Ein Ausflug

Ein Ausflug

auf die dominante Seite, das hatte sich durch Zufall vor ein paar Wochen so ergeben. Weder besprochen noch geplant, es ist „einfach passiert“ – allerdings auch nur Online… Also das „Spielen“…. der Kontakt war schon real und „in echt“ 🙂

Ich habe es schon immer vermutet, dass ich eine sehr dominante Seite habe, konnte mir aber immer nicht vorstellen, diese auszuleben – und schon gar nicht als Domme für einen männlichen Sub. Dafür gibt und gab es mehrere Gründe, einer von ihnen – das Unwissen – gerade über die männliche Anatomie und deren Funktionalität … nein, das ist auch falsch – ich weiss schon, wie die funktioniert, aber eben nicht so sehr wie es sich für den Mann anfühlt, wenn es denn funktioniert… also, ihr wisst schon, was ich meine *g*

Nun hatte sich das irgendwie in Gesprächen ergeben und das Interesse war da, aber auch die Angst und die Zurückhaltung … Also haben wir, nein, habe ich einfach mitten im Gespräch angefangen mal auszuprobieren… Ich habe wahnsinnig viel gelernt und auch gelacht, Ballstretcher und wie diese funktionieren – faszinierend!!!

Mir hat es echt viel Spass gemacht, mir Aufgaben auszudenken, die schon anspruchsvoll waren, manchmal ein bisschen gemein – aber was ich eben nicht bin – niemals fies … Die Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen, fand ich anstrengend und schön gleichzeitig … Ob ich das dauerhaft wollen würde? Das wage ich mal zu bezweifeln… Edgetraining, Zipline, Plug, Klammern, Strafarbeiten … War alles dabei … Und ich glaube zumindest mal, dass er in dieser Zeit eine sehr gute Zeit hatte *grins*

Was es definitiv NICHT für mich war? Sexuell erregend… Also zumindest nicht in dieser Form, die eben eher „seinem“ Lustgewinn diente, als dem meinen… Da ich keine Bilder als Beweise wollte, was bei mir sonst ja auch gerne mal dem Kopfkino dient, wusste ich – das macht mir Spass, aber das wird nicht meine dauerhafte Neu-Orientierung… Nicht für die sexuellen Gelüste 🙂

Ob ich jemals all die Dinge SELBER einem Menschen anlege oder antue, die er quasi in meinem Auftrag gemacht hat? Keine Ahnung, ich habe da immer noch innerliche Blockaden mir das vorzustellen… Weiterhin schwierig fände ich das Thema „Schläge“, besonders mit der Hand…

Aber die Macht? Oooooooh, die hat mir sehr gut gefallen… Ein bisschen ZU gut…. 🙂

Was ich am „subben“ so mag, den Kopf abschalten und alles von mir zu werfen und einfach nur loslassen zu können, das fehlt natürlich total beim „dommen“ … Ich hatte hohe Ansprüche an mich, wollte Fehler, die ich bei Doms gesehen und erlebt hatte, nicht selber machen … und damit wird es einfach anstrengend… Schön, aber anstrengend… Gleichzeitig ist es auch unheimlich schön zu wissen, was ein andere Mensch gerade „für“ mich macht… Das gefiel mir schon auch sehr gut.

Es endete dann leider bevor wir in die gemeinsame Spiel-Phase eintreten konnten … Verheiratete Männer haben eben einen grossen Haken und der heisst Ehefrau. *g*

Da ich niemals wissentlich eine Ehe sprengen oder torpedieren würde oder werde (hoffe ich), musste ich mich zurückziehen und habe daraus aber zumindest gelernt, dass ich Männer NOCH sehr viel genauer befragen werde, wie ihre sogenannte „offene“ Beziehung denn geartet ist … Denn „offen“ ist nicht gleich „offen“ … Und selbst wenn „offen“ vereinbart ist, heisst es nicht, dass „offen“ praktiziert wird… Dinge wie „Ich darf das, aber sie darf nichts davon merken“ sind in der Übersetzung eben doch nur „Fremdgehen mit mehr Angst im Nacken“ – Furchtbar diffizil diese ganzen Definitionen 🙂

An alle Männer, die diese Vereinbarung mit ihrer Ehefrau irgendwann mal getroffen haben: Frauen riechen sowas … 🙂 Frauen sind die geborenen Detektive *g* Entweder sie kommt damit klar, dass ihr andere Frauen, wenn auch in anderen Funktionen, habt, oder eben nicht… Dieses „ich will davon nur nichts mitbekommen“ funktioniert nur bei einer Miniiiiiikleinen Prozentzahl an Männern … Und meistens nur, weil sie nichts mitbekommen WILL …. Meine Meinung. Wenn es hier mitlesende Männer gibt, die das schon anders erlebt haben, ich freue mich über Beispiele, die mir das Gegenteil beweisen 🙂
Fazit: Ja, es hat Spass gemacht und ich werde es sicher wieder mal ausprobieren… Und ja, demnach bin ich ein Switch … Es gibt Schlimmeres im Leben, als das 🙂

16 Gedanken zu “Ein Ausflug

  1. Supercool… ein verborgenes Talent aufzustöbern und Spass dran zu haben – Top, Bottom, Domme, Sub, Switch… alles nur viel zu kleine Schubladen 🙂

    1. Das fand ich auch – also das Aufstöbern und das „einfach mal machen“ … und das mit den Schubladen stimmt.. Labels/Namen/Bezeichnungen … Schwierige Sache … In Kommunikation rausfinden, was beide mögen… Den Kopf freimachen und Spass haben… Das ist/wäre das Ziel 😉

  2. Coole Sache. Auch wenn ich bei dem expliziten Thema nicht mitreden kann, so ist es meiner Meinung nach immer gut, auch die andere Seite kennen zu lernen, da man danach viel besser versteht wie sich einer fühlt und warum sie/er etwas macht. Ich nehme da gerne das Beispiel Rad- und Autofahrer. Wenn die Radfahrer einmal in der Woche mit dem Auto fahren würden und die Autofahrer einmal mit dem Rad, dann würde es viel entspannter zugehen.

    1. Da stimme ich Dir vollkommen zu … Sowohl bei der Rad-und Autofahrerproblematik als auch bei allen anderen Dingen… Im SM-Bereich und speziell auf H.: Er hätte mich sicher besser verstanden, wenn er mal auf die andere Seite geschaut hätte … 🙂
      Deswegen sind mir Doms ganz lieb, die auch mal die andere Seite ausprobieren 🙂 Es führt zu mehr Verständnis 😉

  3. Switchen ist ’ne tolle Sache.. sooo viele Möglichkeiten 🙂
    Die sexuelle Befriedigung kann Frau sich als Dommse im real contact holen – Subbi an der Leine schön ranziehen zum Lecken und wenn er es nicht richtig gut macht, kann sich die Peitsche in der Hand auch mal richtig gut anfühlen. Viel Spaß beim Rumprobieren.
    Grüße, Lisa

    1. Jaaaa, dahin sind wir ja leider nicht gekommen! Ich hatte so ein schöne Idee gefunden: Dem Subbie die Eier abbinden und das mit dem Gestell meines Bettes verbinden…. auf etwas Zug achten und dann einen Stuhl so ziemlich ans Ende der Seilspannung stellen – Breitbeinig drauf setzen und subbie zum Lecken auffordern 😉 Dann gerne den Stuhl immer ein bisschen nach hinten verschieben…. Hätte bestimmt Spass gemacht *g*

  4. Sehr gut, dass du die andere Seite kenne gelernt hast.

    Ich bin auch der Auffassung, dass man beide Seiten kennen muss um vernünftig zu spielen. Vernünftig zu spielen im Sinne von einem gegenseitig einverständlichen Spiel oder wie ich mal las, gemäß einer vereinbarten Verabredung zu einer inszenierten Sexualität.

    Nach meiner Ansicht ist die dominante Seite für Männer eher ein Orgasmusturbo, währenddessen sie für Frauen nicht unbedingt sexuell erregend ist. Es sei bei ihnen mehr eine mentale Erregung, eine Erregung des Egos. Manche sagten mir, es sei besser als ein Orgasmus. Allerdings gestanden mir auch einmal eine, sie hätte am nächsten Morgen mehr klebriges Zeug in ihrer Unterhose als sonst gehabt.

    Aufpassen muss du, das du deine Kontrolle behältst. Eine Frau meinte einmal, sie bekäme solche Adrenalinschübe, dass sie immer erst wüsste was sie getan habe, wenn es bereits vorbei ist.

    Insofern, be careful (und nimm bitte das Kopftuch ab).

    1. Huhu! Die Aussage, dass es nicht unbedingt sexuell erregend für mich war, passt ja … Vielleicht ist/wäre das „in echt“ noch etwas anderes, ich bin immernoch am Grübeln, wie ich das, was mich anmacht in eine dominante Rolle verpacken kann… Wenn ich es nunmal mag „genommen“ zu werden beim Vögeln, weiss ich nicht, wie ich das als Domme umsetzen soll… 🙂

      Gerade nachdem, was mir passiert ist, kannst Du davon ausgehen, dass ich sicher niemals die Kontrolle verlieren möchte und ich glaube der Sub kann bestätigen, dass ich mir sehr viel Gedanken um sein Wohlergehen gemacht habe und das auch immer hinterfragt habe und mir für das Aftercare der persönliche Kontakt extrem gefehlt hat … Für ihn und auch für mich… Das hatte ich ja schon beim Online-Spiel mit R. gemerkt – mir fehlt grossteils der Kuschelfaktor 😉

      Die Reise bleibt spannend und geht auch deswegen langsamer voran, weil ich eben so vorsichtig geworden bin… 🙂

      Kopftuch: Mal schauen, wie schon Sir Alec geschrieben… ich probiere einiges aus, das Blog wird sich verändern und das Layout damit auch… 🙂 Mal sehen, wo es hingeht… 🙂

  5. Nun, erstmal, dein Bericht finde ich sehr aufschlußreich ! Wirklich, und auch sehr gefühlvoll ehrlich. Gefällt mir !

    Und was das eine angeht, solltest du eben auch beim dominieren auf deine Lust hören. Denn auch wie im umgekehrten Fall ist es ja ein Zusammenspiel ! Dafür sollte man sein Gegenüber auch genau kennen. Sorry, meine Meinung !

    Was das Switcher angeht !? Nun, laß dir gesagt sein, nach all der Zeit, wo ich so schreibe, stelle ich bei mir selber gerade so fest, das sich meine Lust ein wenig wechselt. Was mich zu einem „Switcher“ macht !? Ok, Verhältnis noch 70:30 ! Aber ich finde es auch irgendwie aufregend 🙂

    Schöne Grüße

    1. Danke! Das macht schon alles Sinn und ich glaube, dass vieles klarer für mich wäre, wenn ich es wirklich mal „in echt“ ausprobieren könnte. In der Theorie finde ich das schwer … Finde ich es aber als sub genauso schwer, was mich ja oft in die brenzligen Situationen bringt, weil ich Dinge nur theoretisch einschätzen kann.

      Nun denn, Hauptsache es bleibt aufregend… 🙂

      1. Nun, wie ich das so verstehe, frage ich mich gerade was dich davon abhält es einmal in Echt auszuprobieren !?

        Jedenfalls in beiden Situationen solltes dich aber eigentlich in keine brenzligen Situationen bringen !

        Egal was du machst, hauptsache ist doch das es für dich aufregend, schön ist. Manchmal muß man einfach nur genießen……….

        LG

      2. Der Sub steht aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung… Und wie Du vielleicht selber ahnst/weisst, ist es – egal in welcher Rolle – nicht immer soooo einfach das passende Deckelchen für egal welchen Topf zu finden … 🙂

        Und ja, mir ist bewusst, dass es das nicht sollte – aber es hat es … und meine Aufgabe ist rauszufinden, wie es soweit kommen konnte und das in Zukunft zu verhindern.. 🙂

  6. Zum Thema ‚offene Beziehung‘: Die Erfahrung lehrt vor allem, dass der Status ‚Offene Beziehung‘ seitens der ‚Beziehenden‘ aktiv und regelmäßig neu definiert werden muss um zu gewährleisten, dass beide mit ihren Vereinbarungen zufrieden miteinander leben können.

    Umstände ändern sich. Und damit möglicherweise Wünsche und Anforderungen an die Beziehung.

    1. Sag‘ ich ja … 🙂
      Ich bezweifle trotzdem, dass die meisten sogenannten offenen Beziehungen wirklich so diskutiert wurden und werden … Ausnahmen bestätigen die Regel 🙂
      Zudem kann es ja auch den Fall geben, dass mir gesagt wird, es sei offen und dabei ist es das wahrlich nicht … Daher kann ich eben nur eins machen – mir meiner Position bewusst sein und mich selber beschützen … 😉

    2. Und: Ich schreibe aus meiner Sichtweise, ich bin also keiner der „Beziehenden“ insofern wird im Zweifel etwas „für“ (eher gegen) mich entschieden und ich kann nur zuschauen … das wissend kann ich eben nur versuchen, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen …
      Wie jeder das für sich handhabt, bleibt eine persönliche Entscheidung. Ich führte das nur aus, da diese Beziehungsform gerne als etwas definiertes verwendet wird und das ist es eben genau nicht – definiert 🙂

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