Der sterbende Schwan

Der sterbende Schwan

Ein Drama in …. einigen Akten.

Die sexuellen Treffen und Interessen hatten sich ja auf intensives Nachfragen (man könnte es auch gegen-die-Wand-stellen nennen) erledigt und er war ab da mit der Frau zusammen, mit der er seit 2 Jahren befreundet ist, was irgendwann in Freunde+ umschwenkte und parallel zu ihrer festen Beziehung von x-Jahren (habe nicht so genau zugehört) geführt wurde.

Irgendwann schrubte mir also der junge Schwan, dass er der Meinung sei, dass ich in ihn verliebt sei und doch bitte Nachrichten an ihn auf Goblins und Zombies beschränkten sollte, man müsse sich im Leben eben manchmal entscheiden.

Solch‘ weise Worte! Die über Nacht (tatsächlich hatten wir uns am Vortag noch gesehen) in für ihn unüblicher Wortwahl geschrieben Nachricht hatte zur Folge, dass er die Tage danach nicht in die Spielhölle kam und dann keine Augenkontakt wagte, nicht mit mir sprach und wie der sprichwörtlich geprügelte Hund durch die Gegend lief.
Irgendwann stellte ich ihn zur Rede, weil ich das Verhalten auch einfach sehr unangenehm für alle (Un-)Beteiligten fand und er sich sichtlich unwohl fühlte. Aus meiner Sicht her musste das nicht sein, aber ich wollte zumindest mal meine 10 Cent dazu loswerden.
Daraufhin entspannte sich die Lage und wir schrieben – über Goblins und Elfen. Irgendwann war ich geblockt auf WA.
Ich sprach ihn darauf an und er war sichtlich erschüttert. Dass er das nicht war und seine Freundin da wohl was geblockt haben muss, als er mal sein Handy zuhause vergessen hatte.
Es dauerte hmm knapp 3 Tage, dann war ich wieder entblockt und er entschuldigte sich und sagte, dass er das nun geklärt habe. Die einzige Konsequenz war nun, dass er sein Handy immer am Mann trug.

Wir schrieben weiter über Goblins und Elfen, er übte mit mir, wir verfeinerten Decks, tauschten Karten. Alles oberhalb der Gürtellinie, wirklich, auch keinerlei Kommentar zu seiner Beziehung (das habe ich wenn dann persönlich abgeliefert). Und dann – peng – war ich wieder geblockt! Ich schrieb eine Email, eine SMS und nach einem Tag rief ich an. Er war wütend, sauer, ich dachte – er hat’s kapiert!

2 Tage später sahen wir uns, er versicherte mir, was er für einen Aufstand geprobt habe und dass das GARNICHT ging und das Konsequenzen haben würde – habe er ihr gesagt. Aber er liebe sie halt auch, das müsse man schon verstehen. Wir stellten dann fest, dass die Email genauso gelöscht worden war die die SMS …. Nunja, also meine Beziehung war es ja nicht, mittlerweile amüsierte mich das ja sehr.

Ein paar Wochen vergingen, wie sahen uns ab und an, er fragte, wo ich blieb, wenn ich nicht in die Spielhölle kam, fragte nach, wie es mir ging, wenn ich mich eine Weile nicht meldete. Es war alles „cool“.
Wir verabredeten uns zum Schreiben seiner Abschlussarbeit – bei mir zuhause. Weil ich so doof bin/war, kochte ich uns auch noch was, während wir schrieben – äh – ich schrieb. Er kann sowas tatsächlich nicht.
Ich fragte dennoch nach, was er denn zuhause erzähle, so ganz unkomplikativ konnte ich mir das nicht vorstellen. Er antwortete ausweichend, murmelte was von „auswärts“ und „bei meinen Eltern“…. Mir war es letztendlich egal. „Wir“ schrieben also seine Abschlussarbeit, er sagte und betonte und erzählte jedem, wie sehr ich ihm den Arsch gerettet habe und dass er mir auf ewig dankbar sei…. Dann nutzte er die freie Zeit am kommenden Wochenende, um seiner Freundin bei ihrer Abschlussarbeit zu helfen, schliesslich habe er bei mir soviel gelernt – sagte er.

Wir trafen uns in der Spielehölle und auf Turnieren, es war chillig. Sonntag wollte ich ihm kurz eine Info durchgeben und war – RICHTIG – geblockt! Ich griff also zum Telefon, kurz gemeldet „bin geblockt“ und wartete ab.

Vorgestern bekam ich dann eine so dermassen unterirdisch prollige „Berlin Tag&Nacht“-Nachricht… Wooooooooooooooooooooooooooooah!

Ich hätte ihr ins Gesicht geschissen und Grenzen übertreten und überhaupt, er würde mich jetzt entblocken, aber NIE wieder mein Freund sein.

Kurz musste ich mal um mich schauen, ob ich mich in einem Sandkasten im Kindergarten befand – nein, ich stand tatsächlich bei mir zuhause im Wohnzimmer, mein Telefon perplex anstarrend.

Ich habe ihn angerufen, auf dem AB meine Kapitulation vor derart psychotischen Wahrnehmungen und Drohungen erklärt, ihm dann die Nachricht seiner Freundin geschickt und sehr direkt gesagt, dass der nächste Kontakt seines Drachens Konsequenzen haben würde, die er nicht erleben wollen würde und ich ihn bitten würde, dass er nun im Gegenzug ihr Telefon von meinen Kontaktdaten befreit und dafür sorgt, dass sie diese auch auf seinem Handy nicht mehr findet.

Dann bin ich mal gepflegt zusammen gebrochen. Die Ironie, dass die Dienstagstherapie komplett um ihn und meine Unfähigkeit des Loslassens geht, blieb mir nicht verborgen. Das war dann wohl der letzte Kick, den ich gebraucht habe. Die Wut richtet sich in 3 Richtungen: Gegen sie, weil – HALLO? Gehts noch? …. Gegen ihn: Weia, ehrlich? Eier, Rückgrat und Selbstachtung sind wohl irgendwo auf der Strecke geblieben? Und wie kannst Du das zulassen? (Nach allem, was ich für Dich getan habe – setze ich extra in Klammern, weil ich doof genug war, das wirklich freiwillig und im besten Glauben an seine Person gemacht zu haben) … und gegen mich, weil ich an den Stellen echt doof bin, nicht auf meine Freunde höre und immer und immer wieder diese Hoffnung habe, dass das Gute im Menschen siegt und dass man ehrlich zu mir ist.

Im Rückblick zweifle ich jedes der Gespräche an, die er angeblich mit ihr geführt haben will. Ich habe natürlich dem engeren Freundeskreis davon berichtet, die beiden Nummern geblockt, werde aber diese psychologische Kriegsführung nicht so weit greifen lassen, dass ich mich aus meinem Sozialkreis in der Spielehölle verdrängen lasse. Den „Schweigepakt“, den er und ich geschlossen haben, muss ich unter diesen Umständen nicht mehr beachten, es gibt keinen Grund mehr ihn zu schützen. Sollte mich also tatsächlich der Zorn des Drachens nochmal treffen, werde ich mich wehren.

Ich bin zuwenig Gosse, um diesen Kampf als solchen anzusehen. Diese Art von Auseinandersetzung (oder eben nicht) ist mir fremd. Es ist traurig zu sehen, dass er als Person verschwunden ist.

DasManuel hat das Drachige (wie er sie nennt) im Gegensatz zu mir bereits getroffen und hat mal geskribbelt (Ich soll extra betonen, dass das die Beta-Version ist! Aber der arme Mann hat ja keine Zeit *g*)

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Auf ihrem Arm liegt der kleine geknickte Schwan in Form eines Schoßhündchens, btw.

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🙂

Ja, liebe Lesbomatin, manche müssen Eintritt für solche Aufführungen zahlen, ich mach‘ mir meine Welt zu einer kleinen Soap-Opera-Welt… immer sehr „erfolgreich“ 🙂

Faszinierender Fakt: Ich dachte erst, ich bin da voll pazifistisch und friedlich und so eingestellt, wüsste nicht, was ich machen sollte, wenn dieses Vieh auf mich losgehen sollte. (ok, ich bin größer, schwerer und stärker, aber hey – Aggro-Frauen?) Dann fiel mir ein, was ich im Boxen so gelernt habe und in den Selbstverteidigungskursen und stellte mir vor, wie gut ihr ein gebrochenes Nasenbein stehen würde … Luftröhre wäre Schritt 2 … Ups! Meine Therapeutin meinte nur, dass sich da wohl etwas Wut in mir aufgestaut habe … joah, hmm 😉 Wohl doch nicht so passiv friedlich, wie ich dachte… 🙂

Die heutige Therapie hat zeitlich wieder nicht ausgereicht, es kommen interessante Themen auf mich zu, auf die ich mich – auch wenn sie hart werden – sehr freue. Denn irgendwo so dahinten am Horizont, sehe ich die Person, die ich sein will. Und die Dinge, die da angesprochen werden, wenn ich die bearbeiten kann? Bin ich dieser Person ein Stückchen näher.

Ich wünsche Euch ein superduper Wochenende!

In Vorfreude auf das kommende (wahrscheinlich nasse) Festival, diese kleine Perle – Optisch auch extra „manga“ für DasManuel 🙂

26 Gedanken zu “Der sterbende Schwan

  1. Schönes Anker Tattoo 🙂

    Vielleicht solltest Du Dein Suchprofil radikal ändern und nach offensichtlichen Ärschen suchen. Vielleicht überraschen die Dich dann in die andere Richtung.

    1. Meinste? 🙂

      Was mich ja fasziniert, ist, dass ich da offensichtlich ein absolutes Pippi-Langstrumpf-Syndrom habe „Ich mache mir die Welt, wiedewie sie mir gefällt“ – und meine Umwelt steht mit offenem Mund da und fragt sich, was ich da sehe und ob ich noch alle Tassen im Schrank habe … *seufz*

      Vielleicht sollte ich es doch mal mit Drogen probieren, dann habe ich wenigstens eine Ausrede für die geistige Umnachtung? 😉

      1. Drogen sind immer eine Option. Im Ernst, auch wenn Du jetzt schon wieder einen Preis zahlen musstest, so machen die Menschen, die an das Gute glauben die Welt erst zu einem besseren Fleck. Nur kühle, rationale Menschen wäre eine gruselige Vorstellung.

  2. Wenn sich das Ganze in Richtung Gosse bewegt, musst du definitiv einen Cut machen. Da er nicht in der Lage ist, seine Freunde vor seiner Furie zu schützen, soll er sehen, was die Zukunft für ihn bringt. Es gibt ja leider noch keine Männerhäuser. Anscheinend ist die Frau eben klarer in ihren Ansagen und hat sich das Schwänchen zum Untertan gemacht. Eventuell kannst du von ihr lernen, das Männer einfach genommen werden wollen. Sie ist die Walküre auf dem schwarzen Brauereipferd, auf die er wohl schon immer gewartet hat. Gacker.

  3. Wahnsinn … Der Wahnsinn ist nicht was die Andere macht. Damit kann man ja nicht arbeiten. So etwas – und zwar alles was damit zu tun hat – schickt man ganz schnell in Quarantäne, wenn man bei Verstand ist.
    Der Wahnsinn ist woanders. Es ist der Wahn man könne Dinge und Menschen und Beziehungen haben. Das geht nicht. Da hat man etwas falsches im Sinn. Dinge sind nur geliehen, Menschen nur zu Besuch und Beziehungen kann man nur sein. Nichts kann man besitzen. Man hat es nur gelernt, dass es so sei.
    Und mit diesem Wahn im Sinn, man müsse festhalten was man da so habe, auch wenn da etwas querschießt und verletzt und dumm daher kommt, mit diesem Wahn also im Sinn hält man an Schädlichem fest, anstatt es los zu lassen.

    Mensch Lila … sowas sieht man, lächelt und geht weg.

    Schon richtig, dass sich die Therapiestunde um Loslassen gedreht hat. Weiterdrehen.

    1. Ich hab‘ da so ein Problem mit dem Weggehen, besonders, wenn ich schon was gesehen habe… Das ist quasi… VOLLKRAFTKLEBER mit Magnetfunktion und Doppeltextralangevollhaltbarundnichtlöslich… 🙂

      Der Plan ist loslassen zu üben und wunderbar cool und entspannt zu sein… In meinem inneren Äuglein seh‘ ich das schon genau vor mir… 🙂

      1. Dann streiche aus deinem Plan erstmal das wunderbar cool und das entspannt sein. Loslassen würde fürs Erste vollkommen reichen. Souverän-sein-wollen dabei ist nur noch so ein Trick um nicht loslassen zu müssen. Vom „gut dabei aussehen wollen“ sollte man sich frei machen, oder sagen wir: man sollte seine Eitelkeit loslassen. Upps: Da schließt sich der Kreis.

      2. Es hört in dem Moment auf, wenn du kapierst, dass du Frau – respektive Mann, wertvoll, einzigartig und liebenswert bist und deine Eltern auf dem Holzweg waren, nicht du. Nur das mit dem kapieren ist nicht so leicht.
        Aber dann, ja dann, dann ist das sofort vorbei mit dem Kreis. Sofort! Glaub mir.

      3. Nein. Kein Fehler der Evolution. Wir sind auf der Welt um zu Leben. d.h. Überleben. Niemand sprach vom Glücklichsein.
        Ziel der Psyche ist stabil zu sein. Und eines muss man der Psyche lassen: Im Unglück ist sie sehr stabil.

    2. „Da hat man etwas falsches im Sinn. Dinge sind nur geliehen, Menschen nur zu Besuch und Beziehungen kann man nur sein. “

      DAS gefällt mir ausgeprochen gut, Herr K! 🙂

  4. Ein müder Schwan, der Schwan, fast schon tot 🙂 Lohnt es sich darum zu fighten ? Abgesehen davon, dass das eh nix bringt, sogar wenn das Objekt der Mühe wert wäre, siehe „Dinge sind nur geliehen, Menschen nur zu Besuch“

  5. Irgendwie sehen abfotografierte Scribbles immer ‚betabeta‘ aus … :/ Danke für die Erwähnung!

    Mal sehen … demnächst demnächst … vielleicht … mehr davon. *g*

    1. Tja, man(n) könnte ja auf dem Grafiktablett scribblen, habe ich gehört… Aber hey, ich mag Deine Stiftarbeiten ungefähr 100millionen mal lieber… 🙂

      Und MEHR ist per se IMMER gut… 🙂

    1. Kein Ding 😉 ich hab die Email gelesen und antworte noch drauf … Danke Dir aber schon mal und bloß nicht aufhören, Deine Gedanken mitzuteilen 🙂

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