Geheimnisse

Geheimnisse

Sorgenvoll strich sie sich über den Bauch als sie am Fenster stand und den Himmel beobachtete.

„Ich kann es nicht länger verheimlichen“ dachte sie sich und schaute auf den Wandkalender. „Ein paar Tage noch, dann wird er es merken“ seufzte sie und drehte sich um.

Sie mochte ihn wirklich und wollte ihn auf keinen Fall verlieren, aber würde er anders reagieren als die anderen vor ihm? Sie bezweifelte das stark. 

Am Kühlschrank angekommen, schaute sie kurz hinein… Nein, nichts, was ihrem Appetit Linderung verschaffte.

„Ich muss noch im Keller schauen, ob alles bereit ist. Wenn es losgeht, habe ich keine Zeit mehr dafür“

Sie überprüfte das Kellerschloss, bis auf ein paar leichte Kratzer alles in Ordnung.  

Das Licht ging mal wieder nicht, die Glühbirne war zerschmettert, überall lagen Scherben. Sie ging weiter hinab, der matte Schein der Taschenlampe warf kaum Schatten am die Wand.

Es knirschte unter ihren Füßen, Scherben der Lampe. Sie fluchte leise als sie den Schnitt an der Sohle spürte. 

Der Lichtkegel fiel auf die Ecke, abgenagte Menschenknochen, getrocknetes Blut färbte die Wand, Fellbüschel und Haare in den Ecken.

Starr blieb sie stehen.

Sie wird es ihm sagen müssen, ihr Geheimnis lüften müssen – ihn einweihen. Ihm eine Überlebenschance geben.

In 6 Tagen würde Vollmond sein.

*********

Heutige Aufgabe der BU: One Word Inspiration – Secret

18 Gedanken zu “Geheimnisse

  1. Mehrfach Sätze mit mehr als 13 Worten – das schaffen derzeit nur wenige.
    Als Intro wirklich nicht schlecht. Also das, was bei vielen Büchern jetzt „Prolog“ heißt. Aber 200 Seiten in dem Stil … Hand aufs Herz: Nö!

      1. Ich fang‘ ja grade erst an auf dem Feld der Fiktion 😉
        Wie gesagt, ich werde es auch mal in meinen aktuellen Büchern beobachten – was mir selbst gefällt und was nicht. 🙂

    1. Aber tatsächlich habe ich mich noch nie mit der „Technik“ des Schreibens befasst – Wörter in einem Satz zählen z.B., ich bin schon froh, wenn ich keine Wortdoppelungen oder Denglisch da reinbaue. Werde aber mal drauf achten, danke 🙂

      1. Wenn Du Dich damit noch „nie“ befasst hast – dann ist Dir ein gewisses Naturtalent nicht abzusprechen. Und bitte: Achte auf NICHTS! Denn in dem Moment beginnst Du Dich einzuschränken, ab-und nachzuschreiben – und det ist laaangweilig. Schreib erstmal – Korrekturen / Änderungen / etc. kannste dann immer noch bei der ersten / zweiten Lektüre anbringen. Aber erstmal müssen die Gedanken / Gefühle / Ideen / Bilder / Gerüche einfach über die Finger in den Füller oder auf die Tastatur.

      2. Ich habe tatsächlich nach Deutsch-LK und einem 2-semestrigen Ausflug in die LitWiss nichts mehr damit zu tun gehabt. Weil ich das auch als Qual empfunden habe, habe ich danach nur noch genossen. Aber nie wieder analysiert 🙂
        Ich habe hier die einzigen Geschichten geschrieben, es liegen also keine in meinen Schubladen. Ist also alles ganz frisch und ich probier quasi erstmal rum 🙂

        Deswegen finde ich Deinen Kommentar total spannend, weil ich erstmal nachschauen und nachzählen musste *grins*

      3. D-LK und LitWiss haben mit ’schreiben‘ nix zu tun. Da wird gelesen. Und ich bin ausstudierter Litwiss’ler. Sei’s drum.
        Wenn es ‚Regeln‘ gäbe, wie man ‚gut‘ schreibt, dann würden es zig-Millionen tun. Es gibt sie nicht. Was es gibt sind so Dinge wie: „Wie bekomme ich Tempo in den Text“ oder „Wie gestalte ich den Text vielfältig“ oder „Wie vermeide ich Kitsch“ und und und. Und dabei ist Schreiben nichts anderes als der Ausdruck seiner selbst. Und das ist sowas von individuell.
        Daher: Bitte weder Wörter zählen noch sonstwas berücksichtigen. Schau erstmal, dass es Dir entspricht und dann such Dir Leute, denen Du Vertrauen und Kompetenz zusprichst und geh mit denen den Text durch. Das kann schrecklich weh tun … aber darüber muss ich dir ja nun echt nix schreiben.

      4. Würd‘ ich auch so unterschreiben – erst einmal schreiben, bloß keine Regeln beachten. „Lass es raus“, würde ich sagen. Und dann sieht man weiter.

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