Wochen-Ende-Gedanken (Freitagspost)

Wochen-Ende-Gedanken (Freitagspost)

Ich habe viel um die Ohren, Freizeitstress hauptsächlich und die ein oder andere Stolperfalle im Job – und ich flattere.

So nenne ich das, wenn es anfängt in mir zu summen, weil die Anspannung zunimmt. Ein gutes Warnsignal, dass ich demnächst mal platzen könnte.

Das Gespräch mit dem Lügenbold verlief erstaunlich ruhig, vielleicht zu ruhig? Man weiß es nicht, das wird die Zeit zeigen.

Die Nachwirkung des Geschehenen und die Parallelen bzw. Wiederholungen in meinem Leben nerven mich.

Als ich der Therapeutin vom Gespräch und dem Ergebnis erzählte, fragte sie mich „Haben Sie keinen Stolz? Wollen Sie zulassen, dass Sie so behandelt werden? Wie wollen Sie mit diesen Werten, jemals erkennen, wenn Sie respektvoll behandelt werden?“

Ähnliches spiegelte mir die strenge Beste wieder. Normalerweise hätte ich ihr davon nicht erzählt, mich durch ihre Augen zu sehen, ist in solchen Momenten schwer.

Bis das soweit war, hatte ich schon in mir gesucht und gewälzt – nein, ich habe keinen Stolz. Und wahrscheinlich finde ich, dass es ganz normal ist, mich auszunutzen und zu belügen. 

Zum Einen, weil es schon immer so wahr (Eltern, Bruder, Familie, Freunde…) – zum anderen, weil der Verlust der „Lügner“ mich mehr schmerzen würde als die Lüge oder die Entdeckung derselbigen. Denn die Lüge kann ich ganz schnell wegschieben, in eine Kiste verpacken und – bämm – Lebbe geht weida .

Der Umarmer fragte mich, warum ich mich mit dem Jungen Schwan und dem Lügner überhaupt noch abgebe, während er – gefühlt – auf dem Sünderbänkchen sitzen muss. 

Nun: Mich 8 Wochen nicht beachten und dann nur, wenn einem langweilig ist, verletzt mich mehr als angelogen zu werden.

Aufmerksamkeit ist die Währung, auch wenn diese nicht ehrlich ist. 

Das ist ganz schön traurig und erschreckend. 

Ich finde es verwirrend, dass ich vom Kopf her verstehe, was ich fühlen sollte – es aber einfach nicht fühle. Ich kenne das Gefühl einfach nicht auf mich stolz zu sein, etwas wert zu sein.

Und ja, mir ist die Diskrepanz sehr bewusst, dass ich mir genau solche Menschen suche, die dieses Gefühl weiter nähren.

Sorry, das ist ganz schön was zu knabbern fürs Wochenende!

Ich habe heute leider auch keine aufheiternde Musik zur Hand (auch wenn das ItchyPoopzkid-Konzert gestern grandios war)

Euch ein schönes Wochenende,
Lila

4 Gedanken zu “Wochen-Ende-Gedanken (Freitagspost)

  1. Na aber Einsicht ist ja bekanntlich der beste Weg zur Besserung! Eigentlich solltest du von deiner Seite aus zu all diesen Menschen die dir nicht gut tun, den Kontakt abbrechen! Das ist natürlich unglaublich schwer und schmerzhaft aber Menschen kann man nur selten wirklich ändern und so wird es dir mit Ihnen nie zu 100% gut gehen! Das ist doch wie bei jemandem der von einer Drogensucht los kommen will, wenn er die ihm schadenden Leute nicht hinter sich lässt, wird ihn sicher auch nicht die Sucht los lassen…
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende! 🙂

    Liebe Grüße,
    Maya

  2. Jetzt erst nachlesend, auch bei DasManuel, erkenne ich wir hart am Limit ihr gesegelt seid. Alle beide. Liebe Lila, Dir gilt mein größter Respekt neben allen anderem Baustellen auch noch diesen Steg in das Gefühlsmeer intakt zu halten. Und ich glaube, er weiß um diese hochnoble Kraft und Fähigkeit, die Du da zeigst. Ich lege ihm meine Hochachtung dafür unterstützend an die Seite. Du bist sehr stark und zeigst eine Größe, die so deutlich noch nicht oft herauszulesen war. Natürlich hat er gelogen, aber vielleicht könnte sein Verhalten danach endlich diese Wertlosspirale Deines Fühlens duchbrechen. Denn Du bist ihm eine öffentliche Entblößung wert. Er stellt sich selbst an den Pranger. Wer ohne Lüge ist, der werfe den ersten Stein…

    Liebe Lila, das waren drei seilschwankende Jahre, die Du hier mit uns teiltest. Du hast Dich uns gegenüber immer weiter geöffnet. Und auch das zeigt Deine wahre Größe. Ein Danke dafür und alles Liebe für Dich, Du Lilawundermaid.
    Von Herzen, Deine Käthe.

    1. Liebe Käthe,

      Wie immmer – vielen Dank für die lieben, warmen, herzlichen Worte.
      Die letzten Tage waren nicht einfach, ich möchte auch nicht behaupten, dass ich auf ruhigem Gewässer angekommen wäre.
      Am Ende bleibt mir nur Hoffnung und Glaube. Die Hoffnung, dass ich die richtige Entscheidung für den richtigen Menschen getroffen habe. Der Glaube, dass mein Wertesystem und meine Weltanschauung genau das ist – die Meinige und dass am Ende alles gut wird.
      Und ja, vielleicht auf diesem Wege die Chance auf die Erkenntnis, dass die „Wertlosspiral“ nur in meinem Kopf stattfindet und ein Ende haben muss, haben wird.

      Ganz dicken Herzdrücker 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s