Back to Reality?

Back to Reality?

Eigentlich ist nicht viel passiert…

 

aber uneigentlich schon… so im Stillen… schleichend… ohne, dass ich es bewusst (an)gesteuert hätte oder mich großartig verbogen hätte… aber irgendwas ist passiert.

Ich habe jetzt schon dauerhaft eine stabile Phase in Richtung gute, manchmal sogar sehr gute Phase. Welchen Schalter auch immer ich da umgelegt habe, aber es funktioniert.

Ich möchte es nicht beschreien, noch sitzt die Angst im Nacken, dass es nicht dauerhaft ist, dass ich mir das nur einbilde, dass es nur DAS eine falsche Wort von der RICHTIGEN Person bedarf und BÄMM … zerfällt alles und ich liege wieder am Boden.

 

Aber was wenn nicht? Was, wenn selbst das falsche Wort von der richtigen Person mich nicht mehr zum Wanken bringt? Wie letztes Wochenende: Wo mir die Stimmung/Laune/Aura einer Person unangenehm war und ich einfach woanders hingegangen bin. Ich muss das nicht aushalten. Ich muss mich der schlechten Laune anderer  Menschen nicht aussetzen. Ich kann was sagen und ich kann gehen. Einfach so. Und siehe da – die Erde tut sich nicht auf, verschluckt mich nicht, ich komme nicht direkt in die Hölle. Quelle surprise 🙂

Ich achte mehr auf das, was mir gut tut. Wer mir gut tut. Und kämpfe nicht mehr gegen Windmühlen bei Menschen – auch wenn mir das noch wirklich schwer fällt. Aber es macht einfach keinen Sinn. Mich belügen und schlecht behandeln lassen, nein, das muss ich nicht einfach so akzeptieren und auf gar keinen Fall muss ich dafür eine Entschuldigung finden und mich aus der „Opferrolle“ in die Täterrolle begeben. So in der Tonalität von: Najaaaa, aber ich hätte ja auch was machen können, dann hätte der und der das oder das nicht gemacht.

Alles immer schön verständnisvoll und entschuldigend… Und im Zweifelsfall alles auf meine Schultern ladend, innerlich mit der Erwartung, dass mir da sicher jemand helfen wird, ich würde das schließlich sofort tun… Die Wahrheit ist: Nein, die meisten meiner Sozialkontakte machen es leider nicht. In Vorleistung gehen ist da eine ganz schlechte Idee, weil hinterher die Karte gezogen wird „Hat Dich ja keiner gezwungen, hast Du doch freiwillig gemacht. Aber ich? Ne ICH habe keine Lust Dir zu helfen“

 

Eine Weile hat mich das wirklich sehr verbittert und auch verzweifeln lassen (und ja, ich stehe oft noch da und denke WARRUUUUUUUUUUUUUUM?) aber ich habe mich auf den Kern konzentriert und das bin ich mit einer Handvoll Menschen mit über 20 Jahren MadameLila-Erfahrung.

Der Rest?

Nice to have aber ohne geht auch.

 

Klar, ich ärgere mich, wenn ich mehrfach um Dinge bitte … um Termine, um Zeit, um Bilder, um Hilfe…. bekomme sie nicht, immer mit den gleichen Erklärungen. Nur um dann festzustellen – für jemand anderen ging es.

Was ich damit anfangen soll, ist mir weiterhin schleierhaft. Für mich ist das die mehrfache direkte Watschen ins Gesicht.

Meine Therapeutin sagt an solchen Stellen immer, warum ich mich aufrege, der andere kann sich ja aussuchen für wen ich das mache. Immerhin, ja, ich dürfe verletzt sein. Aber ich solle in mich reinhören, warum mich das so fuchst und was ich damit mache.

Das funktioniert ganz gut im Alltag.

 

Die Trauer darüber, dass ich nicht dazu gehöre und mir Menschen aussuche bzw. ausgesucht habe, die ihren Egoismus bei mir ausleben konnten und sich einen Dreck darum scheren, wie es mir geht… Diese Trauer werde ich wohl noch eine Weile bearbeiten. Und das ist okay.

 

Denn ansonsten bin ich endlich lebensfähig und lebenswillig. Ich habe ohne eigenen Druck soviel geschafft im letzten halben Jahr. Den Rest schaffe ich auch noch… ohne Druck und mit der Zeit, die ich brauche.

 

Wieder ausgegraben, weil besonders heute extrem passend:

 

Never insecure until I met you
Now I’m bein‘ stupid
I used to be so cute to me
Just a little bit skinny
Why do I look to all these things
To keep you happy
Maybe get rid of you and then I’ll get back to me (hey)

10 Gedanken zu “Back to Reality?

  1. Das alles klingt doch schon mal positiv – ganz besonders die Selbsteinschätzung „… Den Rest schaffe ich auch noch… ohne Druck und mit der Zeit, die ich brauche…“

    Es ist oft schwer, Verhaltensweisen anderer Menschen zu verstehen, die so sehr von den eigenen abweichen. Ich glaube, das kennt jeder irgendwie, muß man einfach akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich sind. Und dass man sich von dem fernhält, was einem nicht gut tut. Finde ich jedenfalls immer wieder schwer zu verstehen, gerade wenn man Kopfmensch ist und in allem nach Logik sucht. Aber Sie schaffen das schon! 😉

    1. Ersetze das „oft“ mit „Immer“ – ich finde es immer schwer, die Verhaltensweisen der anderen Menschen zu verstehen – und ich halte mich für relativ empathisch. Aber, auch das ist gelernt – verstehen muss ich es auch nicht (Zwingend) – aber wie Du schreibst akzeptieren, dass es Unterschiede gibt. Und die Erwartungshaltung von „Ich passe mich Dir an also Pass`Dich auch mir an“ – die funktioniert schlichtweg nicht 🙂
      Ach, wenn mir vor 4 Jahren jemand gesagt hätte, ich sei Kopfmensch *chrchrchrchr* 🙂

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