Wow

Wow

  
Das ist korrekt und gleichzeitig eine meiner größten Schwächen. Ich bin dran, das zu ändern.
Aber egal, wie sehr ich mich auch anstrenge, ich werde niemals an den Punkt kommen, wo ich es nachvollziehen, dass man 2 Jahre ins Gesicht gelogen bekommt. 

In diesem Fall gibt es kein

„Es gab keine Gelegenheit“

oder 

„Ich wusste nicht wann“

Es gab Millionen Gelegenheiten – und vor allem gab es direkte Nachfragen – und somit bewusstes Aufrechterhalten der Lüge. Mehrfach.

Gleichzeitig gab es keinen Grund, denn die Wahrheit hat(te) keine Konsequenzen. Nie.

Boshaftigkeit? Feigheit? Egoismus? Angst?

Ich sitze im kalten, dunklen Zimmer, obwohl ich Freunden versprochen habe ins Bett zu gehen, und sehe den Film meines Lebens. Durchlebe jede Situation und frage mich „war das ehrlich? Oder gelogen?“ … „Hat er sich danach kaputt gelacht?“ … „Was hat er sich gedacht, als ich ihm den Vortrag gehalten habe – basierend auf kompletter Unwissenheit?“  

Die Finesse, die diese Lüge gebraucht hat … Die Dummheit dabei, wie leicht sie hätte auffliegen können – so wie sie jetzt aufgeflogen ist … Jeder Urlaubsbericht musste umgewandelt werden … Jede Aussage überdacht …
Dieser Mensch saß mir gegenüber, schaute mir in die Augen und log mich an. Immer und immer und immer wieder.
Was mache ich jetzt damit?

11 Gedanken zu “Wow

      1. Ich glaube nicht, dass du es verstehen kannst und in Köpfe reingucken ist auch schwierig… wobei *knochensägerüberreich*

        Ich helfe mir bei solche Menschen immer damit, dass ich mir eine Woche lang sage, der ist mir völlig egal – und nach ner Woche ist er es mir dann auch. Ich finde, nichts ist endgültiger, als wenn einem ein Mensch egal ist. Es ist, wenn man ihm überhaupt nichst entgegenbringt, nicht das kleinste Gefühl – nicht mal „nicht mögen“ -denn selbst das ist noch zu viel Gefühl, zu viel Emotionsverschwendung. Ich möchte mich nicht mit diesem Menschen belasten – weder im guten noch im bösen.

  1. das einzige, was dich böse sein lassen sollte – und nicht traurig, hilflos etc – die tatsache, dass du belogen wurdest. meist entstehen lügen aus dem zwang der idealisierten selbstdarstellung. zu beginn werden solche „kleinen“ lügen vom lügner selbst nicht ernst genommen, weil es hilft, sich selbst besser dastehen zu lassen. die krux liegt beim lügner aber darin, dass er durch die lüge sich selbst interessant genug machen möchte um akzeptanz zu finden, weil er sonst gar nicht damit rechnen würde. ist er dann aber interessant genug steht die lüge schon da. jetzt muss gebastelt werden um dieses haus nicht wackeln, kippen, einstürzen zu lassen. wenn das belogene gegenüber durch wirkliches interesse, durch hinterfragen und empfundenes misstrauen dann „lästig“ wird, entsteht ein ungeheurer druck im lügner, der sich egal was passiert nur mehr wünscht, dass es aufhört. jede nach außenhin gezeigte reaktion wie lachen oder aggression überdeckt im grunde nur mehr die scham vor sich selbst und der nun mehr als unnötig erkannten lügerei.

    erst einmal aufgeflogen wird flucht zur normalen reaktion, wenn man nicht eh mit nassen fetzen hinaus geprügelt wird. beim belogenen entsteht ein vakuum, weil er nicht mehr nachvollziehen kann, was tatsächlich der grund für diese lügen war. antworten gibt es keine mehr, weil der lügner verjagt oder versteckt ist.

    der lügner überspringt emotional die realität der lüge und fällt wieder in sein uninterssantes ego zurück. bestätigt dadurch, dass er nach auffliegen der lüge nun wie erwartet nicht interessant oder wichtig genug sei wie mit der lüge. auf beiden seiten leere und unverständnis und ein riss im selbstwert. allerdings auf zwei unterschiedliche arten mit dem selben ursprung, nämlich: „bin ich die wahrheit nicht wert?“

    wie dem entgehen? nun von vornherein gäbe es auf beiden seiten die möglichkeit der wahrheit. der lügner beginnt ja mit der lüge also wäre es an ihm, seinen selbstwert von vornherein so hoch zu heben, dass er gar nicht lügen muss. dafür gibt es reichlich hilfe – kostet allerdings. auf der seite des belogenen, der ja noch nicht weiß, dass er belogen wird, geht das nur dadurch, dass er alles was sooo interssant klingt beim gegenüber hinterfragt. am schnellsten beginnen lügen dadurch zu aufzuweichen, wenn man zu erkennen gibt, dass das zwar aufregend klänge oder interessant sei, man selbst jedoch bei einem menschen nicht seine handlungen sondern seine gefühle wichtig fände. schaltet der potentielle lügner nun nicht um oder setzt seinen tollen erlebnissen noch eins, zwei drauf, ist er bereits gefangener seiner lüge selbst. spätestens beim zweiten hinweis, dass einem gefühle beim menschen wichtiger seien als lebensretter nach einem tsunami auf fidschi. sollte er sagen können, wie er sich dabei gefühlt hat, vielleicht sogar empathie zeigen mit den ihn umgebenden personen. schafft er das nicht, bleibt er bei seiner lügenburg. gefühle kann man nicht erfinden – ja man kann floskeln einfügen. aber der zuhörer kann lernen, welche botschaft vordergründiger ist.

    eine gute möglichkeit eventuellen lügen auf die spur zu kommen besteht darin, sich auf daten zu konzentrieren. also anzahl, größem, datum, jahreszahlen o.ä. mehr als vier konkrete zahlen im fluss der erfundenen geschichte merkt sich kaum jemand und beim nachfragen, wann war das nochmal?, wieviele tage waren vergangen?, entstehen pausen, die an sich schon für die lüge zeugen und meistens werden die wangen rot. kratzen hinterm ohr oder „sich an der nase nehmen“ im wahrsten sinne des wortes.

    was tun, wenn man ob der lüge von dem menschen enttäuscht ist? schwierig! der mond ist schon voller lügner also gäbe es die möglichkeit, dem lügner zu sagen, dass man ihm verzeihen könne, wenn er sich auf sich selbst und das was er wirklich ist beschränke. da müssen zwei über zwei schatten springen. beim lügner steckt jetzt nicht nur die scham vor der lüge in der haut sondern auch noch die scham davor nichts wert zu sein. diese ebene zu verlassen schafft man nur mit hilfe. wichtig ist jedoch, was erwartet sich der belogene? genugtung? das prinzip wahrheit? schuldeingeständnis? entschuldigungen? oder möchte er den menschen wirklich kennenlernen, mit ihm und für ihn sein? vertrauen zeigen und vertrauen fordern..

    alles liebe an diesem sonnigen sonntag

    1. Tatsächlich gab es viele Indizien auf die Wahrheit und ich habe jedesmal nachgefragt. Es gab keine Geschichte drum rum, keine Jahreszahlen… Und jetzt im Rückblick kann ich immer noch nur Staunen, wie leicht die Lügen über die Lippen kamen… Immer und immer wieder.

      Ich verstehe die Theorie mit dem Selbstwertgefühl und ich kenne viele Fälle, da macht sie Sinn. In diesem Fall? Macht das keinen Sinn.
      Im Gegenteil wahrscheinlich.

      Ja, die Scham der Lüge hat der Lügner jetzt zu tragen.
      Aber ich die Scham so naiv und dumm zu sein, weil ich nur gesehen habe, was ich sehen wollte.

      Meine Aufgabe ist genau das zu hinterfragen. Ich weiß noch nicht, ob mir die Antwort gefallen wird.

      Danke für Deine ausführliche Antwort, das hat sehr geholfen.

      1. diese art von menschen nennt man auf wienerisch „gschichtldrucker“. sie verknüpfen bekannt wahres mit erfundenem und drücken einem jede geschichte rein. der zweck ist ja, dass einem der andere drauf reinfällt. aber bösartigkeit ist da grundsätzlich nicht immer dahinter.
        und für den belogenen gibt es keinen grund sich zu schämen. solch kalkül auszuweichen wäre als würde man am tennisplatz gegen drei gleichzeitig spielen.

  2. Wenn möglich, vielleicht ein klärendes Gespräch führen, warum gelogen wurde? Aber auch wenn man den Grund kennt, wird man sich trotzdem Gedanken machen. Dieses Hinterfragen, wo man dann auch wieder belogen wurde, diese vielen kleinen Situationen ziehen noch mal an einem vorüber. Es gibt kein 100%iges verstehen, denke ich, da kann man sich noch so sehr den Kopf zermartern.
    Auslachen wird dich ein Lügner wohl eher auch nicht. Sofern sein seelisches Innenleben noch einigermaßen in Ordnung ist, wird er sich nach der Lüge eher minderwertig gefühlt haben.

    Wünsche dir unbekannterweise jedenfalls alles Gute, dass du das gut verarbeiten kannst! 🙂

  3. Ohne Hintergrundwissen kann man das natürlich als Leser hier schlecht beurteilen. Ganz allgemein kann man auf die Frage
    „Was mache ich jetzt damit?“
    sagen: abhaken!
    Was auch sonst? Alles andere ist Aufwand an eigener Energie, die es sich scheinbar nicht lohnt zu investieren.
    Und das Verstehen dieser Handlung – oh, das ist dann noch eine andere Schiene. Um die Logik, die dahintersteht, verstehen zu können, muß ja auch erst einmal eine Logik dahinterstehen. Und um diese dann entdecken zu können, muß man genauso denken und bewerten wie die Person, dessen Logik man erkennen können will. Und wenn man das dann kann, kann man dann noch objektiv als Logik-Suchender beurteilen oder analysieren? Wenn das ginge, müßte man ja mit zweierlei Maß/Logik agieren können. Das wird schwer, finde ich. Und frißt reichlich Energie.

    Und ja, ich weiß – das angeführte Argument ändert nichts, absolut nichts an dem Verstehen-Wollen. Geht mir zumindest immer so. Und macht mich fertig, wenn ich es denn nicht verstehe. Das ist dann der Punkt, an dem ich mir sage, dass es Dinge gibt, die sich nicht lohnen, zu verstehen. Das muß man dann akzeptieren. Fällt schwer – aber sicher leichter, als wenn ich sagen würde: es gibt Dinge, die kann man nicht verstehen. Denn das würde mich zumindest eher anspornen, es doch verstehen zu wollen …

    Sie verstehen? 😉

  4. da kann ich nur schreiben, sowas tut weh und verletzt. und ich wünsche dir, dass du weiterhin menschen vertrauen kannst. denn das vertrauen zu verlieren, schränkt einem selber ein.

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