Es war einmal….

Es war einmal….

ein Er, der eine Sie mit funkelnden, begehrlichen und liebevollen Augen angeblickt hat.

Er befand Sie für faszinierend, neu, aufregend, cool, schlau, liebenswert – und sagte Ihr das – mehrfach, unaufgefordert – schrie(b) es in die Welt hinaus, damit alle es hören und lesen konnten.

Sie traute dem Ganzen nicht, befand es als sehr fremdlich, ging erst zögerlich mit Ihm mit und beäugte den Er längere Zeit sehr genau. Er gab sich große Mühe. Polierte Ihre alten Dielen und putzte die blinen Fenster, Stellte eine Blume auf Ihren Tisch. Irgendwann hatte Er genug gebaggert, hatte Ihr Fundament erreicht, freigelegt und für ausbaufähig gehalten.

Sie fing an sich zu entspannen, begann Ihm zu glauben, zu vertrauen. Sie öffnete sich Ihm.

Eine kurze Zeit in einer Seifenblase mit Sonnenschein und Einhornglitzerstaub.

Dann kam das Gewitter, der Sturm, der Teile Ihres Daches abdeckte und ein Fenster zerschmetterte.

Er holte den Bagger und die Bohrmaschine. Mit der Schleifmaschine fing Er erst an, die Schäden vom Sturm freizulegen. Wo er gerade dabei war, schliff er alle Ecken und Kanten (auch die, die ihm mal charmant vorkamen) zu ab.

Dies und Jenes gefällt mir nicht, sagte Er zu Ihr. Mich stört das, sagte Er. Das könntest Du besser machen, schlug er vor. Sie schaute Ihn nur staunend an und schaute an Ihren glatten Kanten runter, durch Ihr neues Dreifachglas hinaus in die Welt.

Ihr Fundament war freigelegt und wackelig und Sie glaubt Ihm. Hörte zu, was Er zu sagen hatte. Versuchte Ihr Fundament zu halten, während Sie immer mehr Stützbalken und tragende Wände entfernte, weil sie Ihn störten.

Es war alles nicht genug.

Nach einiger Zeit wendete Er sich ab, zuviel Arbeit für so ein morsches Gemäuer. Das rentiert sich nicht. Und so alte Gemäuer sind ja auch irgendwie eigensinnig, dachte Er sich.

Und sah nie wieder zu Ihr zurück.

Nun stand Sie da. Keine Ecken und Kanten mehr, dafür tolle Dreifachgläser. Aber nicht mehr charmant. Nicht mehr liebenswert.

Ab und an sah Sie Ihn – Er sah Sie nicht mehr – nie mehr. Konnte Sie nicht sehen.

Er hatte alles entfernt, was Sie einzigartig gemacht hatte.

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Schuld und Sühne / Vergeben und Vergessen

Schuld und Sühne / Vergeben und Vergessen

Als Sühne (von ahd. suona = Gericht, Urteil, Gerichtsverhandlung, Friedensschluss, ma. auch Mutsühne) wird der Akt bezeichnet, durch den ein Mensch, der schuldig geworden ist, diese Schuld durch eine Ausgleichsleistung aufhebt oder mindert.

Ausgleichsleistung. Diese erzeugen den Kreislauf der Manipulationsvorwürfe und der Schuldverteilung auf andere, fremdgewordene Schultern.

Wenn ein Ungleichgewicht, durch Schaden oder Schuld hervorgerufen, nicht durch direkte Wiedergutmachung auszugleichen ist, wird der Gerechtigkeit Genüge getan, indem der Ausgleich durch verwaltungsrechtliche Buße oder Strafe wiederhergestellt wird. Schuld wird gesühnt, abgetragen, gebüßt, bestraft. Dadurch soll die vom Unrecht betroffene Person Genugtuung erleben.

Die vom Unrecht betroffene Person erlebt dadurch selten Genugtuung, sondern trägt mitunter eine ähnlich schwere Last der zu spürenden, nicht freiwilligen, nicht herzlichen Ausgleichsleistung (s.o.)

Sühne wünschen oft auch schuldig gewordene Personen oder Personen, die sich schlicht schuldig fühlen, indem sie sich durch Sonderleistungen oder Verzichte selbst bestrafen.

Zu Erkennen, in welchem Kreislauf der Sünder selbst steckt – sich selbst gesteckt hat. Mit dieser Belastung kann kein freies Leben möglich sein. Auf keiner Seite.

Großmut als Fähigkeit und Bereitschaft zur Vergebung gilt seit der Antike als Tugend von Herrschern und wird heute als ein Merkmal fortgeschrittener Zivilisation angesehen. So gesehen war die Begrenzung der Rache oder Vergeltung − namentlich die Eindämmung der Blutrache durch das Prinzip Auge für Auge in der jüdischen Religion − ein Zivilisationsfortschritt.

Großmut als Tugend. Vergeben als Zivilisationsmerkmal. Wir sollten uns alle zivil verhalten. Vergeben, Größe zeigen, Groß sein – denn alleine die Größe zu zeigen, reicht nicht aus. Innerlich groß sein. Keine Gesten nach draußen ersetzen die Arbeit im Inneren.

Vergebung bedeutet allerdings den Aufwand erhöhter psychischer Energie, da diese vorerst einmal gegen vordergründige eigene Intentionen (wie z. B. Bestrafung des Täters bis hin zur Rache) gerichtet sein muss.

Ähnlich wie der „Sünder“ seine Sühne auch und vor allem mit sich selbst ausmachen muss, muss der Verletzte für die Vergebung mit sich ausmachen können.

Vergebung kann, aber muss nicht Vergessen bedeuten. Extreme Schädigungen, die schon aus historischen Gründen nicht vergessen werden sollen und können, können trotzdem vergeben werden. Dies erscheint wichtig zu wissen, da auch bei weniger extremen Schädigungen die Vorstellung, dass im Falle der Vergebung alles im Sinne von „unter den Tisch wischen“ vergessen werden muss, einer sinnvollen und beiden Teilen entlastenden Vergebung entgegensteht.

Und nur dann ist ein Vorwärts möglich.

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Blogging University Day 15: Take a cue from your readers

Ich habe einige Tage übersprungen. Ich war unterwegs und einige der Aufgaben habe ich bereits, unbewusst, erledigt. Und Schreiben um des Schreibens willens macht wenig Sinn, was dabei rauskommt, möchte ich selbst nicht lesen 🙂

Sühne und Vergebung – das Thema finde ich spannend – aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichem Hintergrund. Viele Kommentatoren weisen mich in vielen meiner Erlebnisse darauf hin, dass alles Wollen und Planen und Denken schön und gut ist, aber es am Ende des Tages in mir passieren muss. Ich muss „es“ wollen. Was auch immer „es“ im konkreten ist. 🙂

Keine großartige Neuentdeckung sondern eine altbekannte Wahrheit.

Startet gut in die Woche!

Lila

Das war dann doch ganz schön

Das war dann doch ganz schön

  
Leider ist die Kamera der Handfessel nicht so gut – aber ich hoffe, dass man doch einen Eindruck gewinnt. Oben schon der Mond, schneebedeckte aber wunderpinke Gipfel …. Schön!

Und: Impressionen vom Lieblingsklo… Bilderbuch pur und jedes Jahr entdecke ich wen Neues 🙂

   
 
Nach der Bahnfahrt mit schnatterfreudigen Kollegen (Kopfhörer olé) geht es in die Spielehölle. Mal sehen, ob die Gehirnzellen das noch schaffen. Sonntag semi-Business zum Craftbeer-Festival … Ich fühle mich gedanklich leicht urlaubsreif 🙂
Genießt die Sonne, meine Lieben!
Schönes Wochenende !

Abwesenheit

Abwesenheit

Ich bin mal kurz weg. Hier 🙂

ZB-1800

Die Beiträge der BloggingUniversity werden gebündelt nachgereicht, mittlerweile erledige ich meistens 2-in-1…. 🙂

Auf das ein oder andere Projekt aus dieser Reihe freue ich mich dennoch sehr und hoffe, hier bald eine schöne neue Rubrik ins Leben rufen zu können.

Bis dahin – stellt nichts an und genießt die Zeit!

Lila

Geschenk

Geschenk

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Du hattest einen Wunsch.
Du hast das Geschenk bekommen.
Du hast das Geschenk angenommen.
Du hast das Geschenk benutzt und Freude daran gehabt.
Du hast das Geschenk irgendwann ins Regal gelegt – zu groß war die Suchtgefahr.
Du hast immer mal wieder danach geschaut und doch heimlich gespielt.
Du warst unachtsam.
Du hast das Geschenk fallen gelassen, in tausend Scherben ist es gesprungen.
Du hast die Scherben angeschaut und unauffällig unter Deinen Schrank geschoben.

Ab und an schneidest Du dich trotzdem an kleinen Splittern.

Alles bitte in Laut – ich bin so frei(tag)

Alles bitte in Laut – ich bin so frei(tag)

Es geht auf vielen Feldern vorwärts, auf einigen ist Stillstand und ab und an kommt es zum resignativen Zusammenbruch.
Und das alles auf eine Woche kondensiert – ich möchte nur noch ins Bett und kann doch nicht.

Nun denn – es hilft eines der folgenden Lieder – oder alle – und das gleich mehrfach, bitte, danke!


Neon Jungle – Braveheart

Usher ft Nicki Minaj – She Came To Give It To You [Intro] – Dirty HD from DJ Brandon Crites on Vimeo.


Tank – Nobody Better


K.I.Z. feat. Bela B – Hölle


Kaleena – Put it in the bag

Und aus der Mottenkiste aber nicht minder groovy:


Paul Johnson – Get Get Down

Euch ein schönes Wochenende!

Lila