nicht, dass du in der Welt, in der du dich da aufhältst, das für dich Passende findest …‘

    +1 für die philosophischen Worte vom Lesbomat – und für den gesamten Exkurs zum Thema BDSM und Beziehung.

    Ich durfte dich nur in Ansätzen und nur virtuell kennenlernen, bin mir jedoch recht sicher zu erkennen, dass du keine submissive Person, sondern vielmehr eine Person mit starkem Vertrauens- und Bindungsbedürfnis bist, die dafür bereit ist, ihre eigene starke Persönlichkeit zu degradieren. Der Wunsch nach Kontrollverlust entsteht nicht aus dem Verlangen heraus, Grenzen zu erweitern, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, sondern aus dem Bestreben, anderen gefallen zu wollen.

    ‚… Weder H. noch R. noch das restliche Männer-Alphabet wird diese Lücke füllen können …‘

    Hier widerspreche ich Lesbomat. Beziehungsweise muss der Satz in meinen Augen geändert werden:

    Weder H. noch R. noch der restliche Reigen des BDSM-Alphabets wird diese Lücke füllen können.

    In meinen Augen bist du Bill Murray in ‚Lost In Translation‘. Und suchst – wie er – an den falschen Orten. Es gibt da draussen das, was du suchst. Was du brauchst.

    Jedoch: Eine BDSM-Fernbeziehung ist das nicht. Ebensowenig Experimente im gleichgeschlechtlichen Bereich. Im Gegenteil: Ich vermute, dass das mental langfristig nur weitere Probleme erzeugen wird – R., Dom-Novizen und namenlose Subfrauen mögen es mir verzeihen.

    Wenn dir R. mit Folterszenarien auf die Psyche rückt – ganz nebenbei: In meinen Augen in der akuellen Situation ebenso unverantwortlich wie Turnbeutel beim dritten Treffen – und du umgehend wieder ‚zusammenbrichst‘ dann glaube ich: Nein, das tut dir NICHT gut. Hyposensibilisierung mag bei Allergien helfen … eine verletzte Psyche kuriert sie nicht.

    Zu guter Letzt folgendes: Ob du dein Inneres in einem Blog nach Außen kehrst, kann positive wie negative Auswirkungen auf deine Psyche haben. Beantworte dir diese eine Frage: Fühlst du dich mit der Veröffentlichung besser oder schlechter? Handle entsprechend!

    Und: Wie sich Stimmungen und Einstellungen ändern, wie subjektiv die eigene Wahrnehmung, wie undurchschaubar ‚Netzfragmente‘ sind, machen deine beiden Posts (damals und heute) zum ‚Drop-auslösenden‘ Treffen mit H. deutlich. Deshalb stelle ich meine Situationsanalyse direkt in Frage … Wie soll R., wie sollen die Leser deines Blog, wie soll ich in der Lage sein, deine Situation, dein Fühlen und Denken auch nur in Ansätzen zu erfassen.

    Auch ich wünsche dir, dass du glücklich bist. Vor allem: Mit dir.

    :*

    1. Ich fange mal von hinten an:
      Ich mache schon noch einen Unterschied, was ich R. erzähle oder anderen Männern meines Vertrauens oder Freunden oder was ich hier im Blog veröffentlich. Wie gestern mehrfach geschrieben,ist der Blog EIN Teil von mir – ein Kleiner! Mich über die Art, wie ich Sex haben möchte zu definieren, finde ich ebenso falsch, wie es zu verleugnen, dass es ein KICK für mich ist, den Kontrollverlust zu erleben.
      Darauf resultiert dann auch der nächste Schritt meiner Entscheidungen: Der Beitrag „Dunkelheit“ wird der letzte dieser Art sein … Ich mag, dass hier offen gesagt wird, was man darüber denkt und ich nehme jeden Denkanstoß gerne an – aber es ist anstrengend erklären zu müssen, dass dies hier eben nur ein kleines Stück meines Lebens ist und dass sicher auch viele Dinge aus anderen Bereich hier reinschwappen, ich die aber eben hier nicht öffentlich diskutieren möchte. Womit es dann schwierig wird.. Also, wird es hier noch die „seichte“ Kost geben… Alles andere geht an dem Ziel dieses Blogs vorbei, tut mir nicht gut und scheint den ein oder anderen Leser zu einem Hobbypsychologen werden zu lassen (damit meine ich nicht Dich oder die Lesbomatin *g*)

      „Hyposensibilisierung mag bei Allergien helfen … eine verletzte Psyche kuriert sie nicht.“

      Ich glaube nicht, dass es sein Ziel ist mich in zu Hypersensibilisieren… Er wusste ja nun nichts von dem Szenario … Die Lektion aus dieser Geschichte, und das war der eigentliche Grund es zu veröffentlichen, ist ja nun: Wenn ich den Menschen, Männern, Frauen whatever nicht sage, was in mir vorgeht, mich nicht mit meiner Vergangenheit auseinandersetze und darüber sprechen kann, dann kann ich auch nicht erwarten, dass sie Verstehen, Verständnis haben, Rücksicht nehmen… Um auf H. zurückzukommen: Es ist nicht seine Schuld, dass er die Welt sieht, wie er sie sieht – Die Menschen um ihn herum, mich eingeschlossen, haben ihm nicht die Wahrheit gesagt. So, also egal WELCHE Art der Beziehung ich eingehen werde in Zukunft: Wenn ich nicht ehrlich sein kann, weil ich Angst habe, welche Chance hat dann die Beziehung?

      „Es gibt da draussen das, was du suchst. Was du brauchst.“

      Wenn ihr alle so gut wisst, was ich suche – was suche ich denn? 😉
      Mal im Ernst, ich habe eine seltsame Vergangenheit,die ich hier nicht ausbreiten möchte … die Zeiten, in denen ich geduldig gewartet habe, dass etwas passiert, dass mich jemand findet, dass ich „die liebe“ finde, von der alle sprechen… Die war sehr sehr sehr sehr lang… Ich war in der Zeit nicht inaktiv, ich bin rausgegangen, auf Parties,in Clubs, habe an vielen verschiedenen Stellen gejobbt, habe viele Menschen kennengelernt, ich bin ein durchaus sozialer,kommunikativer Mensch… Aber es war nicht der richtige Weg… Nun versuche ich einen anderen, der zumindest meine sexuellen Fantasien und Gelüste befriedigt… Und wenn dabei nur die Erkenntnis rauskommt, wie bei allen anderen Versuchen „Das ist es auch nicht“ – dann ist dem so … Ich für mich weiss aber, und ich weiss,dass ist als Blogleser schwer zu beurteilen, dass mir dieser Weg guttut. Ich glaube nicht, dass ich Problem in anderen Bereichen meines Lebens im letzten Jahr so gemeister und gedreht hätte, wenn ich nicht gespürt hätte, dass mich das hier, sub sein, stärker macht…
      Und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

      „dass du keine submissive Person, sondern vielmehr eine Person mit starkem Vertrauens- und Bindungsbedürfnis bist, die dafür bereit ist, ihre eigene starke Persönlichkeit zu degradieren. Der Wunsch nach Kontrollverlust entsteht nicht aus dem Verlangen heraus, Grenzen zu erweitern, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, sondern aus dem Bestreben, anderen gefallen zu wollen“

      Unter dem Aspekt, dass ich tatsächlich wenig praktische Erfahrung ausserhalb von H. habe, kann ich an dieser Stelle nur theoretisch antworten. Du hast vielleicht zu einem Teil recht, aber ich sehe auch nicht, wie das dem sub-sein widerspricht. Eine sub möchte doch immer ihrem Dom/Master/Top gefallen? 🙂 Ich finde das widerspricht sich auch nicht damit, dass ich ein starkes Vertrauens- und Bindungsbedürfnis habe – was eigentlich alles Qualitäten einer sub sind…? Nein?
      Die ketzerische Theorie sei erlaubt, dass ich denke, dass die meisten Menschen gefallen wollen, geliebt werden wollen und an irgendeiner Stelle ihres Lebens Beziehung haben wollen, die auf starken Bindungen und Vertrauen basieren? Ich hoffe, nein ich weiss, dass die Beziehungen zu meinem engen Umfeld darauf basieren? Was ist daran falsch? Dass ich sicher in meiner Persönlichkeit ein paar, äh, falsche Verhaltensweisen antrainiert habe, das habe ich und gebe ich offen zu und dafür bin ich in Therapie… Aber das ist ein Prozess und der braucht Zeit… 😉

      Zurück zur sub: Ich bin ausserhalb der Sessions eine sehr unbequeme sub, richtig… weil da die starke Persönlichkeit ist, die (eigentlich) weiss, was sie will und was nicht… Du beurteilst mich nach einer längeren Beziehung, die, wie ich zugebe, komplett aus dem Ruder gelaufen ist… Ich sage weiterhin, dass ich sub bin … Ich kann mir keine größere Freiheit vorstellen, gerade WEIL ich so eine starke Persönlichkeit bin, als zu sagen „Mach mit mir, was Du willst, ich bin Deins!“
      Aber, und auch da hast Du recht, um das aus vollstem Herzen sagen zu können, brauche ich die Sicherheit, dass der andere WEISS, was dieser Satz für mich bedeutet und dass der unbedingtes Vertrauen verlangt. Das ist der Preis, den er und ich zu zahlen haben. Ich kann, wie gesagt, auch einfach so SM-Spielen … Das macht auch Spass, das gibt mir auch Orgasmen und erregt mich … Aber, ähnlich wie ein OneNightStand, erfüllt es mich nicht für Tage/Wochen.
      Daher: Mir ist klar, dass ich durch das Veröffentlichen der Geschichte mit H. und dem „Livestream“ in meine Seele diese Urteile von Euch bekomme. Es kann aber keiner von Euch in mich reinschauen, wie Du so schön sagst.
      Und, nur nochmal soviel: Wenn Du mich vor 1,5 Jahren kennengelernt hättest (also in Echt und so) und mich jetzt kennenlernen würdest, würdest Du sehen, wie sehr sich meine Persönlichkeit verändert hat. Im Positiven, wie im Job, Familie und im Freundeskreis, und im Negativen – beim Aufdecken von Baustellen – die ich, wie Du ja vielleicht auch gelesen hast, durchaus angehe. Ich verstecke mich also nicht, sondern gehe die Dinge an … Weil ich sie lösen möchte … Weil mir klar ist, dass ich solange ich diese Baustellen nicht abarbeite, ich nicht wirklich weiss,wonach ich suchen soll.
      Vielleicht sage ich in 10 Jahren „Oh, SM, das war so eine Phase“ … Keine Ahnung, aber dann habe ich wenigstens ausgelebt, wovon ich jahrzehntelang geträumt habe. Ich war mutig und habe ausprobiert.
      Und werde wenigstens nicht bereuen, dass ich das nicht gemacht habe.
      Ja, die Gefahr verletzt zu werden ist da – aber die ist in jeder Beziehung da … ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied.

      Die wenigsten Menschen sind so ehrlich und können sich eingestehen, dass sie eigentlich etwas anderes wollen, als das was sie haben. Sicher nicht alle, aber bei der Menge an verheirateten Männern, die mir im letzten Jahr begegnet sind … Die sind alle nicht happy! Weisst Du, wieviel Männer eine Vanilla-Frau haben und ihre Neigung/Fantasien heimlich ausleben? Da kann Mann sich ja schon glücklich schätzen, wenn man das mit dem Segen der Frau in einer offenen Beziehung tun kann.
      Es hat schon seinen Grund, warum soviele Menschen fremdgehen… Oder in der Ehe/Beziehung unglücklich sind. Oder TAUSENDE von Euro in Paartherapien stecken?
      Im Endeffekt wissen doch die wenigstens wirklich, was sie suchen… ?
      Die, die es wissen, gehören zu den Glücklichen. Und dann gibt es die, die einfach in Starre verfallen und ausharren und eben die wie mich, die schauen, ausprobieren und versuchen ihren Weg zu finden.

      Aber nochmal, als Fazit, das Alles hier? Das definiert nicht mein Leben, das ist ein kleiner Bruchteil davon… Geh mit mir einen Wein trinken, ich zeige Dir das gerne persönlich. Aber ich kann Euch alle nicht davon überzeugen, denke aber eben auch nicht, dass das meine Aufgabe ist. Ich weiss Eure Kommentare zu schätzen und ja, ich nehme sie mit und denke wirklich darüber nach. Aber ich bin nicht fremdbestimmt … Ich muss selber wissen, was ich will und was mir gut tut. Manchmal liege ich daneben und manchmal ist das Leben schlauer als ich – everything happes for a reason… Am Ende liegt es doch an mir aus jeder Erfahrung etwas zu lernen und es das nächste Mal besser zu machen. Meinst Du nicht? Ob ich nun einen Titel wie „sub“ trage oder nicht, das ändert diesen Weg für mich als Mensch doch nicht… 😉
      Hab einen schönen Tag … Ich bin heute übrigens einfach nur ein sehr zufriedenes „Ich“… 😉

      1. Ach, Schlumpf 😉 Du weißt genau, wohin das führt …

        Jedoch, du hast Recht: Lass mal SPRECHEN über dies, das, darüber. Ich geb‘ dir Bescheid, wenn ich mal wieder in FFM bin!?

    2. [quote]Wenn dir R. mit Folterszenarien auf die Psyche rückt – ganz nebenbei: In meinen Augen in der akuellen Situation ebenso unverantwortlich wie Turnbeutel beim dritten Treffen[/quote]
      Ich bin mir sicher, dass da ein ziemlicher Unterschied ist. Zum einen nehme ich niemandem die Freiheit und den Ausweg. Und zum anderen lasse ich niemanden hängen. Aber auch dazu wird sicher dem ein oder anderen ein schlauer Spruch einfallen.
      Ich kann verstehen, dass lila hier nicht mehr viel posten möchte. Wenn man den Kontext nicht kennt, dann bildet man sich eine Meinung, die nicht der Wahrnehmung der beteiligten entspricht. Ich weiß, dass lila keine Panik hatte als ich meine Fantasien ausgebreitet habe. Weiterhin haben wir über das ganze Thema ziemlich ausführlich geredet. Da braucht es kein Safeword oder andere offensichtliche Signale. Empathie kann man nicht lernen, aber sie ist zwingend erfolderlch, wenn man die Verantwortung für eine Sub übernimmt.
      Ausserdem muss man doch eine deutliche Trennung zwischen einer körperlichen Vergewaltigung und eines Mindfucks machen.
      Beides in einen Topf zu schmeissen halt ich für unverantwortlich, weil es die realen Erlebnisse abwertet. Nichts ist so schlimm wie eine Vergewaltigung, da gibt es auch bei einer Planung ich Richtung CNC keine Entschuldigung. Wenn jemand meint, dass man mit einer Sub alles machen kann nur weil sie alle „Rechte“ abgibt, der hat keine Ahnung von dem Thema. CNC beteutet in erster Linie, dass man als dominanter Part keine Sekunde unaufmerksam sein darf. Man muss jede Reaktion der Sub lesen, verstehen und bewerten. Und wenn man Limits antestet… Dann muss man um so mehr alle Sinne beieinander haben und nicht einfach den Kopf ausschalten und seinen Trieben folgen. Kontrollverlust ist das schlimmste was der führende Part hier an den Tag legen kann.
      Sub will die Kontrolle abgeben, aber nicht an einen kopflosen Stümper. Ganz im Gegenteil. Es geht um Vertrauen, Respekt und Achtung. Auch wenn die Umsetzung oft nach dem Gegenteiligen aussieht.
      So genug geschwafelt. Wenn ich lila nicht gut tuen sollte, dann werde ich sie aus diesem Online-Dom-Sub-Ding entlassen – oder sie schickt mich vorzeitig in die Wüste.
      Aber das ist eine Sache zwischen Ihr und mir.

      1. Viele wahre Worte … Leider muss ich der Ansicht, einen ‚Mindfuck‘ könne man von der möglichen Tragweite seiner Auswirkungen keinesfalls mit einem ‚Real-Fuck‘ vergleichen, vehement widersprechen.

        Wenn du denkst, eine durch eine physische Vergewaltigung traumatisierte Person könne nicht nur durch die bloße Beschreibung einer solchen Tat in erneute Panik – auch mit extremen körperlichen Auswirkungen – getrieben werden, muss ich in diesem Zusammenhang eine gewisse Naivität deinerseits attestieren.

        Wie du es in einer Online-Beziehung bewerkstelligst, jemanden in so einer Situation – sollte sie eintreten – nicht zwangsläufig hängenzulassen, müsstest du übrigens nochmal kurz erörtern …

        Unabhängig davon: Egal wie lange ich darüber nachdenke, ich käme nie auf die Idee, einer – auf welche Weise auch immer – psychisch angeschlagenen Person mit themenverwandten Beschreibungen ‚auf den Leib zu rücken‘. Weil ich kein Psychologe bin und nicht einmal ansatzweise erahnen kann, was in dem Moment in dieser Person vorgeht … Da kannst du soviel von Empathie und Verantwortung schreiben wie du möchtest – das ist schlicht und ergreifend unverantwortlich.

        Du hast natürlich Recht wenn du schreibst, dass ihr beiden eure Kommunikation jederzeit beenden könnt, wenn sie Lilac nicht gut tut. Ich hoffe nur, dass ihr beide auch in der Lage seid, entsprechend rational zu handeln.

        Nun ja … ich glaube, ich konnte deine Erwartungen an weitere schlaue Sprüche erfüllen und wünsche eine gute N8.

  7. Liebe Lila,
    das sind doch gute, richtige und wichtige Erkenntnisse von Dir. Du möchtest und verdienst Respekt und Achtsamkeit. PUNKT. (Liebe kommt oder auch nicht, hat damit nichts zu tun.) Du hast für Dich selbst verstanden, dass Achtsamkeit beim eigenen Umgang mit Dir selbst anfängt. Und auch dein neuer Online-Dom äußert sich hier sehr respektvoll. Das ist toll, ich gratuliere Dir! Lass Dich nicht verrückt machen. Und genieße. . in Deinem eigenen Tempo. D/S ist nunmal leider und zum Glück ein bisschen komplexer als Schwimmen lernen – da kann man nicht einfach ins tiefe Wasser springen und strampeln wie verrückt. Der Weg ist doch das Ziel, so abgedroschen das auch klingt.
    Wie gesagt , viel Spaß und dabei aufpassen. Wer will schon weniger als die Quadratur des Kreises

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