Friss oder Stirb

Friss oder Stirb

… was anderes können manche Menschen nicht.

Die Antennen, was es für weitere Optionen gibt, gibt es nicht – oder sie werden bewusst ignoriert.

Ich verstehe das nicht. Das wird mir weiterhin ein Rätsel bleiben.

So sehr ich mich auch bemühe, ich kann NICHT verstehen, wie man ignorieren kann.

Ich sei zu nett und selbst schuld, wenn ich auf Bitten und Hilfe-Anfragen reagiere.

Mir bleibt da einfach die Sprache weg… Ich kann das nicht und ich MÖCHTE das nicht.

Ich möchte nicht in einer Welt voller Egoisten leben oder zumindest keiner von ihnen sein.

Ich glaube daran, dass man sich eine helfende Hand reichen kann. Weil ich weiss, dass um Hilfe bitten schwer und unangenehm sein kann, mache ich es Menschen einfacher – biete an.

Sagt mir jemand „Ich verstehe das nicht“, erkläre ich es gerne, warum auch nicht? Ich wünsche mir umgekehrt auch Menschen, die mir was erklären, wenn ich es nicht verstehe. So schwer ist das eigentlich auch nicht.

Niemals würde mir einfallen zu jemandem, der gestolpert ist und blutend am Boden liegt, zu sagen, dass er eben selbst schuld sei und dann doch bitte die Straße meiden soll, wenn die Gefahr bestünde hinzufallen.

Wirklich jetzt. Dann laufen Sie doch bitte einfach SO, dass sie nicht hinfallen.

Diese Ratschläge bekomme ich – vermehrt.

Du kommst mit etwas nicht klar? Dann meide es doch einfach.

Dich überfordert etwas? Dann meide es doch einfach.

Klar, am Ende des Tages, hilft das enorm. Zumindest den Anderen. Ist ja auch bequemer als sein eigenes Verhalten zu reflektieren, vielleicht was zu ändern oder – GOTT BEWAHRE – auf einen anderen Menschen zuzugehen und PROAKTIV die Hand zu reichen. Is‘ klar.

Ich suche dann mal meinen Watteanzug und verkrieche mich für die nächste Zeit in einen Atomschutzbunker…. NICHT.

Alle irre.

10 Gedanken zu “Friss oder Stirb

  1. Na ja, es macht häufig die Wiederholung. Derjenige, der gegen die Glastür rennt, wird beim ersten Mal Hilfe bekommen. Beim zweiten Mal wird man lachen und beim dritten Mal fragt man sich warum er immer wieder gegen die Glastür läuft.

    1. Hat man schon probiert, demjenigen zu erklären, dass man die Tür öffnen kann? Hat man Vogel-Aufkleber drauf geklebt, damit eine Glastür besser sichtbar ist? Bevor ich lache, wären das die Sachen, die ich ausprobieren würde.

      Ich stimme Dir zu, dass es sicher Dinge und Verhaltensweise gibt, die Menschen abstumpfen lassen… Alkoholiker und Drogenabhängige …

      Aber würdest Du Deinen Sohn auslachen, weil er den Dreisatz auch beim 3. Mal erklären nicht versteht und Du aber die Möglichkeit hast, ihm das beizubringen? Und wenn Du es nicht kannst, weil Du die falsche Person bist, Du ihm jemanden besorgen würdest, der ihm das erklärt? 😉

      1. Ich würde ihn nicht auslachen aber meinen Unmut würde ich zum Ausdruck bringen. Wenn es nichts bringt würde ich irgendwann eine Nachhilfe besorgen. Dein Vergleich hinkt aber insofern als das es bei Dingen, wie z B Mathe, eine klare richtige Lösung gibt. Bei vielen anderen Themen ist leider nur Grau bzw Schattierungen von Grau. Das macht es so schwierig, da jeder ein anderes Grau sieht.

      2. Ich gebe Dir sogar Recht, dass der Vergleich hinkt. Und ich weiss auch, dass ich ein Helfersyndrom habe und deswegen da wahrscheinlich sehr viel sensibler bin als andere. In diesen Fällen bin ich derjenige der Hilfe braucht. Und es ist so schwer darum zu bitten – jedem fällt das schwer, mir besonders – besonders jetzt. Ich finde es einfach hart auf Menschen zu stossen, die mich „erziehen“ möchten, weil sie denken, dass es gut für mich ist, um Hilfe bitten zu lernen.
        Das macht gerade jetzt keinen Sinn… Und ich würde es mir anders wünschen….

        Und ja, jeder sieht grau anders. Aber ich finde halt, wenn ich sage, dass mein Grau schon sehr schwarz ist – dann ist da keine Schattierung mehr?

  2. ‚Helfen‘ bzw. ‚unterstützen‘ oder wie man das auch immer nennen mag ist Arbeit! Und darin sehe ich den Grund in einer zutiefst verkapitalisierten Gesellschaft, dass ohne Lohn / Verdienst man keinen Finger mehr rührt, denn es gibt ja Institutionen und Vereine und Ärzte und was auch immer genug, die das ja professionell auch viel besser können. Es gibt Ausnahmen, ja, aber es bleiben auch Ausnahmen. Mehr als doof, wenn man alles alleine, von sich aus tun muss – ich weiß.

    1. Faszinierend, dass es meist (zumindest bei mir und in meinen Fällen) Menschen sind, die über die Gesellschaft schimpfen und jammern, dass alles so schlecht ist und man doch bedenken solle, ob man überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen soll – die doch so schlecht ist.

      Faszinierend, dass da so überhaupt keine Reflektion des eigenen egoistischen Verhaltens stattfindet.

      Ich möchte manchmal an die (nicht-vorhandene) Glasscheibe klopfen, weil ich denke, ich bin im Zoo. Und dabei weiss ich nicht, ob ich das Ausstellungsstück bin oder der Begucker…

      Traurig, mehr als doof – ehrlich gesagt.

      Denn diese Menschen haben Kinder und ich trauere jetzt schon um deren Zukunft… 🙂

      1. Yepp – manche sehen vor lauter Jammern die Welt nicht mehr. Aber so eine Jammer-Welt ist ja auch viel besser, wenn eh schon alles Scheiße ist, dann kann man ja eh nix machen (und hat so seine ‚verdiente‘ Ruhe. Wenn das nicht Leute sind, mit denen zu tun haben musst … ich lass sie schon seit längerem eher dann da, wo sie sind.

      2. Ich habe immer diese doofe Hoffnung, dass es besser wird … und nein, leider ist es keine Option, die gänzlich im Pfeffer zu lassen… Aber eine dickere Haut vielleicht, also für mich .-)

  3. Wie bei Vielem – zweischneidig.
    Wenn du ein Helfersyndrom hast oder auch einfach gute Erfahrung mit Hilfe anderer machen konntest, dann hilfst du. Oder versuchst es.

    Manchen tut das gut (also den zu Helfenden). Manche nutzen das einfach aus und lassen sich so „jeden Shit“ von anderen machen. Manche wollen einfach jammern, weil nur so ihr Weltbild stimmt – ansonsten müßten sie zugeben, dass auch sie selbst aktiv werden müßten, um eine Änderung (ihrer persönlichen Situation) erreichen zu können.

    Und all das gilt es als Helfer unterscheiden zu können. Richtig zuordnen können. Sich nicht ausnutzen lassen. Ist nicht immer einfach. Stumpft viele ab, die verweigern generell Hilfe. Dann muß man nicht unterscheiden und hat sowieso keine Mühe/Arbeit.

    Ich sehe das ähnlich wie du. Versuche auch oft, anderen zu helfen. Nehme selbst aber schwer Hilfe an. Versuche, zu unterscheiden und die Hilfe auf die zu konzentrieren, die sie brauchen und denen sie Hilfe ist. Und mache mir immer wieder bewußt, dass eben auch meine Ressourcen begrenzt sind. Also ich nur einen Teil meiner Energie in HIlfe umsetzen kann und darf. Sonst gehe ich selber drauf.

    Und natürlich versuche ich – allein schon, um Enttäuschungen zu vermeiden – meine Ansprüche an den Erfolg möglichst gering zu halten. Denn es ist ja so: ich habe eine Sicht auf die Dinge und gebe Hilfe und verbinde das meist mit einer Erwartung, wie der andere zu reagieren hat (was er tun soll(te), wie es weitergeht, etc.). Er selbst kann aber eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben. Daraus ergeben sich für ihn ganz andere Handlungsweisen, die ich dann vielleicht gar nicht verstehe oder nachvollziehen kann. Dessen muß man sich eben auch bewußt sein.

    Ich wünsche dir, dass du dich nicht zu sehr aufopferst beim Helfen und viele positive Erlebnisse dabei hast.

    1. Danke Dir!

      Ich muss Deinen Kommentar echt noch ein bisschen lesen und sacken lassen – da ist sehr viel Wahres drin, was auch auf mich zutrifft. Ich sortiere das noch in meinem Kopf!

      Danke!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s