Freitagspost – mit viel Liebe und Licht und Hoffnung

Freitagspost – mit viel Liebe und Licht und Hoffnung

Der erste „richtige“ Freitag in 2015…
Ich mache keine Vorsätze, ich halte sie erfahrungsgemäß eh‘ nicht ein 🙂
Ich wünsche mir ein paar Sachen für mich, im Stillen … und ich kenne meine Aufgaben und Baustellen…

Gestern kam die Zusage, dass die KK die Therapie übernimmt, der Gutachter befindet mich für behandlungswürdig und zwar in vollem Umfang. Auch wenn das eine gute Nachricht ist, war sie doch ein wenig niederschmetternd – ich bin behandlungswürdig… es ist SO schlimm, ich bin SO kaputt, dass die KK das Geld bezahlt… eieieiei… Puh… und nun wird „es“ real… es geht los…

Für alle „Taschenlampen“ da draussen, die ihr eigenes Licht manchmal nicht sehen, das ist für Euch (und auch für mich, weil ich da selber „Glaubensbedarf“ habe)

Manchmal brauchen wir ’n bisschen Zeit um zu verstehen
oder sind wir nur noch nicht bereit den Weg zu gehen.
Es genügt ein Funke für den Brand
Zu oft wird zuviel von dir verlangt
Warum hast du es noch nicht erkannt? Du bist das Licht!

Mein mir selber gegebenes Versprechen, meinen Kalender nicht mehr so voll zu knallen, habe ich bereits im Januar erfolgreich gebrochen, so dass ich Termine mittlerweile erst ab Februar zu vergeben habe… und wenn ich da nicht rechtzeitig auf die Bremse trete, knall ich mir den auch gleich wieder so voll. Das geht so nicht mehr… Irgendwie muss da was anders werden… 🙂
Das ist ein Plan und kein Vorsatz, insofern kann ich da stetig dran arbeiten.

Die Männer.

Der Leinenmann pflegt regelmäßigen, sehr aufmerksamen Kontakt. Ich würde mir irgendwann Wünschen, dass meine Verletzungen nicht rausbrechen und sich in einem Schwall Vorwürfe über ihm ergiessen. Genauso würde ich mir wünschen, dass er nicht totschweigt, was alles passiert ist. Ich möchte nicht, dass er permanent mit schlechtem Gewissen rumläuft und Wiedergutmachung versucht. Ich leide ja unter einem Elefantenhirn und unter dem „nicht-abschliessen-können“-Syndrom… Ich hoffe und wünsche mir schon mein ganzes Leben Einsicht und Verantwortung für die eigenen Taten – und ggf. wäre auch eine ernstgemeinte, eigenmotivierte Entschuldigung ganz nett. Denn dann, so denke ich, könnte ich abschliessen mit Dingen, mit Menschen. Äh, ja … Soviel in der Theorie… Die Praxis ist, und da danke ich Jetsam, weil das wirklich ein sehr gelungendes Bildnis ist, dass es meist an der „Unfähigkeit“ scheitern. Entweder nie gelernt oder verschreckt oder einfach uneinsichtig, weil der Standpunkt und die Sichtweise eine andere ist.
Was also nun tun? Ich habe in einem interessanten Artikel im Stern über die „Vergebung“ gelesen, dass diese unabhängig vom Verursacher, vom Täter, stattfindet. Denn sie passiert in mir. Ich muss, ich kann vergeben, einfach weil ich es kann … und will. Denn – diesen Frust mit mir rumzuschleppen und auf etwas zu warten, was der andere eben so nicht empfindet oder vielleicht nicht kann? Das
erschwert nur MEIN Leben .. macht nur mich unfrei… und brassig… und unglücklich… Niemand anderen.
Also – zur eigenen Befreiung, werde ich daran arbeiten, vergeben zu können. Meinem Vater, meiner Mutter, H., dem Leinemann … und irgendwann auch mal R.

Denn: Die Beziehung geht so leider nicht weiter. Ich schlucke nicht mehr alles runter und nehme nicht mehr alle Verhaltensmuster dominanter Menschen an. Schon mal garnicht, wenn diese im Gegenzug auch sehr gerne und sehr oft von mir dominiert werden wollen. Ich bin Switch. Ich fühle mal so und mal so… Mir macht beides Spass. Ich habe kaum noch ein Problem, zwischen den Rollen zu wechseln. Mittlerweile fühle ich mich im dominanten Teil so wohl, dass ich auch artikulieren kann, was ich möchte und was ich erwarte. Per se halte ich mich für einen sehr empathischen und hilfsbereiten Menschen. Daher ist prinzipiell immer mein Anliegen, dass es meinem Partner gut geht. Wenn er also mehr devot sein möchte, weil er das grade braucht. Bitte. Kann ich sehr gut mit leben. Wenn er eine dominante Phase hat, auch kein Problem. Es kam die Kritik, dass ich nicht aktiv genug bin (im allgmeinen) und nicht dominant genug (wenn ich Madame bin). Gut, wunderbar … Kann ich mit umgehen, kann ich dran arbeiten. Resultat? Einmal Abbruch-Drohung seinerseits, weil er nicht bekam, was er wollte/brauchte. Einmal Abbruch der Kommunikation, weil ihm die Aufgabe nicht geheuer war. Kein Feedback-Gespräch, keine alternativen Angebote… kein garnichts. Mich traf – wieder einmal – eine Wand des Schweigens.
Der Vorwurf, dass ich kein Verständnis habe, steht im Raum… *seufz* Ja, genau … augerechnet ich, ich habe kein Verständnis.. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich drüber lachen.
Fakt ist: Ich möchte so nicht spielen. Weder möchte ich selber „topping from the bottom“ machen, noch lasse ich das mit mir machen. Ich möchte Dinge nicht tot schweigen – schon gar nicht bei Ds-Belangen. Wie das für mich ausgeht, weiss ich … Ich möchte nicht nur Wichsvorlage sein… Kein Abreagierungs-Werkzeug sein… Dafür gibt es wahrlich genug Porno-Seiten mit einschlägigem Material.
Submissiv sein und die Annahme derselbigen als Domme bedeutet für mich immer vor allem Verantwortung annehmen und kommuniziern. Ohne diese beiden Elemente? Geht es für mich nicht.
Diskussionen mit Zickigkeits-Vorwürfen ins Absurde zu drängeln, sind Trigger, die mal bei mir funktioniert haben. Ich bin mittlerweile weiter. Wenn ich nicht sagen darf, was ich denke und fühle, dann ist es nicht das Richtige. Mal sehen, ob die Schildkröte ihren Kopf nochmal rausstreckt oder lieber den Hungertod erleidet.
Fortschritt meinerseits an dieser Stelle? Ich sitze das nicht mehr aus. Früher hätte ich tage-, wochenlang gewartet …. mich geärgert… Angst gehabt, dass man mich verlässt, wenn ich was sage… Heute? Was soll mir Schlimmes passieren? Er geht… Joh… in meinen Augen erleidet er dann den größeren Verlust. Wenn er das möchte, dann muss er eben gehen.

Lieber Leinenmann: Mehr Egoist, mehr Arschloch… Meintest Du das so? 😉

FAZIT dieser ganzen Gedankentröpfchen? Es ist alles gerade okay, so wie es ist. Ich arbeite an mir (und nur an mir) … Ich investiere Zeit und Energie darin mich zu erklären – einmal, vielleicht auch zweimal… und lerne Loslassen. Plan für die nächste Zeit? Vergeben und Abschliessen. Denn: Ich erfahre momentan auch soviel Schönes, viel Liebe und Wärme… das möchte ich nicht missen und mir auch nicht mit dem ganzen negativen Rotz kaputt machen (lassen).

Ich möchte, dass hier irgendwann auch folgendes wieder zutrifft:

Euch allen ein schönes, action-reiches Wochenende mit viel Licht und Liebe 🙂

8 Gedanken zu “Freitagspost – mit viel Liebe und Licht und Hoffnung

  1. Das klingt doch sehr vielversprechend. Ich finde es schön, dass Du den Stier bzw die Stiere bei den Hörnern packst. Wenn das jeder machen würde wäre viel gewonnen.

    1. „Aus Schaden wird man klug“ … oder so… 🙂
      Ich versuche es einfach mal … Meine anderen Methoden waren ja nicht so erfolgreich… Ich denke, dass ich nur gewinnen kann … oder? 😉

      (Schön von Dir zu lesen… wirklich, kommt aus tiefstem Herzen)

  2. Deinen Artikel gemeinsam mit deiner Musik zu lesen, hat mich dir nah gebracht.
    Klasse.

    Den Artikel im Stern fand ich auch gelungen.
    Mir war vorher nicht richtig bewusst geworden, dass vergeben nicht vergessen beinhaltet.
    Liebe Grüße

    1. Das freut mich 🙂

      Auch, dass Du den Artikel gelesen hast … Das macht man sich oft nicht so bewusst. Den englischen Ausspruch „Forgive but never forget“ habe ich immer „zornig“ empfunden und nie verstanden, dass das Vergeben ein friedlicher, innerer Prozess ist. Das „Vergessen“ nicht mit negativen, gärenden Emotionen verbunden ist … Sondern Inneren Frieden bringen kann … Das war sehr gut geschrieben und hat viel in mir bewegt 🙂

  3. jetzt bin ich etwas sprachlos. da fällt ein buch aus dem regal und bleibt mit einer beliebigen seite offen vor mir liegen. ich lese diese eine seite, blättere gefühlte 30 kapitel zurück und lese eine weiter. okay, da steckt viel leben drin. (ein leben, was ich so nicht kenne und lebe). dann zurück auf die besagte erste und schreibe einen kommentar. meinen namen nun hier zu lesen ist für mich ein etwas befremdliches gefühl. aber ich habe wohl etwas wahres geschrieben.

    in diesem post steckt viel drin. wenn ich ihn kommentieren wollte, (ich sollte dieses buch vorher wirklich mal lesen) , dann sehe ich darin einen wohl vernünftigen und gangbaren weg. konsequent und zielgerichtet.

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