Treffer …. versenkt….

Treffer …. versenkt….

Oder: Selbstwahrnehmung vs. Aussenwahrnehmung
Oder: Jede Geschichte hat 3 Seiten – Deine, meine und die Wahrheit

Puh … harter Tobak die letzten Tage… Viele Fragen, ein paar Antworten – keine davon „schön“, aber alle hilfreich … irgendwie… irgendwann… mit Sicherheit irgendwann hilfreich. (Die Hoffnung stirbt zuletzt)

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Ich versuche aufzuräumen, zu verstehen – eigentlich nichts mehr als einfach nur zu verstehen…
Das Abschliessen, das Vergeben und damit das Beruhigen will nicht gelingen. Die Puzzlestücke passen nicht zusammen, immer sitzt irgendeines quer und keck oben drauf und scheint mich anzumaulen: „EY, Doofe, siehste nüsch, dass das nie passen kann? nie gepasst hat? Biste blind oder was? Doof? Verzweifelt?“
Ich zucke jedesmal, ob der harten Worte zurück … Bereit in den defensiven Angriff zu gehen, mich zu erklären und zu verteidigen … Bremse mich – denn – wer will das schon noch hören? Die Puzzlestücke? Mein Umfeld? Das Bloggiversum?

Schulternzuckend beschäftige ich mit anderem, anderen Dingen, anderen Menschen …. komme in ruhigere Emotions-Gewässer … um dann, *wouuuuusch*, von einer Windböe erfasst zu werden. „Du hast es Dir eingebildet, es war nie real, es ist nicht real, Du bist vernachlässigbar und unwichtig. Kein Hahn wird krähen, wenn Du nicht da bist. Kein Leben sich verändern, weil Du Dich eingemischt hast… Nichts! Ein Nichts!“

Nunja, die Hähne vielleicht nicht, rede ich mir zu, aber die ein oder andere Henne wird vielleicht schon gackern, wenn ich mich in den Tümpel der Nichtigkeit stürzen würde.
Aber die Hähne nicht. Denn, ja, ich bin ersetzbar. Die nächste Henne ist bereit das Ei zu legen, dass ich nicht legen konnte oder wollte. Die alte Henne ist vielleicht doch nicht so schlecht, warmes Nest und so – sie passt besser und ist fruchtbarer. Die neue Henne ist eben knackiger, jünger, legt schönere Eier, in der Farbe dezenter. Ich altes Huhn? Ersetzbar, abgehakt, vergessen: In Sekunden. Ein Zeitvertreib, ein bisschen Spaß, eine Stütze, Hilfe, ein offenes Ohr, Ablenkung, Kopfkino… Joah, dafür ein Kikeriki… aber nicht zu laut. Es könnte ja wer hören.

Oder, vielleicht bin ich ein bißchen wie die Baumrinde für das Wildschwein. Ich bin nur leider keine deutsche Eiche… Vielleicht war ich mal eine, als der Panzer, die Rinde, intakt war. Hat mich (an der Oberfläche) nicht gejuckt, ob sich 1, 5 oder 15 Wildschweine an mir gejuckt haben… Rausgelassen haben, was sie woanders innehalten müssen. Befriedigung finden konnte, wo anderswo keine war. Sonnenschein erleben, wo auf der anderen Seite Sturm und Regen war.

Der saure „Regen“, das permanente „an-meinen-Stamm-pinkeln“, hat meine Rinde marode gemacht. Sie bröckelt. Ich bröckel, falle zusammen. Mein Splintholz liegt offen dar, das Kernholz ist nicht mehr weit. Da war keine Liebe, es lag nicht an der schwindenden Kraft, es waren nicht mal Emotionen… es war ein Experiment. Keine Geliebte – dafür Testobjekt und Zeitvertreib. Keine Erinnerungen, dafür direktes Vergessen und Verdrängen … Und, ja, was? Schlechtes Gewissen?

Ich dachte, es war anders. Ich dachte, es gibt Emotionen… ich meine mich zu erinnern, gefragt zu haben und eine nicht-verneindende Antwort erhalten zu haben. Ich dachte es gibt eine klare Absprache – auf allen Ebenen… Ich dachte, es gibt eine Zukunft – ich meine mich zu erinnern gefragt zu haben und eine nicht-verneinende Antwort erhalten zu haben. Waren es rein freundschaftliche Emotionen für eine rein freundschaftliche Zukunft, in die Gefühle und Sexuelles nach Bedarf wie Pfeffer und Salz drüber gestreut werden und danach wieder auf dem Gewürzregal verstauben?
Ich bildete mir ein, einen Kampf um mich zu erkennen, der Verlust meiner Anwesenheit, meiner Nähe und meines Wesens nicht gewollt waren. Es fühlte sich wie ein „nicht-verzichten-wollen an“… Vielleicht war es das, vielleicht aus anderen Motivationen, als die von mir gedachten.
Es war wohl anders. Muss wohl so gewesen sein. Ich bildete mir zuviel ein… wie es scheint. Meinte immer klar kommuniziert zu haben, was ich möchte, was ich mir wünsche und was ich empfinde. Habe mein Leben von links nach rechts gedreht. War mutig und tapfer, habe Verletzungen und Rückstöße ertragen, weil ich mir einbildete … Durch das Tal der Schatten noch durch und dann, ja dann, dann geht die Tür zum Sonnenschein auf. Die Bilder malten die Wildschweine mit ihrem ätzenden Urin… Unfassbar faszinierend. Unfassbar abstossend und anziehend. Unfassbar, weil unglaublich… naiv.

Einbildung… So ein schönes Wort – Ein-Bildung… Einer bildet… Eine Bildung… Es bildt sich ein …(Galgen? Regenbogen? Scherbenhaufen? Zweiter Weg in eine zweite Chance? was genau?)
So oder so, bildet man sich alleine ein. Niemals teilt man diese Ein-Bildung… Wird eine Ein-Bildung bei zwei Personen zur Überzeugung? Zur Hoffnung? Zum Traum?
(Zu Zweit kann man wunderbar ignorieren, verdrängen, man sieht es ja gleich – kann ja nicht sein, dass andere das anders sehen – WIR kennen die Wahrheit…was wissen die anderen schon)
Einbildung, einsam, einsilbig, eindeutig… Nicht das, was der andere meint, will, wünscht…

Vielleicht bin ich eine Sirene… So verlockend, dass keiner widerstehen kann, entgegen aller Logik, Rationalität – Nur Wollen, Begierde, Lust. An meinem Felsen scheitern alle, wer Glück hat, wird von (s)einer Meerjungfrau gerettet. Gesund gepflegt. Vielleicht?

Die Wildschweine kommen nicht mehr, die Rinde ist ab, der Verwendungszweck obsolet… Ich habe meine Zweck erfüllt… Tut den Wildschweinen kurz leid, die Rinde war schon toll, aber „Hey, guckt mal *grunz* da drüben, VOLL Rinde, ey.. “


Erkenntnis … Erkennen – ER kennen … nicht meinen, nicht glauben, nicht hoffen => kennen …

Die Wurzeln erholen sich, regenerieren sich (seit keiner mehr von oben runterpinkelt)…

„Der Baum versucht immer, die Verletzung zu heilen. Vorerst wird die Wunde seitlich und gegen innen mit der Ausscheidung giftiger Stoffe gegen Pilze und Bakterien geschütztz. Am Rande der Verwundung teilen sich die Zellen des Kambiums und bilden einen Wulst, der von den Wundrändern her wächst, bis sich seine Ränder sich treffen. Dann können sich die Kambium-Zellen wieder normal nach innen und aussen vermehren. Diesen Vorgang nennt man Überwallung.“

Giftig bin ich schon, fangen wir mal mit der Wulstbildung an und dann – überwalle ich mal…

(Aber wer sagt, dass ich das schleche Gewissen der Wildschweine nicht annehmen kann. Vielleicht beschleunigt es den Bau des Wulst.)

25 Gedanken zu “Treffer …. versenkt….

  1. Mmh, das klingt ja leider sehr ernüchternd. Da fällt mir auch kein positiver Spin ein. Du scheinst erneut belogen worden zu sein. Das ist sehr schade, insbesondere da es jeder weitere Mann bezahlen muss. Das ist auch schade, da Deine Investition sich nicht ausgezahlt hat.

    Allerdings habe ich den Eindruck, dass Du professioneller mit dem Rückschlag umgehst und dass Du schneller Konsequenzen ziehst.

    Kannst Du Dir dafür etwas kaufen? Kurzfristig nicht. Mittelfristig wirst Du selbstbewusst auf die Wildschweine herabblicken und damit erst recht attraktiv sein. Dann suchst Du aus und verteilst Deine Zuneigung.

    Doch eines Tages werd‘ ich mich rächen, ich werd‘ die Herzen aller [Wildschweine] brechen, dann bin ich ein[e Eiche]…

    Fühl Dich gedrückt und nimm bitte nicht die Männer in Sippenhaft. Es gibt viel Ärsche aber es sind nicht alle so

    1. Definitv ist dieser Lernprozess noch im Gange aber schon mit Erfolg: Schneller konsequenzen ziehen und die Rückschläge – sagen wir mal – anders und dadurch schneller zu verarbeiten.

      Nein, die Investitionen haben sich nicht ausgezahlt. Aber zu investieren, soviel zu investieren, war meine freie Entscheidung – nobody to blame but me

      Ja, die Ärzte … Wahre Worte … Männer sind Schweine – fällt mir gerade ein auch wenn es keine Vorlage für den Rant waren 🙂

      Ich glaube Dir sogar, dass nicht alle so sind … Ich ziehe mal meine Trüffelschweinnase an und suche einen tiefvergrabenen Trüffel 🙂
      Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Aber wie schon gesagt: ich gehe erst wieder auf die Jagd, wenn ich mich intakt fühle 🙂

      Danke Dir, Sir Alec

  2. Ist es deine Schuld, dass viele Menschen eine Blume gerne pflücken, sich beschnuppern und sich einen Moment an ihr erfreuen? Nein, das ist es nicht. Du stehst nur da, versuchst wieder Wurzeln in der Erde zu bilden, doch dann kommt schon ein weiterer Achtloser. Eine schöne Blume zu entdecken, ist leicht. Sie hingegen zu finden, zu bestaunen und nach langer Zeit auszugraben, in einen Topf mit Erde zu geben, damit sie einen ganz besonderen Platz bekommt, das braucht mehr. Aber es gibt sie, diese achtsamen Menschen. Die, die mit ihren Blumen sprechen. Total verrückt finden so viele…aber sonst wär das Leben auch langweilig.

    1. Ach danke Ben! Was ein schönes Bildnis … Und weitaus „netter“ als Wildschweine, Wulst und Urin … 🙂

      Ich hoffe sehr, dass ich zu den achtsamen Menschen gehöre und das nette Karmawesen das dann auch mal bemerkt … 🙂

      1. Man sieht sich oft nicht in dem schönen Licht, das einem gezeigt werden muss. Ich habe es sehr gern gemacht 🙂 und ja, man muss natürlich auch selbst ein achtsames Wesen sein.

      2. Danke … 🙂 ich bin ja auch ein Fan von Underdogs… Ich pflege jede Pflanze, sei sie noch so „krüppelig“… Wenn ich einem Tannenbaum habe (selten), dann den, den keiner will… Auch die kann man toll aussehen lassen… Und selbst Unkraut hat manchmal tolle Blüten … 🙂

      3. Unkraut ist ja so eine Sache. Warum ist das eigentlich ein un-kraut? Was hat es denn getan, dass es keine schöne Blume oder ein Strauch ist? Wir Menschen sind es, die es negativ einsortieren müssen, dabei hat es, wie alles in der Natur seine Funktion.

        Ich hab nur einen Kaktus, den mir eine Freundin geschenkt hat. Dem geht es aber sehr gut und ich hoffe, das bleibt auch so, denn er ist recht dünn und hat eine Herzform. Das soll natürlich so lang wie möglich erhalten bleiben. 🙂

  3. uiuiui, das hört sich nach einer abrechnung mit den eigenen erfahrungen an, solchen die du wolltest und solchen die du (so) vielleicht nicht wolltest. vielleicht hast du etwas gesucht, dass du auf deine weise der suche nicht findest, nicht finden kannst. statt jetzt bitter zu werden heisst es vielleicht eher, das „beuteschema“ zu ändern? ich weiss es nicht. aber solche worte können nicht ungetrösztet bleiben. finde ich. obwohl ich nicht weiss, wie das jetzt bei dir gehen kann. schade!

    1. Vielleicht ist das Gleis so anstrengend, weil Du Dich noch nicht gemeldet hast? 🙂

      Aber mal im Ernst: ja, sehr anstrengend … Aber ich fürchte langsam, dass ich kein Mensch bin, der THEORIE verinnerlichen kann. Ich brauche Praxis, immer ein Beispiel … Oder wie hier: die schmerzende Erfahrung… Dann lern‘ ich scheinbar am Besten ?

      1. Das kann ich immerhin von mir sagen: ich habe keinen Fehler zweimal gemacht.
        Woooobei das natürlich, wenn man es ganz genau betrachtet, so nicht ganz richtig ist. Die Grundlagen waren immer gleich (falsches Beuteschema, falsche Kommunikation, falsches Vertrauen…) aber die Fehler, die oben drauf passiert sind, die waren immer anders.
        Mir reicht es nur so langsam, daher gehe ich mal die Grundlagen an.

      2. Neiheeein! Das ist wie;
        Du hast n Cocktail getrunken, weisst aber den Namen nicht. Also nimmst Du mal mehr Sahne, mal mehr Kahlua, mal mehr Rum… Schmeckt nie so richtig und manchmal musst Du kotzen.
        Irgendwann kommst du auf die Idee „rezepte lesen“, „freunde fragen“, „nochmal in die Bar gehen und namen lernen“ … Dann klappt das auch 🙂

  4. Liebe Lila, Angepißtheit erfordert ein klares Eigenmarkensetzen. Und das ist geschlechtsunabhängig. Wäre jetzt Spargelzeit würde ich Konsumerhöhung empfehlen und dann trippeligtrappeliges Warten auf den nächsten Keiler, schnuppern lassen und dann aber Plitschplatschstinkewasserfälle herabrauschen lassen! Sie bewegen sich nunmal in einem vergänglichem Hain der Wechselbaumigkeit (Pardon, Klartext, knoblochigformuliert) und wenn Sie nicht eingehen wollen wie eine Herbstpflanzkiefer, dann müssen Sie tief und fest wurzeln.
    Persönlicher will ich hier nicht werden, aber ich kann ihnen gerne die Vorteile des Rocktragens für solche Fälle erläutern.
    Ich grüße feinherzlich zugetan, die Ihre, röckeraffend.

    1. Hahaha! Danke Frau K!!! Ich verstehe auch ohne weiteres Beispiel… Und ich werde meine Wurzeln in einem anderen Hain einsetzen… Und dann ein wunderbarer Gingko werden … Oder eine Kastanie … So genau habe ich mich noch nicht entschieden… 🙂

  5. Viele deiner Worte sprechen mir aus der Seele. Viele Bilder zeigen sich dabei die mir bekannt am Auge sind. Und zur vermeidung gibt es leider kein Rezept. Es gibt nur das erkennende und fortschreiten. Das weiter gehen und dabei an deinem Herzen zu bleiben. Ich wünsche dir dafür Mut und Zuversicht. L

  6. Hundert Jahre, lieber Gast
    warten wir auf dich.
    Da du hergefunden hast,
    bist du’s sicherlich.
    Daß du Durst und Hunger stillst,
    alles steht bereit.
    Alles, was du suchst und willst,
    auch Geborgenheit,
    Trost nach allem Leid.
    Ob du gut warst oder schlecht,
    wie du bist, so bist du recht,
    denn dein Weg war weit.
    (aus Die Unendliche Geschichte von Michael Ende)

    Wie du bist, so bist du recht!

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