Überfordert

Überfordert

Am Ende des Tages endet es doch alles wieder in Überforderung.

Kann ich machen, was ich will. Kann ich mir vorsagen, was ich will. Kann ich mir einbilden, was ich will.

Kommt es dann zum konkreten Ereignis, bin ich einfach überfordert. Mag sein, dass ich mittlerweile besser damit umgehe. Ich kann früher signalisieren, dass es gleich knallt. Dass die Beherrschung gleich flöten geht. Kann ich – bin ich besser geworden. Die Enttäuschung, dass es immer noch so ist, trifft hart. Weil es einem Versagen gleich kommt. Ich kann es immer noch nicht. Ich bin immer noch nicht so „souverän“, so stark in mir gefestigt, wie ich es gerne hätte.

Es hilft nicht, dass ich oft von Menschen umgeben bin, die sich mit positivem Feedback schwer tun. Oder mit dem generellen Verbalisieren positiver Empfindungen. Oder dem positiven Kommentierens meiner Fortschritte.
Was verbalisiert wird, sind die negativen Dinge – die dann gerne. „Da bist Du nicht so gut drin“, „Da musst Du noch an Dir arbeiten“ und auch die durchaus realistischen „Warnungen“, dass man sich jederzeit entfernt und geht, sollte das Leben das so vorgeben und dann wäre das auch nicht weiter schlimm.

Ich sitze immer da, schaue mir das an, höre mir das an und frage mich, was der andere denkt, was ich aus solchen Aussagen machen soll. Muss ich jetzt wirklich sagen: „Äh, Du, ne, also – Du hast jetzt quasi eher mehr als weniger durch die Blume gesagt, dass es total egal ist, ob ich da bin oder nicht.“ Muss ich wirklich sagen, dass es „netter“ wäre, wenn wenigstens noch ein „Auch wenn Du mir fehlen würdest, aber ich würde gehen, wenn ich müsste“ … Dass dieser kleiner Vor-Satz einen immensen Unterschied macht, muss ich das erklären?
Das all‘ diese „kleinen“ Dinge, die für jeden der umgebenden Menschen eine Nichtigkeit oder ein Zwang des Lebensumstandes sein mag, für mich zusammengenommen immer auf das eine hinauslaufen: Du bist nicht wichtig.

Ich hatte früher immer den „Wunsch“ meine eigene (frühe) Beerdigung zu sehen, um zu sehen, wer mich am meisten vermisst, wer am lautestens heult, wer überhaupt auftaucht. Mein fatalistisches Ich sieht das mittlerweile entspannt, denn es wird einfach gar niemand bei meiner Beerdigung sein – wenn ich die Lebenserwartung anhand meiner Vorfahren berechnen sollte, ist dann einfach alles vorher tot 😉
Auch das ein durchaus entspannter, wenn auch vielleicht äh ungesunder, Gedanke – aber ich weiß jetzt schon, dass ich definitiv in die Nachbarländer fahren werde bevor ich in einem Pflegeheim – alleine –
dahinsieche. Ich verstehe schon, dass dieser Wunsch meine Beerdigung zu sehen, durchaus auf genau diesem Wunsch basiert – sehen, wem ich was bedeute. Der Denkfehler liegt meines Erachtens vor allem da drin, dass es ja nicht heisst, dass man nicht leidet nur, weil man nicht den ganzen Friedhof (auf dem die Beerdigung nicht sein würde) zusammenheult. Ja, ich verstehe schon, dass nicht jeder so Extrovertiert seine Gefühle an jede Wand plakatiert wie ich. Und ich verstehe auch, dass es manchmal schwierig ist, mit dieser Art umzugehen. Die „Beschwerden“ kommen durchaus bei mir an.
Was ich nicht verstehe ist, was es denn dann ausmacht, dass man in meiner Nähe bleibt. Wenn es doch anstrengend ist und wenn es doch so „falsch“ ist, wie ich bin. Warum sich dem aussetzen und nicht einfach gehen? Diese Gedankenspiele sollte ich nicht fortsetzen, denn sie enden unweigerlich in Worten wie „Pflichtgefühl“, „Schuldgefühl“ und „Zwang“ – alles Dinge, die ich weder verkörpern noch aussprechen möchte. Aber solange man nicht mit mir spricht, kann nur ich mir meine Antworten zurecht schustern. Und es mag Teil meiner Krankheit sein, dass ich eben nicht nicht-analysieren kann. Ich MUSS Menschen und ihre Handlungen verstehen. Es macht mich irre, wenn ich es nicht verstehe. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Nächster Punkt: Wann haben diese Menschen gelernt, dass die Reaktion auf angstbasierte Aussagen am Besten ein rationaler Lösungsvorschlag ist?
Praktisches Beispiel? Ich habe eine ausgesprochene Hundephobie. Ich gehe damit sehr offen um, weil es in der Vergangenheit blöde Situationen gab deswegen. Ich frage bei neuen Bekanntschaften immer, ob sie einen Hund haben – damit ich mich drauf einstellen kann. Ggf. sage ich es auch dem Halter oder Gastgeber, damit die ihren Hund auf mich einstellen kann 🙂
Was NICHT hilft, sind bei einer Aussage wie „Ich habe Angst vor Hunden, kannst Du da ein Auge drauf haben?“ ein „Ach, die machen doch nichts“ zu erwidern.

Hmm ja, natürlich im rationalen Blick von aussen, kann es sein, dass sie nichts machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich meine Angst nicht zeige, ist gering. Denn ich habe das nicht immer unter Kontrolle. Und selbst wenn ich nach aussen cool wirke, innerlich schreie und renne ich. Ich glaube schon, dass Hunde das merken. Und darauf reagieren. Danke für den tollen Hinweis und das Angebot mir unter die Arme zu greifen und mir ggf. zu helfen – nicht.

Ich habe Angst vor einer kommenden Begegnung. Es hilft mir nicht, wenn mir Vorschläge gemacht werden, die ich einfach nicht befolgen kann. Zumal diese Vorschläge widersprüchlich sind. Und weil sie „mir“ langfristig mehr schaden als helfen. Was helfen würde, wäre ein „Du schaffst das schon“ oder „Du bist doch stärker als Du denkst“ … Es gäbe soviel, was man mir sagen könnte, mir mit auf den Weg geben könnte – Dinge, die ich mir selbst durchaus sagen – die aber eine andere Wertigkeit erhalten, wenn sie von aussen kommen – Anker hin oder her! Ratschläge, der rationalen Art, helfen mir nicht weiter. Ich WEISS das alles, ich WEISS, was ich machen könnte, die Wege drum herum… ich versteh das auch. Aber ich habe mich nun mal für den Weg entschieden. Kann man da nicht einfach AUCH unterstützend zur Seite stehen anstelle schulterzuckend stehen zu bleiben?

Ist es so schwer, sich an Verabredungen zu halten? Nicht in meiner Gegenwart zu telefonieren? Nicht permanent zum Handy zu greifen? Pünktlich und zuverlässig zu sein? Oder, wenn man es nicht sein kann, zu akzeptieren, dass sich dann vielleicht auch mein Interesse verändert? Ist das schwer?

Ich wollte grade noch schreiben: Mach‘ ich doch auch… Und schon höre ich viele von meinen Lesern und meine Therapeutin und mein eigenes Motivier-Ich: Es kann Dir doch egal sein, was diese Menschen Dir sagen und ob diese Menschen Dich vermissen – ob sie Dir sagen, dass sie Dich vermissen. Und ändern wirst Du es eh‘ nicht. Du wirst auch nicht mitbekommen, ob diese Menschen leiden. Weder werden sie es Dir sagen, noch wirst Du es sehen. Und auch das ist egal. Weder Dein Leben noch Dein Wert hängt von anderen Menschen ab. Du musst Dir selbst genug sein.

Jajajajaaaaaaaa, Wissen und Verstehen/Fühlen sind da zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Und diese alten Schuhe, dieses Un-Wichtig fühlen ist so alt, wie ich selbst (und das ist schon ganz schön alt). Lege ich diese Schuhe nicht ab, weil ich nicht kann oder weil sie schon so schön eingelaufen sind?

Dienstag und Mittwoch waren so tolle Tage, wirklich, einfach trotz aller Scheisse schön.

Heute reicht eine kleine Unterhaltung und bei allem Sonnenschein fühlt es sich an wie tiefster Winter.

Einsam und verlassen fühlt es sich an. Die Zweifel sind groß, ob ich die Angst heute in den Griff kriegen. Alleine. Alles, was im Kopf rumsurrt ist „Du bist unwichtig. Du bist alleine. Du wirst es immer sein. Du kannst nix. Du bist nix.“ in Dauerschleife.

Ich ziehe die Reißleine – versuche mich zu fangen, die Gedanken zu stoppen.

Vielleicht hilft das?

P.S.: Der Text ist nicht fiktiv, er getriggert durch ein Erlebnis – beinhaltet aber mehrere Felder/Menschen/Vorkommnisse

Nachtrag:

Heute gerade gefunden, wird morgen auch nochmal bearbeitet – aber der Artikel hilft ein bißchen um das Kopfchaos zu Verstehen

21 Gedanken zu “Überfordert

    1. Danke Dir 🙂

      Ich kann Dich übrigens nicht mehr in meiner App und meinem Reader hier lesen …. Du wirst da nicht mehr aufgeführt … und ich habe keinen „neu folgen“ Knopf gefunden… Geht es nur mir so? 🙂

      1. Bitte gerne Lila.

        Hm, na wenn ich nicht in der Liste bin, dann sieht man auch nichts, aber verfolgen sollte ganz normal gehen, entweder per E-Mail. (An der Seite wenn man einen Artikel aufruft.)
        Oder wenn du die Seite normal aufrufst, dann hat man ja oben die Admin-Leiste, dort kann man den Verfolgerknopf drücken. Also da wo man auch Rebloggen drücken kann auf der linken Seite.

        Ab er Verfolgen geht, denn hin und wieder komm ja jemand dazu, wenn es Ping macht. Ich habe jetzt mal extra für die liebe Lila, unten, über Impressum noch einen Follow Knopf gebastelt, ist zwar abgeschnitten, aber mehr kann ich momentan leider nicht anbieten. ^^

        Damit müsste es klappen. =)

  1. Ich sag was … 😉

    Du fragst dich (in Bezug auf andere Personen) in bestimmten, für dich stressigen / beängstigenden etc. Situationen, warum sie (die anderen Personen) nicht soundso reagieren und es stattdessen anders tun.

    Die Antwort ist genau die gleiche, die man den anderen Personen geben kann, wenn diese sich das gleiche in Bezug auf dich fragen:

    Weil Sie es nicht können / Weil du das nicht kannst (Achtung, wichtig: Nicht ‚…nicht wollen / … nicht willst‘!).

    Etwas differenzierter ausgedrückt: Weil deren / deine Verhaltensweise auch deren / deinem Denkmodell entspricht und nicht deinem / ihrem. Und in den jeweiligen Denkmodellen gewisse Verhaltensweisen … erm … programmiert (automatisiert?) sind.

    Im konkreten Hunde-Beispiel: Eine Antwort, die dich in deinem Denkmodell noch stärker verunsichert (‚Ach, die machen doch nichts‘), bedeutet im Denkmodell der anderen Person möglicherweise ‚Ich kenne meinen Hund gut, er ist handzahm und würde niemals einen Menschen angreifen‘.

    Natürlich kann nun deinerseits die Frage folgen: Und warum sagt er es dann nicht SO?

    Weil das Denkmodell des Gegenübers die Notwendigkeit einer solch detaillierten Versicherung überhaupt nicht in Erwägung zieht.

    Ich finde, das macht unter gewissen Voraussetzungen Sinn. Es fällt schwer, sich in Denkmodelle von Menschen hineinzuversetzen, die man nicht gut kennt. Die einzig logische Vorgehensweise ist es in diesem Fall, nach dem eigenen Denkmodell mit seiner Umwelt zu agieren.

    Kennt man im Umkehrschluss eine bestimmte Person gut, sollte dieses ‚Gut kennen‘ auf Gegenseitigkeit beruhen – was detaillierte Erklärungen wiederum … keinesfalls gänzlich überflüssig macht, deren Notwendigkeit jedoch minimiert (im Beispiel: Gegenüber kennt deine Angst und du weißt, wie seine Aussage zu verstehen ist).

    Natürlich spielen viele weitere Faktoren mit, die in deiner Beschreibung gar nicht erwähnt werden – die konkrete Situation, in der die Unterhaltung stattgefunden hat; das Verhalten der beteiligten Personen (wirktest du ängstlich, nach seiner Aussage sogar ängstlicher? Wirkte dein Gegenüber, als meinte er seine Aussage ernst? Scherzhaft? Boshaft gar? Uswusf.).

    Noch komplizierter wird es, wenn die Beteiligten sich ‚verstellen‘. Um nochmals das Hunde-Beispiel zu bemühen: Wenn du deine Angst mit Coolness überspielst (wie soll dein Gegenüber deine Angst begreifen). Oder das Gegenüber latente Aggressivität seiner vierbeinigen Freunde verschweigt (wie sollst du dich so den Hunden gegenüber ‚richtig‘ verhalten).

    Grundlegend kann man sagen: Kommunikation ist eine komplexe Angelegenheit (ich habe jetzt nichtmals gängige Frau-Mann-Klischees bedient).

    Wenn man was nicht versteht, sich in einer Situation unwohl fühlt, etwas unklar ist: Drüber reden.

    Das mag jetzt vermessen erscheinen, aber – nochmal in deinem Beispiel: Wenn dir die Aussage Unbehagen bereitet … sag es. Oder frag nach, was das genau bedeutet. Oder weise nochmals darauf hin, wie groß deine Angst vor Hunden ist. Ich bin mir ziemlich sicher, die darauf folgende Erwiderung wird anders ausfallen als ‚Ach, die machen doch nix‘.

    Das war jetzt recht viel Text zu einem Teil deines Eintrags … ich finde jedoch, dass dieser von zentraler Bedeutung ist, fussen viele andere deiner Sorgen oder Zweifel doch auf dem gleichen Thema ‚Denkmodell‘.

      1. Ich habe es gelesen … Ich fand es unbefriedigend, weil

        a) keinerlei Hinweis zu finden ist, was gesagt werden KANN.

        b) 8 von 10 Dingen in meinen Augen soundso Beleidigungen wären, die man nichtmals normalen Menschen sagen sollte – oder wenn, dann nur wenn Chemie und Verständnis stimmen.

        c) zumindest mit meinen mittelmäßigen Englisch-Kenntnissen nicht erkennbar ist, ob zwischen ‚Ich weiß, dass du depressiv bist‘ und ‚Ich weiß es nicht‘ sowie ‚Ich verstehe was Depression bedeutet‘ und ‚Ich verstehe das nicht‘ differenziert wird.

        Am ehesten funktioniert der Text FÜR Depressive – ich glaube (und du schreibst das heute in deinem Eintrag), sie erkennen sich wieder und können sich damit identifizieren.

      2. a) Äh ja … Das ist auch schwer, ne? Weil es 100gazillionen Möglichkeiten gibt „was“ zu sagen… Und was gesagt werden kann, was hilft, hängt glaube ich vom Individuum ab. Was „falsch“ ist, ist wiederum bei vielen ähnlich (ich benutze extra nicht „gleich“)
        b) Bist Du dann überrascht, wenn ich Dir aufzählen würde, wie oft ich in den letzten Monaten „beleidigt“ wurde? 🙂
        c) Bestimmt auch und besonders, weil eben genau diese Dinge immer wieder gesagt und vorgeschlagen werden. Und da stehen schon Sachen, die Aussenstehenden begreiflich machen (können) was Symptome der Krankheit sein können. Wie z.B. nicht aus dem Bett kommen, das Haus nicht verlassen können etc.pp.

        Tendenziell versteht glaube ich niemand diese Krankheit immer – wenn ich mich mit anderen Depris unterhalte oder z.B. deren Blog lese, haben die ganz andere Symptome, Verhaltensmuster, Trigger…. 😉 Ich glaube, Du hast soviele Depressions-Typen, wie Du Menschen hast… ? Wäre meine Theorie… 🙂
        Klar, manche Dinge finden sich wieder, ähneln sich…. Aber ob Du da ne Schablone drüberlegen kannst und Außenstehenden einen „Leitfaden“ draus stricken kannst?

        Zuhören, nachfragen, beobachten, aufbauen/motivieren … das wären Dinge, die mir helfen… ob das dem nächsten Depri hilft, der Deinen Weg kreuzt? Kann sein, dass der Dich ankauzt, weil er/sie gerne in Ruhe gelassen wird… 🙂

        Tricky, diese Psychokacke 😉

        Final: Selbst wenn der Artikel nur dem dient, dass mehr nachgefragt und drüber nachgedacht wird und diese „Beleidigungen“ PER SE nicht mehr ausgesprochen werden, ist doch schon was Gutes passiert 😉

    1. Wenn schon, dann aber richtig – oder wie? Kerrrrrrr… 🙂

      Es geht hier ja um Menschen, bei denen ich schon sehr deutlich sage, was ich brauche oder nicht gebrauchen kann. Das ist aber nicht immer so einfach, weil die Gefahr besteht, dass das dann hmm „gegen mich“ verwendet wird. Wenn ich das immer mache(n muss), besteht die Gefahr, dass ich am Ende nur noch Menschen um mich habe, die Angst haben IRGENDWAS zu sagen oder zu machen, weil es mich belasten oder triggern könnte. Ich kann denen nicht beibringen, dass nicht alles immer gleich triggert und das manches micht nicht belastet, sondern es mich eher belastet, wenn ich aus Schutz nicht miteinbezogen werde.

      Im konkreten Hunde-Beispiel habe ich das mit 2 Personen durchgespielt. Beide reagierten, wenn auch im Wortlaut anders, im Endeffekt gleich. Beide wissen von der Hundephobie, beide haben das auch schon live miterlebt. Der eine sieht mich nicht oft – joh, da bin ich jetzt hintenrum an die Dame des Hauses rangetreten. Bei dem Anderen habe ich die gleiche Reaktion erhalten, der kennt mich aber ziemlich gut, weiss auch von der gesamten Stress-Situation und … was mache ich da dann draus? Da habe ich sogar gesagt „Das ist jetzt aber wenig hilfreich“ und … dann .. ? 😉
      Und klar, keiner außer mir ist für mich verantwortlich und damit auch zu nichts verpflichtet. Absolut richtig. Aber was macht das? Genau, einsam. (Ich sage das nur, weil das der Grundtenor des Blogbeitrags war)

      Natürlich kann man das alles auf Kommunikationsproblematik im Generellen und verschiedene Persönlichkeiten und Denkmuster im Speziellen runterbrechen. Ich verstehe das durchaus und ich lerne da draus, das merke ich und das merkt meine Umwelt. Das heisst aber nicht, das meine Umwelt das nicht kommentieren darf/soll. Denn es schadet eben nichts, einfach mal was Nettes zu sagen. Ich weiss, dass ist für nordische Typen und Rationalisten (übersetzt: Männer, denn mit meinen weiblichen Freunden habe ich diese Thematik nicht) ’ne ganz schwere Tüte. Es ist für Empathen und verpanikte Verlustängstler aber auch nicht einfach zu sagen „Das gefällt mir nicht.“ oder „Das war nicht schön von Dir“ oder „Könntest Du nicht….“ – das ist mit körperlichen Reaktionen wie Übelkeit, Kopfschmerz und Schlaflosigkeit verbunden sowas zu sagen. Ich finde, dass dafür viel zu wenig Lob und Anerkennung ausgesprochen wird in meiner Umgebung. Und nein, ich werde jetzt nicht zu den Leuten gehen und fordern, dass sie mich regelmäßig loben und mir mal was Nettes sagen.

      Aber ich würde gerne klarmachen können, dass das ganze letzte Jahr wie eine Schlittschuh-Partie mit neu geschliffenen Kufen war/ist… Es ist schwierig genug, die Balance im Stehen zu behalten. In der Bewegung? Ach herrje! Alles ist wacklig und kann jeden Moment umkippen – wann – wie – ob? Das weiß ich auch nicht. Aber ich bin so konzentriert alles in der Luft zu halten – mich locker machen oder immer „richtig“ reagieren, ist da manchmal echt schwer …. und nein, das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung… 🙂
      Denn ich will und kann nicht stehen bleiben. Es wäre eben auch hier einfach mal „nett“, wenn mir jemand den Anfänger-Pinguin für Kinder hinschieben würde und sagen würde „Weisste was? Du machst das schon richtig gut, aber jetzt lauf‘ mal ne Weile damit… ist nicht schlimm und sieht niedlich aus und ist nicht peinlich – ich nehm‘ mir den Elefanten und lauf damit neben Dir her“

      Mir fehlen einfach im alltäglichen Leben mittlerweile Menschen, die in der Lage sind „Es tut mir leid“ zu sagen oder „Ey, super gemacht!“ Oder „Hach, mein Mädchen“ – und es nicht zurücknehmen oder aus taktischen Gründen verkneifen 😉
      (Den Zaunpfahl kannst Du mir am Samstag gerne zurückgeben *g*)

      Und ja hier ist angebracht: Ich mache es auch nicht! Ich kann es mir auch nicht „verkneifen“ – ich MUSS sagen, wenn mir was über die Leber läuft und ich MUSS sagen, wenn mir was fehlt. Wenn ich es nicht tue, dann komme ich aus diesem Kreislauf nicht raus. Vielleicht ist das mein Vorteil – es fühlt sich aber eben nur manchmal verdammt einsam an auf dieser Insel, wo ich der einzige Weirdo zu sein scheine, der sowas macht…

      Ich kann mich ewig und 3 Tage in die Denkmodelle anderer Menschen reinversetzen und Du solltest aus all‘ unseren Unterhaltungen eigentlich wissen, dass ich das fast krankhaft und permanent so mache 🙂

      Ich wünsche mir eben nur öfter zu spüren (!!!), dass andere das auch mit meiner Situation und Denke tun. OHNE, und ich muss das betonen, dass die Schlussfolgerung ist, dass ich mit Samthandschuhen angefasst und in Watte gepackt werde. Da würde ich nämlich genauso durchdrehen.

      Vielleicht bin ich zu sehr Idealist und Optimist und doch weniger Fatalist: Aber ich glaube einfach daran, dass Menschen sich gegenseitig bereichern und besser machen können. Und das ist eben nicht nur auf den Beziehungs-Partner oder die Familie (Oh Gott!!!) beschränkt. Vielleicht ist das eins der grundsätzlichen Probleme/Fehler meines Denkens und damit meiner Existenz? I dunno! 🙂

      1. Wie ich erwähnte: Wenn ich was zu sagen habe, dann sage ich das. 😉

        Auf deine Antwort antworten wäre mir gestern zeitlich nicht gelungen. Ich versuche es heute:

        Den ersten Absatz kann ich – trotz deiner Erörterung im zweiten – nicht ganz nachvollziehen. Was genau soll gegen dich verwendet werden, wenn du Personen, mit denen du interagierst deutlich begreiflich machst, wie groß deine Angst vor Hunden ist? Und warum sollte das wiederum beim Gegenüber Angst erzeugen und zu Verschlossenheit o.ä. führen?

        Selbst im generellen Kontext werde ich aus dem ersten Absatz nicht schlau, offen gestanden.

        Zum Hundebeispiel: Mit ‚gleich reagieren‘ meinst du die laxe Beschwichtigung, die dich noch mehr verunsichert hat? Deine Frage hätte ich gerne von dir beantwortet: Was war denn ‚dann‘ (nachdem du angemerkt hast, dass ‚Das jetzt aber wenig hilfreich‘ war)? Abgesehen davon, dass in meinen Augen ‚So verunsicherst du mich noch mehr‘ eine adäquatere Erwiderung deinerseits gewesen wäre … Da muss ja noch etwas beim Gegenüber passiert sein!?

        Der Sprung zum dritten Absatz ist mir zu ‚weit‘ … ich habe wieder Probleme, zu folgen. Wieso macht es einsam, für sich selbst verantwortlich zu sein (ja, bewusste erm Positivierung deiner Formulierung)?

        Bezogen auf Komplimente (und das Mann-Frau-Klischee, da ist es doch 😉 ) … ‚dürfen‘ sollte jeder können. ‚Sollen‘ müssen – nicht. Das Wort an sich impliziert schon Zwang, den du ja kategorisch ausschließt aus deinen Wünschen (’niemand soll sich gezwungen fühlen, dies oder das zu tun‘).

        Das Komplimente nicht so oft geäußert werden wie Kritik … joa, Menschen halt, ne!? Ich plädiere auch schon seit Jahren für die Positiv-Tagesschau, in der es nicht um ertrunkene Flüchtlinge, Wirtschaftskrisen und Völkermord geht.

        Gut, toll, super ist – normal. Schlecht ist – bemerkenswert. Und das bei Männern tatsächlich noch ausgeprägter als bei Frauen, dem jeweiligen ‚Naturell‘ (besser: Erziehungsmodell (so viele Modelle)) entsprechend.

        Mit deinem richtigen Vergleich ‚Rationalist und Lob‘ und ‚Empath und Tadel‘ zeigst du des Pudels Kern auf. Hier haben wir unterschiedliche Denkmodelle – resultierend in ähnlichen Verhaltensmustern. Und so wie du findest, dass eben zu wenig Lob ausgesprochen wird, so fehlt deiner Umgebung möglicherweise tatsächlich der ‚Tadel‘ deinerseits.

        Warum KANNST du die Schlittschuh-Partie nicht deutlich machen? Wie es sich anfühlt, beschreibst du doch sehr anschaulich!?

        ‚…oder immer ‚richtig‘ reagieren, ist da manchmal echt schwer …‘ Weißt du was? Ich denke, das geht anderen Menschen – auch solchen ohne zusätzliche Belastungen durch Krankheit, Geldsorgen etc. – ähnlich. Und führt auch hier zum gleichen Ergebnis: ‚Falschem‘ Verhalten in den Augen anderer.

        Zum ‚Sagen MÜSSEN‘: Na klar musst du. Die Frage ist hier nicht, ob oder ob nicht. Sondern – wieder – ob richtig oder falsch. Deine Aussagen erzeugen bei anderen ebensolche Assoziationen, Gefühlsausbrüche etc. wie deren Aussagen sie bei dir erzeugen. Sprich (und wiiiieder das Beispiel): Eventuell äußerst du etwas, dass bei anderen ähnliche Emotionalität auslösen wie ‚Der macht doch nix‘ bei dir. Und eventuell kommt dir das gar nicht in den Sinn – weil dein Denkmodell es überhaupt nicht in Erwägung zieht. Gegenzaunpfahl: Zumindest ich hatte dieses Gefühl schonmal (was die Emotionalität meinerseits angeht und nicht die Frage beantwortet, ob du dir der Wirkung bewusst warst oder nicht).

        Lange Rede … ich glaube tatsächlich, dass du die Problematik durchschaust. Du erkennst, wie schwer es ist, ‚richtig‘ zu handeln (andere gegenüber dir, du gegenüber anderen). Du erkennst viele, wenn nicht alle, Ursachen, die dafür verantwortlich sein können.

        Dennoch verlangst du zu viel – von dir und von anderen. Und das, im Zusammenspiel mit deiner Krankheit, sorgt dafür, dass dein Pendel immer wieder deutlich in Richtung Fatalismus schwingt. Was dich wiederum zum Nachdenken über Situationen, richtig und falsch nachdenken lässt … uswusf.

        Weniger verlangen? Von dir und von anderen? Eventuell bereicherst du dich und andere so auch? Ich möchte betonen, dass ‚Weniger verlangen‘ nichts mit Gleichgültigkeit zu tun hat, sondern mit ‚Druck abbauen‘.

        Wir sehen uns morgen – hoffe ich!

      2. „Den ersten Absatz kann ich – trotz deiner Erörterung im zweiten – nicht ganz nachvollziehen. Was genau soll gegen dich verwendet werden, wenn du Personen, mit denen du interagierst deutlich begreiflich machst, wie groß deine Angst vor Hunden ist? Und warum sollte das wiederum beim Gegenüber Angst erzeugen und zu Verschlossenheit o.ä. führen?“
        Ich finde es durchaus klar und ausreichend, wenn ich mehrfach sage „Ich habe panische Angst vor Hunden“. Ich weiss nicht, was ich sonst noch sagen sollte. In diesem konkreten Fall glaube ich auch, dass der Gastgeber bei weiterem Fragen/Hinweisen gesagt hätte, dass ich Zuhause bleiben kann, wenn mir das lieber ist 🙂
        Ich habe in den letzten Monaten vermehrt festgestellt, dass Leute mich „schonen“ oder mir nicht soviel „zumuten“ möchten. Das ist für mich schwierig, weil ja – ich finde es schon lieb, wenn man sich mit der Krankheit und mir beschäftigt und mir auch zur Seite steht in Lernprozessen und Entwicklungsphasen. Aber ich sehne mich auch nach Normalität. Und ich traue nicht allen Menschen einen hmm guten Umgang mit der Krankheit zu, ich glaube die Meisten wären unsicher. Und Unsicherheit führt meistens dazu, dass sich das Verhalten ändern – DAS meinte ich mit „Angst und Verschlossenheit beim Gegenüber“

        – Ich habe nie behauptet, dass meine (impulsiven) Schreibergüsse schlau oder Sinn machen –

        Zum adäquaten Erwidern: Ja, sicher. Kann ich immer machen. Es ist halt nicht immer so einfach, wie Du Dir das so denkst. Deswegen schrubte ich das mit dem Schlittschuhfahren auf neuen Kufen. Es ist nicht schwarz und weiß. Es gibt nicht immer ein richtig und falsch. Ich glaube in der Situation ganz ehrlich, dass beim Gegenüber gar nichts passiert in vielen Fällen. Weil ich eben nicht in jeder Situation bereit oder in der Lage bin, diese Extra-Erklär-Runde zu laufen. Sei es, weil die Umgebung nicht stimmt, oder der Kloß im Hals und die Tränen schon in den Augen stehen. Oder weil allein die Reaktion des Gegenübers, dieses Nicht-Ernst-Nehmen meiner Angst, eine Panikattacke ausgelöst hat. Und nein, ich kann das nicht immer signalisieren. Weil es mir unangenehm ist und ich das bisschen Kontrolle, was ich dann noch habe, nicht verlieren möchte. Ja, die Alternative ist immer „Aufstehen und Gehen“ – ich bin mir sicher, das führt in den meisten Fällen zu noch mehr Verwirrung als einfach die Klappe zu halten.

        Es IST einsam für sich alleine verantwortlich zu sein.
        Du kannst Deine Probleme mit Deiner Frau besprechen. Du findest dort eine Schulter und eine Partnerin. Wenn Du es nicht willst, musst Du NICHTS alleine durchleben, ertragen, überlegen, entscheiden….
        Ich muss das – jeden Tag! Immer. Alleine. Da ist – niemand.
        Das macht ist einsam.
        Weil es auch keinen Ersatz dafür gibt – keine meiner Freundinnen, keine meiner Freunde, meine Familie sowieso nicht. Da ist niemand. Punkt.

        Komplimente (meinte ich nicht nur, ich schrubte auch Motivation, Support etc – schrubte ich auch): Ich sage ja auch nicht, dass es „gemusst“ wird, ich sage, ich würde es mir wünschen. Und wie meine OMMA immer gesacht hat „Wünschen kannste Dir alles, Kind, aber ob’s in Erfüllung geht?“ Nichts anderes habe ich gesagt: Ich wünsche mir einfach, dass mir ab und an jemand ernst gemeint und unaufgefordert auf die Schulter klopft. Oder sich entschuldigt, wenn etwas doof gelaufen ist. Und ja, mache ich auch so 🙂
        Ich sage nicht, dass es jeder so machen muss wie ich. Aber ich sage, dass es eben schon schwierig bis unmöglich ist und eigentlich auch „unfair“, wenn ich mir immer denken muss, dass jemand positives über mich denkt, es aber aufgrund seines Erziehungsmodells nicht sagt. Ich kann vielleicht ein bisschen Verhaltensweisen „lesen“, bei Gedanken und Gefühlen tue auch ich mir schwer… 🙂
        Ich bin auch nicht die Tagesschau oder der Zustand der globalen Welt – das hier ist MEIN Blog. Wenn mir was auf den Zeiger geht oder ich mir was wünsche, schreibe ich das. Immerhin, aus Deiner Logik raus, bin ich nicht normal. In diesem Fall werte ich das als Kompliment, vielen lieben Dank 🙂

        Nochmal zur Schlittschuh-Partie: Ich glaube schon, dass ich das dem Kreis, der Bescheid weiss, durchaus klar mache. Mehr als oft genug und mehr als deutlich. Ich verteile Bücher, ich verteile Links, ich rede viel (sehr viel) darüber. Ich stehe jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. Aber ich will nicht, dass es das einzige Thema ist, was mein Leben mit meinen Freunden prägt. Wenn ich das zulasse, dann wird es richtig, richtig, RICHTIG dunkel. Und das möchte ich nicht. Weil ich natürlich permanent Bedenken habe, dass es vielleicht auch irgendwann langweilt und sich die Vorfälle und Themen ja auch permanent wiederholen oder zumindest ähneln. Es kommt nicht jede Woche ne supertolle neue Erkenntnis oder ein Entwicklungsschub.

        Natürlich verstehe und durchschaue ich die Problematik, ich appeliere nur eben an die interessierten Gegenübers eben genauso offen zu bleiben wie ich, was das Erkunden, Verstehen und Ändern angeht.
        Dazu gehört, dass ich klar sagen muss, was ich brauche. Ich verstehe das ich das machen muss. Ich mache das auch – im Rahmen meiner Möglichkeiten. Unter anderem eben in diesem Beitrag, wo ich geschrieben habe, wie ich etwas empfinde und was ich mir wünsche. Nicht mehr und nicht weniger.

        Meines Erachtens hilft MIR das am Meisten, weil ich so Dinge wie das Schlittschuh-Bild beim Schreiben erst „finde“ … weil es schwer ist anderen zu beschreiben, wie sich Doppel-D anfühlt und äußert. Weil es eben nicht immer ersichtlich ist. Weil es auch für mich manchmal Neues gibt. Was ich auch erstmal verarbeiten muss. Und dafür ist das hier *aufsBlogzeig* gut. Wenn dem ein oder anderen das zuwenig „Leitfaden“ ist, kann ich nur sagen, es ist ein Prozess.
        Ja, das sage ich mir auch, wenn ich ungeduldig werde und zuviel verlange. Es gibt Tage, da klappt es. Es gibt welche, da klappt es nicht.

        Nochmal: Ich kann durchaus die Arbeit leisten, mir zu verdeutlichen, dass ich Menschen nicht gleichgültig bin. Das ist etwas, was ich an guten Tagen schaffe. An schlechten schaffe ich das nicht. Genauso wie diese Menschen „erwarten“, dass ich ihre Gleichgültigkeit nicht als solche interpretiere, sollte ich erwarten können, dass diese Menschen verstehen, dass das nicht immer klappt und dass mir dann was fehlt, was mir gut tun würde oder ich mir wünsche. Und hier liegt sowohl die Lösung als auch das Problem: Ich kann nichts von anderen Menschen erwarten, mich auf diese auch nicht verlassen, genausowenig wie ich sie ändern oder „kontrollieren“ kann – das kann ich alles nur bei mir selbst.
        Daher – nochmal – meine Wortwahl: Ich wünschte…. und ich wünsche mir …

        Ja, ich hoffe auch, dass wir uns morgen sehen – momentan würde ich die Chancen dafür allerdings eher negativ einschätzen, aber wer weiss, vielleicht überrasche ich mich selbst oder die Störfaktoren sind gar nicht da.

      3. Es verästelt sich immer weiter – logischerweise.

        Ich sehe deine Vorstellung, auch schon vor dieser Antwort. Ich meinerseits wollte darstellen, dass deine Vorstellungen, Wünsche und Ängste in jedem anderen Kommunikationspartner, in jedem anderen Menschen ebenso vorhanden sind – und das ist der Grund, warum im Miteinander immer wieder ‚Spannungen‘ entstehen müssen, wie du sie im Hundebeispiel aus deiner Sicht schilderst.

        Noch eine bis vier Erwiderungen zu Details:

        Das ‚gegen dich verwenden‘ verstehe ich auch jetzt noch nicht. Vielleicht hänge ich mich da aber zu sehr an einer für mich missverständlichen Wortwahl auf.

        ‚Es ist nicht schwarz und weiß. Es gibt nicht immer ein richtig und falsch.‘ – vollkommen richtig! Immer dran denken!

        ‚Du kannst Deine Probleme mit Deiner Frau besprechen. Du findest dort eine Schulter und eine Partnerin. Wenn Du es nicht willst, musst Du NICHTS alleine durchleben, ertragen, überlegen, entscheiden….
        Ich muss das – jeden Tag! Immer. Alleine. Da ist – niemand.
        Das macht ist einsam.
        Weil es auch keinen Ersatz dafür gibt – keine meiner Freundinnen, keine meiner Freunde, meine Familie sowieso nicht. Da ist niemand. Punkt.‘ – entweder ich verstehe das falsch, oder du idealisierst den Beziehungsstatus Ehe … Ich erkenne keinen qualitativen Unterschied zwischen der Stärke der ‚Schulter Ehefrau‘ und beispielsweise der ‚Schulter bester Freund‘.

        ‚Immerhin, aus Deiner Logik raus, bin ich nicht normal. In diesem Fall werte ich das als Kompliment, vielen lieben Dank :-)‘ – puh … wenn überhaupt und in diesem Kontext hätte ich es ‚du entsprichst nicht der Norm‘ oder ‚du entsprichst nicht dem Durchschnittsdeutschen‘ formuliert… das ist schon ein Unterschied zu ‚du bist nicht normal‘. 😉

        Liebe Grüße

      4. Eine allerletzte Erwiderung:

        Du bist bei Deiner Frau Prio1 und sie bei Dir (hoffentlich). Dh Du kannst ganz anders agieren, Dich ganz anders auf sie verlassen. Du kannst Forderungen stellen bzw. sie um Dinge bitten, die Dir wichtig sind – in einer total anderen Dimension als ich das bei meinen Freunden, auch den Besten, je kann.

        Wollen wir ins konkrete Beispiel? 🙂
        Ich bitte meinen verheirateten guten Freund, mich zu etwas zu begleiten, weil es mir unwohl ist, da allein zu sein.
        Natürlich wird er das versuchen, aber wenn der Kalender der Ehe da irgendwas anderes drin stehen hat oder es einfach der falsche Zeitpunkt ist, weil Ehefrau sich was anderes vorgestellt hat, dann wird es schon eher unwahrscheinlich, dass dieser gute Freund meiner Bitte nachkommen wird.
        Mein Partner oder Ehemann wäre ja wahrscheinlich sowieso als +1 mit dabei, den müsste ich gar nicht fragen. Und selbst wenn ich ihn fragen und bitten müsste, wäre das eben was anderes – weil ich da einen anderen Stellenwert habe.(hoffentlich)

        Das kann ich von meinen Freunden, auch den Besten, nicht verlangen. Ich bin „nur“ eine Freundin, ich bin nicht der Ehemann oder die Kinder. Das ist schlichtweg ein Unterschied, auch bei Schultern.

        Natürlich wird jeder meiner Freunde versuchen, für mich da zu sein – aber eben immer nur DANN, wenn alle anderen Prios grade nicht akut sind oder es mit denen abgeklärt ist oder die mit an dem Strang ziehen.
        Auch wenn es mir sauschlecht geht, wenn meine Beste nach Hause muss, weil das Kind krank ist, dann kann ich da nix machen und dann ist die Schulter eben weg. Kind geht vor. Ehefrau geht vor. Mutter/Vater gehen vor. Das ist einfach so.

        Verstehst Du? Am Ende des Tages wird die Entscheidung nie auf mich fallen, sondern immer auf die Partner/Familie.

        Was total okay ist. Ich habe halt leider gerade noch nie diese Art Beziehung gehabt und habe sie in der Familie auch nicht, bzw. habe eben keine.

        Alles andere ist schon gesagt, bzw. wird durch Schreiben nicht besser/klarer 😉

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