Offene Beziehung – Offenes Ende?

Offene Beziehung – Offenes Ende?

Ich bin ja so ganz schleichend und langsam ab und an mal auf den Plattformen von „früher“ unterwegs.

Mein Bett war jetzt lange genug kalt und ich bin neugierig, wie sich das Ganze für mich verändert hat – denn das kann ich schon nach ein paar Tagen sagen: Das hat es.
Dazu aber irgendwann mal mehr.

Gleich zu Anfang bekomme ich wie früher erstmal einen Haufen Aufmerksamkeit, soll heissen Mails, Nachrichten, Penisbilder… 😉

Ich stelle weiterhin die Frage, WER Männern beibringt, dass der Schwanz ein optisch reizvoller Körperteil ist, dessen Anblick alleine ausreicht, von den (sonstigen) Qualitäten des Menschen zu überzeugen.
Mit einem Partner (jeglicher Verbindungsfestigkeit) ist das was anderes, da funktionieren Schwanzbilder durchaus, aber so vor dem ersten Hallo dann doch nicht… Also bei mir nicht 🙂

Weiterhin ist festzustellen, dass das Lesen eines Profils Glückssache oder Luxus zu sein scheint. Im Endeffekt muss ich genau das alles beantworten, was in meinem Profil steht. Ja, auch das hält ein Gespräch im Gange – ermüdet aber bei der 20sten Mail ein wenig. Spannender wären Fragen, die auf meinem Profil aufbauen oder mal Dinge ganz abseits davon. Nunja.

Zum eigentlichen Thema und zur Überschrift:

Ich kann gar nicht mehr ZÄHLEN, wie oft ich im letzten Jahr über eine „offene“ Beziehung gestolpert bin.
Und ich formuliere das bewusst so – denn am Ende des Tages ist genau das mehrfach passiert. Daher ist es nicht ratsam mir auf den diversen Portalen (ja, auch mit eindeutigem Seitensprungcharakter) zu sagen „Du, kein Problem, ich führe eine offene Beziehung“. Das ist für mich quasi der Startschuss meinen Freud-Hut aufzusetzen und da mal ein wenig nachzubohren.

Alle folgenden Fälle gingen davon aus, dass sie eine offene Beziehung führen.

Fall 1:
Mann 1 behauptete erst Single zu sein und auf weiteres Nachfragen, warum wir uns nicht bei ihm treffen können, kam raus, dass er eine Freundin hat. Da rollen sich mir ja schon die Zehennägel hoch und die Augen bis hinten in den Kopf rein. Wie dumm kann mann eigentlich sein? 😉 Das ist so eine simple und offensichtliche „Testfrage“ … Echt jetzt? 🙂
Also dann offene Beziehung,gut. Ich fragte also nach, ob er seiner Freundin denn dann von uns erzählen würde, bzw. generell von seinen Abenteuern.
Nein, sagte der junge Mann, das würde sie nicht so gut finden, aber er hätte die Erlaubnis und dürfe machen, was er wolle. Sie wolle nur nichts davon wissen.
Nun gesellt sich zu den hochgerollten Zehennägeln und den gerollten Augen im Hinterkopf noch ein dezentes Zähneknirschen meinerseits.
Wieso das denn so sei, fragte ich, in einer offenen Beziehung sei doch genau DAS der Punkt. Offenheit. Man weiss, von den Affären und den Abenteuern des Anderen. Vielleicht nicht jedes Detail und vielleicht nur das und wann, aber man weiss es.
Nunja, sagte der Mann, sie sei eben nicht so ein Fan der offenen Beziehung, er hätte aber das Bedürfnis und daher sei das so die Vereinbarung. Er dürfe machen, was er wolle, solange sie nichts davon mitbekommt.
An dieser Stelle, geneigter Leser, fliegt mein Kopf in Lichtgeschwindigkeit mehrfach auf die Tischplatte, in die sich meine Zähne gleichzeitig festbeissen wollen.

Fall 2:
Mich spricht der Mann eines mir bekannten Pärchens an. Es laufe bei ihnen nicht so, die Lust sei nicht so da (bei ihr) und er habe den Freifahrtschein für Sex ausserhalb der Beziehung erhalten und hätte da an mich gedacht.
Äh, ja… nun … Danke?!
Wir unterhielten uns eine Weile darüber, woran die Unlust aneinander wohl liege. Liebe sei nicht das Thema, davon sei genug da, versicherte er mir, aber vielleicht liegt es an der neuen Pille, am Stress…. (Man möge hier noch viele Argumente einfügen, wer möchte…).
Ich traf mich mit dem Mann – 1mal, 2mal… jedesmal berichtete er mir hinterher, dass seine Freundin gefragt habe, ob wir endlich miteinander geschlafen hätten – er seinen „Druck“ losgeworden sei. Ich befand das weiterhin als sehr seltsam, zumal uns bereits beim ersten Treffen klar war, dass wir gerne mal einen Wein miteinander trinken, aber mehr nicht.
2 Wochen später hatten die beiden sich getrennt, sie hatte schon lange eine Affäre und versuchte über die „offene Beziehung“ und den Freifahrtschein, die Trennung herbeizuführen, ihr Gewissen zu beruhigen… sowas in der Art.

Fall 3:
„Ich bin glücklich verheiratet und das soll auch so bleiben“
Öhm … ja … schön … Also … Glückwunsch … Was genau machst Du hier? 🙂
An sich ist der erste Satz ja nicht zwingend ein Gesprächsopener, der Erfolg verspricht, aber ich bin bei sowas ja immer neugierig.
Nach einiger Zeit stellte sich also heraus, dass er tendenziell eher devot ist, auch Erfahrungen hat, aber eben nicht mit seiner Frau. Die sei da eher nicht so drauf, käme damit auch nicht so klar. Sie wisse von der Neigung, aber ausleben solle er die bitte ausserhalb des ehelichen Schlafzimmer.
Er nannte das dann eine offene Beziehung, die allerdings ähnliche Vorgaben hat(te) wie Fall 1.
Er kann machen, was er will, mit wem er will, wie er will – sie will nur nichts davon wissen.
Nun stellt sich im SM-Bereich da einiges an Problematik – in meinen Augen 🙂
Ich als Domme (Switch, wir halten uns mal nicht an Begrifflichkeiten auf,ne?), darf also „an sich“ alles machen – aber nichts, was Spuren hinterlässt.
Die beste Erziehungsmethode, die Keuschheitshaltung, kann ich nicht praktizieren – es sei denn, die Ehe ist schon so marode, dass selbst die 2mal im Monat/Durchschnittficks schon gestrichen sind.
Für mich dann schon uninteressant. Das würde mir auf Dauer keinen Spaß bereiten.
Erfahrungsgemäß brauchen Sessions Zeit, auch davor und danach und dazwischen – zumindest, wenn es sich um keine Profis handelt. Ich bin kein Profi, würde aber Herren wie diesem empfehlen, seine Lust genau bei einer solchen zu befriedigen.

So!
Man mag von offener Beziehung denken, was man möchte, aber das, was diese 3 Fälle (exemplarisch für alle anderen, die mir so begegnen) als offene Beziehung bezeichnen, keine sind. Und auch „funktionierende“ offene Beziehungen in Verruf bringen. Genau diese Beispiele sind es, die Zweifel aufbringen – Argumente hervorbringen wie „Das ist doch nur eine Ausrede fürs Fremdgehen“, „Sie sagt doch nur ja, weil sie ihn nicht verlieren will“ u.s.w. – Stimmt.
In Fall 1 und 3 wurde vom Mann eine „offene“ Beziehung gelebt, die Frau nicht mitlebte. Denn würde Frau die mitleben, würde Frau informiert sein und wissen, wann ihr Mann wen flachlegt. Mann und Frau würden einen gemeinsamen Weg finden, dieses so zu kommunizieren und zu handhaben, dass es innerhalb festgelegter Regeln stattfindet und mit entsprechender gemeinsamer Aufarbeitung. Dem einen reicht es, wenn er es einfach nur weiss. Die andere will vielleicht genau wissen, wie die Affäre aussieht, wie sie bläst, ob sie Strapse trägt.
ABER am Ende des Tages kommen die Partner immer zueinander zurück. Weil DAS die bewusste Entscheidung füreinander symbolisiert. Paul Kaufmann hat dazu sehr passend geschrieben, dass man verstehen muss, dass die Rückkehr ins eheliche Bett jedesmal eine bewusste Entscheidung für den Partner, für die Beziehung, für die Liebe ist.
Dies gilt für die, die in einer monogamen Beziehung nicht glücklich, nicht erfüllt sind. Ich vermute, dass der Großteil der Bevölkerung die monogame Beziehung bevorzugt und sie lebt, sie demnach auch für sich persönlich als richtig und gut definiert. Daran möchte ich gar nicht rütteln.

Ich möchte die aufrütteln, die denken, dass sie eine Absprache zu einer offenen Beziehung geführt haben oder sich in derselbigen befinden und auf die Fall 1-3 (und andere von mir nicht aufgezählte Szenarien) zutrifft. Ihr führt keine offene Beziehung, ihr habt Seitensprünge und geht fremd. Punkt.
Auch das ist nicht verwerflich, das macht nicht nur ihr, sondern sicher Millionen anderer Menschen.
Dennoch sind die wenigstens sich selbst gegenüber ehrlich.
Der Satz „Ich führe eine offene Beziehung“ ist in den meisten Fällen ein Synonym für „Ich gehe fremd, aber beruhige mein Gewissen, weil…. “

– meine Frau ja damit okay ist und nur nichts davon wissen will
Entweder ist die Beziehung schon so kaputt, dass Eure Frau froh ist, dass sie nicht mehr mit Euch schlafen muss. Oder sie möchte eigentlich, dass ihr gar nicht den Drang habt, euch woanders etwas zu holen, was sie ja auch bereit wäre zu geben. Oder sie hat Angst, dass ihr Euch trennt, wenn sie nicht zustimmt… oder… oder … oder
Die Möglichkeiten sind endlos, helfen kann da nur ein sehr ehrliches, vielleicht schmerzhaftes Gespräch. Wenn Ihr Euch das traut. Was ihr wahrscheinlich nicht tut … Weil es SO ja viel einfacher und bequemer ist, ne? 🙂

– meine Frau meine Neigungen ja nicht teilt, kann ich ja nix für
Stimmt, kannst Du nix für. Deine Frau aber auch nicht, dass sie nicht auf Leder, Latex und einen devoten Ehemann steht.
Aber wenn die Gelüste, die Triebe, die Neigungen da sind, hilft es auch nichts, so zu tun, als wären sie nicht da. Für beide Seiten nicht.
Auch hier – es führt wahrscheinlich nichts an einem offenen Gespräch dran vorbei.
Und ja auch hier sind die Chancen, dass man auf einen gemeinsamen Nenner kommt 50/50. Ich kenne Fälle, wo sich das Paar dann trennte, keiner von beiden glücklich ist. Er verteufelt seine Neigung, die das Ende der Ehe bedeutet. Sie klagt an, dass er Sex über Liebe stellt. Ich kenne Fälle, wo der Mann seine Gelüste in den Keller geschlossen hat und darauf vertraut, dass sich einfach keine Begehrlichkeiten wecken.
Und ich kenne Fälle, wo einfach so weitergemacht wird, wie bisher.

Auch hier gibt es sicher noch viele Szenarien, auch Gründe und Motivationen, meine Quintessenz ist vielleicht einfach die (ja, wusste ich nicht wirklich, wo ich hin will, als ich den Rant angefangen habe):

Geht fremd, wenn ihr das möchtet. Aber nennt es nicht offene Beziehung und lebt mit dem schlechten Gewissen.

oder

Beginnt den harten, langen Weg zu einer offenen Beziehung. Das wird Arbeit, keine Frage. Und vielleicht klappt es auch nicht. Aber vielleicht klappt es auch.

So, Rant over… Das musste mal raus. Ich habe zu viele verlogene Beziehungen in meinem Dunstkreis. Dass ich auf den einschlägigen Plattformen auf sowas treffe, ist mir klar – interessiert mich aber nicht wirklich. Menschen in meinem Dunstkreis interessieren mich i.d.R.
Ich würde allen Beteiligten wünschen, dass sie nicht an ihren Lügen ersticken. Vorallem nicht an den Lügen vor sich selbst.

27 Gedanken zu “Offene Beziehung – Offenes Ende?

      1. Stimmt. 😉 Wir haben nämlich beschlossen, eine „offene Beziehung“ gemeinsam zu führen. D.h. keiner vögelt alleine rum… 🙂

      2. Es gibt so viele Beziehung wie es Arrangements gibt. Jede Beziehung und vor allem Ehe hat ihre eigenen Spielregeln.
        Eine solche ist, wie Ehepaar Geeforce es uns vorlebt. Ich finde das wirklich sehr gut und schön. Gemeinsam Sex und nicht nur zu zweit! Aber dazu gehört eine gewisse geistige Reife und gute Kommunikation.

    1. Ist es – deswegen der Link auf Deinen Blog… unter anderem.
      Den Artikel habe ich so ad hoc nicht mehr gefunden (ich glaube, das war nicht im Buch), wo Du eben genau das geschrieben hast – das „Nach-Hause-zum-Partner“ kommen jedesmal ein bewusstes „Sich-dafür-Entscheiden“ ist.

      Tatsächlich, und das wollte ich ja auch ausdrücken, muss man aber erstmal den Standardgedankengang gegangen sein um seinen individuellen Lösungsweg zu finde.

      VORALLM muss man sich einfach mal ehrlich hinterfragen.

      (Oder eben auch nicht und dann eben auch damit leben können… )

      Mir ging es ja um die, die mit dem Begriff „falsch“ umgehen … 🙂
      Und auch da kann ich nur aus dem Schöpfen, was mir begegnet… Ich bin mir sicher, dass es da noch unzählig andere Beispiele gibt 🙂

  1. Du schreibst es, eine offene Beziehung funktioniert nicht einfach so, sie wirft, in meinen Augen jedenfalls, Fragen auf, die ehrlich mit dem Partner geklärt werden sollten. Nur gibt es bei diesem Thema, wie bei so ziemlich allem auf dieser Welt, nicht nur schwarz und weiß, sondern viele Farbtöne dazwischen. Am Ende entscheidet jedes Paar für sich, ob und wie es miteinander lebt und inwieweit eine offene Beziehung tatsächlich gelebt oder einfach nur geduldig hingenommen wird. Mein Gefühl ist aber auch, dass es in der Realität oft eine sehr einseitige Sache ist bzw. gerne als Deckmäntelchen für schlichtes Fremdgehen verwendet wird.

    Bei Seb und mir war ich die treibende Kraft für sexuelle Kontakte außerhalb unserer Beziehung. Wir haben einvernehmliche Absprachen über eine offene Beziehung getroffen. Zu einem großen Teil sicher aufbauend auf der Tatsache, dass meine Lust auf sexuelle Abenteuer mir zu der Zeit tatsächlich wichtiger war, als eine Beziehung. Wir haben uns darauf eingelassen. Kurz darauf habe ich Magda kennengelernt, die seitdem in unserer Wohnung und unseren Betten ein- und ausgehen darf, wie sie möchte und mit der wir schon viele schöne Stunden und Tage zu Dritt verbrachten.

    Damit hat der Mann keinerlei Probleme 😉 Auch nicht, wenn Magda eine Freundin mitbringt. Aber es gibt Bedürfnisse, die er so nicht erfüllen will und auch nicht muss. Wir haben von Anfang an sehr ehrlich und tiefgründig darüber gesprochen und einen Weg gefunden, mit dem wir beide gut zurechtkamen. Wir wollen keine Details voneinander wissen, wobei die Details manchmal doch recht spannend sind 😉 und es gibt ganz klare Regeln. An erster Stelle steht die von dir angesprochene Ehrlichkeit. Die wohl wichtigste Regel in einem solchen Arrangement. Was darf eine offene Beziehung? Darüber sollte man sich wirklich im Klaren sein. Sex ja – mehr nein. Wobei ich mich noch nie beim Sex verliebt habe und die Gefahr nicht sehe, weil ich das für mich sehr gut differenzieren kann.

    So haben wir überwiegend die Konstellation, dass ich die Möglichkeit zu Abenteuern außerhalb der Beziehung mehr nutzt als er. Seit seiner Inhaftierung ist die offene Beziehung eine noch einseitigere geworden. Und seitdem befinde ich mich in der Zwickmühle. Er verbietet mir nichts, kann er nicht, lasse ich mir nicht. Einerseits habe ich, was ich mir wünsche: Sexuelle Freiheit, die Freiheit mich auszuleben. Andererseits ist seine Realität mit meiner momentan nicht vereinbar. Seiner Situation geschuldet, ist es sehr hart für ihn zu wissen, dass ich mich körperlich auf einen Dritten einlasse (für Drittinnen gilt das nicht). Es sind wohlWenn sie sich verliebt, dann…

    Es ist hart für ihn und ich suche irgendwo den richtigen Weg für ihn, für mich, unsere Beziehung und meine Bedürfnisse…

    1. Wow! Ella… Toller Kommentar!

      Und schön eine weibliche Seite dazu zu lesen… 🙂

      Ich glaube es Dir sofort, dass das hart ist. Das ist aber, glaube ich, irgendwann jede Beziehung, wo Menschen drin sind, die reflektieren… Wenn die Beziehung dann noch „von der Norm“ abweicht? Puh! 🙂

      Ich glaube Dein Kommentar schildert sehr gut, wo Schwierigkeiten liegen und wie zerrissen man sich fühlen kann…

      Danke Dir!

    2. Ich denke euer Weg ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Gemäß Deiner Beschreibung haben zwei gleichberechtigte Menschen eine Vereinbarung getroffen. In den allermeisten Fällen ist es entweder so „offen“ wie von Lila beschrieben oder es ist aufgrund eines Ungleichgewichts in der Beziehung entstanden. Ob das dann ein guter Deal ist muss jeder selbst entscheiden.

      1. Also wenn ich davon ausgehe, dass die „Regel“ glücklich, monogame, ausgeglichene Beziehungen sind, dann ja – dann ist da ist mein Szenario die Ausnahme.
        Ich persönlich bezweifle das allerdings aufgrund meines Umfeldes und meiner Erfahrungen.
        Und die (Scheidungsgrund)statistik gibt mir leider recht.
        Ich freue mich über jede und jeden, der/die in einer der glücklichen, monogamen, ehrlichen, ausbalancierten Beziehungen lebt.

        Ich zweifel nur an, ob das immer so ist, wenn ich mir die Menge an „offenen“ Beziehungen anschaue 🙂

  2. Toller Text. Und wenn ich nicht soviel auf solchen Seiten unterwegs bin, aber ich kenne es auch aus gut aus der schwulen Welt. Da sind viele von uns nicht anders gestrickt als die Heten.
    Mein Mann und ich sind schon oft schief angeschaut worden, dass wir unsere offene Beziehung nicht hinterm Berg halten. Aber auch wir haben klare Regeln aufgestellt.
    Manchmal will es mir scheinen, dass eine offene Beziehung fast ein größerer / ehrlicherer Liebesbeweis ist, als eine ‚geschlossene‘.

    1. Ich habe oft das Gefühl, dass „geschlossene“ Beziehungen (sehr schöner Begriff) auf Angst, Bequemlichkeit und Gewohnheit basieren. Ein Ring am Finger „garantiert“ ein „bis dass der Tod uns scheidet“ …. Und in vielen Köpfen ist das gleichgesetzt mit: Ich muss mich ja nicht mehr bemühen. Fürchte ich.
      Oft wandeln sich auch „Liebes“beziehungen zu soliden Freundschaften .. und ja, auch dann kann man ein tolles Paar und/oder gute Eltern sein.
      Aber darüber sprechen und zueinander ehrlich sein – das wäre für mich einfach erstrebenswert.

      Und wie gesagt: Ist es nicht (auch) ein toller Liebesbeweis, dass Du und Dein Mann sich nach jedem Auswärtsgenuss wieder füreinander entscheidet? Ich finde schon. 🙂

  3. Was hab ich wieder gelacht, danke für den Text, Lila. Ja, es laufen viele verlogene kleine Ärsche rum, hüben wie drüben. Andererseits ist es auch nicht das gelbe vom Ei, von jedem One-Night-Stand informiert zu werden. Also mir wär das nix. Ich bin eine klare Verfechterin der seriellen Monogamie. Wenn Schluss ist, ist halt Schluss. Dabei versuche ich aber, möglichst langjährige Beziehungen aufrechtzuerhalten, die sexy bleiben, was mir mit zunehmendem Alter immer besser gelingt. In den meisten so genannten offenen Beziehungen will Mann Sicherheit und Abenteuer miteinander verbinden. Das ist wie Abenteuerurlaub mit Reiseleiter. Ja, die Unterhosen wollen gewaschen sein, aber Mutti ist ja dann nicht mehr erotisch. Dafür dann eine Affäre, gerne auch im SM Gewand, dann wirkt das nicht ganz so spießig. Dass man diese Affäre dann noch auf einschlägigen Portalen anstatt im echten Leben sucht, schlägt dem arrangierten Fass den Boden aus. Gibt es dazu eigentlich schon ein Versicherungsprodukt? Die Fremdvögel-Assekuranz, die im Falle des Rausschmisses aus den ehelichen Gemächern für alle Kosten aufkommt?
    Gackend ab, die Lesbomatin

    1. Ahhhhh! Eine Geschäftsidee!!! 😉

      Ich denke, dass die sauberen Unterhosen von einer permanent erotischen Frau (immer Willens logisch, ne?) schon so der Traum vieler sind 🙂

      Ich versuche noch herauszufinden, wie der Gegenpart aussieht …. Also die Männervariante … Zuverlässiger Frauenheld? 🙂

  4. Die Männervariante? Da fragst du so die Expertin. 🙂 Meine Freundin hat mal zu mir gesagt, sie hätte schon immer von einem Arschloch geträumt. Also jemand, der auf keinen Fall zu lieb ist, sondern durchaus eine qualifiziert fiese Seite hat und diese gelegentlich auch mal rauslässt. Deshalb hab ich den Verdacht, die meisten Frauen träumen von einem lieben etwas dominanten Arschloch mit Humor. Eine Verbindung, die seltener ist als die blaue Mauritius.

  5. Ich weiß zwar nicht auf welchen Seiten du dich rum treibst aber ich bin seit Jahren auf der Seite „meetme – hier lernen sich Freunde kennen“ unterwegs und erlebe dort so ziemlich genau das selbe! Profil lesen? Wofür denn das? Lieber erstmal einen aufreiß Spruch schreiben und wenn ich dann nochmal erkläre, dass ich vergeben bin (obwohl es nicht nur im Beziehungsstatus, sondern auch in der Profil Beschreibung steht) werde ich beleidigt und blockiert… xD Ich habe auch mit Absicht kein Foto hochgeladen und bekomme dennoch hin und wieder ein Kompliment für mein WAAAAAHNSINNS Aussehen. Wenn ich ich dann frage woher er denn wisse wie ich aussehe kommen Sätze wie „einfach deine Persönlichkeit ist schon so schön, was ich so aus deinem Profil raus lesen kann!“ ah… Ja…. Der Hinweis darauf, daß ich vergeben bin, meine Nummer nicht gebe und keinen Facebook Account habe, zeugt von einer atemberaubenden Persönlichkeit. Verstehe.
    Auf Penis Bilder, ob nun im live feed oder seltener zugeschickt reagiere ich mittlerweile mit einem entsprechend schönem Antwort Foto…

    Natürlich kommt es bei mir nicht zu Gesprächen wie deinen, weil ich eben nicht in einer offenen Beziehung lebe, mit meinem Freund über alles rede und ehrlich gesagt auch keine Lust darauf habe mich von Kerlen anfassen zu lassen, die nicht wissen, was mir wie und wo gefällt.
    Ich bin auch der Meinung, dass das was du beschreibst definitiv keine offenen Beziehungen sind und dass gerade in dieser Form der Beziehung die Ehrlichkeit und das Mitteilen der Erlebnisse wichtig sind, damit man sich nicht auseinander lebt!

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