Lieber Papa,

Lieber Papa,

Über ein Jahr Funktstille. Ich weiß, dass Du das schwer bis gar nicht nachvollziehen bzw. verstehen kannst.
Reflektion ist eben nicht so Deins.

Ich war immer ein Papakind und habe nur die besten Erinnerungen an Dich aus meiner Kindheit. Keiner konnte mich beim Rock’n’Roll-Tanzen so hoch schmeissen oder so lange Huckepack und auf den Schultern tragen.
Wenn Du mir Gute-Nacht-Geschichten mit der Bären-Handpuppe vorgelesen hast – das war das Allergrößte!

Ich habe mit Dir Zigaretten gedreht, weil das Gerät so toll war und ich es bedienen konnte.
Du hast mir ein T-Shirt mitgebracht an dem Tag, als ich mit einem Schuh nach meinem Bruder geschmissen habe und dabei das Fenster kaputt gemacht habe.
Mein Himmel- und mein Hochbett hast Du selbst gebaut, nach meinen Wünschen. Und damit im Himmelbett die Monster nicht an der Wand-Bett-Ritze hochkrabbeln können, hast Du mir eine Bettumrandung gebaut.

Dein Pfusch am Bau ist legendär und hat mich fast mein Leben gekostet, als ich einen Nagel (zugegebenermassen einen grossen Nagel) mitten in die Wand gehauen habe und eine stromführende Leitung getroffen habe. Mein Tapedeck hat es nicht überlebt – R.I.P.

Bei meinen Freundinnen warst Du der Held, weil Du uns viel später als andere Väter aus der Disko abgeholt hast. Meinen ersten Suff-Kotzanfall hast Du souverän gemeistert und mich im Auto auf den Beifahrersitz einfach aus dem Fenster rausgelehnt. Meiner Mutter hast Du einen Zettel geschrieben, dass ich Fahrstunde habe und geweckt werden muss, die Fahrstunde ist ganz ok verlaufen. Der Kater war allerdings eine Lektion fürs Leben.

Aber Alkohol ist nicht wirklich gut besetzt – Du warst kein souveräner Konsument, zu oft ist Dir die Menge entglitten. Der peinlichste Moment, an den ich mich erinnern kann, war das Nach-Hause-Bringen mit der U-Bahn… Was Du da alles geredet und gesungen hast… Weia.
Dank Dir bekommen alle Bedienungen in gastronomischen Einrichtungen ein großzügiges Trinkgeld von mir, die Knauserigkeit war uns immer unangenehm. Und ich lasse keinen anderen Menschen für mich bestellen, das möchte ich gerne selbst machen, danke sehr. Auch nicht, wenn ich die Landessprache nicht beherrsche, dann zeig ich lieber auf die Karte.

Du warst immer groß und unkaputtbar. Hast mich Bagger fahren lassen auf den Baustellen der Heimat. Als ich die Handbremse beim „Autofahren-Spielen“ am Hang gelöst habe, hast Du verzweifelt versucht das Auto zu bremsen. Dein Ellebogen war immer verbrannt, weil er beim Fahren aus dem Fenster hing, neben meinen Füssen, die ich von hinter Dir durchs Fenster durchstreckte (und dabei mehrfach den Verriegelungsknopf abgebrochen habe).

Auf der Kirmes fuhren wir immer zu dritt Berg-und-Talbahn, Du aussen, ich innen, mein Bruder in der Mitte. Ich habe solange festgehalten wie ging und wir haben alle gejohlt vor Freude. Am lautesten haben wir gejubelt, wenn es rückwärts ging – also wir – mein Bruder und ich – Du musstest dann immer kotzen. Tapfer bist Du mit in jede Achterbahn, aber Schiffschaukel musste Mama machen.

Die Liebe zur (Pop-)Musik kommt von Dir, genauso die Faszination von Schallplattensammlungen, Tom Jones und Milva. Kruschpelkartoffeln gab es nie wieder so gut wie von Dir, allerdings werde ich aufgrund traumatischer Kocherlebnisse auch nie Hasen oder Kanninchen verspeisen. Süße Hauptgerichte, die Liebe dazu, die hast Du nur an meinen Bruder weitergegeben – Dampfnudeln mit Weinsoße lässt mich weiterhin erschauern.

Erklären konntest Du, allerdings nie so, dass ich es verstanden habe. Aber ich habe Dir trotzdem gerne zugehört – für die Schule war das allerdings nix.

Unseren adeligen Hasen (Zwerg- sollte es sein, Riesenvieh wurde es) hast Du mit zur Baustelle genommen und im U-Bahn-Tunnel einbetoniert, damit er da immer in unserer Nähe ist. Wir haben Dir das mit großen Augen geglaubt – noch heute fahre ich den Tunnel nicht entlang, ohne nicht kurz an meinen Hasen zu denken.

Doch irgendwann kippte es, ich musste mich immer öfter vor Dich stellen, weil Mama Dich angeschnauzt hat. Richtig laut habt ihr nie gestritten, weil Du meistens geweint hast und sie auf Dich eingeredet hat. Danach gab es immer Schweigezeiten… Wir verzogen uns da lieber in unsere Zimmer, das war angenehmer. Schön war das nicht, auch wenn es nicht wirklich Gründe gab.

Irgendwann hiess es, Du ziehst zu Oma um sie zu pflegen. Ich sah‘ Dich nicht mehr, mein Partner in der Familie war weg und ich stand alleine gegen das andere Team da.

Danach gab es nur noch unschöne Szenen, nicht gehaltene Versprechen, Druck deinerseits mich in die neue Familie zu integrieren um Dein Wunschbild zu erfüllen. Geredet haben wir oft, aber angekommen und geändert hat sich nichts. Vorwürfe und „das gehört sich so“ häuften sich und ich bin geflüchtet.

Ich versuche auf meine eigene Art, die Wunden zu heilen. Für mich einen neuen Weg zu finden und mein Wunschbild zu erfüllen. Von mir und für mich.

Und deswegen brauche ich Zeit, viel Zeit und Abstand. Damit ich mit Abstand die guten Zeiten hervor holen kann und die schlechten in die Kiste legen und zudecken kann.

Danke für den tollsten Kinderzeit-Papa, den man haben kann.

Deine Lila

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Blogging University Tag 9: Day 9: Reinvent the letter format

Eine Insel reicht nicht….

Eine Insel reicht nicht….

Weil DasManuel es sich gewünscht hat, doch eine kurze Sammlung… 🙂

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du kannst es nicht beibringen. begreife einen mann mit dieser verhaltensweise als schildkröte. hast du mal versucht eine schildkröte zu füttern, wenn sie ihren kopf eingezogen hat? du legst sie auf die handfläche und futter auf dein Handgelenk. erst wenn sie deine wärme spürt, du dich nicht bewegst, dann wir die den kopf strecken. redest du dabei, bewegst du dich zu schnell, dann zieht sie sich abermals zurück.
es geht nicht um “sprechen”. es geht darum den zugang zu finden.
neugierig? ich tauche einfach zwischendurch mal auf, lese, hinterlasse senf und altkuges. mehr steckt da nicht hinter. 😉

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Meine liebe Lila, nicht gebrochen, nur angeknackst wird Dein Herz sein. Höchstens ein Loch hat er Dir rein gemacht. Weil so volle, reiche Herzen wie Deines kann man nicht brechen. Löchern ja, und das tut scheißenweh. Und dauert lange Zeit. Narben werden sich bilden, die immer an den Schmerz erinnern, doch man lernt, damit zu leben. Ich hinterlege ein Riesenleinentuch mit Kamillensud getränkt, da ordentlich reinschneuzen, die Kamille verhindert zu heftiges Nasenrot von der Rotzerey.
Schlimm ist das gebrochene Eigenversprechen. Aber auch da wird sich irgendwann das Warum aufklären. Weil jede unserer Handlungen einen Sinn in sich birgt, auch wenn der sich manchmal erst viel später offenbart.
Liebes, ich drücke Dich heftigst an’s Biedermieder und halte Dich zartsanft fest. Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist, so der passende Ominkelspruch. Alles Liebe, Deine Käthe.

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Na also bitte. Bei so einer bildhaften Beschreibung. Da werd ich doch gleich wieder feucht …
Das Training ist auch für die zu trainierende, devote Person äußerst faszinierend! Und eines der Dinge, die mir persönlich zur Zeit am allermeisten fehlen. Erfüllt es doch in meinen Augen alles, was sich beide ‘Parteien’ in einer dominant-devoten Beziehung wünschen können.

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Dein Blog ist super so wie es ist. Es ist eines der authentischsten Blogs. Ich bewundere Dich wie Du die Dinge angehst. Das es dabei nicht immer aufwärts gehen kann ist klar. Alles andere wäre unrealistisch.
Du bist auf einem guten Weg 🙂

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Manchmal kommst du mir vor wie eine Ente, die sich für ein Huhn hält und am Ufer des Nils ein Ei findet und dasselbe voller Mutterglück ausbrütet. Wenn ihr das kleine Krokodil dann in den Hintern beißt, ist alles Quak.

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Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf. Und Schweigen adelt dich. Du kannst es.

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Leider hab ich den Post nicht mehr gefunden, war vielleicht doch bei jemand anderem und ich hab’s leider nicht gerebloggt. Macht aber nix, wär eh nur der “Aufmacher” gewesen. Geht auch ohne.
Da ich ja dom bin ist das möglicherweise auch der größte Blödsinn, den ich Dir gleich schreibe. Dann hör einfach nicht hin. Aber mir hat es damals sehr geholfen als DAS klick gemacht hat.
Dein letzter Absatz glaube ich beschreibt den Kern des Problems. Alles andere sind “nur” (ja, ich weiß…) die Symptome.
Du schreibst, Du (= die bei Sonnenlicht) hast nichts mit der Sub zu tun.
Wer ist die Sub, wenn nicht Du?
Die Sub ist keine “andere”, “dunkle” Person, die in Dir “wohnt”. Das bist Du!
Auch wenn Du das erst seit kurzem auslebst: Du warst schon immer sub. Oder nicht?
Ich bin immer dom. Auch im Supermarkt. Oder im Büro, obwohl ich dort meine Kolleginnen nicht ohrfeige. (Schade, eigentlich.)
Seit ich das für mich angenommen hab, bin ich selbstbewusst, souverän, überlegen. Ich sehe fremden Leuten fest ins Gesicht. Bis sie wegschauen. Besonders Frauen, die mir gefallen. Früher hätte ich gedacht “oh Gott, wenn die wüsste…”. Heute denke ich “verdammt, wenn Du nur wüsstest!”
Worauf ich hinaus will ist: es gibt keine Mauern einzureißen und dann wieder aufzubauen. Sub zu sein IST Deine Mauer. Sub zu sein macht Dich zu der starken, selbständigen Frau, die ich so schätze. Wer sollte Dir schon etwas anhaben können?
Wenn Dir jemand blöd kommt, denk Dir einfach: ich hab die Nacht in Ketten verbracht und mich verprügeln lassen. Nichts was DU tun könntest kommt auch nur im Entferntesten dem nahe was ich aushalte.
Die Tatsache, dass Du Dich beim “Spielen” unterwirfst, Dich (vielleicht bald gänzlich) schutzlos auslieferst, macht Dich unverwundbar gegenüber den Kleingeistigen, Engstirnigen, Cholerikern, Großmäulern und Herumkomandierern.
Mach Dich frei davon, zwischen diesen zwei vermeintlich unterschiedlichen Frauen wechseln zu müssen. Es gibt sie nicht. Es gibt nur Dich.
Ich glaube wenn Du das geschafft hast, bist Du frei.
Bei mir war es so.
Aber ich bin auch nur ein etwas einfach gestrickter Dom…

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Ich konnte mich echt nicht entscheiden und es hätten noch sehr viel mehr werden können/müssen. Aber die fielen mir spontan ein. Die Analyse überlasse ich jetzt Anderen. 🙂

Einfach mal so…

Einfach mal so…

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Die heutige Aufgabe der Blogging University verweigere ich mal so semi. Ich solle mir einen Kommentar raussuchen und dazu mehr schreiben. Och neee. Finde ich nicht so spannend 🙂
Alternativ könnte ich folgendes tun:

As noted in the assignment, an alternative is finding a comment that a reader has left on your blog and responding to it in a post. If, after searching these comments, you’re still empty-handed, go ahead and free-write on the topic of comments in general. Prompts to give you ideas:

What’s the best comment or compliment you’ve ever received?
Do you have a blog comment policy?
Do you enjoy online discussions, or do you thrive better in person?

Also: Ich Antworte ja immer (hoffe ich) auf die Kommentare, alles andere würde sich in meiner Blogphilosophie auch ausschliessen. Auch auf die „Trolls“ habe ich immer geantwortet, muss ja nicht jeder meiner Meinung sein. Ich bevorzuge einen höflichen Tonfall, nunja, für andere kann ich da auch nicht sprechen. Bis jetzt waren erst 2 Kommentatoren jemals auf dem Weg unter die Gürtellinie und die gibt es meines Wissens im Bloggyversum nicht mehr.

Es gibt soviele tolle Kommentare, ich möchte da keinen krönen – vorallem, weil mir jeder Kommentar wichtig ist. Jemand da draussen hat sich die Zeit genommen meine Texte zu lesen und was dazu zu schreiben.

Aus meiner Zeit im Beschwerdemanagement weiss ich, dass schriftliche Beschwerden hochwertiger sind als telefonische. Derjenige muss sich nämlich hinsetzen und schreiben. Das kostet mehr Zeit als zu telefonieren (die Wartezeit in der Schleife wird großzügig unter den Tisch gekehrt).
Ich schweife ab – ich mag alle meine Kommentare und Kommentatoren – auch die, die mir ehrlich mal den Kopf waschen. Wir sind hier ja nicht beim Weichspülerkreis. 🙂

Ich habe keinerlei Blog Comment Policy – was ist das denn für ein Wortgetüm?
Alles was im verlegerischen die HIT-Formel nicht bestehen würde, würde ich löschen.

Der letzte Punkt ist irgendwie – komisch. Also wenn ich Euch alle bei mir im Wohnzimmer hätte, wäre eine Diskussion bestimmt lustig, aber auch sehr laut – nehme ich mal an. 🙂
Vielleicht wäre sie aber auch ganz leise, weil sich keiner traut „in echt“ was zu sagen.

Ich finde,dass ich da nicht wirklich einen Unterschied mache – kann das aber schwer beurteilen. (Das können eher die, die mich schon getroffen haben 🙂 )

An sich würde ich sagen, ich spreche/schreibe/diskutiere hier so, wie ich auch im echten Leben spreche/schreibe/diskutiere. Klar, hier sieht vielleicht keiner meine Tränen, wenn ich was schreibe (bei Kommentaren selten, ehrlich! 🙂 ) – sieht aber auch keiner, wenn ich mir vor Kichern und Glucksen fast verschlucke beim Schreiben.

Also Fazit: Ich denke wie bei allen anderen, gibt es Dinge, die hier fehlen aber auch Dinge, die es einfacher machen – bei Diskussionen oder Meinungsäußerungen.

Hupsi, jetzt habe ich die Aufgabe doch erfüllt 🙂

Aber ist doch immer wieder eine tolle Gelegenheit vor Euch, liebe geduldige Leser und Kommentatoren, den Hut zu ziehen und Danke zu sagen.

Dankeschön 🙂

Und Dank DasManuel habe ich die Aufgabe denn DOCH angenommen aber trotzdem auf meine Art erledigt.

BU Tag 6&7 – Workplace and Blockquotes

BU Tag 6&7 – Workplace and Blockquotes

Ich fühle mich etwas unterfordert, bzw. kann zu meinem Blog-Workplace nicht wirklich einen langen Text schreiben.

Mein Blog-Workplace ist da, wo ich gerade bin. Mit meinem Smartphone oder Tablet, meinem Laptop oder Rechner. Ich habe kein Rituatl, ich schreibe, wenn es passt: Zeit, Lust, Ideen.
Mein Kopf ist mein Notizbuch, manchmal schmeiße ich Ideen in Entwürfe hinein. Lediglich beim Arbeiten von „Slow Motion“ habe ich dank DasManuel ein Skript, das ich auch benutze. Ansonsten gibt es dazu nicht viel zu sagen, ich schreibe im Stehen, Sitzen, Liegen – total egal 🙂

Aufgabe von heute ist, ein Zitat in Blockquotes zu setzen… Seriously? 🙂
Das habe ich schon sehr oft benutzt und es ist ja lediglich ein Knöpfchen zu drücken 🙂
Wenn ich Zeit und Muse habe, bastel ich mir das selbst in HTML, aber heute gibt es das Knöpfchen:

I’m perfect in my imperfections, happy in my pain, strong in my weaknesses and beautiful in my own way because I’m me

Der Kurs „Blogging 201: Branding and Growth“ hat gestern auch begonnen, die Tasks werden aber im Hintergrund erfüllt. Ich bin da eigentlich auch nur reingerutscht, weil DasManuel dachte, er meldet sich für meinen Kurs an (der für ihn totaler Blödsinn gewesen wäre) und dann in eben dem anderen Kurs gelandet ist (der für ihn perfekt ist – mehr dazu hier). Auf jeden Fall finde ich, dass ein BU-Post auf dem Blog total ausreicht und die anderen Tasks von 201 mache ich im Hintergrund und werde die ggf- später nachveröffentlichen.

Aber wer mitverfolgen will, was da alles so für Aufgaben gestellt wurden und hören möchte wie das Grummeln und das Nörgeln immer lauter wird, der möge DasManuel folgen, ich spendiere das virtuelle Popcorn 😉

BU Tag 5 – Twitter Inspiration

BU Tag 5 – Twitter Inspiration

Everything you’re currently angry about is stopping you from being happy. Let go of the anger! – Timber Hawkeye

Ich werde gerne gefragt, warum ich Menschen nicht loslassen kann. Auch wenn sie schon längst gegangen sind. Oder gegangen wurden. 

Der Ärger, die Wut – die bleibt – die blieb immer bei mir.
Mein ganzes (bewusstes) Leben habe ich gestritten, diskutiert und gekämpft – mit Menschen, die oft nicht anwesend sind.

Im Schlaf hat mein Unterbewusstsein ganze Podiumsdiskussionen alleine bestritten, ab und an muss ich dabei geweint haben, denn morgens war das Kopfkissen nass. Manchmal bin ich weinend aufgewacht oder auch heftig um Luft ringend, weil „was auch immer“ mir die Luft zum Atmen genommen hat.
Wieder einschlafen war schwer bis unmöglich und eigentlich wollte ich auch nicht. Was, wenn das ganze Theater wieder losgeht?

Sollte die andere Person noch in meinem Leben sein und mir an einem der nächsten Tage begegnen, befand mich als unglaublich schräg drauf – in deren Augen zumindest.
Wütend, irgendwie, als ob es Streit gegeben hätte. Aber da war ja nichts.
Richtig, da war ja nichts. Das war alles nur in meinem Kopf. Aber für mich nicht minder real.

Und warum? Warum immer mit dem Kopf durch die Wand? Warum immer an Menschen und Situationen festhalten, die offensichtlich nicht gut für mich sind? Warum immer noch dieses Bedürfnis zu erklären, wenn schon lange nicht mehr hingehört wird? Warum immer dieser Drang mich kleiner zu machen, mich anzupassen – nur damit es noch passt?

Innerlich schwelt die Wut. Der Ärger, dass die andere Person mich einfach so zurücklassen und übersehen kann. Wenn es denen dann auch noch „gut“ geht? Sie am Ende glücklich sind? Ohne mich? HOW DARE THEY?
Die Empörung, dass ein Leben ohne mich überhaupt MÖGLICH ist, abgesehen davon, dass es natürlich NICHT erstrebenswert ist, weil meine pure Anwesenheit jedes Menschenleben reicher und besser macht, füttert die Wut und den Ärger.

Aber sind wir mal ehrlich? Ich bin austauschbar und absolut verzichtbar. Eher noch eine Belastung – zumindest nach einer Weile. Wenn die Anfangsbegeisterung über mich und mein Wesen abgeklungen ist, wenn die Leuchtkraft des Neuen, des Aufregenden so langsam nachlässt? Spätestens dann geht es los.

Alles, was vorher gewünscht und begeistert entdeckt wurde, ist jetzt schlecht und nervig. Und ich möge das bitte abstellen und doch nicht immer alles so wichtig nehmen. Und überhaupt, ich könne doch wirklich mal lernen, das Leben locker zu sehen und mich nicht so anzustellen.
Das Leben sei eben Veränderung und ja, mein Gott, man konnte vorher wirklich nicht absehen, wie sich das entwickelt und ich müsse doch verstehen, man müsse sich im Leben eben manchmal entscheiden – und eben nicht für mich. Man möchte vergessen, rückgängig machen – selbst die schönen Momente, die guten Erlebnisse – werden unter den Teppich gekehrt. Traurig.

You can’t control how they treat you, but you can sure as hell control if you accept it. – Charles Orlando

Loslassen. Gehen. Abschied nehmen. Trennen.

Das wird langsam verinnerlicht. Manchmal gelingt es schon. Auf jeden Fall gelingt es, wenn es gelingt, schneller und besser.
Die Frage bleibt, warum immer gerade die getreten wird, die den anderen versteht. Die nie mehr wollte als zu helfen. Deren Hilfe gerne angenommen wurde. Die den Menschen verstanden hat und so genommen, wie er war. Keine Änderung, keine Veränderung – Du bist gut so wie Du bist. Du bist besser als Du denkst.
Der kleine Motivationscoach, das Helfersyndrom, die Empathie – wird genommen, wenn sie gebraucht wird. Manchmal mehr als gesund ist, auch für den Anderen. Auf jeden Fall IMMER ohne Vorsicht, nein Rücksicht. Dass auch das Kraft kostet. Das es vielleicht ein Geschenk ist, aber eines, was sehr zerbrechlich ist. Und ja, es gibt einen Preis für Geschenke dieser Art. Erwartung, Hoffnung, Verletzbarkeit.

Bitterkeit macht sich breit.
Aber tretet nur und macht das kaputt, was mal wertvoll war.
Vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann wird dieser Mensch in den Gedanken auftauchen – und bleiben. Als Last der unveränderlichen Tatsachen der Vergangenheiten.

Nie wieder „je ne regret rien“. 

Da die schönen Erinnerungen ausgelöscht wurden, bleibt nur ein „Regret“.

Der Plan der am Boden Liegenden?

If someone won’t lift a finger to call you, see you or spend time with you…then it’s time for you to lift five fingers & wave good bye.

Vielleicht winken die fünf Finger, vielleicht steht dabei der Mittelfinger ein bißchen höher als alle anderen hervor.

Wer weiß das schon.

Los, Kleiner Spatz, sing für mich!

  
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One of the goals of Writing 101 is to tap into new and unexpected places for post ideas. Today, let’s look to Twitter for inspiration

Alle Zitate von DeepLifeQuotes

Ich habe mir hier exakt 10min Zeit gegeben und einfach losgeschrieben, Gedankendiarrhoe quasi 🙂

BU Tag 4 – Bild Inspiration

BU Tag 4 – Bild Inspiration

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„Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“ dachte sie und überlegte, wo sie diesen Satz schon mal gelesen hatte. Er ging ihr nicht aus dem Kopf. Zeitweise verfluchte sie ihren inneren Optimisten. Andere Menschen haben Engelchen und Teufelchen auf der Schulter sitzen. Ihre Schultern wurden beschwert von Optimist-Ich und Pessimist-Ich.

Sie schüttelte ihren Kopf in der Hoffnung, dieses permanente Surren und Summen abstellen zu können.

„Du musst ihn vergessen“ – „Aber vielleicht, wenn Du noch einmal mit ihm redest, versteht er Dich“ – „Du bist ihm nicht wichtig“ – „Wichtig? Du bist sein Fußabtreter, sein Mittel zum Zweck gewesen“ – „Schau doch mal, wie er sich um Dich sorgt“ – „Er kann nur nicht damit leben, was er Dir angetan hat – reines schlechtes Gewissen“ – „Du bist wichtig für ihn“ – „Du WARST wichtig für ihn“

So geht das 24 Stunden am Tag. Tatsächlich wacht sie gerne mal mitten in der Nacht auf und verfolgte diese Diskussionen.

Sie hat schon alles probiert: Meditation, Alkohol, Sex, heiße Milch – nichts half beim Ein- und Durchschlafen.
Tagsüber lenkten die Alltagsgeräusche und ihr aktives Leben sie ab, so dass sie ab und an nicht hinhörte. Ablenkung war immer gerne willkommen, das sah man an ihrem Terminkalender. Vollgepackt mit Terminen, bloß nicht alleine zuhause sitzen, bloß nicht mehr Zeit für die Stimmen zur Verfügung stellen.

Gestern war es dann genug. Das Undenkbare war passiert. Sie hat sich in die Unterhaltung eingeklinkt – mitten in der U-Bahn lautstark mit den Beiden gesprochen. Die besorgten und belustigten Blicke der Menschen im Wagen liessen sie rot anlaufen und ihre Augen senken.

„Ohmann, wie peinlich“ dachte sie und stieg an der nächsten Haltestelle aus, obwohl es vier Stationen zu früh war.

„So kann das nicht weitergehen“ sagte sie laut in ihr Zimmer hinein. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb.
Sie schrieb sich alles von der Seele. Sie machte Pro- und Kontra-Listen. Sie sammelte alle Erinnerungen in einer Kiste, alle Fotos, alle Briefe, jede kleine Aufmerksamkeit von ihm.

Sie buchte ihr Bahnticket, packte ihren Koffer und schloß ihre Haustür hinter sich.

10 Stunden später ging sie die Holztreppe zum Strand hinauf, die Bierflaschen und die Decke in ihrem Rucksack.
Sie setzte sich in den Sand, machte ihr Bier auf und prostete ihm zu. Seinem alten Ich. Ihrer Erinnerung von ihm. So möchte sie ihn sich behalten, die nachfolgenden Versionen von ihm auslöschen, vergessen, hinter sich lassen.
Sie packte die Kiste aus und legte sie in die Sandmulde vor ihr.

„Adieu“ sagte sie leise und trank ihr Bier und zündete die Kiste an.

Auf der Decke am Strand sitzend schaute sie über ihr kleines Lagerfeuer aufs Meer.

Die Sonne färbte sich und den Himmel in die unterschiedlichsten Rottöne. Wärme breitete sich in ihr aus, die Hoffnung auf einen Neuanfang.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ dachte sie.

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