Breathe… 

Breathe… 

Über das heutige Stichwort habe ich nachgedacht – wie fotografiert man „Atem“ oder „Atmen“… Meine Lungen kann ich euch schlecht zeigen, wobei es mal spannend wäre zu sehen, wie die wohl so aussehen. Atmen ist nach dem Unfall immer noch ein Thema, weil es nie so geht, wie ich es gerade brauche. 🙂

Also habe ich ein Foto heute morgen gemacht, auf dem Weg zum Durchgangsarzt, der mir kein Rezept mehr für die Physio geben möchte – also nun Termin beim nächsthöheren Arzt.

Atmen passt aber ganz gut, gestern beim Kommentare-Lesen und beantworten musste ich ganz schön die Luft anhalten. Da wies man mich daraufhin, dass ich doch bitte wieder über meine „Depressive Selbstzerfleischung“ schreiben solle, das wäre interessanter als die Fotochallenge und die Banalitäten des Alltags.

Nun.

Ich atmete kurz mal durch.

Mein Blog, meine Regeln.

Mir macht die Fotochallenge Spaß. Ich finde meistens Aufhänger darin, noch was Schönes dazu zu sagen. Und ich möchte keine „depressive Selbstzerfleischung“ mehr betreiben, denn ich möchte glücklich und zufrieden sein. Wenigstens zufrieden. Wenn ich hier schreibe, dann weil es raus muss, weil es mir sonst schlechter geht. Steht hier nichts Dramatisches oder Selbstzweifelndes, dann einfach, weil es gerade nicht an der Oberfläche ist. Die Wortwahl des Kommentatoren ist verletzend. Ich schreibe hier primär nicht für die Leser, überlege mir nicht, was wieviel Zugriffe beschert – dann würde ich über wieder über Sex und SM schreiben. Ich schreibe über mich – wann und wie ich das möchte. Und wenn ich Einhorn-Hausschuhe posten möchte, dann mache ich das. Es gibt den „Unfollow“-Knopf. Drück‘ ihn doch einfach, wenn das hier zu langweilig oder zu unspektakulär ist. Alternativ könntest Du Dich einfach für mich freuen, dass ich mich momentan eben nicht selbst zerfleische und es auch keinem Anderen gestatte. Auch Dir nicht. Ok?

Jetzt mal ganz tief Luft holen.

Auch wenn ich noch nicht fertig bin mit Lesen, möchte ich trotzdem schon mal eine kleine Lese-Empfehlung aussprechen – auch weil es zum Thema „Atmen“ passt. Das konnte sie nämlich irgendwann nicht mehr so gut. Darüber und über andere Erfahrungen aus einem „ganz normalen Heldenalltags“ schreibt Candy Bukowski in Ihrem neuen Buch „Wir waren keine Helden„. In Teilen gab es die Geschichten bereits auf ihrem Blog zu lesen. Ich war sofort Teil der „Heldencrew“ und reiste – als kleiner Zuschauerfussel auf der Schulter – mit durch die Zeit. Denn das passiert, wenn man das Buch liest – man ist mittendrin.
Schöne Idee dazu: Es gibt eine Spotify-Liste, mit Liedern für jedes Kapitel.

Also: Lesen und Anhören. Abtauchen und Durchatmen. Einfach so.

Meine momentane Lieblingsstelle?
„Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wenn Dir ein Mann begegnet, der nach ganz großem Entree plötzlich grundlos mit kühlem Blick vor Dir steht und etwas von „Was erwartest Du von mir?“ oder im zugehörigen Imperativ fastel: Öffne lächelnd die Wohnungstür, schieb ihn hinaus, wirf vielleicht noch ein schlichtes „Nichts“ hinterher und mach zu. Sofort. Umgehend. Ohne weitere Kompromisse. Die Tür, das Herz, das Ohr, alles, was bis eben noch offen war. Mach es zu und gut.“

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In diesem Sinne – immer schön weiteratmen, gell? 🙂

11 Gedanken zu “Breathe… 

  1. Nein, ich drücke nicht den „Nicht mehr folgen“-Button. Ich wollte einen Scherz machen. Der ist gründlich daneben gegangen. Entschuldige. Ich erinnere mich, dass du, als viel über deine Selbstzweifel geschrieben hast, selbst Zweifel hattest, ob es für dich gut ist, dich im Blog dazu auszulassen. Ich finde es gut, dass du stattdessen kleine Lichtblicke zeigst. Ich mache das ja ähnlich in meinem Blog und es tut mir gut. Und dass jemand keine Einhornpuschen mag, na damit musst du leben.

    1. Humor – besonders in schriftlicher Form – richtig zu interpretieren, ist immer so eine Sache. Ich habe schon angenommen, dass Du das nicht 100% ernst gemeint hast, aber die Wortwahl war… hart. Wahrscheinlich auch, weil es nicht ganz unwahr ist. Wer schaut schon gerne in fremd-reflektierte Wahrheiten? Aber Du hast das schon richtig verstanden, die Selbstzweifel sollen weniger werden und das fröhliche, unbeschwerte Leben ein wenig in den Vordergrund treten. Muss ja. Danke für das Zeitnehmen und Kommentieren 🙂

      P.S.: Kann ich gut mit leben, ich war versucht heute noch ein paar glitzernde Einhorn-Pups-Fotos folgen zu lassen 🙂

  2. Irgendwas mach ich falsch, ich schreibe über Sex und SM aber so wirklich viele follower oder so kommen dadurch nicht? Davon abgesehen schreibe ich auch das mehr für mich auf als für alle anderen 😉

    Die selbstzerfleischung betreibe ich auf einem anderen Blog. Bin aber auch froh wenn ich das nicht nutzen muss.

    1. Keine Ahnung, was mein „Geheimnis“ war/ist… Ich glaube, ich hatte durch die ersten Vanilla-Dates und dann den Einstieg als sub einen einfacheren Einstieg als ich mit Domme-Berichten gehabt hätte. Und ich habe schon sehr früh viel kommentiert… Hatte aber auch sehr früh die ersten Trolls, die hier für extreme Unruhe gesorgt haben aber eben auch für Traffic 🙂
      Aber wie geschrieben: Dafür habe ich das ja nie gemacht und deswegen gibt das auch niemals die Richtung der Beiträge vor.
      2 Blogs? Respekt 🙂 Das wäre mir glaub‘ zu anstrengend 🙂

      1. Ach so, nun, ich bin auch als Sub eingestiegen, liebe aber mittlerweile beide Seiten sehr.

        Okay, auf so Trolls kann ich verzichten.Braucht kein Mensch. Dann lieber weniger Traffic dafür echt 🙂

        Ja, nun du schreibst ja auch viel mehr als ich, ich schreibe nur wenn ich Zeit und lust habe.
        Aber ich hab auch 2 Jobs, bin also ein eher stressliebender Mensch 😉

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