Purple Friday

Purple Friday

Gestern noch durchsuchte ich das Netz, weil ich UNBEDINGT ein Prince-Video posten wollte, am liebsten „New Power Generation“.
Ein „STEH AUF UND MACH WEITER“-Lied meiner Jugend…
Dachte mir noch so: DU musst mal wieder die Alben rauskramen, prägte mich doch kaum ein anderer Künstler so wie Prince.
Meine Vorliebe für Sould und R’n’B – seine Schuld 🙂

Abends komme ich vom Konzert nach Hause, plaudere noch freudig mit meinem Bekannten, wie toll die Prince-Konzerte immer waren und wie froh ich bin, dass ich da hindurfte. Im Bett werfe ich einen kurzen Blick in meine Twitter-Timeline und erstarre.

Och nö.

Das letzte Mal, dass mir wegen eines „Stars“ eine Träne aus dem Auge entfleuchte, war bei Freddy Mercury – und nun wieder.

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So hing er an der Wand meines Himmelbettes – neben Dirty Dancing Postern, Bon Jovi in Glitzerleggins und Donnie Wahlberg-Starschnitt (der Rest der Band wäre zu breit gewesen und die mochte ich nicht so).

Hier klicken für Video:
http://www.tagtele.com/embed/59396/

Angefangen mit ‚Kiss‘ (1986), ich war 11, ist es bis heute eine der größten Leidenschaften in meinem Leben. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern sehr liberal waren. Über Musikgeschmack und die Wahl meiner Konzerte wurde selten diskutiert. Manchmal fanden sie die Locations nicht so prall, einmal gab es deswegen ein „Geh-Verbot“.

Wie immer saugte ich ALLES auf, habe „Graphitti Bridge“ und „Purple Rain“ sind noch als VHS-Kassette (UK-Import) in meinem Besitz – das war damals schon ganz schön viel Taschengeld. Und ja, ich glaube die Wahl meiner Lieblingsfarbe und damit Teil meiner Identität, sind von Ihm inspiriert.

1992 kam „er“ endlich auf Tour, ich im Wellenbrecher ganz vorne – direkter Blick auf seinen blanken Hintern in seinem gelben Strick-Onesie..
Die Doppeldeutigkeit seiner Texte war mir immer bewusst, ich übersetzte seine Texte immer in meinem kleinen Textbuch (so lernte ich Englisch, tolle Vokabeln – sehr nützlich *g*). Mich störte das aber gar nicht, im Gegenteil – ich sang mit Inbrust alles noch so „Schweinische“ mit:

Attraktiv ist und war er körperlich nie – aber dieser Mann hatte Charisma… und seine Musik bewegt alle Zellen in meinem Körper, ich kann stundenlang wirklich ALLES von ihm durchhören – am schnellsten gelangweilt bin ich tatsächlich bei einem seiner größten Hits „Most beautiful Girl in the world“ – meine Hits sind die mit GROOVE – Little red corvett, Alphabet Street, 1999, Sign ‚o times … die Liste ist ENDLOS.

Der Beat von „When doves cry“ … ich bekomme Gänsehaut.

2007, ich weilte gerade in London, kaufte ich mir NATÜRLICH die Sonntagszeitung, der seine kostenlose CD beilag und hatte dann auch gleich Tickets für die O2-Arena.

OMG – definitv eines von den Top10 Konzerten meines Lebens (und wer meinem Blog folgt, weiss, dass ich Konzertjunkie bin).
Ich kann das elektrisierende Gefühl und diese tiefe Bewunderung, die von diesem kleinen Mann ausgingen und zu ihm zurückflossen schwer in Worte fassen… Man muss dabei gewesen sein.

Deswegen trauere ich – auch wenn es „nur ein Star“ ist.

4 Gedanken zu “Purple Friday

  1. Im Gegensatz zu all den ‚Größter Musiker aller Zeiten‘-Verkündungen, die heute und in den kommenden Tagen so sicher veröffentlicht werden wie äh das Amen in der Kirche, ist das hier ein aufrichtiger, weil sehr persönlicher Nachruf.

    Sign o‘ the Times und When Doves Cry sind meine beiden Lieblingsstücke von Prince. Das ist zeitlose Musik.

    Dass er seine CD einer Tageszeitung beigelegt hat (und dass die Konzerttickets so günstig waren) habe ich erst heute erfahren – sehr interessant, in jedem Fall. War schon ein kleiner Revoluzzer, der Herr Nelson.

    1. Es ist auch echt schwierig öffentliches Videomaterial von ihm zu finden, er hat sich da erfolgreich gegen gewehrt… Sein damaliger Kampf, als er sich „SLAVE“ auf die Wange malte, in seiner „TAFKAP“-Zeit, war ein erfolgreicher… Music for the people 🙂
      Freunde von mir waren in LA im Konzert, da hat er 20 Minuten den Leuten persönlich „Hallo“ gesagt… In London hat er das mit den Stehplätzen gemacht… Sowas schätze ich einfach sehr… Und sehe sowas nicht bei MJ oder Whitney, deren Musik ich auch nicht als DEN großen Einfluß für andere empfinde (Also vllt MJ’s Showmanship) – da muss man dann eher trauern, wenn Quincy Jones stirbt…. Deswegen nerven mich grade die Vergleiche etwas … Nunja…
      Ich habe meine Greatest Hits angeschmissen 🙂

  2. Ich selber war nie ein großer Fan, mein Lieblingslied von ihm war sicherlich Purple Rain, aber er war definitiv jemand, der die Musik einer ganzen Generation geprägt hat, wie kaum ein anderer. 2016 scheint echt ein Seuchenjahr zu sein. RIP

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