Tagebuch-Bloggen-Therapie

Tagebuch-Bloggen-Therapie

NightMare schrieb heute über Therapeutisches Bloggen, bzw verwies auf den Artikel in der Zeit.

Ich finde das ganz spannend, weil ich seit Beginn meines (2.) Bloggerlebens nichts anderes mache. Auch wenn anfängliche die Sexkapaden und die Erfahrungen auf dem Seitensprung-Gebiet, SM und sowas ging, irgendwie ging es doch immer auch um mich. Mir half es diese Geschichten und Erlebnisse niederzuschreiben, weil ich nun auch teilweise nicht die richtigen Ansprechpartner hatte.

Seit Beginn der Therapie geht es fast nur noch um mein Seelenzustand und Innenleben und die Gedanken, die entworren werden wollen. Eine Neu-Aufstellung fürs Leben zu finden, das war und ist das große Ziel.

Es wäre nicht ganz ehrlich, wenn ich sagen würde, dass meine Therapeutin alles von mir weiß. Meine komplette Sex-Geschichte kennt sie nicht, das fände ich schräg. Außerdem kann ich mich schon ganz gut selbst analysieren, dass ich verstehe, warum ich dem SM-Gebiet so zugetan war/bin und warum es so, wie ich es angefangen habe, nicht gut ausgehen konnte. Dass ich zudem noch Pech hatte und an die komplett Falschen (bzw. eben nach meinem Muster richtigen) Männer geraten bin… Tja 🙂

Aber das Bloggen hat immer geholfen – und das macht es heute noch. Die für mich interessante Frage ist, würde ich einem verschlossenen Buch NOCH ehrlicher sein? NOCH offener? Weil auch hier eben „Stimmen“ sind … Oder ist gerade das Tagebuch-Bloggen deswegen so hilfreich, weil durch die Leser und Kommentatoren das „Tagebuch“ ein Feedback bekommt? Trösten kann? Schimpfen kann? Wegirrungen aufklären und Krönchen wieder aufheben kann?

So oder so – Tagebuchbloggen ist ein Weg zur oder für Reflektion. Und damit durchaus therapeutisch 🙂

Finde ich 🙂

6 Gedanken zu “Tagebuch-Bloggen-Therapie

  1. Man gibt, auch unbewusst, unglaublich viel von sich preis. Manchmal war ich erschrocken, was andere Leute über mich wissen. ABER, noch mache ich es ja gerne, und ich bereue nichts.

  2. Ich glaube, dass kannst Du ganz gut selber beanworten. Denn wenn sich nicht das kleine Männchen wahlweise Frauchen mit der Scheere im Kopf nicht gemeldet hat in der Vergangenheit, dann wäre ein ‚geschlossenes‘ Buch nicht besser. Und selbst wenn Du uns was vorenthälst, Dein gutes Recht, so macht es in meinen Augen schon ein Unterschied, ob man es nur für sich schreibt (da ist man meist etwas schlampig) oder eben für andere, die esja verstehen müssen, was anstrengender ist und man sich die Sache auch näher anschaut.

  3. Was mache ich aus der Möglichkeit, ein Gespräch zu führen? Was mache ich aus einem Blog?
    Wie extravertiert bin ich, wie sehr kann mir ein Blog umgekehrt ein schönes Nest für meine Gedanken werden?
    Schreiben wie Lesen ist ein Reflektieren. Die Ehrlichkeit, die ich dabei walten lasse, mache ich immer mit mir selber aus.
    Treffe ich auf Leser, welche mir mit genau so viel Respekt begegnen, wie ich selbst es mir gegenüber praktizierte, als ich schrieb, so kann aus dem Kommentar des Lesers der Teil eines Gesprächs mit einem Menschen werden, in dem die Sicht von aussen auf mich liebevoller oder kritischer als mein eigener sein kann – er ist dann in jedem Fall eine Bereicherung, wird zur Begegnung.
    Und manchmal geschieht Unfassbares, wie ich es erleben durfte:
    Die Leserin wird zu viel mehr – und nun haben wir eine gemeinsame Geschichte, und bloggen gemeinsam. Weil wir noch immer auch das lieben:
    Die eigenen Gedanken zu teilen, Anregungen zu schenken und mit der eigenen Geschichte auch anzuregen, Mut zu machen.

    Wo immer und wann immer ich etwas von mir preis gebe, kann Wunderbares geschehen. Ein Blog bietet vielleicht genau den Schutz an Privatsphäre und ist doch so öffentlich, dass ich als Schreibender überraschen kann – und womöglich überrascht werde. Und ist es ein stilles Blog, so animiert es mich doch dazu, Sorge zu mir und meinen Gedanken zu tragen. Sie sind wertvoll. Wie die Gefühle, denen sie entspringen – oder die sie erzeugen.

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