Aus den Tiefen des Entwurf-Archivs: Des Rätsels Lösung

Aus den Tiefen des Entwurf-Archivs: Des Rätsels Lösung

Verfasst im September 2016, spannende Gedanken. Hier ungefiltert und nicht editiert.

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man Vertrauen wieder aufbaut – ich musste das ja schon öfters in meinem Leben machen.

Heute beim Radeln ist mir dann ein- und aufgefallen, warum das nie so klappt(e). 

Ich vertraue einem Menschen, vertraue damit auch in ihn. Dieser Mensch belügt und hintergeht mich. 

Es gibt nun zwei Optionen:  

  1. Ich kann die Beziehung beenden
  2. Ich kann versuchen, Vertrauen wieder aufzubauen.

Bis dato war es dann eben so, dass ICH mich bemühte, mehr investierte – weil ICH ja das Vertrauen wieder aufbauen muss. Ist ja MEIN Vertrauen, was kaputt ist.

Und da liegt m.E. der Denkfehler.

Ich kann das Vertrauen in eine andere Person nicht wieder aufbauen. Diese Person muss es (mein Vertrauen en in sie)wieder aufbauen. 

Ich kann riskieren und probieren, aber Sicherheit kann nur der Andere fabrizieren.
Das Problem im akuten Fall? 

Mein Vertrauen könnte ganz okay sein, aber man vertraut mir nicht mehr.

Die Unterhaltungen sind von solcher Oberflächlichkeit und Unpersönlichkeit, dass ich jedes Mal brechen möchte. 

Ich erfahre mehr aus den sozialen Medien als von dem Menschen selbst.

Ich habe am Anfang versucht, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen und fühlte mich die ganze Zeit alleine gelassen. Man sagte: „Es gibt nichts, was ich tun kann“

Also tat man nichts.

Und nicht nur das, man zog sich immer mehr zurück. Ist ja auch echt unangenehm, immer mit seinem personifizierten schlechten Gewissen konfrontiert zu werden.

Ich passe mich da an. Was soll ich auf jemand zugehen, der immer weiter zurück weicht? Was soll ich jemandem was aus meinem Leben erzählen, der mir nichts erzählt? Was soll ich Energie investieren, wenn man keine Energie investiert? 

Und es passiert genau das, was ich immer befürchtet habe: Wenn ich mich zurück ziehe, stirbt diese Beziehung und versinkt (zumindest für einen von uns) in die Bedeutungslosigkeit.

Warum fällt es mir so schwer das einfach zu akzeptieren?

Weil ich verletzt bin.

Mein Ego, mein Stolz, mein Herz.

Ich schrubte es bereits am Freitag. 

Das Problem von Großherzigkeit und Offenherzigkeit ist, dass man eine wahnsinnig große Angriffsfläche hat.

Und ja, es gab eine Zeit, da fand man das klasse. Und spannend. Und trat durch die offene Tür ein, machte es sich bequem, nahm sich aus dem Kühlschrank, was man wollte, bestellte, wenn was fehlte… Und hinterließ beim Gehen einen riesengroßen, stinkenden Haufen Scheisse.

Die stank so extrem, dass ich mein Herzhaus verlassen habe und in Therapie gegangen bin. Der Geruch und der Anblick des hinterlassenen Kothaufens hätte mich umgebracht.

Ich hätte ja die Tür nicht aufmachen müssen, hieß es. Ich solle mein Haus halt umbauen, damit man die Toilette für seine Notdurft besser finden würde. Es sei einem ja keine Wahl geblieben, als auf mich … Pardon, meinen Wohnzimmerteppich zu scheissen.

Nun gab es bessere Türen und die Toilette hat blinkende Lichter als Hinweise und Lufterfrischer und so.

Hilft aber alles nichts, wenn man dann alte Scheisse von vor zwei Jahren findet. Mittlerweile noch angereichert mit Mäusekadavern und Rattenkot.

Ein richtiges schönes Stinkehäufchen.

Konsequenz?

Einfach keine Scheiss-Kerle mehr in die Wohnung lassen.

Nicht mehr vertrauen.

Geht das? Kann ich das? WiLL ich das?

Ich bin so müde.

Diese Menschen sind wie Sch(m)eissfliegen. Summen im Kopf herum und wenn man sie zu erschlagen versucht, trifft man meist sich selbst. 

9 Gedanken zu “Aus den Tiefen des Entwurf-Archivs: Des Rätsels Lösung

  1. Vertrauen ist ein Herangehen.
    Selbst erlebte ich vor kurzem dessen totalen Verlust.
    Gelernt habe ich: mir vertraue ich, ich vertraue meiner Fähigkeit zu vergeben. Ich vertraue meiner Sehnsucht nach innerer Ruhe.
    Ich habe mir Zeit genommen, den Schmerz nicht mit Stolz zu verwechseln.
    Ich denk an dich.

    1. Schmerz nicht mit Stolz verwechseln… das ist ein sehr guter Hinweis. Das liegt tatsächlich nah beieinander.
      Könnte die andere Seite, Dir Irgendetwas geben, etwas für Dich tun? Um es Dir leichter zu machen?
      Sind die Dämonen des Zweifels schneller da als früher? Das ist wirklich schwierig.

      1. Für eine Zeit ist das Zweifeln leichter zu erreichen, wie lange diese Zeit dauert liegt an deiner eigenen Stärke und selbstverständlich am Verhalten des Anderen.

    1. Das ist schwierig… ich bin da immer noch sehr verletzt und gleichzeitig enttäuscht, dass ich immer noch in der „Beziehung“ drin stecke und es nicht geschafft habe, nicht zu lösen. Da bin ich nicht sehr gnädig mit mir, das ist schlichtweg Versagen auf ganzer Linie. Das wiederum macht extrem traurig. Also toll ist es nicht … leider. Auch wenn ich ganz klar sehe, was da alles falsch dran ist… der Wunsch festzuhalten ist noch zu groß.

      1. Manchmal ist es sehr schwierig, sich aus intensiven Bindungen wieder zu lösen. Ich kenn das von mir auch ganz gut. Und ich kenne auch die wenig hilfreichen Gedanken dazu. Wichtig ist doch aber, dass du die Augen vor der Situation nicht verschließt und weiter daran arbeitest. Alles dauert eben so lange, wie es dauert, und man kann den dritten Schritt nicht vor dem ersten machen *phrasendresch* 😉

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