Scheiterhaufen

Scheiterhaufen

DasManuel hat auf Druck einer bestimmten MrsMcH eigene Fragen zum Stöckchen-Wurf ausgespuckt, aber leider den Stockwurf ignoriert. Da ich die Fragen interessant fand, habe ich sie mal beantwortet … 🙂

 

Hat dein Leben einen Sinn?

Hat irgendein Leben einen tieferen Sinn? Primäre Funktionen wie atmen, essen, trinken, schlafen mal ausgenommen, hoffe ich doch, dass meine Lebenszeit nicht gänzlich un-sinnig war. Aber ob ich eine tiefere Motivation, ein Ziel oder einen Sinn in mein Leben hinein interpretieren würde? Da fehlt mir sowohl der spirituelle als auch das gegenteilige fatalistische Denkansatz.

Wenn du ein Ereignis (irgendeines) ungeschehen machen könntest, welches wäre das? Und warum genau dieses?

Das ist eine für mich sehr einfach zu beantwortende Frage: Ich würde mich gerne nicht mit Heiko getroffen haben. Ihn am Besten nicht kennengelernt haben. Warum?
Weil es das erste Mal in meinem Leben so war, dass mein kleiner Leitspruch „everything happens for a reason“ oder „ich möchte nichts bereuen“ nicht gegriffen, keinen Sinn gemacht haben. Das, was ich von ihm gelernt habe, hätte ich besser oder anders auch von anderen lernen können. Das was ich NUR von ihm lernen konnte, hätte ich lieber nicht gelernt. Sich wochenlang für verrückt zu halten zum Beispiel. Keinen Ansprechpartner zu haben, weil dieser einen mit einer falschen Biographie und falschen Erfahrungswerten in Sicherheit gewogen hat. Das wären Dinge gewesen, die ich mir gerne erspart hätte. Ebenso die ganzen Streitigkeiten, Kämpfe und Verletzungen. Das Nachtreten am Ende – all‘ das hätte nicht sein müssen. Und ich hätte es wissen können, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört hätte. Habe ich aber nicht. Pech.

Um aber eben doch etwas Gutes daraus zu ziehen: Durch ihn ist der Grundstein für die depressive Episode gelegt worden, die letztendlich zur Therapie und zu einer hoffentlich besseren Zukunft führen wird.

Dennoch bleibe ich dabei: Wenn ich könnte, würde ich …

 

Woran glaubst du?

Puh! Schon wieder so eine Frage. Wenn ich definieren muss, woran ich glaube und dem Ganzen einen Namen geben soll, dann wäre das am Ehesten Schicksal oder Karma.
Ich würde gerne sagen, dass ich an mich glaube – das ist aber nicht oder selten der Fall.

Vielleicht ist die beste Antwort, dass ich immer an das Gute im anderen Menschen glaube. Und das auch gerne sage. Ich bin an dieser Stelle hoffnungslos naiv… 🙂

 

Welcher ist dein größter Makel?

Ich bin hoffnungslos naiv … und fatalistisch … das ist eine unglaublich anstrengende Kombination.
Mein größter Makel ist meine Impulsivität/Ungeduld. Die beiden Eigenschaften geben sich nicht soviel, was den Wettkampf um den größten Makel angeht 🙂

 

Dir wird ein Tag absoluter strafrechtlicher Immunität gewährt, den du selbst bestimmst – du kannst 24Stunden lang tun und lassen, was du willst. Welchen Tag wählst du? Wie verlebst du diesen Tag?

Da müsste mir ja erstmal einfallen, was ich gerne machen würde, was illegal wäre. Hmm! Ich bin kein Drogen- oder Alkoholkonsument. An Selbstjustiz glaube ich nicht. Wenn ich mein Bankkonto füllen könnte und das Geld auch nach Ablauf der 24h behalten dürfte, das hätte einen praktischen Sinn.

Den Bundestag lila anstreichen und mit Glitzer bestreuen. Die Waschmaschine ist so grau und trist.

 

Schreiben bedeutet für dich …?

Mittlerweile gedankliche Freiheit und Entlastung. Und ich hoffe in Zukunft auf einen Ausbau meiner kreativen Ader … Fiktion oder Wahrheit? Ich mag‘ den Gedankenspagat beim Lesen, ich möchte auch so schreiben.

 

Welcher war der bislang glücklichste Moment deines Lebens und warum?

Ich würde sagen, die Geburt der Tochter meiner besten Freundin. Ich war Geburtspartner und durfte die Nabelschnur durchschneiden. Ich fand‘ das toll und habe mit diesem Kind bis heute ein besondere Beziehung.

 

Welcher war der bislang traurigste Moment deines Lebens und warum?

Das ist in der jetzigen Phase echt eine gemeine Frage. Momentan finde ich fast alles traurig und in der Retrospektive ist auch vieles grau und traurig. So sehr, dass ich mich manchmal frage, warum ich noch so oft lachen kann und warum ich in all dieser Verzweiflung nicht aufhöre zu existieren, da es ja eh‘ niemanden interessieren würde, ob ich atme oder nicht.
Vielleicht den Punkt vor ein paar Wochen, als mir klar war, was ich alles verloren habe und was ich nicht nachholen, aufholen, wiederholen kann… Nie können werde. Die Endgültigkeit von allem und das Zerrinnen der verfügbaren Zeit.

 

Welches Handeln birgt größere Verantwortung und warum: Leben zu geben – oder zu nehmen?

Geben! Das ist eine übermenschliche Bürde für einen anderen Menschen und dessen Wohlergehen verantwortlich zu sein. Ein Grund, warum ich kein Kind habe, ist, dass ich mir dessen immer bewusst war und niemals freiwillig alleinerziehend hätte sein wollen. Aus purem Egoismus ein Kind in die Welt zu setzen (was in der Jugend mal mein Plan war, weil ich unbedingt Mutter sein wollte), kam mit dem Alter und dem Bewusstwerden der Verantwortung und dem Erkennen, dass man NIE alles richtig machen kann mit Kindern und Kindererziehung, das Wissen, dass ich das nicht möchte.

Leben nehmen: Da möchte ich gerne unterscheiden. Ich denke in diesem Fall bewusst an Sterbehilfe und das wünsche ich mir für mich. Dass, wenn ich nicht mehr möchte, mir jemand helfen wird, das Elend zu beenden. Und genauso möchte ich diesen Wunsch meinen Liebsten erfüllen können, wenn diese das wünschen.

 

Wo ich gerade davon rede … Wenn du wählen müsstest, entweder die gesamte Menschheit auszulöschen oder 50% davon, zufällig bestimmt (es kann dich treffen) – wie würdest du entscheiden?

Verstehe ich nicht, warum möchte jemand die gesamte Menschheit auslöschen? Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann nehme ich die 50% – ich glaube per se an die Institution Mensch und möchte diese nicht auslöschen. Und wenn es mich trifft – nunja, ich hatte bis dato ein eigentlich ganz okayes Leben. Dann ist dem eben so. Ich habe keine Bucket-List, die ich noch panisch abarbeiten muss. 🙂

23 Gedanken zu “Scheiterhaufen

  1. Für mich klingen Deine Worte danach, dass Du in der Lage bist immer wieder neu Vertrauen zu fassen. Hoffnungsvoll empfinde ich dieses, überhaupt nicht hoffnungslos. Danke für das Teilen Deiner sehr persönlichen Antworten. Herzlichst. Melanie

    1. Danke Dir für Deine lieben Worte.
      Ich versuche immer die Hoffnung zu behalten. Mal klappt es, mal nicht … Die Hoffnung dürfte auch gerne öfter erfüllt werden 🙂

  2. Maaaan… Wer macht hier Druck? Ich mach das schon noch… Muss nebenher aber doch noch gesund werden, die ganzen Buchstaben sortieren, die mein Hirn ausspuckt. Und lesen, ich muss soooviel lesen… Nicht zu vergessen, dass Lotterleben und das Weltrettungsprojekt…

    1. Ich BIN ein Aal. Eine Quasi-Schlange. Oder eine Quasi-Peitsche. Einfach alles was sich windet. Schlichtweg Gedanken. Noch besser: Erkenntnisse. Ich sammel jetzt all die Fragen von Euch. Und dann…

      1. Das „Hmm“ bezog sich mehr auf Deine Reaktion 😉 Ich bin mir nicht sicher, ob Du wirklich willst, dass MrsMcH loslegt … be careful what you’re wishing for … 🙂
        Aber ich gucke mir das Spektakel gerne an 🙂

      2. Ouh… Subtile Provokation … 🙂
        Ich hege keine Zweifel, dass es losgeht. Die Frage ist wann und die Antwort wahrscheinlich „Dann, wenn Du es am wenigsten erwartest“ …
        Da ihr es beide blutig bis tödlich liebt, passt das ja dann 🙂

  3. Ich lese deinen Blog ja schon länger und finde, du machst gerade eine rasante und äußerst interessante Entwicklung durch. Ich bin mir sicher, dass du auf einem Weg zu mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit bist. Insofern ist dein Blog ein Roman, dem man gerne folgt. Eat, Pray, Love ist es nicht, aber vielleicht „Beat, Play, Move“. 🙂

    1. Danke! Wirklich! Das freut mich… Ich hoffe sehr, dass dem auch so sein wird. Ich habe es zumindest vor!

      Und Beat, Play, Move gefällt mir sehr, sehr, sehr gut *lach*

      Danke Dir für all‘ Deine unterstützenden Worte 🙂

      1. Hast du ne Ahnung. Kommt immer auf den Werbetext an. „Alles, was uns Shades of Grey bisher verschwiegen hat, Lilasumpf packt es an, das heiße Eisen des weiblichen Masochismus, ausgelebt in einer Welt aus Sex und Unterwerfung….blabla..“

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