Switch

Switch

Ich muss meine Dating-Portal-Profile umschreiben.
Was lange in mir schlummerte, wogegen ich mich teilweise gewehrt habe, was ich am Anfang skurril fand, ist einfach auch ein Teil von mir… Ich also switche gerne.
Ich mag gerne mal in die dominanten Schuhe schlüpfen. Punkt.

(Auch wenn ich im folgenden gerne das Wort „Rolle“ benutze, wie „in eine Rolle schlüpfen“, „die Rolle annehmen“ … Das möge bitte nicht missverstanden werden. Ich stehe nicht auf und ziehe mir ein Kostüm über, es gibt keine festen Zeiträume, wo ich das eine oder andere bin … Es ist in mir – immer präsent. Ich entscheide nur im passenden Moment, was ich gerne ausleben möchte – so wie andere sich ihren Joghurt aussuchen – Erdbeer oder Kirsch?)

Der Weg zu der Erkenntnis war nicht ganz so einfach. Bei den ersten Schritten in die Welt von BDSM war H. die Anlaufstelle und die Aussage war „Wenn Du irgendwann mal einen Mann dominieren willst, ist mit uns Schluss. Das ist für mich total unerotisch und ein Abturn.“
Und so wandelte ich die dominanten Gelüste in Gelüste gegenüber Frauen um, Frauen würde ich dominieren können und wollen, sagte ich mir und ihm.
Hmm nunja … Heute weiss ich – ich würde mich keiner Frau unterordnen wollen, dafür ist mein Ego nicht gemacht, daher würde ich in einer Mehr-Partner-Situation gleichgestellt oder dominant agieren. Aber das heisst nicht zwingend, dass ich eine weibliche sub haben wollen oder bespielen würde. Heisst auch nicht, dass ich das nie wollen würde. Ich weiss aber heute schon, dass ich Frauen anders dominieren würde als Männer. Da gibt es unterschiedliche Triebfedern und Trigger, die sich in anderen Handlungen wiederspiegeln.

Nach H. war ich unsicher, verletzt, lustlos. Ich konnte mir nicht vorstellen irgendwann nochmal Vertrauen zu haben.
Dann kam Dieser Mann , der schon immer überzeugt war, dass in mir eher eine Domme schlummert als eine sub. Der mir sich anbot (und sich dann letztlich wieder verweigerte). Der aber, egal, was sonst noch passierte, eine Tür geöffnet hatte und mir erlaubte zu lernen. Neugierige, teilweise kindlich-naive Fragen zu stellen, Phantasien zu besprechen und auszuprobieren.

Und dann ist da R.
Ich schreibe nicht viel von ihm und dennoch ist er immer da, immer für mich da, weiterhin immer „nur“ online. Aber das macht tatsächlich erstmal nichts aus und sagt auch an dieser Stelle wenig über die Qualität der Beziehung aus. Er war mit ein Grund für Probleme in der Beziehung mit H., der die Aussagen „Du sollst andere Männer treffen“ und „Ich will aber der Wichtigste für Dich sein, Du bist aber nicht wichtig für mich“ ohne mit der Wimper zu zucken und seine eigenen Diskrepanzen entdeckend über die Lippen brachte.
Nun … R. half und hilft mir. Er war und ist ein sicherer Ort für mich, ich kann ihm vertrauen.

Und, er ist Switch. Ich wusste, dass er mal den ein oder anderen Fetisch ausgelebt hat, dass er sich auch mal eine Online-Domme gesucht hatte, aber so richtig präsent wurde das alles erst, als ich ihm von den Ausflügen mit „dem Mann“ erzählte. Erst kamen, in seiner so gewohnt charmanten Art, blöde Kommentare und dann irgendwann die Aufforderung „Dominier mich!“

„Äh, ja … Neeeeee? Geht nicht??????? Du bist mein Dom? Ich verlier jeden Respekt? und Du machst Dich doch eh‘ nur lustig über mich!“

Ungefähr so war meine Reaktion… Aber ich nahm trotzdem die Zügel in die Hand und bespielte ihn … online. Erfolgreich, glaube ich, denn seitdem spielen wir regelmäßig.

Das, was ich für unmöglich hielt, geht… Man kann in einer Beziehung beide Seiten miteinander ausleben, ohne dass es zu Komplikationen führt – wenn sich beide an gewisse Regeln halten.

Für uns z.B. gilt, dass es niemals Konsequenzen aus der Verhaltensweise aus der anderen Rolle geben darf. Er kann mir also kein Verhalten von Domme „heimzahlen“, wenn ich sub bin. Gilt genauso umgekehrt. Es gibt Keywords, Kosenamen, die das Spiel einläuten und die Rollen klarmachen. Jeder muss ehrlich sagen, wonach ihm/ihr gerade der Sinn steht. Ich kann nicht dommen, wenn ich subbig bin, er genausowenig. Das muss der Andere dann jeweils akzeptieren.
Es ist ganz einfach.

Ich musste mich an vieles Neues gewöhnen, mich selber hinterfragen, warum ich im ersten Moment davor zurückschrecke. Balltorture, Eier abbinden, die Harnröhre penetrieren – unvorstellbare Techniken noch vor einem Jahr. Im Endeffekt ist es einfach nur unbekanntes Terrain. Also Lesen, Fragen, Ausprobieren – mit dem richtigen Partner…. Der sich gerne für mich in Schale schmeisst: Also Heels, Strapse, Spitzenslip… Am Anfang war das eher so „Naja, wenns Dir Spaß macht, zieh das halt an“ – Mittlerweile verstehe ich sein Bedürfnis, seine Trigger an dieser Stelle… Und verstehe, dass es ihm noch mehr Spaß macht, weil es mich anmacht. Und das tut es tatsächlich. Wollte ich am Anfang keine Bilder „davon“ sehen, freue ich mich darüber und fordere diese auch ein.

Bei R. und mir gibt es selten Übergriffe in den Alltag, er würde, wenn ich es mir wünschen würde, in Klamotte ins Büro gehen. Ich stelle ihm das allerdings frei, weil ich es mir selber als sub auch selber aussuchen möchte. Das ist für mich eine Grenze, die ich in beiden Rollen beachte. Der andere Mann hatte andere Spielvorlieben, der trug mit Vorliebe seinen Ballstretcher für mich, ging Commando, entschwand gerne mal auf Arbeit aufs Klo um eine Spielrunde einzulegen. Es gibt so wahnsinnig viele Varianten, die es noch zu entdecken gibt.

Es gab und gibt doofe Situationen – massenweise… Es gab auch Tränen der Überforderung. Aber es gibt auch immer wieder Klärung und Gespräche. Ich kann meine Erfahrungen und meine eigenen Limits als sub z.B. nicht immer vergessen – Degradierung, gerade verbale, fällt mir nicht leicht, ist aber einer von R.s größten Leidenschaften. Ich mache es auf meine Art und das ist okay und genug für ihn. Es gibt, das macht es so entspannend, keinen Druck. Es passt.

Momentan bin ich mehr Domme und weniger sub. Manchmal fragt er mich, ob das für mich okay sei. Meistens ist es das. Denn ich bin gerade keine gute sub. Ich bin zu gierig nach Liebe, Nähe und Anerkennung und das macht mich verzweifelt und grenzenlos. Und ich habe kein Vertrauen, oder wenig, sowohl in ihn als auch in mich. Das ist schwierig und eine Aufgabe für uns beide.
R. liebt das Spiel der Willkür, Verweigerung und des Mindfucks. Das passt gerade nicht und ist zuviel für mich – das weiss er und wir „arbeiten“ daran, Vertrauen aufzubauen.
Als Domme bekomme ich seine Nähe und Anerkennung aus der Rolle raus, das passt wunderbar. Die eine Rolle ist Unsicherheit, die andere Sicherheit… Ich bevorzuge das Spiel in Sicherheit – momentan.
Aussenstehende, die unsere Konversationen auf tumblr begutachten, finden es faszinierend, wie wir parallel und fast schon schizophren beide Rollen bedienen können und scheinbar ohne Schwierigkeiten von der einen in die andere Rolle übergehen. Weil es aber eben keine Rolle ist, sondern einfach Teil von uns.

Ich denke da nicht weiter drüber nach – er macht mich an, wenn er mir dommige Bilder schickt oder wenn er mir subbige Bilder schickt. Das macht keinen Unterschied – ich bin eine Person, die verschiedene Vorlieben hat.

Ganz einfach.

Es passt. Einfach mal genießen, dass das so ist.

32 Gedanken zu “Switch

  1. So lange es nichts unmoralisches oder verbotenes ist, sollte man sich nie gegen Dinge wehren sondern sie einfach zulassen und ausprobieren. Ich finde es toll, dass du diese zweite Seite an dir nun zulässt und nicht unterdrückst und ich wünsche dir, dass du mit deiner Dom-Aders viel Spaß haben wirst. Halt uns bitte auf dem Laufenden! *ggggg*

      1. Für mich ist genau die Kopfarbeit das Problem – ich muss den Kopf abschalten. Dann kann ich mich meinen Gefühlen öffnen, kann über meinen Schatten springen um all das zuzulassen was ich ansonsten mit meinem Kopf unterdrücke. Aber jeder befreit sich anders von den äußeren Einwirkungen, wichtig ist nur, dass man es macht um sich selbst und die Welt ohne Schranken und Grenzen zu entdecken.

  2. Spannend… ich finde das schön zu lesen und wünsche dir viel Spaß bei der Entdeckung deiner dominanten Facetten! 🙂 Und mach dir dabei keine Gedanken über „Schubladen“, sondern genieße deine Lust daran.

  3. Und dann bin da ich, die beim Lesen an deinen Eintrag vom 12.Oktober denkt und dabei ein bisschen mit dem Kopf schüttelt. Für mich ist was du schreibst total schwer vorstellbar/nachvollziehbar und ich glaube nicht, dass das dein Weg ist/sein wird. Nichts gegen ausprobieren, suchen, entdecken und wieder verwerfen, aber immer im Hinterkopf haben: man kann 100% in zweimal 50% o.ä. aufteilen, aber niemals daraus neue 100% machen. Und in Hinterköpfen öffnen sich gerne mal Hintertürchen, aber seltsamerweise häufig nicht die Richtigen. Kürzlich las ich etwas, darin kamen diese Worte vor: Verfügung aus Fluchtwille. Auf mich wirken deine Worte wie eine Verfügung, du verfügst über dich, gibst dich frei und her, überlässt anderen über dich zu verfügen, pflasterst Wege in alle möglichen Richtungen, völlig egal was aus ihnen wird: Sackgassen, Rundwege, Startbahnen, als ob du nur pflasterst um des Pflasterns wegen. Da ist sooo viel Unruhe in diesem lila Bild, ich würde mir für dich wünschen, dass du es einmal anhältst. Es wird Zeit für DEN SCHNAPS, Baby.

    1. Hmmm … Ja, Unruhe ist viel in meinem Leben und wenn ich mir den Bericht vom 12. Oktober durchlese, kann ich nachvollziehen, was Du denkst.
      Aber dieser Blogeintrag ist mitnichten der Bericht einer Wunderheilung oder eines neuen Weges, den ich entdeckt habe.
      Lediglich ein Ist-Zustands-Bericht.
      R. ist kein Ersatz für die zwei Herzensbrecher dieses Jahr, er ist die ganze Zeit da gewesen.
      Er ändert nicht den Blickwinkel auf die Dinge, die ich in der Therapie bearbeiten muss, aber ich hoffe, dass er als Gesprächspartner zur Verfügung stehen wird.
      Weiterhin hält er mich nicht davon ab, meinen Weg zu gehen … Im Gegenteil …
      Aber nochmal: Mein Blick ist klar fokussiert auf das, was ich für mich bearbeiten muss. Das wird lange dauern und hart werden.
      Aber nebenbei darf eben auch das Leben nicht vergessen werden. Sonst hat die Depression gewonnen…
      Was ich damit vielleicht sagen will: Die Unruhe ist da, aber sie liegt weniger in diesem Beitrag 🙂

      Also, der Schnaps steht immer noch im Gefrierschrank jederzeit bereit…. wann und wo? 🙂

      1. Guten Morgen, als Bericht einer Wunderheilung habe ich das gar nicht empfunden, sonst wäre ich wahrscheinlich im Dreieck gesprungen 😉 Vielmehr als ein Symptom. Der Depression hast du bereits eine Kriegserklärung gemacht, deshalb bin ich optimistisch, dass du das wuppen kannst, mir geht es um das Wie derweil. Du weißt selbst, dass das kein Spaziergang sein wird, genau deshalb hinterfrage ich deinen Bericht, weil ich eben keinen echten Fokus erkennen kann. Oder anders gesagt: ich nehme ihn dir nicht ab. Es ist ja das Leben, um das es geht, ich habe es keineswegs vergessen, deshalb verstehe ich wohl nicht, dass du ausgerechnet jetzt (vor der Therapie) Bereiche daraus, dich, so konkret benennst, sie/dich aufstellst wie Hinweisschilder (Absicherungen?): „Das, das, das und dies und jenes, das alles bin ich“. Für wen? Vielleicht ist alles ganz anders? Das würde ich einfach abwarten und deshalb: Doch, das Leben darf auch mal „angehalten“ werden, um dann gestärkt weiterzumachen. Essen, Trinken, Schlafen, Distanzieren und Rückbesinnung aufs Wesentliche, auf das Sein.

        Gerade gelesen: „Das Verlangen danach, verstanden zu werden, ist ein Vergehen,solange man noch nicht Klarheit über sich selbst gewonnen hat.“ [Simone Weil]

        Ich selbst kenne kaum ein Gefühl besser, als die Angst davor mich selbst zu verlieren. Und dann schaute ich nach, was ich da eigentlich habe und fand ein fürchterliches Knäuel aus vermeintlichen Ichs und Dus. Dann habe ich mir die rausgesucht, welche mir am besten gefielen und diese eine Weile gelebt. Ist nicht sooo lange gutgegangen 😉 Ich musste sie ALLE loslassen. Ich habe sie alle an die Wand geklatscht. Reset. Neufindung. Nein besser: Findung. (Und vor allem nicht: NeuERfindung.) Ich glaube nicht, dass das heute der Weisheit letzter Schluss ist, das wäre ja sogar fatal. Aber plötzlich ist da Substanz und ein Fundament, das mich hält. Da bröckelt nix wenn irgendein daher gelaufener Mnesch das falsche Wort an mich richtet. Meinetwegen nennen wir es „Thron“, weil es für Außenstehende gerne so rüberkommt und auch mit einer gewissen Arroganz einhergeht. Das ist völlig egal, weil mich jetzt keiner mehr so schnell von genau da runterschubst, wo es mir gut geht, wo ich sicher bin. Deshalb reagierte ich damals auch so merkwürdig auf diese Sache mit dem heruntergefallenen und zurechtgerückten Krönchen, du erinnerst dich sicher. Mir fliegt die einfach nicht mehr so schnell vom Köpfchen, auch wenn sie mal ein bisschen schief und krumm ebendort sitzt.

        Es gibt Menschen, die behaupten sie wollen „fliegen“, immer nur fliegen. Und das tun sie auch. Sie verraten aber nicht, dass sie das nur tun, weil sie keinen Landeplatz haben. Den brauchts halt, dann ist das Fliegen noch viel wunderschöner. Aber dieser Landeplatz ist nicht mit anderen Menschen verbunden, was eine der ersten, aber auch die schwierigste Lektion ist.

        Schnaps. In der Mitte würde ich sagen. Das Wann machen wir per Email aus.

      2. Also 🙂

        Ich habe das nicht gestern, extra noch schnell vor der Therapie für mich festgestellt, was ich bin oder „sein will“, sondern schon länger. Dieser Beitrag steht seit mehreren Wochen in den Entwürfen. Vorgestern war die richtige Zeit, um ihn fertig zu stellen.

        Auch – weil genau das gerade wichtig für mich ist: Mir selber erlauben zu sein, was ich empfinde. Ich mache das nicht für R. oder für Den Mann … sondern für mich. Es ist keine Absicherung und es ist auch kein Korsett … Wenn ich in einem Jahr anders empfinde, werde ich das auch so für mich benennen. Vielleicht sind das Hinweisschilder oder Wegweiser für mich, vielleicht sind es auch Innere Unruhen, die ich damit für mich zu den Akten legen kann, weil es nichts ist, über das ich weiter nachdenken will oder muss, sondern Neigungen die einfach so sind wie sie sind. Was eben auch nicht zwingend heisst, dass sie mich definieren oder ich die 24/7 auslebe. Ich habe das früher schonmal geschrieben, ich schreibe es gerne nochmal: Der Teil über mein Sexleben, meine sexuelle Orientierung nimmt vielleicht 2-3 % meiner Lebenszeit ein, wenn überhaupt. Aber es ist eben auch Thema dieses Blogs, Thema in meinem Leben.

        All das, was ich bin, versuche ich momentan nur für mich zu sein – ich habe keine Kraft für Andere „etwas“ zu sein. Ich schreibe hier darüber nicht, was auf den anderen Kriegsplätzen passiert – das musst Du einfach so annehmen

        Genausowenig verlange ich, dass mich irgendjemand anderes versteht – ich möchte mich verstehen – ob X, Y oder Z mich versteht, muss mir, soviel habe ich dank dem Gartentür-Bildnis durchaus verstanden, egal sein… und auch wenn ich es hier, jetzt gerade tue – ich muss mich auch nicht erklären. Das ist mein Vorgarten und den pflege ich – oder eben auch nicht.

        Ich habe schon früh gelernt, dass ich tendenziell ein gerne-fliegender Mensch bin und dass das ungesund für mich ist. Deswegen mache ich das auch nicht mehr permanent. Manchmal kann ich nicht dagegen an und dann gibt es eine Bruchlandung.
        Und würde ich wissen, wo mein sicherer Landeplatz ist, würde ich nicht in Therapie gehen, denn dann bräuchte ich den nicht.

        Ich würde an dieser Stelle gerne sagen, dass Du diesen Beitrag absolut überbewertest 🙂
        Der Fokus in meinem Text? Aufhören, Vorstellungen anderer erfüllen zu müssen und auf mich hören.

        Es ehrt Dich, dass Du Dir an dieser Stelle all diese Gedanken machst und ich stimme Dir in allen Punkten, was die vor mir liegende Strecke angeht, zu. Du musst mir einfach glauben, dass ich nicht versuche irgendwas zu übertünchen und ich mich auch nicht an etwas festhalte. Ich bin bereit alles loszulassen, wenn das nötig ist.
        Mein Ziel ist, dass es mir besser geht. Egal, wen ich dafür zurücklassen muss oder was ich an mir ändern und akzeptieren muss.
        Aber ich werde eben auch nicht anfangen, der Therapie vorzugreifen und willkürlich Menschen, Dinge, Wesenszüge aus meinem Leben entfernen, solange nicht klar ist, dass mir diese schaden. Das ist doch dann Aufgabe der Therapeutin – mit mir rauszufinden, was meine Substanz und mein Fundament ist. Wenn ich das alleine oder mit dem Blogiversum hätte lösen können, dann hätte ich das sicher getan 😉

        Und ja, am Ende sitzt das Krönchen so fest, dass da keiner so schnell dran rütteln kann.
        Das ist das Ziel.

        Bitte nicht falsch verstehen, ich mag alle Deine Kommentare und ich verstehe, dass es manchmal schwer ist, die Texte so zu verstehen, wie ich sie gemeint habe. Aber ich kann und will hier eben auch nicht alles niederschreiben, manche Dinge sind zu hart, zu intim, zu persönlich. Aber das kann ich Dir ja dann beim Schnaps erzählen 🙂

      3. Ich kann das gar nicht überbewerten, ich kann nur nehmen, was du vorsetzt und dir sagen, was es mit mir tut. Ich weiß, dass das hier nur die Spitze des Eisbergs ist, dass es einen speziellen Fokus haben soll, aber der ist für mein Empfinden längst verwischt. Und das ist doch das Interessante daran: was DU entscheidest, uns hier zu präsentieren. Das sagt für mich eine Menge aus. Ich tue das ja auch mit jedem meiner Beiträge und Kommentare neu entscheiden. Du musst ja ohnehin mit meinen Kommentaren leben, deshalb ist deine Reaktion und Einschätzung derer für mich völlig okay. Ich erwähne gar nicht mehr explizit, dass meinerseits nichts davon böse oder (ab-) wertend gemeint ist, es sind meine Empfindungen, ein Spiegel deiner Worte unter Berücksichtigung meiner eigenen Erfahrungen UND dem Wissen um ebenjene Eisbergspitze. Bestimmt werde ich auch mal wieder schreiben „Ja, Lila, das ist toll, das ist super, mach es genau so, etc.“ Wenn ich es so empfinde. Im Moment stehe ich hier nur so am Rand rum und philosophiere vor mich hin.

        2-3%? Irgendwie lustig, dass ich das bei mir völlig anders einstufen würde.

      4. PS: Wäre auch in wenigen Worten gegangen:
        „Ich muss meine Dating-Portal-Profile umschreiben.“ Du musst deine Profile (!) mal temporär offline nehmen. Date dich selbst.

      5. Wie Dir vielleicht aufgefallen, dass hier seit Wochen, nein, Monaten keine neuen Männer auftauchen… Der Satz war ein „Stilmittel“ um ihn in die Kategorie der Beiträge thematisch einzusortieren.

      6. Ich suche sie auch nicht 🙂
        Meine Profile sind seit Monaten verwahrlost. Ich schaue in die Sites nicht mehr rein. Schon lange nicht mehr. Weil ich weiss, dass ich nicht finde, was ich suche, solange ich mich nicht selber gefunden habe. 🙂

  4. Liebe Lila,
    das freut mich riesig für Dich! Gratuliere! Du wirkst sehr glücklich damit und dann ist es gut so. Viele denken, Switcher würden sich nur weigern, sich in EINE Rolle zu finden. Dabei kann es einfach perfekt sein. Ganz viel Spaß beim Ausprobieren wünsche ich dir.
    Ich lebe selbst in einer Switcher- Beziehung mit der Liebe meines Lebens. Soviel Variationen, so viel Gleichberechtigung, so viel Freude..Und es ist ganz normal, dass sich die Gewichtung der Rollen immer mal wieder verschiebt.
    Ich bin sehr gespannt, wohin Dich Dein Weg noch führen wird und freu mich jetzt schon auf’s Lesen.
    lg, Lisa

  5. Das ist… interessant. Zum einen ist es interessant, dass ich, obwohl mich das Thema BDSM nie sonderlich interessiert hat, recht interessiert bei dir gelesen habe (ich glaube, ich mag wie du schreibst) und zum anderen find ich nun das Thema gar nicht uninteressant. Ich hab null Plan von alldem und auch nicht das Interesse es in mein Leben zu holen irgendwie, aber ich bin gerade ein bisschen fasziniert. Was auch immer das für dich bedeuten mag ( a- die Bedeutung, um die du weißt und b-die Bedeutung, die dir nicht klar ist ;D) … ich wünsche weiterhin viel Freude daran. Sich selbst zu entdecken, egal auf welche Weise, ist etwas wunderbares.

    Nächtliche Grüße!

    1. Hallo und herzlich Willkommen 🙂
      Freut mich, dass Dir mein Geschreibsel gefällt… 🙂
      Jaaaaa, die Bedeutung von allem 😉 Ich glaube, wenn ich die gefunden habe, mache ich viiiieeeele Kreuze … 🙂

      Faszination ist was Gutes, finde ich 🙂 Man kann nur dazu lernen 😉

  6. Nun, finde ich wirklich interessant, ehrlich, besonders deswegen, weil sagen wir mal, ich so eine ähnliche Entwicklung durch mache.
    Vor einiger Zeit hätte ich von mir behauptet nur “ dominant “ zu sein. Inzwischen hat sich da etwas verändert. Ich spüre und fühle die andere Seite auch sehr erregend. Was man auch an meinen Geschichten merken dürfte.

    Und sicherlich gibt es doch so viele Ideen und Fantasien.
    Deinen Bericht finde ich auch beeindruckend weil du eben diese Gefühle und Gedanken gut zum Ausdruck bringst. Gibt bestimmt noch so einiges worüber man dahin gehend reden könnte.

    Schöne Grüße

    HoM

  7. Das ist aber ein langer Text.

    Viel Spaß beim dominieren. Du wirst ein Riesenauswahl an Aspiranten haben. Pass auf, dass dir das nicht zu Kopf steigt und versuche Bodenhaftung zu halten.

  8. Sososo, da lese ich hier ellenlange Berichte über das Devot sein und seine Vorzüge und nun darf ich mich auf ebensolche über das Dominant sein freuen. Natürlich ist diese Kröte für viele schwer zu schlucken. Quak. Zu meiner persönlichen BDSM Theorie gehört ja schon immer, dass ihr ganzen so genannten devoten Frauen in Wahrheit versucht, auf verschlungenen Wegen die Weltherrschaft an euch zu reißen und frau als angeblich Dominante bald an der Kette hängt. Ich habe also wie immer recht mit meinen finsteren Vermutungen, kann mir aber davon nichts kaufen, lese aber gerne weiter in deinem Reisebericht immer in der klammheimlich verkitschten Hoffnung, dass du den Traumprinzen findest, auf dein Pferd steigen lässt und mit ihm in den Sonnenuntergang reitest, während du die ganze Zeit überlegst, ob du vorne oder hinten sitzen oder doch lieber hinterm Pferd hergeschleift werden willst.

    1. Beim Lesen Deines Kommentares bin ich witzigerweise nicht über den Ausdruck der „Weltherrschaft“ hinausgekommen … *grins*
      Das wäre mal ein Ziel… *hmmmmm* 😉

      Traumprinz? Och, nö … und auch kein Pferd, lieber ein Tandem und dann abwechselnd vorne sitzen… Das wäre was… 🙂

  9. Die Welt kann groß wirken, auch wenn man sie in Teilen zerlegt. So verhält es sich auch mit den Neigungen. Die Selbstfindung bedarf einiger Jahre und wird immer wieder erfolgen. In dieser befindest du dich, nimm dir einfach nur Zeit für dich selbst und deine wahren Wünsche. Neue Sachen sind meistens interessant, die Frage ist dabei immer, ob sie dich in den Grundfesten berühren können, dir wirklich etwas geben, dich runder als Mensch machen. An sich spielt es keine Rolle was man tut, man sollte es nur mit Überzeugung und Leidenschaft tun. Ob nun devot, sadistisch, masochistisch oder dominant, es sind nur Worte für Dinge in einem Menschen, die sich quer oder passend verbinden können.

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