Leseempfehlung: Druckstaueffekt – Soundcheck:Berlin

Leseempfehlung: Druckstaueffekt – Soundcheck:Berlin

In einem Rutsch auf dem Festival dieses Jahr durchgelesen – sagt ja schon einiges über das Buch aus 🙂

Das sagt der Klappentext:

Eine Frau ist auf der Suche: Sie will das Besondere und macht sich selbst austauschbar, findet Affären und hofft dabei auf Liebe. Es geht um Sex – auch. Aber vor allem beschwört dieser Debütroman kein rosarotes Hollywoodmärchen, sondern erzählt realitätsnah von den Licht- und Schattenseiten eines unverbindlichen Beziehungslebens.

Ich muss ja gestehen, dass ich mit dem monochromen Design des kladdeBuchverlages so meine Schwierigkeiten habe … bin ja eher ein Freund von BUNT!
Und wann hatte ich überhaupt das letzte Mal ein Hardcover in der Hand? Und dann noch so klein? Hach, Gottchen… 🙂

ABER… dann kamen die ersten Seiten… Dauerte gar nicht lange und *schwupps* war ich drin… 🙂
Ich mag es, wenn Autoren und ihre Geschichten mich mitnehmen. Wenn ich mich in Dingen wiedererkennen kann oder zum Nachdenken angeregt werde (ja, auch bei Fantasy oder Krimi-Romanen – Wer hat nicht schon mal drüber nachgedacht, ob er/sie ein guter Serienkiller wäre und was das eigene M.O. dann so wäre… ?)

Ich schweife ab:
Sabine Wirsching macht es einfach in die Geschichten abzutauchen, erzählt in kleinen Episoden von menschlichen Beziehungen und die Suche nach dem „ETWAS“ … Dem Besonderen … der Zufriedenheit … dem Glück? Ich bin mit der Hauptperson mitgegangen … Durch jedes Leid, durch jedes Freude, jedes Tief, jedes Hoch … Vielleicht liegt es an meiner eigenen Geschichte, meiner momentanen Situation… aber bei sehr vielen Stellen im Buch wollte ich schreien „jaaa, genau… genau SO… endlich… ha! Jawoll! soooooo“ – Weil es mir manchmal schwerfällt zu beschreiben und zu erklären … Weil es nicht immer einen geraden, klaren Weg gibt von A nach B … Vorallem, wenn man nicht weiß, was B genau sein soll. Das Erlebte im Buch macht auch nachdenklich, hinterfragt das eigene Verhalten, die eigene Wertewelt und auch die eigenen Wünsche. Manchmal ist es wie in einen Spiegel gucken, manchmal wie die Biographie einer Freundin lesen und manchmal wie im eigenen Tagebuch.

Nach Berlin möchte ich unbedingt mal wieder nach der Lektüre, ich musste viel lachen über die anderen Charaktere, ich konnte sie mir genau vorstellen – wäre gerne mit zur „Eis am Stil“-Party gegangen. 🙂

Ich musste während des Festivals dann auch sehr oft an Sabine und ihr Buch denken … Jedesmal, wenn mich die Bässe atemlos gemacht haben – wenn ich mir an Herz fasste, weil ich dachte, dass es sonst rausspringt… Wenn die Musik mich mitgenommen hat und in eine andere Welt katapultiert hat.

Und genau deshalb sollte man das Buch lesen und dabei genießen.

Es stellt keine neuen Welttheorien auf, sondern nur eine ganz „kleine“, einfache Lebensweisheit: Glück und Glücklich sein fängt bei einem selbst an.

Zumindest habe ich das für mich mitgenommen.

Und so wird dieses kleine, feine, monochrome-hardgecoverte Buch in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz bekommen.

Sabine Wirsching
Druckstaueffekt – Soundcheck: Berlin

7 Gedanken zu “Leseempfehlung: Druckstaueffekt – Soundcheck:Berlin

  1. Ein Thema, welches mich bei Büchern wenig anrührt (interessanterweise ist es bei cineastischen Werken genau umgekehrt – kennt jemand ‚Oh Boy‘? Ganz wunderbar der Film!) – aber eine gute Buchvorstellung. Ich verstehe worum es geht, verstehe, warum das Buch lesenswert ist … ohne vorab gespoilert zu werden. Und einen guten Teaser gibt es mit der ‚Eis-am-Stil-Party‘ auch.

    1. Tatsächlich ist es, finde ich für mich, kein Unterschied – so oder so ist es „Aufgabe“ des Kreativen mich abzuholen und mitzunehmen… Bei mir funktioniert „Verwirrung weckt Interesse“ meist nicht… Die Geduld habe ich nicht.

      „Oh Boy“ habe ich geschafft, weil ich wissen wollte, ob die das durchgezogen haben. Würde ich den Film nochmal schauen? Nein! Durch seine Art ist er ein „One-Timer“ 🙂

      Wenn Du Deinen Meterhohen Bücherstapel durch hast, kannst Du ja mal Bescheid geben 🙂

      1. Ich bin ja immer ein Freund davon Neues zu probieren, auch wenn ich dabei öfter auf die Nase fliege… Die Perlen, die ich dabei entdeckt haben, waren es wert … Aber jeder so, wie er es mag

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