Rätsel-Haft ….

Rätsel-Haft ….

Es wird mir einfach immer ein Rätsel bleiben… Ich kann soviel Therapie machen, wie ich möchte – daran wird sich einfach nichts ändern. Das werde ich einfach nicht und niemals verstehen.

Selbst wenn meine Lebensphilosophie stimmt, dass man Probleme/Aufgaben des Lebens meistern muss, um weiter gehen zu können, da sonst das Leben den selbsen Stein einfach wieder vor die Füße wirft. Bis man es geschnallt und bearbeitet hat…

Nun finde ich, dass ich dieses spezielle Problem gefühlt schon 100Milliooooooonen mal beackert, besprochen und erledigt habe … Nö, irgendwie … nicht so, ne?

Immer, wenn ich denke „HA! Ja, jetzt läuft es …“ … *whambamcrash* kommt der Felsbrock kurz vor meinen Zehen zum erliegen… Man könnte in den Steinfalten sogar ein schelmiges Grinsen erahnen.

Hmmm…

Woran liegt es?

Das Unverständnis, dass Menschen es schaffen, mich innerhalb von Sekunden aus der Bahn zu werfen, weil sie das von mir in sie gesetzt Vertrauen mit Füssen treten. Und so tun, als wäre das selbstverständlich. Mich als selbstverstänlich nehmen. Mir damit das Gefühl geben, egal zu sein – da ich selbstverständlich immer da bin, ist es total unvorstellbar, dass ich es mal nicht bin. Selbst wenn ich es nicht wäre, würde diesen Menschen das nicht mal auffallen. Warum nicht? Weil es nicht wichtig ist. Weil ich nicht wichtig bin … Nice to have vielleicht, aber dafür irgendwie mal n Schritt in eine andere Richtung gehen? Unbequeme Entscheidungen fällen? Etwas anderes aufgeben, um eine Freude zu machen? Jemand anderem das Leben erleichtern? Wieso, sie ist doch sowieso da…

Der ein oder andere weiss, dass es mir schwer fällt, fast unmöglich ist, den Spieß umzudrehen. Eben einfach nicht verfügbar zu sein – nicht zu helfen – nicht zu sprechen – das ist gegen meine Natur. Und es wird gefühlt gegen mich verwendet.

Oder Dinge/Taten von mir annehmen und mir in der Sekunde danach den Dolchstoß verpassen, garniert mit dem „aber du musst doch verstehen….“

Oder man gibt mir Aufgaben, übt „konstruktive“ Kritik – ich verstehe den Standpunkt, weiß, dass ich auch an mir was ändern muss – mache das – und zur Belohnung, die ich wirklich, naiv wie ich bin einkalkuliert habe, weil ich mich ja bemüht habe und angestrengt habe und auch verändert habe, was gestört hat – passiert …. genau => nichts.

Um noch ein Sahnehäubchen drauf zu setzen: Es passiert nicht nur nichts Positives, nein ,es passiert noch was dreifach Negatives.

Meine Anmerkungen dazu werden weggewischt und als unfair bezeichnet, weil ich müsste doch verstehen…
Und wer versteht mich? Wer geht auf meine Wünsche ein?

Es fühlt sich nicht fair an, nicht ausgeglichen, Stillstand – bleiernd – lähmend …

Ist es das wert? Was steht auf der positiven Seite, reicht das?

Die Zweifel sind berechtigt – die andere Seite wird sich hinstellen und Dinge sagen wie „Du wusstest, worauf Du Dich einlässt“, „Manchmal muss man sich im Leben eben entscheiden“, „Entspann Dich – so bin ich eben“ 

Joah …. 🙂

Ich höre schon meine Blog-Jiminy Crickets: Jupp, ihr habt Recht. Wenn ich es zulasse, wird das immer wieder passieren. Wenn ich das nicht für mich ändere, dann ändert das niemand anderes für mich. Ich kann nicht davon ausgehen, dass Menschen „für mich“ denken, handeln, agieren… Jeder ist sich selbst der Nächste.

Wieder was dazu gelernt, ich dachte, dass ich diese Art Mensch aus meinem Leben verbannt hätte … Die Ursachen der Blindheit werden noch zu erforschen sein… 🙂

Ich gehe denn mal weiter Groß-Reinemachen… Vielleicht diesmal mit dem Dampfstrahler….??? 🙂
Und nein, es ist eigentlich kein Rätsel …. Nur eine Haft …. Ein Gefängnis, das ich mir selbst baue 

27 Gedanken zu “Rätsel-Haft ….

      1. Hhm. Da ist mein virtueller Trostversuch wohl nicht angekommen… Was ich sagen wollte: alles beginnt bei uns selbst, und wir können auch erstmal „gut“ zu uns sein. Wenn wir dann wieder Atem geschöpft haben, die Dinge mit etwas Abstand anschauen. Hatte ich (unausgesprochene) Erwartungen? Dann könnte ich diese das nächste Mal vielleicht aussprechen. Hatte ich ausgesprochene Erwartungen, die nicht beachtet wurden? Dann stellen sich zwei Fragen: habe ich die Erwartungen nicht nur ausgesprochen, sondern sie auch wirklich ernsthaft vertreten? (Körpersprache, Klarheit, „abschwächen“ der Aussage…) Wurde verhandelt und eine Vereinbarung getroffen, dass meine Erwartungen erfüllt werden können? Falls ja, welche Konsequenzen ziehe ich infolgedessen aus der Nichteinhaltung? Wenn nein: warum nicht? Wie gehe ich jetzt mit der Situation um? Was will ich in Zukunft akzeptieren, was möchte ich – in dieser Form – nicht in meinem Leben haben? Alles beginnt bei uns selbst… und wir dürfen den Mut haben, für uns selbst einzustehen. Und, zuerst mal: ein wenig zu uns schauen, uns trösten, uns eine kleine Freude machen, uns erholen …Selbst gut für uns zu sorgen. Nur dann werden es auch andere tun.

      2. Danke! Ich wollte mit dem traurigen Smiley nicht ausdrücken, dass der Trostversuch nicht angekommen ist – eher, dass ich in dem Moment nicht wusste, was „etwas Gutes“ für mich gewesen ist/wäre … Die Therapiestunde, die dem Smiley folgte, die war gut für mich … und Du, wie die meisten Kommentatoren, würden sich mit meiner Therapeutin sehr gut verstehen… 🙂

        „Eigentlich“ weiß ich das ja auch alles und würde jedem anderen den gleichen, guten Rat geben … für mich selbst? Geht das irgendwie immer schief…

        Aber ich gucke schon ein wenig gefasster in die Sonne, das ist doch schon etwas… ? 🙂

  1. Wau, da hat sich ja was angestaut! Was mir auffällt: Du bist anscheinend immer da, hilfsbereit, kümmerst Dich, übernimmst Verantwortung … man darf bei Dir Kritik üben, Du beachtest das sogar … hältst Deine Klappe, wenn man es von Dir erwartet und gibst Deine Meinung kund, wenn man sie von Dir erwartet bzw. hören will.
    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das hat so was ‚breiiges‘ an sich, so etwas, was sich leicht verformen lässt, mit dem man kneten und spielen kann, das nicht weh tut, keine Kanten hat, keine Spitzen. Das kann man in den Mund nehmen oder sich auf den Schwanz streichen, das kann man als Kugel formen oder mit den Füssen treten – egal, es macht einfach alles mit. Und wenn etwas einfach alles mitmacht, dann ist es am Anfang total interessant auszurprobieren, wie weit „das alles“ denn geht. Und wenn man merkt, dass es „alles geht“ wird es recht langweilig. Hin und wieder mal gerne genommen, aber sonst …
    Ich hoffe Du verstehst wie ich das meine: Wenn man keine Kanten / keine Spitzen zeigt (leider), dann wird man Spielball für die andren, die gar nicht sehen und kapieren, dass sie da mit jemanden spielen.
    Das Gleiche gilt in meinen Augen übrigens auch für „Verständnis haben“. Das kann man für vieles, aber beileibe nicht für alles. Beobachte mal das Gesicht des anderen, wenn Du mal sagst: „Nee Du, dafür habe ich jetzt kein Verständnis!“ Viel Spaß!

    1. Du trittst mir damit nicht zu nahe – das ist das große Thema der Therapie. jahrzehntelanges Konditionieren auf: Widerworte, Missfallen o.ä. Erzeugen Liebes- und Aufmerksamkeitsentzug der Mutter.
      Früh gelernt: Lieb sein, „richtig sein“, mich anbiedern, erstmal meinen Wert unter Beweis stellen, dann klappt das auch mit der Zuneigung …

      Tja 🙂

      Ich hab‘ noch viel zu lernen, ich weiß 🙂

      Das, was mich betrübt, ist einfach der Frust auf mich selbst … Dass ich es noch nicht (immer) kann, meine – durchaus vorhandenen – Ecken und Kanten zu zeigen, aus Angst was zu verlieren.

      Das Bittere dabei? Eigentlich gibt es eben nichts zu verlieren, wenn ich es ganz genau anschaue ….

      Ja, ich muss was ändern.
      Aber das heißt ja nicht, dass man mit Menschen spielen und sie kneten muss – nur weil man es kann 🙂
      Ich kann das durchaus auch mit anderen, sehr gut sogar – zu gut manchmal – aber ich mache es nicht. Weil es meinen Wertevorstellungen nicht entspricht – ich möchte so nicht sein 🙂

      Wie gesagt: Therapieinhalt, was Du da angemerkt hast 😉

      1. Fokussiere doch auch mal immer wieder auf : „Dass ich es noch nicht (immer) kann, meine – durchaus vorhandenen – Ecken und Kanten zu zeigen“ … das heißt doch, hin und wieder / manchmal / öfters … funktionierts. Und „immer“ – was sind das für hochgesteckte Ziele. Ich würde von mir auch nicht behaupten dass ich es „immer“ kann. Muss das denn immer gleich „immer“ sein?
        Und genauso das mit dem „verlieren“. „Verlieren“ kann auch eine „Ent-lastung“ sein … aber das schrieb ich bereits.

      2. Hmm ja ich weiß, ich bin da sehr streng mit mir und auch viel zu ungeduldig … Ich neige dazu, immer nur das halbleere Glas an/in mir selbst zu sehen … predige aber anderen, immer das Halbvolle Glas an sich zu sehen – ich bin da anderen gegenüber viel netter als bei mir selbst …

      3. Liebe Deinen Nächsten WIE DICH selbst und nicht ANSTATT Dich selbst. (Und das in der Bibel, aber hallo!)

  2. hmm diese Tauschhändel klingen schon merkwürdig. Im Beruf würde ich sagen: das musst Du ein stückweit einfordern, oder den Kollegen rauswerfen oder loswerden. Aber Du sprichst sicher eher über Dein Privatleben. Ist es da wirklich so ein Austausch? In einer Beziehung: gut, da bringen sich Beide (hoffentlich) ein so gut es geht, das sollte ja auf Vertrauen basieren. Ist es dort wo es nicht funktioniert, für Dich immer wieder Enttäuschungen hagelt? Das würde die Beziehung als ziemlich ungleich belastend beschreiben. Eine Situation, die Du wohl kaum auf Dauer aushalten kannst und sollst. Oder ist es eher im Freundeskreis? Das wäre noch etwas anderes…

  3. Hey Lila, solange du dein Selbstwertgefühl vom Verhalten und den Launen anderer abhängig machst, wird sich das nicht ändern. Du musst dir selbst etwas wert sein, nicht den anderen. Und hör auf, in Beziehungen immerzu zu leisten, Beziehungen sind kein Tauschgeschäft, sondern eine Bereicherung im Idealfall. Wenn du mal keine Lust hast, ist es OK, wenn der andere keine Lust auf dich hat, ist es auch OK. In einer guten Beziehung spürt man sich kaum.

    1. Wir haben das eben in der Therapie versucht zu ergründen, warum ich diese Neigung habe … Der Masochismus ist eben auf allen Ebenen vertreten … 🙂

      Selbstwertgefühl von anderen abhängig zu machen, hmm, ja … Muss ich dran arbeiten … Da sind überall die Stränge und Parallelen zu meiner Familie zu erkennen … „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ klappt hier nicht so ohne Weiteres…

      Beziehungen waren immer ein Tauschgeschäft oder Kriegsschauplatz; ich verwende nur Kriegsterminologie, wenn ich über Beziehungen (jeglicher Art) spreche: Gewinner, Verlierer, Waffenstillstand, Kapitulation, Fronten … Ich erkenne da ein Muster 😦

      1. Man muss keineswegs früher erlernte Verhaltensweisen wiederholen, wenn sich diese als nicht besonders hilfreich erweisen. Natürlich legt man sowas nicht von heute auf morgen ab. Dazu wirst du ja bereits begleitet und lernst dort sicher ein paar Tricks, um Stresssituationen besser zu bewältigen. Zu den weiter unten Kommentierenden möchte ich sagen: Du wirst dich nicht ändern, du wirst viel mehr du selbst werden, wenn du nicht jede Laune oder Störung von Außen zum Anlass nimmst, dich schlecht zu fühlen.

  4. Ich weiß wie sich das anfühlt. Es ist nicht leicht Dinge anders zu machen als sie unserem Wesen entsprechen. Auch wenn man es besser weiß. Ich bin da ähnlich gestrickt. Trotzdem versuche ich immer weiter daran zu arbeiten. Irgendwann haben wir den Mut und die Kraft unsere Bedürfnisse genauso wahrzunehmen und zu erfüllen, wie die der anderen.

  5. Pass nur bitte auf, dass es nicht irgendwann ins andere Extrem ausschlägt und du die gleichgültige Haltung, die dir im Moment so einige entgegenbringen, allen Anderen gegenüber ein nimmst. Du bist toll so wie du bist, nur ab und zu musst du Nein sagen lernen und deine Interessen in den Vordergrund stellen – nicht immer, aber manchmal.

    1. Das wird nicht passieren, liebe Kari … Dazu müsst schon eine Gehirn- und Seelenwäsche passieren … Und ich glaube, da ist meine Therapeutin davor … Aber danke Dir, Du hast recht … Einfach mal wieder ans Grenzen setzen denken …. 🙂

  6. Du klingst sehr frustriert, ich kann das absolut nachvollziehen.
    Hast du schon mal versucht, dir ganz konkret vorzustellen, was passiert, wenn du dies oder jenes machst, was du dich nicht traust zu machen? Hast du schon mal alle Situationen gedanklich und gefühlt durchgespielt? Sowas trainiert auch und hilft vielleicht festzustellen, ob etwas wirklich eine Angst wert ist.
    Auf deine Mutter z. B. bezogen – meinst du, sie würde dich im Extremfall fallenlassen? Also wenn es hart auf hart kommen würde? Man sagt, Blut ist dicker als Wasser, aber das fand ich noch nie. Ich sag immer, Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht. Darum fällt es wohl auch gerade bei denen so schwer, sich aufzulehnen oder zu bestehen!?
    Und gerade Mütter meinen ja auch oft, sie hätten besonderen Respekt verdient. Der Meinung bin ich nicht. Den würde ich von meinen Kindern auch nie für mich einforden. Da gibt es nur den gegenseitigen menschlichen normalen Respekt, den Jeder verdient (mal abgesehen natürlich von Liebe und Gefühlen).
    Vielleicht kannst du was mit meinen Worten anfangen. Ich will dir damit nicht zu nahe treten und drück dir die Daumen, dass du es schaffst, die ganzen blöden Brocken aus dem Weg zu räumen.. Wenn einer immer wieder kommt, kann es ganz schön nervig sein.
    liebe Grüsse
    kitty

  7. Ich schieße mich da einfach an, bleib wie du bist liebe Lila, aber vergiss nie, du kommst bei dir als erste drann und die anderen müssen sich anstellen und eine Nummer aus dem Automaten ziehen. =)

      1. *ggg* das kannst ganz alleine du entscheiden, wann er befüllt ist oder wegen Überfüllung der Schallter heute geschlossen ist. ^^

  8. Du hast das RECHT ‚Nein‘ zu sagen ohne dieses ‚Nein‘ begründen zu müssen,
    aber ich kann deine Situation auch nachvollziehen, mir geht es ähnlich, ich bin auch imer da und ‚verfügbar‘ 😦

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