Ein Gespräch

Ein Gespräch

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Gespräche scheinen mein Hauptkommunikationsbestandteil zu werden. 
(Ich habe schon immer viel gequatscht, aber viele Gespräche erhalten neuerdings eine andere Tiefe)

Vieles, was ich früher per schriftlicher Kommunikation an Bedürfnis befriedigt habe, fängt jetzt die Therapie auf. Einfach von der Seele quatschen. So erklärte mir meine Therapeutin auch die „Funktion“ der Therapie, als ich frustig auf der Suche nach Zielen und konkreten Aufgaben war und immer Ausreden und Ausflüchte gesucht habe, weil ich nicht hinwollte.

Mittlerweile habe ich das verinnerlicht und verstehe die Stunde als meine Zeit. Punkt.

Das erlaubt mir, in den Gesprächen mit meinen Besten nicht nur auf mich fokussiert zu sein oder Lösungen finden zu müssen, aber vor allem auch einfach mal Quatsch reden.

Freitag war aber wieder so ein Fall… Und ich kann da oft im Moment nicht den Finger drauf legen, woran es liegt, aber da war ich nicht entspannt. Schlimmer als ein erstes Date, ehrlich, dabei hatte ich mich echt drauf gefreut. Unerwartet und nicht von mir initiiert, aber irgendwie … Aus der Übung gekommen, vielleicht.

Ich war mit dem Leinenmann Kaffee trinken, seine Idee. Ich wollte das wie alle Verabredungen mit ihm relativ locker angehen lassen, nicht zu viel erwarten, weil das meist zu Enttäuschungen führt. Aber als dann klar war, dass es klappt, fing ich an mich drauf zu freuen.

Dann kam der Satz von ihm „Irgendwie habe ich mich verkalkuliert, aber 18 Uhr in der Spielehölle schaffen wir doch gar nicht?“ 

Nö, entspannt würden wir das nicht schaffen aber andererseits sind alle Zeitvorgaben seine Vorgaben. Ich habe es schon lange aufgegeben, an dieser Stelle Wünsche zu äußern. 
Das beengende Zeit-Korsett trägt er, nicht ich – das eingeschränkte Leben lebt er, nicht ich. Daher – ich nehme, was ich an Brocken zugeworfen bekomme und rechne ansonsten mit exakt Nichts.

Nun denn, zurück zu Freitag: Wir saßen uns gegenüber, wie Fremde 😦

Das Gespräch stockte, meine Gesichtsausdrücke wurden analysiert, Dinge, die ich sagte, wurden mit lächerlichmachendem Entengequacker kommentiert. Alles nichts, was mich Vertrauen fassen lässt, dass mein Gegenüber an mir interessiert ist und wirklich wissen möchte, wie es mir geht.

Irgendwann wärmten wir auf, aber es blieb holprig. Informationen müssen auf beiden Seiten aus der Nase gezogen werden. Als es gerade läuft und sich Gesprächsfäden entwickeln, ist es 18 Uhr und der Leinenmann wird unruhig.

Es macht dann keinen Sinn weiter zu versuchen, der Zeitplan muss eingehalten werden – so fühlt es sich an.

Später bleibt ein Gefühl der Leere und des Unbefriedigtseins zurück und wieder kann ich nicht den Finger drauf legen, was genau mich störte.

Heute habe ich ein paar Theorien:

– Trauer

Ich trauere einer Zeit hinterher, die es für ihn nicht mehr gibt und/oder an die er nicht erinnert werden will. Das Thema ist durch für ihn. Und damit ist auch alles in eine Kiste gepackt worden, weggestellt und wird nicht mehr angefasst.
Aus verschiedenen Gründen kann ich das (noch) nicht. Ich habe mich auf etwas und jemand eingelassen, habe vertraut und bin verletzt und enttäuscht worden. Und auch wenn es heilt und ich vergeben habe, vergessen habe ich nicht, alles verabreitet und begriffen auch noch nicht, dafür war die dadurch ins Rollen gekommende Lawine zu groß. Die Konsequenz aus den Ereignissen sind für mich noch präsent, ich muss dafür wahnsinnig viel arbeiten, das zu bearbeiten. Dabei rechne ich es dem Leinenmann an, dass er mich das an sich abarbeiten lässt und nicht gegangen ist, als andere schon längst weggegangen wären.
Aber ich möchte noch gerne darüber reden, mir war die Zeit wichtig und ich möchte sie nicht auslöschen. Ich denke mit Wärme und Zuneigung an einen Großteil der Zeit zurück. Selbst die schlechten Zeiten behalte ich in „guter“ Erinnerung, weil sie mir die wahre Seite von ihm gezeigt hat. Und erst dann war er ein komplettes Wesen.
Er aber, so scheint mir, denkt nur ungern an die Zeit zurück. Hat verdrängt, was er gesagt und geschrieben hat. Ignoriert, dass mich das noch beschäftigt – zwangsläufig muss, weil es Teil der Therapie ist. Das macht mich einfach auch traurig, weil ich soviel noch nicht verstehe, ihn aber scheinbar nicht mehr fragen kann.

– Zeitdruck

Es herrscht bei unseren wöchentlichen Treffen in der Spielehölle immer ein großer Tumult. Kleine Ruheinseln, die wir uns geschaffen hatten, gibt es gerade nicht mehr. „Freie“ Treffen wir Freitag, gibt es so gut wie nie und wenn dann sind sie, wie oben beschrieben, immer in einem fixen Zeitplan. Das ist unendlich frustig. Ich kann das nicht auf Knopfdruck, aber ich will auch kein Smalltalk-Blabla. Das ist verschwendete Zeit, dafür brauchen wir nicht so ein Rad zu drehen. Ich möchte einfach immer nur da stehen und schreien „es ist nicht genug ZEEEEIIIIIIIIT“

– Frustration

Ich fühle mich ge-nicht-missbraucht. 
Es gibt nicht mehr die Vertrauensbasis von damals (von seiner Seite aus), es wurde aber auch keine neue Basis geschaffen. Ich bekomme Oberflächliches erzählt. Job, Haus … irgendwann, meistens, retten wir uns auf „sichere“ Themen – das bin meist Ich.. oder Spiele und Karten…
Ich möchte einen Sinn haben, um Rat gefragt werden, helfen dürfen … Er bezeichnete mich mal als schlau, gab dieses Statement sogar für meinen Geburtstagsfilm bei meiner Besten ab. Wieso nutzt er das nicht?
Es ist wie ein nachträgliches Abstrafen für seine Fehlentscheidung damals. Ich kann dagegen nicht viel machen, weil ich nicht der entscheidende Faktor bin.

Und: Manchmal fühlt es sich an, als beobachte er mich bei meiner Therapie um Teile davon für sich selbst zu verstehen und nicht selbst hingehen zu müssen.
Da sind die 6 Kreise wieder.
Aber: das was mich beschäftigt bezüglich seines Lebens und so, darf/kann ich nicht mehr zur Sprache bringen. Es gibt scheinbar mittlerweile Tabu-Themen, über die wir nicht mehr sprechen.

– Trotzdem

Wie oft er im letzten Jahr gesagt hat, dass er nicht gut für mich ist, kann ich schon nicht mehr an meinen zarten (*hust*) Fingern abzählen… Das stimmt nicht. Ohne ihn könnte ich vieles aus der Therapie nicht üben. Auch wenn das am Anfang nicht angstfrei war, konnte ich das bei ihm immer antesten. Mittlerweile ist die Angst zu 95% weg. Ich vertraue darauf, dass er nicht geht, weil ich was sage oder einen Trigger auslebe oder schwierig zu handhaben oder zu verstehen bin. Für mich bedeutet das zumindest, dass ich ihm nicht egal bin und er irgendwas an mir wertschätzt. Ich weiss nur manchmal nicht was? Warum sich dem Stress aussetzen und die Zeit nehmen, Tage umplanen etc pp – wenn man keinen Nutzen daraus zieht? Mir zuliebe? Oder um was zu Beweisen? Meine Klugheit zumindest nutzt er nicht. Die Lachbomben sind diese Unterhaltungen auch nicht… Ich habe keine Ahnung.

Am Samstag spielt er im Team-Event mit mir, obwohl er ihn hasst.
Ich bin total verwirrt und habe das auch schon mehrfach gesagt UND ihn gefragt – ich bin keinen Schritt weiter.
Im schlimmsten Moment denke ich, dass er mir eine Lektion erteilen will und beweisen will, dass wir das nicht können und dass mir das keinen Spass machen wird.
In besten Moment denke ich, dass er einfach Bock drauf hat und gerne mit mir Karten spielt.

I don’t know.

Letztendlich ist es aber auch hmm egal.
Vieles an diesen theoretischen Punkten kann ich nicht ändern. Und ich möchte mich nicht mehr mit Dingen oder Personen oder Situationen aufhalten, die ich nicht ändern kann. Das ist verschwendete Energie.
Daher fokussiere ich mich auf die guten Punkte, auf den Spaß und die Freundschaft.
Und wenn ich eben die einzige bin, die noch liebevoll an eine kleine pinke Holzklammer oder bekiffte Koalabären denkt, dann ist dem eben so. Diese Erinnerung lasse ich von niemandem beschmutzen, auch nicht von mir selbst.

P.S.: Wen es wundert, dass der Leinenmann wieder so heisst. Ich mochte den Leinenmann. Manchmal vermisse ich ihn auch. Und die Erinnerung ist schmerzfreier, wenn man positiv daran denkt. Positive Abschlüsse finden. Gute Zeiten erinnern und aus den schlechten Erfahrungen und Konsequenzen ziehen.

Denkfutter

Denkfutter

Über Umwege habe ich diesen Blogbeitrag gefunden – 13 Things mentally strong people don’t do

1. They Don’t Waste Time Feeling Sorry for Themselves
2. They Don’t Give Away Their Power
3. They Don’t Shy Away from Change
4. They Don’t Waste Energy on Things They Can’t Control
5. They Don’t Worry About Pleasing Everyone
6. They Don’t Fear Taking Calculated Risks
7. They Don’t Dwell on the Past
8. They Don’t Make the Same Mistakes Over and Over
9. They Don’t Resent Other People’s Success
10. They Don’t Give Up After the First Failure
11. They Don’t Fear Alone Time
12. They Don’t Feel the World Owes Them Anything
13. They Don’t Expect Immediate Results

Whether they are working on improving their health or getting a new business off the ground, mentally strong people don’t expect immediate results. Instead, they apply their skills and time to the best of their ability and understand that real change takes time.

Ich habe das mit meinen eigenen Verhaltensweisen abgeglichen, bei einigem kann ich sagen „[x] Check!“ bei anderem muss ich sagen „ouh-oh… mache ich leider immer noch zu oft“.
Aber sehr spannend und anregend… mal sehen, an welchem Schräubchen man da noch so schrauben könnte …. hmmmmm 🙂

Früher Freitag

Früher Freitag

Heidenei, die Woche ging aber verdammt schnell rum… Und in Anbetracht der Tatsache, dass mein Kalender bis Ende März zum Platzen voll ist, muss ich doch ein wenig an meinem Geisteszustand zweifeln… 🙂

Heute bin ich um 4:45 aufgestanden, was so GARNICHT meine Zeit ist, ich und mein Wecker verweigern eigentlich alle Einstellungen die <6 sind.. aber, eine sehr liebe Freundin kam heute aus dem Urlaub zurück und da habe ich sie abgeholt… Jaja, ich weiss, ich bin zu nett… *zungerausstreck* Bin ich auch 🙂

Danach bin ich direkt ins Büro und ich habe KEINE Ahnung, wie Menschen um die Uhrzeit arbeiten können – ich habe alles getan, um nicht am Schreibtisch zu sitzen – habe ausgemistet und aufgeräumt, gespült, Büro umgeplant… Jetzt bin ich so langsam in der Kopfverfassung, um mit der Arbeit anzufangen…. Nicht meine Zeit, ich bin Eule 🙂

Fazinierend, wie sich die Umwelt verändert, wenn man einfach klar kommuniziert. Und das nicht übertrieben, ein einfaches "Du, das das möchte ich jetzt nicht" wirkt Wunder. Mir stellt sich nicht wirklich die Frage, warum ich das nicht früher gemacht habe – aber jetzt wo ich es kann und mache, finde ich es sehr angenehm. Und irgendwie scheint das bei einigen Menschen in meinem Dunstkreis das Verhalten zu ändern.
Nunja, ich beschwere mich nicht, beobachte das Ganze aber mit SEHR hochgezogenen Augenbrauen 🙂

Eine meiner Lieblingsbands hat einen eigenen Song re-published, das Video dazu ein kleiner Gruß an 'Nsync mit Chameo by Joey – köstlich 🙂

Und ich freeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeu mich so auf März…. *chrchrchrchrchrchr*


Mit sowas kann man mich ja immer erheitern und ich freue mich auf das Entdecken aller kleiner Kreaturen und Witze und wenn er es schafft, dann geht DasManuel mit ins Kino… Vielleicht bekomme ich ihn dann doch mal soweit, dass er an seinem eigenen Comic arbeitet… „Wilbur and the World“ oder so 🙂 Ich arbeite dran *g*

Ansonsten besteht die nächste Woche aus so unfassbar viel Arbeit, ist mir aber egal … Irgendwo hat sich ein kleiner Schalter umgelegt, ich bin noch nicht sicher, wie lange das so bleibt, aber ich genieß‘ das jetzt einfach mal…

In diesem Sinne – ein Wundervolles Wintersonniges Wochenende

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, die voll begeistert von Kitty-Wonder-Woman ist 🙂
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Gedanken und so…

Gedanken und so…

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Ich bin kein Freund von Vorsätzen. Punkt. Halte ich eh‘ nicht ein. Ich habe eine erstaunliche Disziplinslosigkeit bei solchen Dingen.

(Nach einem Jahr Therapie vermute ich mal, dass das mein einziger Weg der Rebellion war?)

Wie dem auch sei, dieses Jahr habe ich mir vorgenommen an meinem Glück zu feilen.

Erste Schritte sind gemacht, nun genieße ich gerade die Phase, wo einfach mal keine Baustelle in meinem Seelenleben zu bearbeiten ist und ich mich a) meinem Körper widmen kann, der mittlerweile unter den Langzeitschäden des Unfalls leidet – verkürzte Muskeln, Sehnen, Kraftlosigkeit, verlorengegangene Flexibilität… und b) mich mal wieder im Geiste mit anderen Menschen beschäftigen kann.

Es gibt so 2 Sätze, die momentan öfter an mein Ohr dringen als sonst.

Meine Beste, die immer sagt „6 Kreise, denk‘ an die 6 Kreise“ –
Ihre Therapeutin hat ihr irgendwann gesagt, dass, wenn man selbst Therapie beginnt und sich helfen lässt, dass das in Kreisen auch das Umfeld mit beeinflusst, quasi mit-therapiert. Warum das 6 Kreise sind? Ich habe dazu nichts im Netz gefunden, aber wann immer wir uns über unsere Erfolge erzählen, kommen wir darauf, wie sehr andere Menschen von unserer Therapie profitieren… 🙂
Ich stelle mir dabei immer einen Stein vor, der ins Wasser plumpst und Kreise zieht…

Der zweite Satz ist immer „Therapie ist nichts für mich“.
Ja, habe ich auch gesagt… lange, seeehr lange, zu lange wie ich heute finde.
Ich möchte gerne soviele Leute in Therapie schicken, wissend, dass das nur funktioniert, wenn die auch wollen. Am liebsten, weil mir am Bekanntesten, sind die „ich schaff‘ das schon alleine“ oder „Ach, wegen dem bisschen…. das ist doch grade Mode und Trend…. neeeeee“
Mag sein. Mag sein, dass ich totaler Trendsetter bin. Aber dann finde ich, ist es für einen Trend ganz schön viel harte Arbeit 🙂
Ein Freund von mir, der m.E. ein suuuuper Kandidat für eine Therapie wäre, meinte einmal „Was soll ich denn meiner Frau sagen? Womit soll ich das denn erklären?“
Das macht mich so unheimlich traurig und schliesst dann auch die klammer zu Punkt b) oben.

Ich sehe diesen Freund regelmäßig, seit 2 Jahren. Ich sehe Wiederholungen und Schemata, höre „Ausreden“ und Erklärungen, gar Rechtfertigungen. Ich kenne das. Ich bekomme das auch oft zu hören von meiner Therapeutin, dass das was ich sage, wie eine Rechtfertigung klingt, wenn ich auf eine ihrer seltenen Fragen antworte. Mittlerweile habe ich für mich erkannt, dass ich mich tatsächlich rechtfertige. Weil in meinem Kopf mein Verhalten immer noch als sehr „hart“ und sehr egoistisch abgespeichert ist. „Das macht man nicht“ oder „Hast Du kein Mitleid?“.
Doch, ich habe schon Mitleid, mir tut meiner Vater sehr leid und auch Teile meiner Familie… aber ich kann ihnen nicht (mehr) helfen. Und das einzige Verhalten, was ich momentan habe, um zu verhindern, wieder in den alten Trott abzudriften ist, harte Cuts zu ziehen. Ich schütze mich vor mir selbst und den Anforderungen und Erwartungen anderer.

Und ja, ich halte mich sehr zurück mit dem Anraten, doch mal eine Therapie in Betracht zu ziehen. Hilfe zu suchen. Ich kann mich noch zu gut an meine eigenen Reaktionen erinnern 🙂

Trotzdem, ich bleibe dabei: Ich habe gestern in einem sehr spannenden Interview gelesen – wenn ich nicht glücklich bin, wenn ich nicht ausgeglichen und entspannt bin, wenn ich nicht weiss, was ich will und nicht will – dann kann ich mich nicht um andere kümmern. Dann wälze ich irgendwann die Verpflichtung meines Glücks auf andere Personen ab. „XY macht mich sehr glücklich“ ist an dieser Stelle ein sehr dünnes Eis.
Ja, uns kann eine andere Person glücklich machen. Wir können andere Personen glücklich machen – aber nur, wenn wir selbst zufrieden sind.
Wie oft enden Beziehungen oder Streitigkeiten mit Vorwürfen, weil die Bedürfnisse nicht gestillt werden. Weil man nicht glücklich gemacht wurde.

Viele Kommentatoren haben mir das schon oft geschrieben und hinterlassen, viele Sprichwörter greifen das auf… Zuallererst und mit höchster Priorität muss man an seinem eigenen Glück feilen – und dann nach den anderen schauen. Ansonsten laugt man sich aus, gibt sich auf und ist am Ende nur ein Schatten seiner selbst … den der Partner, die Familie, die Kollegen überhaupt nicht mehr wahrnehmen und vorallem nicht mehr wiedererkennen.

Du bist egoistisch! In einer Beziehung muss man Kompromisse schliessen!

Ja, bis zu einem gewissen Grad sicher. Ja, vielleicht bin ich deswegen nie in langen Beziehungen gewesen, weil ich das nicht konnte. Ich hätte(habe) irgendwann das „Machtverhältnis“ kippen lassen. In die eine oder andere Richtung. Gesund wäre (war) das nicht. Deswegen auch nicht von langer Dauer.

Ich war eigentlich schon immer Single, aber noch nie mit soviel Ruhe und Zufriedenheit wie jetzt.

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Vielleicht bin ich es, weil ich in der wilden Phase gesehen habe, wie es sein kann in einer „schlechten“ Beziehung zu stecken und dass man daran tatsächlich zerbrechen kann. (Siehe H.)
Oder, dass man innerlich gebrochen wird, weil man den falschen Phrasen geglaubt hat. Mehr gesehen hat als dort ist. Versprechen nicht gehalten wurden und die vermeintlich heile Welt dann doch wichtiger war als den Mut zur Veränderung zu haben. Ich hadere sehr damit diesen beiden Schlüsselfiguren der letzten 2 Jahre auch nur eine Sekunde meiner Herzens- und Hirnzeit geschenkt zu haben.

Da ich keine guten Beziehungsvorbilder hatte und jetzt auch nicht habe, glaube ich nicht daran, dass Beziehung (alleine) glücklich macht. Familie und Kinder genausowenig. Eigenheim auch nicht. Reichtum auch nicht.
Daher verstehe ich nicht, dass man mit seinem Leben nicht zufrieden ist und nichts daran ändere. Sich immer mehr in das zurückzieht, was mich unzufrieden hat werden lassen. Lethargie und Trägheit, das Abfinden mit einem „Schicksal“, dass einem „irgendwer“ übergestülpt hat. Das verstehe ich nicht.

Ein Freund erzählt mir, dass er seinen Lebenstraum für seine Beziehung aufgegeben habe. Ein Studienplatz im Ausland, genau das, was er immer machen wollte, seine Leidenschaft. Hat er dann nicht gemacht, weil die Beziehung gerade frisch war und das wahrscheinlich nicht überlebt hätte. Diese Situation zu Anfang der Beziehung, zieht sich wie ein roter Faden bis heute da durch. Zufrieden ist Mann damit nicht. Aber es sei halt so, so habe er sich halt entschieden.
Mann lebt also Jahrzehnte mit einer dauernden Unzufriedenheit und hinterfragt nicht mal, wo die Ursachen dafür liegen. Und zwar nicht im Heute oder im Gestern…. Sondern Grundlagenforschung…

Die Frage ist doch: Was stellt Dich zufrieden? Was ist Deine ideale Vorstellung und was ist die Situation mit der Du leben könntest, wenn Deine ideale Vorstellung nicht wirklich eintritt. Und was musst Du tun, um dahin zu kommen.

Es ist ein Abwägen, es ist ein Rantasten … es ist aber manchmal auch ein Loslassen und ein Freischwimmen. Ein Mutig-von-der-Klippe-springen oder ein einfach-ins-Gras-legen-und-den-Wolken-zuschauen.

Man macht Menschen meist nicht glücklich, wenn man es selbst nicht ist. Also – mach‘ Dich erstmal selbst glücklich. Dann kannst Du Dein Glück auch teilen.

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Anmerkung: Dieser Text ist ohne die Zugabe von Glückskeksen oder sonstigen Rauschmitteln entstanden und in 5 Minuten vom Hirn in die Finger gerutscht… 🙂