Fragefreitag

Fragefreitag

Tatsächlich gibt es nicht viel Neues zu berichten, außer, daß der gute Zustand anhält. Hmm. Ich habe quasi schon Frühling… Mal abwarten 🙂

Gestolpert bin ich über diese Fragen und habe mich denen angenommen:

What’s the first thing you do in the morning?
Wecker ausstellen und dann meistens auf dem Smartphone News lesen während das Morgenmagazin läuft.

Do you buy flowers often?
Jein – ich bekomme relativ oft welche geschenkt, die ich mir so nicht selbst kaufen würde. Wunderschöne floristische Meisterwerke.
Aber ich freue mich, wie auch gerade, an wunderschönen fliederfarbenen Tulpen… Ich sag‘ ja – Frühling.

How gentle are your judgments?
Geht so! Manchmal zu hart, manchmal viel zu soft. Immerhin kann ich meine Meinung noch ändern. Leider rutscht mir in letzter Zeit öfter mal mein „Judgement“ raus – schneller reden als denken *g* Hat schon die ein oder andere doofe Situation ergeben. Sagt man mir. Ich merke das nicht zwingend 🙂

What’s your favorite book?
Öhm! Ein Buch, das ich immer wieder lesen kann ist „Der Trotzkopf“ oder die „Turm“-Reihe von Stephen King.

Are you proud of yourself?
Jetzt ja. Schon. Öfter als früher.

What’s you favorite day of the week?
Freitag! Immer tolle Abende mit tollen Menschen und danach meistens ein Tag zum Ausschlafen.

Do you ever Google yourself?
Zweimal in meinem Leben gemacht. Einmal, weil mein Vater mich auf etwas ansprach, was er eigentlich nicht wissen konnte. Und das andere Mal, als ich den Blog begonnen hatte und noch Angst vor Entdeckung hatte.

Who would you most like to spend a free day with?

Mit meiner Besten. Wir sind super kompatibel für entspannte Tage, weil wir zusammen entspannt sind. Und machen, worauf wir Lust haben, Geld keine Rolle spielt, Kalorien auch nicht und neben aller Leichtigkeit auch Zeit für ernste Momente sein kann. Prima!

Do you sometimes feel left out?
Yepp. Sehr oft. In schlechten Momenten packt mich eine Paranoia von „ich gehöre da nicht dazu“, was sofort in ein „die mögen mich nicht“ mündet, was in einem „ich bin nichts wert“ endet.

What do you like daydreaming about?

Glück. Reisen. Liebe.

Und nun ein Auszug aus meiner momentanen persönlichen Jukebox 🙂

GRANDIOS!

Und für den Leinenmann:

Euch allen ein schönes Wochenende!

Lila

Freiheit

Freiheit

Ich bin beschwerdefrei.

Seit hmm Ende November ungefähr ist die mentale und emotionale Lähmung weg und das innere Summen und Vibrieren. Weihnachten war wunderbar leicht und entspannt aber so ganz traute ich dem Frieden nicht.

Aber nachdem vorletztes Wochenende in der Familie ein wenig Drama und Chaos war und ich ruhig und besonnen und vor allem klar in meinen Ansagen da durch gesegelt bin, habe ich mit meiner Therapeutin gesprochen.

Momentan habe ich keine Depression.

Bin ich geheilt?

Hmm, schmeisst man Tante Google an, dann sagt die, dass Depressionen nicht „heilbar“ sind. Man hat da die Veranlagung zu und die geht auch nicht weg. Aber man kann durch Therapie und Medikamente damit leben – je nach Veranlagung.
Andere Seiten wiederum sagen, dass Depression durchaus heilbar ist und der ehemalige Patient dann nur noch leichte Melancholie verspürt.

Nun, wie dem auch sei – mir geht es gut und ich würde sogar sagen, ich bin sowas ähnliches wie glücklich. Nennen wir es doch mal „zufrieden“.

Misstrauisch und fatalistisch wie ich manchmal veranlagt bin, traue ich dem Frieden nicht und so ganz haben sich alle Veränderungen auch noch nicht ins Unterbewusstsein verankert.

So wirft mich Verhalten von Freunden, Kollegen, Familie gerne nochmal aus der Bahn – aber neu ist: Ich spreche es an.

Neu ist, dass ich eine Freundschaft wieder aufleben lassen konnte, die eigentlich tot war. Ich kenne das nicht, das ist noch nie passiert. Manchmal weiss ich nicht, wie ich damit umgehen soll, die Verlockung die Verletzung zu vergessen und so zu tun, als ob nichts passiert wäre, wäre falsch. Ewigen Groll zu hegen aber genauso falsch, also muss ich einen Mittelweg finden – das fällt mir nicht leicht, weil ich nicht weiss, wie es geht. Wie es richtig ist.

Ich telefonierte mit meiner Mutter im Rahmen der Familienkrise und machte klare Ansagen. Erst dachte ich, ich sei wütend. Sie sagte, ich sei emotional aufgewühlt und ich solle micih bitte beruhigen. Daraufhin erklärte ich ihr sehr ruhig, dass ich mitnichten wütend bin aber einfach sehr bestimmt und klar ansagen würde, was ich möchte und was nicht. Nämlich nicht als „unzurechnungsfähig“ betitelt zu werden, weil ich – für andere – unbequeme Entscheidungen treffe.

Ich habe in dieser Situation und auch in vielen anderen Situationen auf einmal eine Freiheit, die ich vorher nicht hatte.

Die Freiheit, angstfrei Entscheidungen treffen zu können.

Ich suche Referenzen, weil ich keine Erfahrungswerte habe… Rational, Ruhig, Besonnen … Nicht impulsiv mit dem Kopf durch die Wand und im Tränenmeer ersticken.

Das fühlt sich total komisch an, sehr hmm ruhig, sehr linear. Dennoch weiss ich nicht, ob mir nicht irgendwann die Achterbahn fehlt. Was, wenn mein Leben jetzt langweilig wird? Keine Dramen mehr? Keine Himmelhochjauchzend-Begeisterungsphasen mehr? (Und ja, keine zu-tode-betrübt-Phasen mehr)

12376503_1361136713991258_643785228434977631_n

Nun! Keine der beiden Phasen war schön und in dem Extrem möchte ich es nicht mehr. Aber wie sagt meine Therapeutin: 40 Jahre sind nicht einfach wegzuwischen UND Sie können sich ja jederzeit wieder anders entscheiden. Liegt doch bei Ihnen!

Liegt bei mir. Hmm.

Dafür sind die nächsten Wochen, Monate Therapie da. Mich selbst gut aufstellen. Mir klar machen, was möchte ich, was nicht. Diese Freiheit… Wahnsinn…. 🙂

Das ist wie Laufen lernen. Tappsig und unsicher, aber zielgerichtet der Sonne entgegen – zum ersten Mal wirklich auf MEINEM Weg.

Ziel? Unbekannt 🙂

Der Weg ist das Ziel, ein Fuß nach dem Anderen – das mit der Geduld bekomme ich nämlich auch irgendwann noch hin 🙂

Euch allen einen schönen Abend.

Lila

Bis in die Haarspitzen

Bis in die Haarspitzen

Ich sitze auf dem Stuhl vor dem Spiegel, der – wie bei Hollywood Stars – mit Glühbirnen umsäumt war. Der leichte Satin-Bademantel verbirgt wenig, die Spitze des Negligé zeichnen sich deutlich ab. Meine Augen sind geschlossen, deutlich nehme ich die Geräusche von draußen wahr. Die Tür geht auf und wird geschlossen. Seine Hände landen auf meine Schultern, ein vertrautes Drücken. 

„Können wir heute einfach nicht sprechen?“ bitte ich ihn und öffne kurz meine Augen, um ihn anzuschauen. 

Er nickt und ich schließe meine Augen.

Seine Hand löst den HaarKnoten, den ich morgens auf meinem Kopf fabriziert habe. Lange Finger durchkämmen das Chaos und üben Druck auf meine Kopfhaut aus.

Mein Schultern entspannen sich merklich und ich gebe mich ganz seine – sehr gekonnten – Kopfmassage hin. Faszinierend wie es am ganzen Körper anfängt zu vibrieren, zu prickeln.

Seine Finger finden den kleinen Punkt hinter den Ohren, direkt am Läppchen.

Ich seufze und lasse mich noch tiefer in den Sessel gleiten und lege meine Kopf auf der Lehne ab.

Er beugt sich leicht vor und beginnt meine Schultern zu massieren. Ich nehme seine Hand und ziehe sie weiter vor, lege sie genau auf das Revers meines Bademantels. Ich höre ihn schneller atmen und lächle, immer noch mit geschlossenen Augen.

Ich räkel mich in meinem Sessel, meine Beine leicht geöffnet, versuche mich wieder etwas höher hinzusetzen. Dabei streift mein Hinterkopf etwas Hartes. Er hält den Atem an und versucht, einen Schritt zurückzugehen. Ich öffne die Augen und schaue ihn an. Er hält meinem Blick nicht stand, schaut auf den Boden und schließt die Lücke, die sein Schritt zurück hinterlassen hat.

Ich öffne meinen Bademantel, der glatte Stoff rutscht über meine Schultern. 

Er schaut mich an, ich nicke und schließe wieder meine Augen.

Seine weichen Fingerkuppen streifen den Spitzenbesatz hinunter, bis er beide Brüste mit seinen Händen bedecken kann. Sanft beginnt er zu kneten und zu streicheln, es dauert nicht lange und beide Brustwarzen sind hart.

Mein Kopf liegt auf der Lehne, direkter Kontakt zu seinem warmen Schoss. Ich spüre jede Bewegung, jedes Zucken. Ab und an drücke ich meinen Kopf tiefer hinein und werde mit einem leisen Seufzen belohnt. 

Er streift die Träger von meinen Schultern, befreit meine mittlerweile empfindlichen Brüste und rollt abwechselnd meine Brustwarzen, zieht und kneift dann ein wenig zu fest hinein.

Schlagartig öffnen sich meine Augen und ich schaue ihn streng an. Nehme seine Hände von meinen Brüsten und drehe mich zu ihm um.

Ich lehne mich vor, mein Kopf ist auf idealer Höhe. Wenn ich wollte, könnte ich seine Hose öffnen und ihm einen blasen. Obwohl mir der Gedanke gefällt und seine Hüfte sich in meine Richtung geschoben hat, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.

Ich schaue ihn an, schiebe mein Hemd hoch und öffne die Beine.

Zunächst zögert er und versucht -vergeblich meinen Blick zu erwidern. Er hält den Atem an, als meine Hand seinen Gürtel zu fassen bekommt und ich ihn runter ziehe. Er versteht und begibt sich auf seine Knie, Kopf gesenkt.

Ich beuge mich vor, nehme seinen Kopf in beide Hände und küsse ihn.

Er kann das, er ist ein sehr guter Küsser. Meine Hände wandern an seinen Hinterkopf und als sich langsam meine Lippen von seinen lösen, meine Augen in sein schauen, drücke ich seinen Kopf zwischen meine Beine.

Ja, das Talent seiner Zunge, das er beim Küssen zeigt, kann er auch beim Lecken einsetzen.

Ich sinke weiter in den Sessel hinein, rutsche ein wenig vor und stelle meine Füße auf seine Schultern. Und genieße.

Sein Feuer und seine Begeisterung kann ich deutlich spüren und seine Technik macht es mir einfach loszulassen.

Es dauert nicht lange und ich beginne zu zittern, seine Hände umfassen meine Knöchel und spreizen meine Beine. Er öffnet mich weiter und leckt mich zu einem fabulösen Orgasmus.

Langsam stellt er meine Füße ab, küsst die Innenseite meiner Oberschenkel und zieht mein Hemd wieder gerade.

Ich ziehe seinen Kopf wieder zu meinem Gesicht, er muss dafür aufstehen und beugt sich nun zu mir runter.

Ich küsse ihn und sage leise „Danke“.

Er dreht den Stuhl wieder Richtung Spiegel und beginnt mich zu frisieren.

Gerade als ich meine Kleidung wieder gerichtet habe, öffnet sich die Tür und seine Frau kommt herein.

„Und? Bereit für das Make-Up?“

Geschafft – Freitag…

Geschafft – Freitag…

Bis Ende März werde ich mich von Freitag zu Freitag hangeln, jedesmal innerlich aufatmend, dass eine weitere Woche vorbei ist… Same procedure as every year.

Die Doppel-Job-Belastung geht in die finale Runde (noch 7mal arbeiten im Theater) dann noch die Messerunde schaffen dann die Nachbearbeitung und dann wieder auf- und durchatmen… 🙂

Ich scheine endlich eine Tätowierin für meine Queen gefunden zu haben. Gar nicht so einfach! DasManuel hat da ganz schön was bezauberndes Fragiles geschaffen, vor dem sehr viele Hautstecher zurückschrecken. Teilweise waren meine Vorstellungen zu eng für deren eigene Kreativität und zum Anderen scheint es ein stil zu sein, der nicht so einfach umzusetzen ist. Bis jetzt wollte sich aber keiner die Zeit nehmen, mit mir über die eventuell nötigen Veränderungen zu sprechen, damit es auf Haut übertragbar wird. ABER: Die Freundin einer Freundin hat ihren eigenen Tattooshop aufgemacht und arbeitet dort, wie ich finde, an sehr filigranen Tattoos. Könnte also klappen. Der Platz ist schon ausgesucht, auf den linken Rippenbogen. Eventuell gibt es die Karte dann nochmal umgedreht mit der traurigen Queen oben auf dem rechten Rippenbogen – ich mag Balance 🙂

Wer die Bulletpoints und die Kommentare dazu gelesen hat, dem hier die „Auflösung“. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das Thema angesprochen hatte. Wie immer, wenn ich nervös bin, sprach ich glaube sehr unkoordiniert und zu spontan. Bei meiner Therapeutin wird das dann manchmal zum Verhängnis 🙂 Die hört eben auch die Zwischentöne.
Fazit: Wir werden nach der Theaterphase den Dienstagstermin von mitten am Tag auf Mittwochs nach der Arbeit legen. Das ist für mich wunderbar. Dadurch entfällt der Stress 2,5h Abwesenheit aus dem Büro erklären zu müssen und auch die Stunden woanders unterzubringen.
Ausserdem habe ich durch die Unterhaltung mal ihre Sicht erfahren – es waren viele schöne Dinge dabei, die sie mir gesagt hat. Einiges, dass meine eigene Wahrnehmung bestätigt. Das freut mich und zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin. Wir sind uns aber auch einig, dass es zu früh wäre, die Therapie abzubrechen (was ich ja nicht wollte). Bis jetzt war es so, dass ich zur Therapie „musste“, weil es eine (oder mehrere) Krise(n) zu bewältigen gab. Jetzt „darf“ ich dahin gehen, weil ich alle Freiheiten habe. Alles, was im letzten Jahr liegen geblieben ist, was auch nicht im Vordergrund meines Denken stand, hat Raum bekommen.
Es gibt noch soviel zu entdecken und zu lernen. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl mich wirklich frei entscheiden zu können. Aber: Ich muss mal rausfinden, worauf ich Lust habe 🙂
Also – alles anders und doch neu.

Dabei belasse ich es erstmal – ich möchte das gute Gefühl mit ins Wochenende nehmen.

Deswegen höre ich mit viel Dankbarkeit momentan – wahrscheinlich wie viele – David Bowie. Für mich war er am Anfang immer nur ein „Radio-Produkt“, ich glaube so mit die früheste bewusste Erinnerung an ihn war das Let’s Dance-Video mit Mick Jagger, den ich SO gruselig fand, dass ich Bowie einfach cool finden musste. Ausserdem die zwei Augenfarben – Bämm. Besonders seine Sprechstimme hat es mir angetan … wunderschön.

Daher hier meine persönlichen Highlights:

We’re nothing, and nothing will help us
Maybe we’re lying,
then you better not stay
But we could be safer,
just for one day

Oh-oh-oh-ohh, oh-oh-oh-ohh,
just for one day

Lemmy, Alan und David feiern jetzt eine wunderschöne Party – 3 einprägsame Stimmen – jeder auf ihre Art einzigartig ins Gehirn gebrannt.

Euch allen ein schönes Winterwochenende!

Lila

Bulletpoints

Bulletpoints

stress-und-relaxen

  • 69 ist der neue Club 27 habe ich so das Gefühl. Und ja, daran merkt man auch, dass man älter wird. Die Helden der Kindheit und Jugend sterben so langsam vor sich hin
  • Ich möchte weniger Therapiestunden. Und habe das alte gleiche Problem – ich brauche schon ca. 3 Wochen um mir selbst diesen Wunsch einzugesehen. Mit meiner Therapeutin habe ich nicht gesprochen aus Angst vor… ja vor was eigentlich? Meinungen zu dem Thema interessiert zur Kenntnis genommen.
  • Gedacht: Aha, selbst den Arsch nicht hochbekommen, aber mir den Rat geben, den unbequemsten Weg zu gehen. Ne ist klar.
  • Erst Wut, dann Trotz, dann Resignation ob dem Unverständnis, dass ich nicht bequem entscheide, sondern danach, was mir gut tut. Was mich stresst, ist nicht rational zu erfassen, wenn man nicht verstehen möchte. Ich muss Stressfaktoren abbauen, danach entscheide ich.
  • Über mich geärgert, dass ich mich als Versager fühle, wenn ich mich so entscheide, wie ich das für richtig finde, weil Andere mich als Versager, als Aufgeber sehen.
  • Eine unerwartete aber erhoffte Entschuldigung – „Du bist ein wundervoller Mensch. Und niemand hat so eine scheiße verdient. Vorallem nicht du. Ich habe so eine scheiße gebaut. Und ich muss nicht immer erst alles verlieren, um zu verstehen, was ich mal hatte.Gute nacht toller Mensch :)“
  • Eine gewisse Taubheit Themen und Menschen gegenüber, die mich sehr fasziniert. So kenne ich mich nicht, finde es aber gar nicht so schlecht auch mal sagen zu können „Jetzt nicht“ oder „Dann halt nicht“ und ein Schulterzucken hinterher schicken kann.
  • Freude über irgendwelche Unbekannten, die sich durch den ganzen Blog gelesen haben.
  • Schlechtes Gewissen haben, weil hier nichts mehr über SM und Sexabenteuer steht. Keine lustigen kleinen Eskapadaen, keine großen Dramen mehr. Sorry.
  • Vermehrte Gedanken, doch mal wieder auf die Suche nach Sex und/oder körperlicher Nähe zu gehen. Dabei die größte Hürde, die Abneigung gegen meinen eigenen Körper und dessen Unzulänglichkeiten. Ertappe mich vermehrt dabei, mich mittlerweile ekelig zu finden. Suche etwas Schönes und finde nichts. Möchte aber auch (noch) nicht resignieren. Aber ich würde mich nicht vögeln.
  • Daraus die Motivation gezogen und die Schräubchen angezogen. Langsame aber stetige Veränderung ist das Ziel. Die Erfahrung zeigt, dass radikal und rigoros streichen nicht von Dauer ist. Selbst hier ist der Erfolg der Therapie zu spüren. War Essen/Naschen früher Seelenpflaster oder eine Belohung, braucht es das heute kaum noch
  • Schocksekunde als die Nummer, der Klarname, von H. auf meinem Display zu lesen war. Ich hatte jemand mit einem ähnlichen Namen gesucht und obwohl alles gesperrt ist, beim Suchen taucht der Eintrag eben doch noch auf. Immernoch Wut, Enttäuschung und Abscheu. Wann ich dieses Thema begraben kann?
  • Erstaunt wie man sich selbst die (Vor-)Freude auf etwas vermiesen kann. Hadere mit mir, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
  • Nur noch bis 14. Februar – dann wird alles besser (AS IF!)
  • Antwort auf die Frage nach meinem Traummann, meinen Ansprüchen: „Ach, Mann würde mir schon reichen“
  • Doch mal Yoga probieren, vielleicht bekomme ich dann die Beweglichkeit zurück und finde Tricks besser zu schlafen und vor allem aufzuwachen.
  • Warum immer diese elendigen Diskussionen? Weniger quatschen, mehr machen.

Und in Anlehnung an den Beitrag zu den mental-starken Menschen:

11401182_10207225771826367_8526891600147145137_n

Ein Gespräch

Ein Gespräch

12509565_1374274449344151_2799214218404085385_n

Gespräche scheinen mein Hauptkommunikationsbestandteil zu werden. 
(Ich habe schon immer viel gequatscht, aber viele Gespräche erhalten neuerdings eine andere Tiefe)

Vieles, was ich früher per schriftlicher Kommunikation an Bedürfnis befriedigt habe, fängt jetzt die Therapie auf. Einfach von der Seele quatschen. So erklärte mir meine Therapeutin auch die „Funktion“ der Therapie, als ich frustig auf der Suche nach Zielen und konkreten Aufgaben war und immer Ausreden und Ausflüchte gesucht habe, weil ich nicht hinwollte.

Mittlerweile habe ich das verinnerlicht und verstehe die Stunde als meine Zeit. Punkt.

Das erlaubt mir, in den Gesprächen mit meinen Besten nicht nur auf mich fokussiert zu sein oder Lösungen finden zu müssen, aber vor allem auch einfach mal Quatsch reden.

Freitag war aber wieder so ein Fall… Und ich kann da oft im Moment nicht den Finger drauf legen, woran es liegt, aber da war ich nicht entspannt. Schlimmer als ein erstes Date, ehrlich, dabei hatte ich mich echt drauf gefreut. Unerwartet und nicht von mir initiiert, aber irgendwie … Aus der Übung gekommen, vielleicht.

Ich war mit dem Leinenmann Kaffee trinken, seine Idee. Ich wollte das wie alle Verabredungen mit ihm relativ locker angehen lassen, nicht zu viel erwarten, weil das meist zu Enttäuschungen führt. Aber als dann klar war, dass es klappt, fing ich an mich drauf zu freuen.

Dann kam der Satz von ihm „Irgendwie habe ich mich verkalkuliert, aber 18 Uhr in der Spielehölle schaffen wir doch gar nicht?“ 

Nö, entspannt würden wir das nicht schaffen aber andererseits sind alle Zeitvorgaben seine Vorgaben. Ich habe es schon lange aufgegeben, an dieser Stelle Wünsche zu äußern. 
Das beengende Zeit-Korsett trägt er, nicht ich – das eingeschränkte Leben lebt er, nicht ich. Daher – ich nehme, was ich an Brocken zugeworfen bekomme und rechne ansonsten mit exakt Nichts.

Nun denn, zurück zu Freitag: Wir saßen uns gegenüber, wie Fremde 😦

Das Gespräch stockte, meine Gesichtsausdrücke wurden analysiert, Dinge, die ich sagte, wurden mit lächerlichmachendem Entengequacker kommentiert. Alles nichts, was mich Vertrauen fassen lässt, dass mein Gegenüber an mir interessiert ist und wirklich wissen möchte, wie es mir geht.

Irgendwann wärmten wir auf, aber es blieb holprig. Informationen müssen auf beiden Seiten aus der Nase gezogen werden. Als es gerade läuft und sich Gesprächsfäden entwickeln, ist es 18 Uhr und der Leinenmann wird unruhig.

Es macht dann keinen Sinn weiter zu versuchen, der Zeitplan muss eingehalten werden – so fühlt es sich an.

Später bleibt ein Gefühl der Leere und des Unbefriedigtseins zurück und wieder kann ich nicht den Finger drauf legen, was genau mich störte.

Heute habe ich ein paar Theorien:

– Trauer

Ich trauere einer Zeit hinterher, die es für ihn nicht mehr gibt und/oder an die er nicht erinnert werden will. Das Thema ist durch für ihn. Und damit ist auch alles in eine Kiste gepackt worden, weggestellt und wird nicht mehr angefasst.
Aus verschiedenen Gründen kann ich das (noch) nicht. Ich habe mich auf etwas und jemand eingelassen, habe vertraut und bin verletzt und enttäuscht worden. Und auch wenn es heilt und ich vergeben habe, vergessen habe ich nicht, alles verabreitet und begriffen auch noch nicht, dafür war die dadurch ins Rollen gekommende Lawine zu groß. Die Konsequenz aus den Ereignissen sind für mich noch präsent, ich muss dafür wahnsinnig viel arbeiten, das zu bearbeiten. Dabei rechne ich es dem Leinenmann an, dass er mich das an sich abarbeiten lässt und nicht gegangen ist, als andere schon längst weggegangen wären.
Aber ich möchte noch gerne darüber reden, mir war die Zeit wichtig und ich möchte sie nicht auslöschen. Ich denke mit Wärme und Zuneigung an einen Großteil der Zeit zurück. Selbst die schlechten Zeiten behalte ich in „guter“ Erinnerung, weil sie mir die wahre Seite von ihm gezeigt hat. Und erst dann war er ein komplettes Wesen.
Er aber, so scheint mir, denkt nur ungern an die Zeit zurück. Hat verdrängt, was er gesagt und geschrieben hat. Ignoriert, dass mich das noch beschäftigt – zwangsläufig muss, weil es Teil der Therapie ist. Das macht mich einfach auch traurig, weil ich soviel noch nicht verstehe, ihn aber scheinbar nicht mehr fragen kann.

– Zeitdruck

Es herrscht bei unseren wöchentlichen Treffen in der Spielehölle immer ein großer Tumult. Kleine Ruheinseln, die wir uns geschaffen hatten, gibt es gerade nicht mehr. „Freie“ Treffen wir Freitag, gibt es so gut wie nie und wenn dann sind sie, wie oben beschrieben, immer in einem fixen Zeitplan. Das ist unendlich frustig. Ich kann das nicht auf Knopfdruck, aber ich will auch kein Smalltalk-Blabla. Das ist verschwendete Zeit, dafür brauchen wir nicht so ein Rad zu drehen. Ich möchte einfach immer nur da stehen und schreien „es ist nicht genug ZEEEEIIIIIIIIT“

– Frustration

Ich fühle mich ge-nicht-missbraucht. 
Es gibt nicht mehr die Vertrauensbasis von damals (von seiner Seite aus), es wurde aber auch keine neue Basis geschaffen. Ich bekomme Oberflächliches erzählt. Job, Haus … irgendwann, meistens, retten wir uns auf „sichere“ Themen – das bin meist Ich.. oder Spiele und Karten…
Ich möchte einen Sinn haben, um Rat gefragt werden, helfen dürfen … Er bezeichnete mich mal als schlau, gab dieses Statement sogar für meinen Geburtstagsfilm bei meiner Besten ab. Wieso nutzt er das nicht?
Es ist wie ein nachträgliches Abstrafen für seine Fehlentscheidung damals. Ich kann dagegen nicht viel machen, weil ich nicht der entscheidende Faktor bin.

Und: Manchmal fühlt es sich an, als beobachte er mich bei meiner Therapie um Teile davon für sich selbst zu verstehen und nicht selbst hingehen zu müssen.
Da sind die 6 Kreise wieder.
Aber: das was mich beschäftigt bezüglich seines Lebens und so, darf/kann ich nicht mehr zur Sprache bringen. Es gibt scheinbar mittlerweile Tabu-Themen, über die wir nicht mehr sprechen.

– Trotzdem

Wie oft er im letzten Jahr gesagt hat, dass er nicht gut für mich ist, kann ich schon nicht mehr an meinen zarten (*hust*) Fingern abzählen… Das stimmt nicht. Ohne ihn könnte ich vieles aus der Therapie nicht üben. Auch wenn das am Anfang nicht angstfrei war, konnte ich das bei ihm immer antesten. Mittlerweile ist die Angst zu 95% weg. Ich vertraue darauf, dass er nicht geht, weil ich was sage oder einen Trigger auslebe oder schwierig zu handhaben oder zu verstehen bin. Für mich bedeutet das zumindest, dass ich ihm nicht egal bin und er irgendwas an mir wertschätzt. Ich weiss nur manchmal nicht was? Warum sich dem Stress aussetzen und die Zeit nehmen, Tage umplanen etc pp – wenn man keinen Nutzen daraus zieht? Mir zuliebe? Oder um was zu Beweisen? Meine Klugheit zumindest nutzt er nicht. Die Lachbomben sind diese Unterhaltungen auch nicht… Ich habe keine Ahnung.

Am Samstag spielt er im Team-Event mit mir, obwohl er ihn hasst.
Ich bin total verwirrt und habe das auch schon mehrfach gesagt UND ihn gefragt – ich bin keinen Schritt weiter.
Im schlimmsten Moment denke ich, dass er mir eine Lektion erteilen will und beweisen will, dass wir das nicht können und dass mir das keinen Spass machen wird.
In besten Moment denke ich, dass er einfach Bock drauf hat und gerne mit mir Karten spielt.

I don’t know.

Letztendlich ist es aber auch hmm egal.
Vieles an diesen theoretischen Punkten kann ich nicht ändern. Und ich möchte mich nicht mehr mit Dingen oder Personen oder Situationen aufhalten, die ich nicht ändern kann. Das ist verschwendete Energie.
Daher fokussiere ich mich auf die guten Punkte, auf den Spaß und die Freundschaft.
Und wenn ich eben die einzige bin, die noch liebevoll an eine kleine pinke Holzklammer oder bekiffte Koalabären denkt, dann ist dem eben so. Diese Erinnerung lasse ich von niemandem beschmutzen, auch nicht von mir selbst.

P.S.: Wen es wundert, dass der Leinenmann wieder so heisst. Ich mochte den Leinenmann. Manchmal vermisse ich ihn auch. Und die Erinnerung ist schmerzfreier, wenn man positiv daran denkt. Positive Abschlüsse finden. Gute Zeiten erinnern und aus den schlechten Erfahrungen und Konsequenzen ziehen.

Denkfutter

Denkfutter

Über Umwege habe ich diesen Blogbeitrag gefunden – 13 Things mentally strong people don’t do

1. They Don’t Waste Time Feeling Sorry for Themselves
2. They Don’t Give Away Their Power
3. They Don’t Shy Away from Change
4. They Don’t Waste Energy on Things They Can’t Control
5. They Don’t Worry About Pleasing Everyone
6. They Don’t Fear Taking Calculated Risks
7. They Don’t Dwell on the Past
8. They Don’t Make the Same Mistakes Over and Over
9. They Don’t Resent Other People’s Success
10. They Don’t Give Up After the First Failure
11. They Don’t Fear Alone Time
12. They Don’t Feel the World Owes Them Anything
13. They Don’t Expect Immediate Results

Whether they are working on improving their health or getting a new business off the ground, mentally strong people don’t expect immediate results. Instead, they apply their skills and time to the best of their ability and understand that real change takes time.

Ich habe das mit meinen eigenen Verhaltensweisen abgeglichen, bei einigem kann ich sagen „[x] Check!“ bei anderem muss ich sagen „ouh-oh… mache ich leider immer noch zu oft“.
Aber sehr spannend und anregend… mal sehen, an welchem Schräubchen man da noch so schrauben könnte …. hmmmmm 🙂