Reaktionen

Reaktionen

Ach Ihr Lieben *seufz* Vielen lieben Dank für die zahlreichen Reaktionen gestern, das war wunderschön auch wenn das gar nicht die Absicht war. Gefreut hat es mich dennoch sehr und geholfen hat es auch.

Es wurden in den Kommentaren viele Dinge gesagt, die ich richtig und wichtig finde, so aber gar nicht hätte verbalisieren können.

Ich möchte das gerne aufgreifen, weil ich denke, dass das vielen „Normalos“ nicht so bewusst ist.

„Ziemlich katastrophal, zumal ich den Eindruck hatte, bei Außenstehenden immer als Hypochonder dazustehen. Was die Situation nicht direkt entspannen konnte.“

Ein sehr wichtiger Punkt. Ich erfinde immer „Krankheiten“, wenn ich diese Ausfälle habe. Denn ich kann nicht in der Firma anrufen und sagen, warum ich wirklich nicht aus dem Bett komme. Meine Chefin weiss Bescheid, aber für die anderen sind es erfundene Beschwerden. Meinen Freunden davon erzählen, ja, das geht schon. Der innere Kreis weiß Bescheid – aber was sollen sie tun? Und kann wirklich jemand von außen verstehen, wie es innen aussieht. Wie soll jemand verstehen, dass es schwierig ist, den Müll rauszubringen? Das macht keinen Sinn und ist doch auch kein weiter Weg. Mir ist total bewusst, dass das für meine Freunde alles nicht einfach ist. Und die auch oft hilflos da stehen. Und ja, das tut mir echt leid. Aber ich kann es an manchen Tagen nicht ändern, so gerne ich das auch wollen würde. Aber es ist kein Verstecken oder Vorschieben oder Einbilden … das ist einfach wirklich so – es ist an manchen Tagen einfach ZU schwer aufzustehen. ZU schwer das Telefon zur Hand zu nehmen. ZU schwer duschen zu gehen oder sich was zu essen zu machen.

„ich frage mich, ob es der erste bewusste “absturz” ist, den du da beschreibst. und wenn nein, so stellt sich mir die frage, warum dich keiner darauf vorbereitet hat. solche löcher sind in deiner situation normal und einen schutz davor gibt es nicht wirklich. „

Nein, es nicht der erste bewusste Absturz. Davon gab es schon eine Handvoll. Aber es ist der Erste über den ich geschrieben habe. Gestern ist es einfach rausgesprudelt, ich habe den Text in einem runtergeschrieben. Ich wurde/werde oft gefragt, was das ausgelöst hat. Ich kann das meist nicht beantworten. Ich kann eine Ahnung haben, aber manchmal – ist es einfach so. Und ja, es gibt auch keinen Schutz davor. Es passiert einfach. Bis jetzt habe ich es immer geschafft, dass ein Tag gereicht hat, mich wieder aufzuraffen. Bei kleineres Löchern, in die ich falle, dauert es manchmal nur Stunden. Gewisse Dinge helfen mir, den Sturz zu vermeiden: Sport, Musik und tatsächlich Bloggen. Rauslassen, nicht einsperren. Das hilft.
Meine Therapeutin versucht mir immer die Angst zu nehmen, sie sagt mir durchaus, dass es total normal und verständlich ist, wenn ich in diese Löcher falle. Manchmal verarbeite ich einfach zuviel auf einmal. Und das kann man eben manchmal nicht dosieren oder lenken. Sie sagt auch, dass das immer wieder passieren wird – und die beste Reaktion ist: Sei nicht so streng mit Dir selbst. Habe nicht so hohe Ansprüche an Dich selbst. Du bist okay so wie Du bist.
Daran versuche ich im Loch sitzend zu denken.

„Wichtig ist jetzt, aus meiner ganz eigenen Erfahrung, nicht in Panik zu geraten! Das ist das Schlimmste, was du machen kannst – auch wenn es schwer ist, sie zu verhindern.
Wenn so ein Tag da ist, dann versuche ich, gut auf mich aufzupassen. Mache Dinge, die mir gut tun. Auch wenn es sich vielleicht komisch anfühlt, ich versuche solche Tage als Urlaubstage zu sehen. „

Das habe ich ach herausgefunden und meistens reicht der eine Tag. Der ist sehr seltsam und aufwühlend, vorallem weil ein schlechtes Gewissen vorherrscht. Ich fühle mich oft wie Blaumacher, Schummler, Schuleschwänzer… „Sowas macht man nicht“
Denn ich verbringe diese Tage tatsächlich in meinem Bett – Schlafend, Lesend, Serien guckend… Schlurfe mal in die Küche und mal auf die Toilette und gehe dann wieder in mein Nest.
Gegen nachmittag schaffe ich ein bißchen mehr – gehe vielleicht an den Briefkasten, mache mir ein Brot. Gestern war es schon dunkel, aber dann habe ich sogar 3 Dinge von meiner To-Do-Liste erledigt UND den Müll rausgebracht.

Ja, mit einer To-Do-Liste arbeite ich, auch mit einem Monatskalender sichtbar im Flur… Und ich baue mir „Frei-Zeit“ ein, bewusst. Weil ich in der Vergangenheit alles dafür getan habe, keine Frei-Zeit zu haben. Sondern immer was im Kalender stand – bloss kein Stillstand.

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Ich antworte Euch noch individuell! Aber das waren Punkte, die mir wichtig waren.

Frau K. – Sie bekommen hier schon mal einen dicken fetten Knutscher.

Wirklich vielen Dank für die Kommentare und virtuellen Drücker.

Ein Gedanke zu “Reaktionen

  1. Liebe Lila, da knutsche ich doch mal herzhaft zurück. WissenSe, ich habe da so einen Vergleich. Schneckenhaus. Wir hintern immer weiter spiralig zurück, bis wir schier steckenbleiben, da am dunkelsten Ende. Und genau dann liegt es an uns, wieder vorwärtszukriechen hin zum Licht. In welchem Tempo, das bestimmen wir selbst, aber Stillstand gildet nicht.
    Worthaltende Grüße, die Ihre.

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