Lese- und Zahlenfetzen zum Seitenspringen und meine eigenen zwei Cent

Lese- und Zahlenfetzen zum Seitenspringen und meine eigenen zwei Cent

Letzten Samstag auf dem Balkon, Urlaubsstapel Zeitschriften, Gedanken am Weglaufen, immer an blöde Orte, Gespräche mit Fragen, die ich nicht wirklich beantworten will oder kann und wenn ich will oder kann, dann sind diese Antworten mit Folgetaten verbunden … Wer A sagt und so … Wieso keiner in meinem Leben mal Wegweiser für mich aufstellt? Und wieso habe ich diesen Magnetismus für die falschen Männer? Und wieso die Blindheit für die Richtigen? Und wieso sind, wenn ich die Richtigen mal sehe UND gut finde, die Umstände einfach gegen mich?

In solche ein Gedankenkarussell flogen diverse Artikel über Beziehungen, die Gedanken über „offene“ Beziehungen noch im Hinterkopf, Sir Alec’s Frage nach Zahlen: Laut einer Studie der Universität Göttingen geht jeder zweite Partner fremd.

Soweit ich herausfinden konnte, ist die Studie nicht die aktuellste Sache dieser Welt, aber ob sich da die Zahlen wirklich so verändern?  Und dass die Zahl so hoch sein könnte, hat mich schon ein wenig erschreckt.

Ich bin ja bekennender Beziehungs-Skeptiker…. Man nennt mich auch gerne mal Fatalistin … Ich persönlich würde mich als Realistin mit einem gesunden Part Optimismus nennen. Es ist ja nicht so, dass ich es immer wünsche, dass Beziehungen scheitern … Im Gegenteil … Bei jedem neuen Paar, bei jeder neuen Liebe hoffe und wünsche ich, dass es für immer ist! Und für immer glücklich! Wirklich…Eigentlich bin ich die schlimmste Romantikerin wo gibt… Aber allein mir fehlt der Glaube 🙂

Woran also liegt es, dass soviele verpartnerte Menschen Seitensprünge suchen? Mal offen und ehrlich, mal semi-ehrlich und mal komplett verheimlicht…?

Dazu aus dem Dossier der Brigitte:

„Therapeut Ulrich Clement meint, dass Leidenschaft ermüdet, weil wir alle zwei fundamentale Bedürfnisse haben, die einander leider völlig widersprechen: Einerseits wünschen wir uns Verlässlichkeit und Sicherheit, andererseits Neuheit und Überraschungen. Es ist normal, beides zu wollen. Aber in einer Beziehung sehr schwer, beides zu bekommen. Denn dafür müssten wir denselben Menschen spannend und erregend finden, der uns Sicherheit und Vertrautheit bieten soll. Weil dieser Konflikt schwer zu lösen ist, versuchen die meisten Menschen, ihr Bedürfnis nach Abenteuer aufzugeben. Nur: Die Sehnsucht danach bleibt, selbst wenn Sie verdrängt wird.“

und

„Viele halten den Anspruch auf dauerhafte Leidenschaft für wirklichkeitsfremd, den Anspruch auf Stabilität dagegen für realistisch. Tatsächlich garantieren und weder gemeinsame Jahre noch goldene Ringe, dass der Mensch, den wir lieben, morgen, in einem Monat, in einem Jahr noch da sein wird. Laut Statistiken scheitert jede zweite bis dritte Ehe. Was macht mich so sicher, dass ausgerechnet wir zu den Glücklichen zählen werden.“

 

Klingt doch irgendwie logisch? Ich fühlte mich beim Lesen an eine Unterhaltung mit Sir Alec erinnert, wo wir unseren Bedarf nach Beziehung mit Autostrassen verglichen…. Der Autobahn mit links und rechts Leitplanken und einem geraden Weg von A nach B … Oder die Serpentinen, ohne Absicherung rechts und links, nicht wissend, was nach der nächsten Kurve kommt … wo einem schlecht wird, wenn man zu schnell fährt oder auch gerne mal abstürzen kann…

Was würde ich mir für mich wünschen und wie würde ich es beim nächsten Mal gerne besser machen? Wünsche ich mir eine offene Beziehung? Könnte ich mit der Eifersucht umgehen? Könnte er mit der Eifersucht umgehen?

Die Fälle offener Beziehung, die mir bis jetzt untergekommen sind, waren alle in meinen Augen keine echten. Ich hatte es in einem der letzten Blogbeiträge ja schon geschrieben: Es ist keine offene Beziehung, wenn der Partner sagt „Mach was Du willst, mit wem Du willst, ich will es nur nicht mitbekommen“. Die Probleme liegen auf der Hand: Die wenigsten Menschen können es im Alltag verstecken, wenn sie ein neues Abenteuer für sich entdeckt haben. Sei das ein neues Buch, ein neues Hobby oder ein neuer Mensch … Die Begeisterung ist allgegenwärtig. Im heutigen Zeitalter nimmt dabei die Zeit für das Messagen sicher auch zu und alleine das fällt dem Partner doch auf. Also fängt das Versteckspiel an – es wird geschrieben oder telefoniert, wenn der andere es nicht mitbekommt. Und damit kommen wir zu einer meiner Fragen von vor einem Jahr: An welchem Punkt fängt Fremdgehen denn an? Schon im Kopf? Im Zeitvolumen? Im Herz? Beim Sex? Beim Kuss?

Wenn nicht klar kommuniziert wird, wo Fremdgehen anfängt, weil der Partner nichts davon wissen will – was macht der sehnsüchtelnde Part denn dann? Und wie oft führt man diese Unterhaltung mit seinem Partner? Was zu Beginn der Beziehung vielleicht okay war, ist ein Jahr später überhaupt nicht mehr okay.

Und was ist, wenn einer von beiden permanent seine Neigungen „unterdrückt“? Klar, Kompromisse machen muss jeder, gerade in Beziehungen. Aber geht es wirklich auf Dauer gut, wenn jemand ständig diese Lust wegschiebt für den sonntäglichen Erdbeerkuchen auf der Terrasse? Versteht mich nicht falsch, das ist toll und natürlich ist es auch nicht okay, wenn einer von beiden sagt „ich will das aber und du willst es eben nicht und deswegen hol‘ ich mir das woanders – komm‘ damit klar“… Aber es muss doch noch ein Mittelding geben? Und eine Perspektive? Und eine gemeinsame Lösung oder sehe ich das zu „sexlastig“?  Ist Sex in langfristigen Beziehungen irgendwann Nebensache? Und sind sich da immer beide einig, dass dem so ist? Hier ist Kommunikation gefragt und eine gemeinsame Lösung finden… Jeder muss einen Schritt in die Mitte machen, sonst kann das meiner Meinung nach nicht klappen und dann wird der ehemals partnerschaftliche Kompromiss irgendwann zu einem eiskalten, schmerzenden Vorwurf.

Mein Fazit aus diesen Gedanken und meinen Erlebnissen: Wenn dann müssen beide Partner offen leben und auch beide Partner andere Partner haben … Und es muss darüber geredet werden, in regelmäßigen Abständen. Und selbst dann bleibt ein Restrisiko, dass es unausgeglichen bleibt und Verletzungen vorkommen … Und beide Seiten müssen sich mit den jeweiligen Vorlieben und Neigungen und Fantasien des anderen auseinandersetzen. Ein „Iiiiiih, bleib weg mit den Handschellen“ ist eben keine Lösung… (finde ich)

Im engeren Freundeskreis wird viel geheiratet und viel getrennt und es gibt Entscheidungen „nebeneinander her zu leben“ … Jede dieser Personen hat gute Gründe für die Entscheidungen, aber der Zweifel, ob man sich richtig entscheidet, bleibt … Weil es ja meist eben nicht nur um einen selber geht und oft auch gar nicht die Zügel in einer Hand alleine liegen.

Ein paar weitere Statistiken von Ragnar Beer und Theratalk

  • Eine Vorstudie ergab, dass etwa 76 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen sexuelle Unzufriedenheit in der Beziehung als Grund für den begangenen Seitensprung sahen.
  • Eine Befragung unter 3334 heterosexuellen Männern (34 %) und Frauen (66 %), deren Partner fremdgegangen waren, zeigt, dass die Betrogenen oft unter posttraumatischen Belastungsstörungen wie Depressionen, Angstattacken oder Herzrhythmusstörungen leiden. Die Studie ergab außerdem, dass ein Seitensprung nur in seltenen Fällen ein One-Night-Stand war. Über zwei Drittel der Betrogenen gaben an, dass die Affären ihrer Partner länger als einen Monat andauerten.
50 % der betrogenen Männer und 55 % der betrogenen Frauen kontrollieren, ob sie von ihrem Partner noch immer oder wieder betrogen werden …
… die Betrogenen durchsuchen die Taschen ihres Partners, durchstöbern seine Post, lesen seine E-Mails und checken sein Handy auf Telefonate und SMS
48 % der Männer und 53 % der Frauen haben die Untreue ihres Partners erahnt
58 % der Frauen, die etwas geahnt hatten, haben den Seitensprung herausgefunden
51 % der Männer, die etwas geahnt hatten, haben den Seitensprung herausgefunden
70 % der Frauen sind wütend auf die andere Frau, 68 % auch auf den eigenen Mann
70 % der Männer sind wütend auf den anderen Mann, aber nur 47 % auf ihre Partnerin“

Also für mich ziehe ich hieraus das Fazit, dass mein Bauchgefühl stimmt – Fremdgehen ist heimlich fast unmöglich 🙂

Ich klammere mal die „Unfälle“ aus, also zuviel Alkohol getrunken und One-Night-Stand z.B. Ich rede primär von den Herrschaften, die geplant untreu werden und bewusst eine Affäre suchen. Ich möchte z.B. selten wissen, warum der Mann Affären sucht… Ich möchte mir die Probleme nicht anhören, ich würde anfangen Probleme lösen zu wollen … Helfersyndrom und so

Aber sie erzählen es mir meist trotzdem und oft ist es eben die gleiche Geschichte: Sie hat nicht so oft Lust wie er, Sie mag nicht die Sachen, die er ausprobieren will … Das sind die Top Two.

Heute morgen gerade dazu gelesen, dass Liebe und damit auch Sex Zeit brauchen … Dass in unserem heutigen Alltag Liebe, Zeit für den Partner, Zeit für den Sex, kleine Rituale oft hinten herunterfallen, weil alles andere wichtiger ist und man abends bzw. morgens keine Zeit dafür hat… und irgendwann fällt es nicht mehr auf, dass es nicht mehr da ist… Weniger joggen, mehr vögeln – quasi 🙂
Datenights wieder einrichten, bewusst Zeit nehmen füreinander…
Es ist ja eigentlich so simpel und trotzdem … klappt es oft nicht…

Ich beobachte das für mich weiter, es ist ein Ding der Unmöglichkeit keinen Kontakt zu verheirateten Männern zu haben … Das steht in all meinen Profilen und auch wenn ich eine Absage erteile mit genau dieser Begründung, wird das oft nicht akzeptiert (und ja, dann liegt es an mir einfach nicht mehr zu reagieren … Das mache ich mittlerweile nach meiner Absage auch nicht mehr). Diese mangelnde Einsicht, dass am Ende ich auch ein grosser Verlierer in dem Spiel sein kann, wenn ich mich auf einen vergebenen Mann einlasse – die fehlt beim Gegenüber… Da kommt oft nur „aber ist doch meine Ehe, die ich aufs Spiel setze“ – äh, ja, nun … es ist aber auch mein Herz, im schlimmsten Fall… Denn was, wenn er mir gefällt … was, wenn ich mich in ihn verliebe? Ich werde niemals in der Lage sein etwas einzufordern, ich werde immer nur dann beachtet, wenn gerade Zeit ist und ich werde einfach niemals Priorität haben oder Nummer Eins sein … Das gilt in allem .. Es wird zuerst das Zuhause, das Sichere beschützt – wer dabei unter die Räder kommt? Egal… Am Ende höre ich dann wahrscheinlich noch einen Satz wie „Du wusstest doch, dass ich verheiratet bin“ … Also bliebe nur die Option des seelenlosen Ficks … Gibt es … Hatte und habe ich … Hat seine Daseinsberechtigung … Auf lange Sicht ist das aber eben nicht befriedigend für mich … Es dient der sexuellen Befriedigung, nicht der seelischen Geborgenheit…

Also bleibt als Fazit weiterhin die (für mich) spannende Frage: Was will ich?

 

Ich denke weiter nach… 🙂

 

Noch eine schöne Woche!

Lila

P.S.: Auch das hier aus dem Brigitte-Dossier fand ich sehr spannend und ja, ich versuche immer so schnell wie möglich die Menschen „in echt“ zu treffen *g*

Wolfgang Paetzold: „Wir müssen wieder lernen, ohne die elektronische Nabelschnur zu leben, altmodisch und sinnlich zu werden. Begehren entsteht aus Mangel, und die ständige Verfügbarkeit ist eine Form der Gefangenschaft. Es ist völlig in Ordnung digital Kontakt aufzunehmen – aber dann sollte man so schnell wie möglich die Ebenen wechseln und sich „in echt“ begegnen.“

 

 

P.P.S.: Das ist für Dich, Sir Alec 🙂

  • In Russland geht nur jeder vierte Russe fremd. Insbesondere Moskau allerdings fällt aus dem Rahmen – denn dort gehen 76% aller männlichen Einwohner fremd. Die Geliebte wird dabei als Statussymbol betrachtet. Bei den Frauen sind es wesentlich weniger, die fremdgehen. In ganz Russland sind es etwa 20% der Frauen, in Moskau etwa 40%.
  • In Italien betrügen nach eigener Aussage 67% der Männer ihre Ehefrauen. Das Forschungsinstitut Censis hat allerdings ausgewertet, dass lediglich 25% der Männer tatsächlich fremdgehen.
  • 29% der Schweizer haben außerehelichen Sex – und zwar sowohl Männer als auch Frauen
  • In Schweden gehen 38% der Männer und 23% der Frauen fremd
  • In den USA gehen lediglich 15 bis 17 Prozent fremd – und das auch noch mit schlechtem Gewissen, wie eine Studie der Forscherin Pepper Schwartz beweist. Dabei spielen Schuldgefühle und moralische und religiöse Bedenken eine wichtige Rolle.

45 Gedanken zu “Lese- und Zahlenfetzen zum Seitenspringen und meine eigenen zwei Cent

    1. Ja, das ist eine gute Frage … Dazu gabe es mit DasManuel und Sir Alec schonmal eine Diskussion – irgendwann im letzten Jahr… Hier – Begriffsblitzschach … wir haben das nie geklärt…. Heisst für jeden wohl etwas anderes… Für mich „Partnerschaft“ und es geschieht eine nicht-abgesprochene ausser-partnerschaftliche-sexuelle Tätigkeit …? 😉

      1. Ich, als Beziehungs-Skeptiker, wuerde ja eher sagen, dass das „Fremdgehen“ das Resultat vom sich entfremden ist – sowohl vom Partner als auch von sich selber… Oder man war schon nicht man selber, als man die Beziehung eingegangen ist… ? War der Partner an sich schon ein Kompromiss? Das sind alles sehr unangenehme Fragen, die sich die wenigsten glaube ich gerne stellen… 🙂

  1. Das ist wirklich ein sehr ausführlicher Beitrag mit Fragen, die sich wohl jeder schon mal gestellt hat. Also ich auf alle Fälle. Vielen Dank dafür.
    Ich glaube es gibt keine allgemein gültigen Antworten, deswegen tun wir uns ja so schwer.
    Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erstmal heraus zu finden und dann noch in Worte zu packen ist ja das eine, diese dann aber noch mit jemanden, den man liebt, in das gemeinsame Leben zu integrieren, eine ganz andere. Ich weiss es auch nicht; aber ich weiss was ich mir im Moment wünsche und das versuche ich zu leben.
    Mich hat mal ein 11-jähriger Junge gefragt, wann man eigentlich fest mit jemanden zusammen ist. Beim ersten Kuss, beim ersten Sex? Diese Fragen bewegen uns wohl schon früh und dann immer mal wieder und auch die Antworten können sich dabei ändern.
    Ein heisses Thema :-). Verwirrung ist oft der Anfang von etwas Neuem. Du wirst Deine Antworten finden. Da bin ich ganz sicher und dazu wünsche ich gutes Aushalten und Durchhaltevermögen. Lieben Gruss. Melanie

    1. Gerne! Es hat wirklich Spass gemacht und dank meiner Mentalen-Sparring-Partner ist es ein ganz interessanter Weg zu ein bisschen mehr Selbsterkenntnis. Und genau wie Du schreibst, muss man es machen – die eigenen Wünsche und Bedürfnisse herausfinden und kommunizieren und dann hoffentlich jemand finden, der das versteht und akzeptiert und im Idealfall mit viel Liebe mitlebt 🙂

  2. Weißt du, was ich sehr interessant finde. Außer dem, wie es deinem Herzen geht, drehen sich all jene Studien mehr um Sex, als um irgendetwas anderes. Fremdgehen ist womöglich schon die Selbstbefriedigung…was ich damit sagen will ist folgendes: Vielleicht ist es nicht nur so, dass das Netz uns eine Menge an Menschen bereithält, sondern eine Masse an Sex. Ich habe daher (Achtung Spoiler!!!) ein ganz eigenes Projekt für mich gestartet, an dessen Ende ein eBook erhältlich sein wird. Auch ich werde mal offen über Sex reden, aber eben verbunden mit einer 30tägigen Enthaltsamkeit. Kein Sex, keine Pornografie, keine Selbstbefriedigung. Werde ich danach eine Antwort auf die Frage haben, wie man eine harmonische Beziehung führt? Nö, aber ich hoffe doch, dass der Blick ein wenig weiter vom Sex entfernt liegt und mehr in uns selbst.

    1. Ich denke, dass es unterschiedliche Ebenen gibt, die dann auch unterschiedlich verletzen… Was ist z.B. Mit emotionalem Fremdgehen? Ich werde oft als Bedrohung empfunden, weil ich mich gut mit Männern verstehe… Mit mir kann man Bier trinken, über Titten reden, über Sex … Mir erzählen manche Männer mehr als ihren Frauen… Da muss nicht mal was Körperliches passieren … Allein dafür werden Männer von ihren Damen zurückgepfiffen – ist das dann schon „fremdgehen“? Die gleiche Frage ist zu Stellen bei z.B. Online-SM – ist das Fremdgehen, obwohl wir uns physisch nicht berühren? die Facetten und Fragen sind wie die Antworten zahlreich …

      Nicht verwundern sollte es allerdings, dass die meisten Frauen einen Seitensprung ihres Mannes verzeihen können, wenn es nur etwas Körperliches war … Andersrum stelle ich es mir anders vor …

      Da ich momentan und schon seit längerem nicht in einer emotionalen Beziehung stecke, kann ich eben nur die Fragen nach dem Sex stellen… Ich kann Dir aber sagen, dass sich bei mir mit Enthaltsamkeit nix ändert *grins* schon getestet … Ich denke, dass unterschiedliche Phasen und unterschiedliche Modelle gibt im Leben … Wie gesagt – ich sehe grade keine Wegweiser, deswegen weiß ich ja auch nicht wohin … Finde ich aber auch mal ganz entspannend 😉

      1. Hm…das ist eben ganz oft auch einfach eine Frage des Gefühls. Also ist die Person an meiner Seite wirklich noch bei mir und ich bei ihr. Wenn das nicht stimmt, dann ist es ein guter Grund, eine Beziehung zu beenden und dafür muss man gar nicht fremdgehen. Das Fremdgehen ist vermutlich einfach nur der Punkt, an dem es dann absolut zu viel ist. Dann kommt natürlich noch dazu, wie oft es passiert usw.

        Das war keine Kritik an dir, sondern gesellschaftlich gesehen und manchmal liegt mir der Schwerpunkt zu sehr auf Sex. Du hast also schon mal über mehrere Wochen keinen Orgasmus erzeugt? Und wie war das? Also gab es in irgendeiner Form eine Veränderung? Hast du das bewusst gemacht?

      2. Ich kann nur aus meinen Begegnungen Erfahrungen ziehen und da ist es ganz oft so, dass Fremdgegangen wird, weil der Sex nicht stattfindet, nicht aufregend genug ist, nicht die Bedürfnisse befriedigt etc. Es wird aber auch so gut wie NIE darüber gesprochen. Eigentlich möchte ich ja garnicht wissen, warum der fremde Mann in meinem Bett liegt. Da diese aber meist ein Rechtfertigungs- und Redebedürfnis haben und ich neugierig bin, wird eben erzählt. Auf meine Frage, ob Mann da mit seiner Frau drüber spricht, kommt oft „ja irgendwannn mal, ist nicht ihr Ding“ … Auf die weitere Frage, warum Mann dann nicht geht, kommt of ein „Aber ich liebe sie doch?“ – Das ist nicht unbedingt voneinander zu trennen – zumindest hatte ich noch keinen Mann in meinem Bett, der danach oder währenddessen seine Frau verlassen hätte, weil es konsequent und ehrlich gewesen wäre. Oft ist es sicher auch eine Portion Bequemlichkeit … Ist Dir mal aufgefallen, dass die meisten frisch getrennten Männer ruckizucki eine neue Freundin haben? Männer (oder diese Art, ich will nicht pauschalisieren) können nicht alleine sein … Mein Vater konnte das auch nicht… Meine Mutter kann das ganz wunderbar… Es ist sicher nicht nur eine Geschlechterfrage, sondern auch eine Typen- Erziehungs-, Charakterfrage … ABER es ist eben auch eine Geschlechtersache, wie sich in sowas verhalten wird. Vielleicht können Männer Sex und Liebe wirklich besser trennen als Frauen… ?

        Ich verstehe Deine Kommentare nicht als Kritik, niemals… sei Dir dessen versichert. Und ja, es ist sicher so, dass die Gesellschaft sehr versext ist … Ist auch kein Wunder, oder? Ich weiss noch, dass ich die RTL-Schmuddel-Pornos heimlich hinter der Couch sitzend mitgeguckt habe … Heimlich den Playboy gelesen und wieder zurückgelegt habe… Vieles, was ich heute als „normal“ empfinde, wurde mir damals als schmuddelig anerzogen… Heute ist es aber eben auch einfacher an die Dinge heranzukommen und an der Oberfläche wird „total“ offen über Sex kommuniziert… Wenn die freie Wahl besteht, wird eben auch nicht zwingend sorgfältig ausgewählt… Und mir fehlt bei der ganzen Sache auch das Gefühl, aber ich kann es nicht in die Menschen reinhexen und den Männern meines Alters das auch nicht mehr beibringen… Leider… Ich würde sehr gerne, denn auch Sex macht mit Gefühl mehr Spass… Keine Frage… 😉
        Das Ding ist glaube ich, dass die Männer meiner Generation so eine kleine Zwittererziehung genossen haben: Zum Einen noch seeeeehr viele klassische dominante Männerrollen, dann aber auch emanzipierte Frauenrollen, vielleicht oft eine schwierige Elternbeziehung, die kein gutes Vorbild bietet udn dann auch niemand, der beigebracht hat, über Gefühle zu reden. Mein Bruder lernt es jetzt – mit 42 … Andere im Freundeskreis gehen in Therapie, weil sie wissen, dass was falsch läuft, aber nicht drüber sprechen können, weil sie nicht wissen wie… Es ist traurig… Wirklich…
        Deswegen freue ich mich über Männer wie Dich, auch wenn ich Dich nur online lese … Aber es gibt Hoffnung…

        Zur Enthaltsamkeit: Ich hatte knapp 10 Jahre keinen Sex … Das war nicht wirklich bewusst oder absichtlich, sondern ist eben so passiert… Ich habe in der Zeit masturbiert, aber es gab auch Phasen, wo ich keine Lust hatte… Nach dem Unfall dieses Jahr und mit der Einnahme der Pille seit Dezember war meine Libido absolut tot… Wirklich.. eine ganz seltsame Erfahrung… Mein Kopf hatte „Lust“, mein Körper überhaupt nicht … Nach genauerem Nachforschen, war es natürlich keine Lust in meinem Kopf,sondern eher ein Drang mit selber etwas zu beweisen… Dass ich es trotz der Geschichte mit H. noch kann etc.pp. Das war eine lange Zeit ohne Orgasmen, die die es gab, wurden von R. gefordert und waren toll … Dennoch hat das etwas verändert… Vielleicht so ein bisschen das Denken in mir „Qualität vor Quantität“ und dem Innehalten und dem Wunsch erstmal herauszufinden, was ich möchte.. Weil es eben nicht der nächste Orgasmus ist, den ich suche – den kann ich mir meist viel besser besorgen, als jeder Mann *g* Ich weiss aber auch, dass sich für mich nicht zwingend etwas ändert, wenn ich über Wochen keinen Orgasmus habe, ausser dass der „erste“ nach der Fastenzeit, schnell und intensiv ist 😉

        Puh, viel geschrieben und ich weiss garnicht, ob ich auf den Punkt gekommen bin.

        Vielleicht so: Ich würde mir Wünschen, dass Menschen sich mehr mit Sex, Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen beschäftigen und damit auch mehr mit sicher selber. Ich glaube, dann wären viele glücklicher. Sex – der Mangel oder der Überfluss davon, sind sicher oft nur ein Zeichen für einen anderen Mangel oder Überfluss. Ob das pauschal für alle Menschen zutrifft? Keine Ahnung. Aber dass viele Menschen sich selber mehr reflektieren sollten, da bin ich total bei Dir… Was man aber auch nicht vergessen sollte, es gibt auch einfach den Sex, der einfach Spass macht *g* Man sollte sich nur eben immer ein bisschen bewusst machen, was man da grad mit einem anderen Menschen teilt… 🙂

      3. Uff..nur wie antworte ich jetzt darauf? Ich wollte doch gleich wieder ins Nachtleben zurück und nur mal eben nachschauen, was so im Postkasten liegt…

        Einen Punkt greife ich mir raus, weil ich auch Frauen kenne, die direkt nach der Beziehung wieder einen neuen Freund haben. Hab ich oft genug schon erlebt und womöglich ist es gerade der große Schmerz, der schnell mit einer neuen Beziehung gestillt werden muss. Ist ja eher die Frage, wie man „Verlieben“ definiert. Manch einer sieht dafür viele mögliche Partner als Option und versucht es und manch andere brauchen eher ihre Ruhe und warten auf einen besonderen Menschen. Beiden Typen würde ich nicht unterstellen, dass sie mehr oder weniger ehrlich lieben.

        Keine Lust zu empfinden, das kenne ich auch, allerdings kann ich dann dennoch einen Orgasmus „erzwingen“. Deswegen ist das schon eine Besonderheit, es nun für einen längeren Zeitraum auszusetzten. Ich hatte es vor drei Jahren mal aufgrund einer Krankheit gemacht. Da war weder ein Gedanke noch das Gefühl dafür vorhanden und zehn oder elf Tage ohne gingen vorbei, bis es mir plötzlich auffiel. Aber mir tat es gut. Wobei es noch andere Faktoren für jenes schöne Selbstwertgefühl gab. Aber warum nicht mal einen Teil davon wieder versuchen herzustellen, also von jenen Umständen.

      4. Na von Deinem Nachtleben will ich Dich niemals abhalten 🙂

        Ich denke, dass man – wie auch schon zu Herrn Waldstern gesagt – nicht pauschalisieren kann oder soll, das war ja auch niemals die Absicht des Beitrages … Ich würde mir nur wirklich wünschen, dass sich die Menschen ein wenig mehr mit sich beschäftigen würden und wenigstens verstehen, warum sie handeln wie sie handeln … 🙂

        Zur Enthaltsamkeit: Vielleicht liegt es an meinem fortgeschrittenen Alter, vielleicht an der langen, unfreiwilligen Enthaltsamkeit vor ein paar Jahren und der erzwungenen Anfang diesen Jahres … Wenn mein Leben ein Tortendiagramm wäre, ist da mehr Enthaltsamkeit als Sex 🙂
        Und dabei macht mir Sex viel Spaß … 🙂
        Aber ich kann mir andere Leben vorstellen, wo die Torte vielleicht anders gefüllt wurde und vielleicht macht es da mehr Sinn mal eine keusche Phase einzuschieben?
        Ich bin auf jeden Fall auf Deinen Selbstversuch gespannt und auch auf das, was danach passiert 🙂

  3. Auch wenn ich mich vor langer Zeit für ein anderes Beziehungs- und Lebenskonzept entschieden habe, finde ich diesen Blogbeitrag mit seinen Fragen echt spannend. Mal völlig davon abgesehen, das ich total auf Statistiken abfahre 😉
    Sehr interessant auch die Frage nach dem eigenen Empfinden als Affäre und damit auch oft der um die Liebe und Sicherheit betrogene Geliebte. Wer betrügt und belügt eigentlich wen – Letztendlich jeder sich selbst? Und wie kommt man damit klar?
    Danke für diesen Denkanstoss… und von Herzen die besten Wünsche für deinen Weg zu den Antworten *smile*

    1. Danke und Gerne 🙂
      Im Endeffekt muss sich jeder, der sich in so eine Konstellation begibt, bewusst machen, dass jeder Beteiligte irgendwie irgendwen irgendwann anflunkert… Und man sich selber wahrscheinlich auch, klar 🙂

  4. Oh, das ist ein sehr interessanter Eintrag, und Du weißt ja, dass ich mich mit diesen Fragen auch befasse.

    Offensichtlch habe ich mich für Abenteuer zu Lasten der Sicherheit entschieden. Das ist erst mal eine tolle Erkenntnis, aber dann kommt der nächste Negativpunkt: Aber das Ende ist doch vorprogrammiert, bei so einer Beziehung. Zumindest schoss mir der so in den Kopf. Aber ist es wirklich so? Ich hatte zu drei liierten Männern Beziehungen. Einen hat die Frau zurückgepfiffen, von den beiden anderen habe ich mich bewusst getrennt. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Das wäre mir auch in Beziehungen mit nicht liierten Männern passiert, oder?

    Zur Sexfrage: Viele behaupten (empfinden?), dass der reine Sex mit einem anderen Partner sie verletzen würde. Viel schlimmer finde ich es aber, wenn jemand emotional viel mehr bei der Affäre als bei dem eigenen Partner ist. Und dafür ist noch nicht mal Sex nötig. Würde ich erfahren, dass „mein“ Ted mit anderen Frauen Sex hat, wäre das schlimm genug, denn er hat mir versprochen, es nicht zu tun. Würde er aber mit anderen Frauen den Sonnenaufgang verbringen – und nur – aber bewusst und mit viel Freude – den Sonnenaufgang, hätte ich ein viel größeres Problem. Oder noch ein Beispiel: Würde er anderen Frauen Liebeserklärungen wie mir machen, würde etwas in mir zerbrechen.

    Mir geht es immer darum, dass ich nicht möchte, dass mir etwas weggenommen wird, was mir wichtig ist. Und ich möchte für den anderen etwas Besonderes sein, eine „Nische“ mit ihm haben, die nur uns gehört. Mit anderen (in dem Fall seiner Frau) kann er dann anderes machen. Naja, so weit die Theorie 😉

    1. Ich weiss 🙂 Das Lesen Deiner Geschichten und Erfahrungen ist an dieser Stelle auch sicher für mich interessant.

      Also Du hättest Dich von nicht-liierten Männern sich nicht aus den Gründen getrennt, aus denen Du Dich von Luis getrennt hast… Das ist einfach mal so festzustellen. Und ja, im Endeffekt, weisst Du bei Ted, wie es enden wird … Dass Du Dich dennoch bewusst für diese Form der Beziehunge entscheidest, das ist dann ein Denkanstoss á la „Jede Wahl hat Ihre Regeln“ (Frau Bukowski schrubte das vor einiger Zeit und es stimmt)
      Tendenziell hast Du natürlich recht, dass es keinen Unterschied macht, ob jemand liiert ist oder nicht – Verletzungsgefahr ist immer da…

      Für mich wäre es immer schlimmer, wenn jemand mir emotional „fremdgeht“ als körperlich… Aber da spreche ich rein theoretisch – ich bin noch nie betrogen worden (zumindest weiss ich es nicht), war immer die Geliebte – bin allerdings auch nie fremdgegangen… Ich trenne mich in solchen Fällen oder biete ein alternatives Beziehungsmodell an, das meist von Männern nicht gelebt werden kann.

      Was die Nische angeht – ja, kenn ich … 😉 Und das Problem mit Theorie und Praxis eben auch…
      Ich glaube, dass es für dieses Thema soviele Antworten und Theorien und Modelle gibt, wie es Menschen auf dem Erdball hat 😉

      Ich glaube, ich kämpfe nur ein bisschen dafür, dass man sich selbst gegenüber wenigstens ehrlich ist… 🙂 Das ist zumindest mein Ziel für mich 🙂

      1. Ja klar, natürlich hätte ich mich von nicht-lliierten Männern aus anderen Gründen als von Luis oder so getrennt. Aber getrennt habe ich mich letztendlich immer irgendwann.

        Wie’s bei Ted enden wird… Ja, ich kenne den wahrscheinlichen Ausgang. Aber man weiß ja nie. Ich hätte auch nie gedacht, dass Luis die Sache mal gegenüber seiner Frau öffentlicht macht. Die Entwicklung war völig anders, als ich es mir ursprünglich gedacht oder auch erhofft hätte. Alles ist möglich. Also genießen, so lange es geht. Bis vielleicht der Schmerz überwiegt.

  5. Welch ein interessanter Beitrag und welch interessante Kommentare. Ich denke Fremdgehen wird von den jeweils verantwortlichen Personen definiert. Wie Du schreibst, kann für den einen bereits das ausführliche Gespräch zuviel sein und für den anderen wäre auch ein Kuss kein Thema. Wichtig ist, dass man weiß, wo für den anderen die Grenzen sind und dann respektvoll damit umgeht.

    Im Sinne dieser Diskussion würde ich Fremdgehen als den Austausch von Körperflüssigkeiten definieren. Warum sucht man das Neue? Ich denke hier geht die Frage schon los. Sucht man das Neue oder geht man weg vom Alten? Potentielle Gründe warum man das Neue sucht:
    – Weil das Alte bekannt ist
    – Weil das Alte langweilig ist
    – Weil man das Alte nicht mehr zu schätzen weiß
    – Weil der Aufwand das Alte „umzugestalten“ vermeintlich höher ist

    Potentielle Gründe warum man vom Alten weg geht:
    – Weil man vom Alten schlecht behandelt wird
    – Weil man vom Alten nicht die Wertschätzung bekommt
    – Weil das Alte von Anfang an ein Fehler war

    Man könnte die Liste endlos fortsetzen und man könnte streiten, ob es auf die eine oder andere Liste kommt. Für alles gibt es gute Argumente.

    Warum bleiben Partner zusammen bzw. warum trennen sie sich nicht? Ich denke, dass diese Menschen entweder sehr bequem, sehr schlau oder wirtschaftlich eingeschränkt sind.
    Bequemlichkeit: Warum alles aufgeben für ein bißchen Austausch von Körperflüssigkeiten
    Schlauheit: Man weiß, dass es bei jedem neuen Partner nach x Wochen, Monaten, Jahren zur gleichen Langeweile kommen wird, egal wie aufregend die ersten Wochen, Monate, Jahre, etc. waren.
    Eingeschränktheit: Man weiß, dass eine Trennung die Lebensqualität so massiv verändern würde, dass man es nicht machen will.
    Auch diese Liste ließe sich sehr lange fortsetzen und auch hier kann man diskutieren, wo die Trennlinien sind.

    Zur Frage ob Männer nicht so gut alleine leben können, denke ich, dass Männer es länger aushalten können bzw. eine Situation nicht als so schlecht empfinden wie Frauen. D. h. ein Mann denkt sich „OK, die Beziehung ist nicht optimal, aber bevor ich mir eine Wohnung suchen muss, Wäsche waschen muss, etc. bleibe ich lieber hier. Vielleicht wird es wieder besser“. Alternativ merkt Mann gar nicht, dass die Beziehung nicht optimal ist. Wenn es allerdings eine neue Frau gibt, dann verlieren die Bequemlichkeitspunkte ihren Schrecken und Mann sieht, dass es mit einer neuen Frau alles viel besser wird.
    Frauen denken, dass sie Probleme in der Beziehung bereits seit langer Zeit artikuliert haben (in einer Sprache, die Männer erst verstehen, wenn Frau bereits ausgezogen ist) und sind irgendwann einfach durch, so dass es besser erscheint alleine zu leben, als diese „Beziehung“ fortzuführen. Auch da mag ein neuer Mann einen Katalysator Effekt haben, aber mehr im Sinne, dass man weiß, was man nicht hat.

    Wie bei vielen Dingen weiß man vorher nicht, was hinten raus kommt und ob die Entscheidung sich zu trennen gut oder schlecht war. Auch hier können es letztlich nur die handelnden Personen entscheiden. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass es meines Wissens keine Computermodelle zu dem Thema gibt. Das wäre doch eine interessante Erfahrung, wenn Frau und Mann die Wichtigkeit von Themen vorgeben könnten und dann werden verschiedene Szenarien durchgespielt und am Ende kommen Wahrscheinlichkeiten raus, wie sich das Leben so oder so weiter entwickelt. Ist es sozusagen „besser“ sich weiter vom Partner betrügen zu lassen, damit man schönen Schein in der Vorstadt aufrecht erhält oder lebt es sich „besser“ im 1ZKB weil man den unnützen Partner los ist.

    Man weiß es nicht. Was man allerdings weiß ist, dass es immer hilft, wenn man miteinander redet und frühzeitig Druck aus dem Kessel lässt.

    1. Hehe, ich habe Flashbacks, Sir Alec!
      Wir waren damals schon unterschiedlicher Auffassung. Ich glaube eben nicht, dass Männer einfach so „nebeneinander her leben“ können – die suchen sich dann nämlich die Abwechslung woanders. Behalten allerdings die Bequemlichkeit des Zuhauses. Auf Problemlösung gehen sie allerdings auch nicht.
      Wohingegen Frauen sich ziemlich sicher so verhalten, wie Du schreibst… Und manchmal eben abwägen, dass es es auch einfach so weiterlaufen kann, weil es bequem ist oder „wegen der Kinder“ (Ganz grausame Entscheidung, btw)…
      Tendenziell glaube ich weiterhin, dass Frauen dann aber auch schneller emotional fremdgehen als Männer… Aber auch das ist nur ein Bauchgefühl… 🙂

      Der letzte Satz ist extrem wichtig und dem stimme ich 100% zu … Anders geht es nicht! Aber – wieviele Menschen können das? 🙂

      1. Ich denke sehr viele können das. Es sind all diejenigen, die eine von außen langweilige Beziehung führen. Das ist wie bei einem defensiven Mittelfeldspieler, der die Gefahr frühzeitig entschärft. Das ist total unspektakulär und doch so wichtig.

        Gehe Deinen Freundeskreis durch. Da gibt es bestimmt einige Fälle, die es alleine regeln.

      2. 2 Paare, die es erfolgreich über die 10-Jahres-Hürde geschafft haben… Ich habe allerdings nicht soviele Paare im Freundeskreis 😉

      3. *g* ich habe schon Pärchenfreunde (wobei das meist ein Freund war bevor er/sie Pärchen wurde), aber die sind noch nicht über die 10-Jahres-Hürde rüber 🙂

      4. Ich habe auch Singlefreunde, die vorher Pärchen waren. Manchmal ist man froh, dass sie die Alte oder den Alten los sind, da die/der Neue besser passt und manchmal ist es sehr schade. 🙂

        Ist etwas besonderes an der 10-Jahre-Hürde oder einfach nur weil es eine runde Zahl ist? Ich bin ja schon lange drüber, aber mir war damals nichts aufgefallen.

  6. Also, dass Männer unbefriedigende Situationen länger aushalten können bzw. eine Situation nicht als so schlecht empfinden wie Frauen, ist wohl so. Ihre Leidensfähigkeit ist enorm. Ich kenne welche, die möchte ich regelrecht an die Hand nehmen und ihnen zurufen, tu dir das Elend doch nicht mehr an, fange an zu laufen und wenn du nicht mehr laufen kannst, dann gehe, und wenn du nicht mehr gehen kannst, dann krieche, und wenn du nicht mehr kriechen kannst, dann krabbele … und sie bewegen sich aus unerfindlichen Gründen nicht.

    Ein anderer Punkt, der mir bei solchen Themen immer umgeht, ist, dass ich viele Männer kenne, die eine Frau suchen. Also, wenn Mann angeblich überall fremdgehen kann, wieso finden die dann keinen Partner?

    Oder, von einem weiß ich, dass er auf „Montage“ wie man so sagt, angestrengt eine Affäre suchte, in Portalen inserierte etc. Es blieb wohl bei Bordellbesuchen. Er fand jedenfalls keine Affäre. Insofern trau ich den Zahlen nicht. Vorallem wenn ich oben so etwas lese „In Italien betrügen nach eigener Aussage 67% der Männer ihre Ehefrauen ….. dass lediglich 25% der Männer tatsächlich fremdgehen“. Das geht doch gar nicht mal annähernd auf.

    Und gestern Abend auf einer Grillparty bekam ich ein Frauengespäch mit, wonach eine Frau zu einer anderen sagte, „das Schöne am Älterwerden sei der nachlassende Blick der Männer“ (Die Frau war übrigens elegant gekleidet und sah unter verobjektivierten Massstäben gut aus).

    Also, wenn dem so ist, dann geht doch erst recht gar kein Zahlenspiel mehr auf.

    @ guinness44: Die 10-Jahre-Hürde oder andere Hürden sind nicht aufschlussreich, da in den Statistiken der Zeitraum von der Eheschließung bis zum Scheidungsurteil erfasst wird. ich kenne einige, deren Scheidungsverfahren sich knapp 5 Jahre hinzog. Bis da alles zusammen getragen ist, alle Auskünfte eingeholt worden sind, das dauert. Insofern ist die 10-Jahre-Hürde wahrscheinlich eine 7-Jahre-Hürde.

    1. Siehst Du – ich kenne genug Frauen, denen ich genau DAS Zurufen möchte 🙂

      Mein Marketingprof hat immer gesagt: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast

      Und so ist es wohl auch hier, selbst wenn alle Befragten die Wahrheit gesagt haben, bleibt immer die Frage wie repräsentativ das wohl ist

      Was das „nicht-finden“ angeht: Es wird zunehmend schwerer, jemanden zu finden, der passt – besonders, wenn man die Ansprüche nicht runterschraubt. Aber wer damit kein Problem hat, der findet 🙂
      Auch hier: Ich wiederum kenne Frauen, mich inklusive, die suchen und nicht finden …
      Zu wieder einen anderen Statistik: Es gibt immer mehr Singles – warum finden die sich alle nicht gegenseitig? Trotz aller Portale, auf denen wir uns so rumtreiben?
      🙂
      Es ist, denke ich, ein vielschichtiges Problem, je mehr ich versuche es zu ergründen, umso mehr Fragen habe ich …
      Für mich wäre es z.B. Kein Thema Männer für Sex oder für Affären zu finden, trotz meines Gewicht oder vielleicht gerade deswegen – who knows. Für Beziehungen der etwas längerfristigen, emotionalen, vllt monogamen Art? Keine Chance… Ich spreche scheinbar keine Singles an… Dabei würden mich Kinder und Ex-Partner überhaupt nicht stören. Selbst Wochenendbeziehung wäre okay – alleine unter diesem Filter bleibt mein Postfach leer und im realen Leben ist mir da auch schon lange niemand mehr begegnet. Und wie ich schon öfter schrubte: Ich bin wirklich vielfältig unterwegs… Auf Parties, Veranstaltungen… You name It… Es ist eben alles nicht so einfach und ich habe das Gefühl, dass es immer schwerer wird… Die Menschen haben es verlernt aufeinander zuzugehen und sich eine Chance zu geben … Vielleicht weil Onlineportale versprechen, dass einen Klick weiter das NOCH bessere Exemplar Partner auf einen wartet … 🙂

      Und danke, dass Du endliche das verflixte 7. Jahr ins Spiel gebracht hast *g*

      Und Danke für Deinen Kommentar 🙂

      1. … jetzt wollte ich dir auf deinen obigen Post eine E-Mail schreiben. Allerdings fand ich die Adresse nicht.

        Daher also als Kommentar.

        Das Problem, dass man irgendwie die falsche Zielgruppe anspricht, hatte ich auch einmal. Ich hatte nur Erfolg bei älteren Frauen. Gleichaltrige Frauen betrachteten mich entweder als Luft oder als Neutrum, oder was weiß ich. Keine Chance.

        Ich fand das zwar nicht wirklich als unangenehm. Für mich stand jedoch langsam die Zeit an, eine Familie zu gründen. Dazu hätte ich schon gerne eine gleichaltrige Frau gehabt. Ich überlegte mir, was ich tun soll. Ein Freund brachte mich auf die Idee. Er sagte mir, Geigenspielerinen wollen alle, du musst dich auf die Bratschistinnen konzentrieren. Die gelten als asexuell, sind es aber gar nicht. Und so konzentrierte ich mich auf Nischenangebote. Also, ich suchte gezielt Frauensegmente, die nicht unbedingt über einem Nachfrageüberhang klagen. Da wären zB keusche, höhere Töchterchen aus ausgeheirateten Adelsfamilien oder etwas überintelligente, promovierte Frauen.

        Ich wurde fündig.

        Insofen meinen Rat, überlege doch mal welche männlichen Randgruppen es gibt (verklemmte Prädikatsjuristen, nerdige It-ler, überarbeitete Mediziner, sendungsbewußte Gewerkschafter, was weis ich, was dir gefallen könnte) und wie du einen Zugang zu diese Gruppe finden könntest.

        Und nimm bitte das Kopftuch ab; hilfsweise kaufe dir eines von Hermes und trage es mit erhobenen Haupt wie Grace Kelly und nicht wie Klementine aus der Ariel Werbung.

      2. Herr Waldstern, Ihre Meinung ist immer willkommen, das „Kopftuch“ dient gleichzeit als Teufelshörnchen…. Und momentan gefällt es mir ganz gut … Müssen Sie leider noch eine Weile mit leben und Hermes und Grace Kelly sind so zwei Richtung, die ich garnicht bediene… Dann schon eher Klementine… Die Anpackende, Kompetente … Schickes Marken-Arm-Candy bin ich „leider“ garnicht… Soviel mal dazu 😉

        Das heisst, Sie sind mit einer vormals Keuschen Bratschistin verheiratet? 😉

        Ich bewege mich durchaus in Nischenmärkten, ein Nerd- und Geekmagnet habe ich schon immer gehabt und habe ich noch. Optisch habe ich wenig Ansprüche, die mir Restriktionen auferlegen. An die Bett-Vorlieben allerdings, da habe ich schon einige Vorstellungen und das könnte vielleicht auch das Problem darstellen.

        Ich könnte, wenn ich wollte, auch einige U-25-Männer haben, die Singles sind … Da dreht sich mir leider der Magen um, weil ich das eben nicht abschalten kann, dass das grade mein Sohn sein könnte. Und das Finden von Themen ist einfach in so einem Fall, was Gespräche angeht, zäh… Ich lag ja schon mit dieser Altersgruppe im Bett und verglich iPhone-Playlisten und Spiele… Äh ja nun… Geht, muss aber nicht… 🙂

        Aber die Idee ist an sich nicht schlecht, ich werde da nochmal in mich gehen und herausfinden, in welchem Teich ich noch nicht gefischt habe… 🙂

        Übrigens, mein Teufelshörnchen-Kopftuch trage ich sowas von Hocherhobenen Hauptes, weil die darunter“stehende“ Zeichnung und die Hingabe des Zeichners für mich einen essentiellen und emotionalen Mehrwert darstellt… Insofern, bitte einfach drüber hinweg sehen 😉

  7. Bei deinen unzähligen, ganz wunderbaren Gedankengängen und Überlegungen MUSST DU einfach diejenige welche sein, die irgendwann diese ganzen sagenumwobenen Antwort finde 🙂

    Nun, ich habe leider auch keine Antworten für dich, nur eine kleine Anmerkung zur Aussage „Wieso keiner in meinem Leben mal Wegweiser für mich aufstellt? Und wieso habe ich diesen Magnetismus für die falschen Männer? Und wieso die Blindheit für die Richtigen?“

    Ich finde: es gibt keine „falschen Männer“! Statt dessen sind genau diese vermeintlich Falschen die Wegweiser, die du vermisst. Die Zeit, die du mit ihnen verbringst ist wichtig! Sie prägen dich und machen dich zu der Frau, die du sein wirst, wenn ER dir begegnet. Und dann wirst du keineswegs blind sein. Du bist es auch jetzt nicht. „Der Richtige“ ist einfach nur noch nicht da.

    Chrchr… AMEN 😉

    1. *lach* Vielen Dank für den Kommentar und auch den Hinweis auf die Wegweiser…
      Du hast sicher Recht und so denke ich ja an sich auch – so in die Richtung „everything happens for a reason“ … Aber manchmal und grade die letzte Zeit ist eben auch zu hinterfragen, ob ich immer richtig gewählt habe oder ob ich dann wenigstens aus der „falschen“ Wahl etwas gelernt habe 🙂

      Der Fakt, dass ich nicht aufgeben möchte, beruhigt mich … denn es scheint ja noch irgendetwas in mit zu geben, dass optimistisch ist und auf etwas hofft 🙂 Was auch immer das sein mag 🙂

      Danke Dir nochmal, you’ve made my Day 🙂

  8. Die Grenze Fremdgehen kann kan nicht eindeutig festlegen. Du gehst dann fremd, wenn Dein Handeln für DICH diese Bedeutung hat. SchauspielerInnen küssen und umarmen andere Menschen, und das zum Teil sehr leidenschaftlich und erotisch. Trotzdem hat es rein gar nichts mit Fremdgehen zu tun. Auch Sex bei PornodarstellerInnen nicht.

    1. Jeder legt das für sich selber fest … Und sollte es mit seinem/seinen Partnern auch so besprechen 🙂

      Stimme Dir vollkommen zu 😉

      Ich gehe auch nicht frem, weil ich nicht monogam lebe und das auch so kommuniziere.

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