Controlled Loneliness

Controlled Loneliness

“I enjoy controlled loneliness. I like wandering around the city alone. I’m not afraid of coming back to an empty flat and lying down in an empty bed. I’m afraid of having no one to miss, of having no one to love.”
Kuba Wojewodzki

Interessanterweise habe ich diese Worte bei tumblr gefunden und sie sofort hier reinkopiert. Sie passen – leider.

Seit gestern habe ich eine Diagnose, der Antrag geht zum Gutacher, die Mühlen der Bürokratie mahlen. Wenn alles durchgeht, beginnen wir Mitte Januar mit der Arbeit. Immerhin, ich gewinne jetzt jedes „Stechen“ im Krankheiten-Quartett: Gehörknöchelprothese, Metall im Arm und – HA! Das Ass im Ärmel – Doppeldepression… Eat that, Sucker! 🙂

Irgendeine höhere Macht treibt da grade extreme Scherze, denn auf diesen etwas harten Tag gestern und eine ebenso harte, weil schlaflose Nacht. Dann Physio, die eher einer Mini-Therapie-Sitzung gleichkam, weil es primär um meine Mutter ging und deren Sprachlosigkeit. Dann ein Hörtest, dessen Ergebnis ich eigentlich nicht sehen will. Dann eine superliebe Geste meiner besten Freundin. DANN meldet sich mein Bruder (Huh! Die Hölle ist zugefroren … Wah!), der meine Mutter und mich um Weihnachten rum einladen will (er feiert seit er ausgezogen ist kein Weihnachten mit uns … Nachtigall, Dein Name ist Verlobung!). Ich kam also heute überhaupt nicht auf einem stabilen Weg an, nur um dann noch gänzlich den Boden unter den Füßen zu verlieren und durch eine eigentlich frohe Botschaft gänzlich meine Haltung zu verlieren. Ich weiss, ich müsste mich freuen und ein offenes Herz haben. Es ist ungehörig in dieser Situation Schlechtes zu denken… diesen negativen Gedanken, der Eifersucht und dem Neid diesen Platz und Nährboden zu geben. Aber es kostet soviel Kraft – Kraft, die ich nicht habe. Vielleicht ist es an der Zeit, die Nabelschnur durchzuschneiden. Das Band vom Ballon loszulassen.

Die Rechnung „Weil aber 1 in diesem Fall weniger ist als 4, bleibt es am Ende doch ganz einfach.“ war und ist so nicht richtig. Es bleibt zu klären, wer am Ende die 1 am und im Abgrund wäre. Würden wir uns gegenseitig fragen, wir würden mit den Fingern auf unser eigenes Herz zeigen. Und damit wird aus der „1“ eine „2“. So sieht’s aus: 1 ist kaputt und am Boden, 1 ist angeknackst – hat aber die Gnade eines stabilen Umfeld und läuft schon wieder rund, ohne Komplikationen, auf den Weg in den zweiten 7. Himmel und 2 werden in seligem Nicht-Wissen und Nicht-Verstehens (weiter)leben. Und 2 sind nicht weniger als 2 sondern gleich. In der rationalen Welt der Mathematik. In der befinden wir uns aber nicht, denn nimmt man die emotionale Komponente dazu, dann lautet die Gleichung vielleicht „2 kleiner gleich 2“ … Vielleicht auch eher „1,5 kleiner als 2,5“ – in Wahrheit aber wahrscheinlich eher „1 ist kleiner als 3“.

Ich schweife ab – zurück zum Anfang – das Zitat spricht mir aus der Seele und stellt meine Ur-Ängste in kurzen, knappen Worten dar.

10 Gedanken zu “Controlled Loneliness

  1. Du bist ein Risiko für meine Stirn, Madame! Immerzu muss ich sie runzeln. Und Krähenfüße bekomme ich auch! Vom taxierenden Blick auf deine Zeilen. Ich kenne mich mit Nummern aus, aber deine Rechenaufgabe ist mir heute zu hoch. Jetzt schleppe ich das wieder tagelang mit mir rum. Ich bin für Schnaps again! So wie letztes Mal!

    1. *lach* Jaaaa, ich weiß, das ist nicht für jeden verständlich, wobei Du sogar die Hintergründe der Rechenaufgabe kennst.
      Ich wäre ja quasi für ein Neu-Jahr-Einläuten in Sachsenhausen… Spritzehaus oder so 🙂 DANN definitiv mit Schnaps!
      Das Gute ist ja, dass Du noch so jung und knackig bist, dass das Runzeln und Taxieren keine langfristigen Nebenwirkungen haben… 🙂

      1. Ich hätte mir doch Notizen machen müssen bei deinem Lotterleben.
        Januaaar??? Ja, Sachenhausen wäre hübsch, diesmal mit Leben und allem Drum und Dran. Gerne so, dass ich die erste Straßenbahn nehmen muss 🙂 Mrs.inAction wäre sehr schön. Bis ich lilablassblau bin!

  2. der einleitende satz beschreibt mein lebensgefühl manchmal…..und ich mag das genau so. und zum glück brauch ich nicht afraid zu sein……denn es ist jemand da.

      1. ich war immer schon so. der innen drin einzelgänger mit einem haltepunkt für das offiziellel leben. aber du hast recht: was die zukunft bringt weiss niemand. auch ich nicht…..aber ich mag es genau so

      2. Darum geht es doch aber in dem Text garnicht so sehr. Ich mag auch Dinge, Zustände, Personen … das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass ich keine Angst habe diese zu verlieren oder eben niemanden zu haben, der diesen Anker darstellt. Es freut mich für Dich, dass Du Angstfrei leben kannst 🙂

      3. ich beziehe mich in meinem erguss auf den initialen satz, das zitat, das du geschrieben hast. ich selber habe aber diesen anker und ja, ich lebe diesbezüglich recht angstfrei. und ich habe viel jahre meines lebens gebraucht, dieses zu erkennen. verschwendete jahre. aber sie waren notwendig. und ich wünsche dir, dass dir dieser umschwung auch gelingt. uiuiui, klingt alles sehr schwierig, aber ich glaube, es passt so

      4. Ich beziehe mich auch auf das Zitat 😉 Und wie gesagt, freue ich mich für Dich, dass Du angstfrei lebst, weil Du einen Anker gefunden hast. Und ja, ich wünsche mir das auch 😉 Dass ich den Umschwung schaffe 🙂

        Und nein, garnicht schwierig 🙂 Alles gut und passt so 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s