Nachbeben

Nachbeben

Der Vulkan brach gestern doch aus, wie erwartet – wie vielleicht gewünscht und brachte das von beiden Seiten scheinbar ersehnte Ende einer qual- und schmerzvollen Ära.

Warum das nicht früher besiegelt wurde?
Hmm also von der Gegenseite gehe ich von der Motivation der Schuldgefühle und des schlechten Gewissens aus.

Meine Seite?
Das ist sehr komplex und dazu muss ich in meine Kindheit zurückreisen.
Die Verhaltensmuster, die mich heute quälen und die ich nur schwer ablegen kann (Was ich aber vermehrt mache), sind früh eingepflanzt und trainiert worden.
Die Wertevorstellung, dass ich nur liebenswert bin, wenn ich „gut“ bin, lieb bin, mich unverzichtbar mache, nicht aufbegehre, mich anpasse… Die sind tief verwurzelt.
Genauso gibt es die tiefe, irrationale Angst, verlassen zu werden. Selbst wenn ich WEISS, dass ich das
a) überlebe und es mir
b) besser gehen wird
kann ich diese Entscheidung nicht für mich treffen, weil es mich zerreisst und ich leide wie Tier.

Ich fange an zu verhandeln und zu betteln …. „Bitte, bitte, geh‘ nicht, ich werde mich bessern, versprochen, bestimmt“

Das ist das Szenario.

Seit gestern abend nicht mehr.

Weder kann noch will ich mich bessern. Ich war und bin gut so, wie ich bin.
Dass die andere Seite auf mich verzichten kann, trifft mich weniger als ich es gedacht habe. Ich weiß, dass der Verlust langfristig an der Position gravierender ist als an meiner.

Auch wenn es keine Gewinner oder Verlierer in diesem Spiel gibt und ein Ende immer traurig ist und auch Tränen geflossen sind, so bin ich für mich ein Gewinner.
Weil ich loslassen konnte … und es ist nichts passiert – kein Höllenschlund hat sich aufgetan, die Lungen zogen weiter die Luft ein und stiessen sie wieder aus, das Herz schlug weiter… Das Leben geht weiter.

Und das ist gut so.

11 Gedanken zu “Nachbeben

  1. Go on now, go walk out the door
    Just turn around now
    ‚Cause you’re not welcome anymore
    Weren’t you the one who tried to hurt me with goodbye
    Did you think I’d crumble
    Did you think I’d lay down and die
    Oh no not I, I will survive
    Oh, as long as I know how to love, I know I’ll stay alive
    I’ve got all my life to live
    And I’ve got all my love to give
    And I’ll survive
    I will survive
    Hey, hey

  2. Und in Zukunft wird dieser Vulkan seine Energie dazu verwenden, um aufrecht den eigenen Weg zu gehen. Vampire lässt du stehen, sie saugen lediglich an dir.

  3. Du kannst wirklich stolz auf dich sein. Ich kenne es von mir selbst und weiß, was es für ein Kampf ist. Du bist auf jeden Fall ein Gewinner. 🙂

  4. Verehrte Lila, kommSe mal vor anne Tafel. Jetzt folgt die notwendige Strafarbeit: Die ersten Absätze, bis zu dem Satz: „Das ist das Szenario.“ schreibenSe jetzt noch dreimal ab, allerdings geändert in der Vergangenheitsform. Und zwar außerdem sich selbst hinter die Ohren!
    Miederbiederbusennachbebende Grüße, die Ihre.

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