2 eisenharte Jahre

2 eisenharte Jahre

Heute vor 2 Jahren lag ich in der Notaufnahme, kotzte vor Schmerzen und Aufregung in einen Beutel und hoffte, dass mein Knochen gesplittert war, damit ich gleich operiert würde und nicht noch mal nach Hause geschickt werden würde….

2 Jahre später bin ich noch weit von dem Zustand vor dem Unfall entfernt. Ich gehe weiterhin 1mal pro Woche zur Physio für 1,5 Stunden, bin meistens schmerzfrei – leider noch nicht immer.

Ich fahre noch nicht wieder regelmäßig Fahrrad und schon gar nicht, wenn es stürmt oder nass oder dunkel ist – da habe ich zuviel Angst.

Um Gulli-Deckel und Baustellen fahre ich einen großen Bogen.

Immerhin ist es jetzt „erstmal“ final entschieden, dass das Metall im Arm bleibt und auch kein plastischer Chirurg an meiner Schulter rumschnippelt. Entweder die Narbe wird oder sie wird nicht – aber wenn sie nicht wird, wird die verschönerte Narbe an DER Stelle eben auch nicht perfekt und dann lassen wir das doch mit Versuch, ne?

BH’s finden weiterhin nur in sehr weicher Form statt, ich ertrage das Gefühl auf der Schulter weiterhin nicht gut und Arme hinter dem Körper berühren lassen ist weiterhin eine große Aufgabe.

Ich arbeite am Muskelaufbau – 2 Jahre Schonhhaltung haben zu massivem Muskelabbau geführt – merkt man so im Alltag nicht, wenn man nicht drauf achtet … Der Körper ist ein faszinierendes Konstrukt.

Meine liebste Wohlfühlhaltung ist mit angewinkeltem rechten Arm, quer über den Bauch… Passiert permanent … unter der Dusche z.B. Wenn ich nicht darauf achte, wasche ich mir immer noch einhändig die Haare 🙂

Und ich bin aus anderen Gründen weit von dem Ist-Zustand vor dem Unfall entfernt. Der Unfall war mit ein Auslöser für den Zusammenbruch, der dann zur Therapie geführt hat.
Der Unfall

  • hat H. nochmal zurückkommen lassen – bis es dann endgültig geknallt hat
  • hat den Leinenmann auf mich noch neugieriger gemacht, so dass es dann zu einem Treffen kam und das Desaster seinen Lauf nahm
  • hat mich an meine Grenzen geführt, was ich ertragen kann – vor allem, wenn ich selbst nicht funktioniere, weil mein Körper mich im Stich lässt
  • hat mir mehr als deutlich gemacht, dass ich „alleine“ lebe. Und das nicht einfach ist – gerade, wenn man krank ist. Das können auch die noch so liebsten Freunde nicht immer auffangen
  • hat mir die Zeit gegeben, mit meiner Oma ihre letzten Monate intensiver zu erleben

Also – wie immer im Leben – Gutes und Schlechtes, wobei das Schlechte Stand heute auch was Gutes hatte.
Ich möchte H. nicht mehr in meinem Leben haben, auch wenn ich mir manchmal vorstelle, wie es wäre ihm mit dem heutigen „Ich“ entgegen zu treten und ihn auf all seinen Bullshit hinzuweisen. Ich verstehe, die Mechanismen, die mich an den Leinenmann haben glauben lassen heute besser als je zuvor – sie erschrecken mich, aber ich finde es besser, sie zu verstehen und zu kennen, als eben nicht… Die Trauerarbeit ist noch nicht immer abgeschlossen, manchmal kommt Wut hoch und Frustration… Da möchte ich dann mit dem Fuss aufstapfen und NICHT GÖNNEN … Da werde ich „unschön“ und garstig… Es ist und bleibt eine bittere Erfahrung.

Aber – die Beziehung zu meinen Besten ist enorm gewachsen in den letzten 2 Jahren, ich habe mich sehr verändert im letzten Jahr und für all das Schöne, bin ich sehr, sehr dankbar.

Ich möchte noch auf eine Aktion hinweisen, an der ich selbst nicht teilnehmen kann – ich habe schon zuviele schöne, spannende Ergebnisse gesehen und würde nur versuchen, die gleichen Nasen zu finden, wie andere Künstler vor mir….
ABER Westendstorie hat wieder ein Mit-Mal-Bild ins Netz gestellt und das ist immer ein total spannender Prozess! Schaut Euch aber bitte vorher nicht an, was die Anderen so gemacht haben – dann klappt das nicht mehr frei vom Herzen weg… 🙂

Und für alle, die ein wenig britischen Humor von „früher“ vertragen…. Mal hier reinhören 🙂

Habt ein wunderschönes Wochenende 🙂

Lila

4 Gedanken zu “2 eisenharte Jahre

  1. Das wünsche ich dir auch liebe Lila. Ich denke, alles im Leben passiert immer aus irgendeinem Grund. Vielleicht wäre der Zusammenbruch auch gekommen, nur später und noch intensiver. Was ich von dir in den letzten Monaten so gelesen habe, freue ich mich, dass du auf einem Weg der Besserung bist und ich glaube, dass sich egal was, alles zum Guten wenden wird. Jedenfalls drücke ich dir dafür gaaaaanz gaaaanz fest meine beiden Daumen.

  2. Die Eisenlady bekommt nun also doch kein Geld vom Altmetallhändler. Ist das Metall denn wenigstens lila? Und die Bilder sehen ja heftig aus – ich glaub, mich würd‘ jedes Mal eine Gänsehaut überkommen, wenn ich dran denken würde …

    Und wenn Sie weiterhin so beharrlich an sich arbeiten und aufarbeiten, dann wird das immer besser (also so von dem, wie Sie es empfinden werden). Also: Weitermachen! 😉

    Dann bin ich ja mal gespannt auf den Kaffe-/Tee-Termin …

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