So, ich hätte da mal was zu berichten…

So, ich hätte da mal was zu berichten…


… kommt ja selten genug vor.

Ich habe Euch die zwei Festivals dieses Jahr unterschlagen, ein kleines lokales Rock/Hard-n-Heavy-Festival, wo ich mithelfen durfte und – für mich das erste Mal so groß – Rock im Park.
Da hatte ich mich wirklich drauf gefreut, einfach schon aufgrund der Menge der Bands, die ich immer schon mal sehen wollte. Es war glaube ich rückblickend sehr gut, dass das Line-up so war wie es war, denn es war deutlich leerer als die Jahre zuvor (berichteten die Medien und Freunde von mir). Insofern war es durchaus möglich sich bei der immer mehr knallenden Sonne auch mal zu legen und zu setzen, ohne todgetrampelt zu werden. Ich habe 3 Bands mit nach Hause genommen – als neuer Teilnehmer meiner Playlist versteht sich – und dafür anderen erstmal „Auf Wiedersehen“ gesagt – Sorry 30Seconds to Mars, Alt-J, A perfect Circle, Marilyn Manson … aber das war einfach nicht meins und/oder Eure Bühnenshow ist seeeeehr schräg.

Die Entdeckungen waren:
Black Stone Cherry

Shinedown

Trailerpark

So RICHTIG abgefeiert habe ich eigentlich nur eine Band – Hollywood Undead
Gorillaz fand ich SEHR cool, aber die sind halt nicht so zum Abgehn und die Foo Fighters muss ich nochmal mit einem Sänger hören, der auch eine Stimme hat… 🙂 Dave Grohl war heiser 🙂 Aber die anderen Bandmitglieder haben auch sehr geile Stimmen 🙂

Niemals würde ich bei Rock im Park campen – das haben wir dieses Jahr aus Faulheit nicht gemacht, aber nachdem wir den Zustand und die Locations der Camping Plätze gesehen haben, war klar: NEVER EVER!

Ob wir nächstes Jahr hingehen? Die Ärzte spiele dort die einzigen Deutschland-Konzerte 2019 und viele haben sich schon Tickets gesichert. Für mich reicht aber eine Band nicht. Dafür ist es zu teuer und zu aufwendig. Dann würde ich DÄ eben erst 2020 sehen – das überlebe ich auch noch 🙂 Habe sie ja schon ein paar Mal gesehen 🙂

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Ich lese momentan eine furchtbare Schundroman-Reihe aus dem BDSM-Bereich, quasi Fifty-Shades-für-Fortgeschrittene, ich habe diese Phasen der ChickLit manchmal – immerhin lese ich es auf Englisch, da sterben die Gehirnzellen wenigstens nicht ab, auch wenn sie nicht sonderlich gefordert werden … IST ja jetzt auch nicht das Thema hier 🙂

Ich habe ja sehr bewusst schon früh in der Therapie für mich entschieden, dass ich DIESES Thema dort nicht anspreche. Auch wenn ich glaube, dass es meine Therapeutin durchaus professionell behandelt hätte, ich wollte schlichtweg wahrscheinlich nicht hören, was sie mir gesagt hätte … ergo, was ich schon wusste.

Hier im Blog wurde das „damals“ ja nun auch ausgiebig diskutiert und wie schon so oft in meinem Leben, kann ich Dinge, die offensichtlich sind, einfach wunderbar ignorieren. Rückblickend macht es total Sinn, dass ich so schnell und so tief abgerutscht bin und auch an welche Männertypen ich dabei geraten bin. Und auch der Wechsel, nach den durchaus traumatischen Erfahrungen mit H., auf die Domme-Seite ist gar nicht so abwegig.
Der Irrsinn und die Überschätzung meinerseits, dass ich H. soweit vertraue, dass ich meine Safewords abgebe (i know, ich schüttel gerade selbst den Kopf), führte zum Kapuzendisaster, das bis heute dazu führt, dass alles was mit Kapuzen, Ballgags und Mindfucks in Geschichten oder gar mit mir zu tun haben, ein absolutes NO-GO sind. Da geht schlichtweg gar nichts mehr. In dieser besagten Schundromanreihe ist es nun so, dass es in jedem Band um eine andere BDSM-Paar-Konstellation geht, immer er Dom und sie sub (oder pet oder slave….). Meistens so, dass sie ihre submissive Seite nicht ausleben mag, aus Scham oder was auch immer, und er natürlich SO Bombe ist, dass sie schon beim reinen Atmen seinerseits weiche Knie bekommt (ich sag‘ ja: ChickLit).
Es gab bereits 2 Bände, die ich echt schwierig zu Lesen fand, in beiden ging es darum, die sub zu brechen – ihren Willen und ihr Wesen.
Da bäumt sich schlichtweg alles in mir auf, weil es natürlich immer auch im die Aufgabe der Safewords geht.

Der aktuelle Band, der hat nun wiederum einen ganzen Berghang mit kleinen Gesteinen zum Rollen gebracht. Eine geswitchte Domme sehnt sich nach ihrer submissiven Seite und arbeitet ihren Switch auf. Ob ich das nun bewusst getan habe oder nicht – ich habe aufgearbeitet. Dabei viel mit R. geschrieben, der an dieser Stelle, nach verdammt nochmal 4 Jahren, immer noch bei mir ist.. oder ich bei ihm. Kann man jetzt sehen wie man will.

Am Ende kam ich mit 2 Erkenntnissen raus:

  1. Ich mag wirklich beide Seiten, vorallem aber mag ich die Vertrauensbasis auf der diese Art Beziehungen beruhen – auf die klaren Regeln stehe ich ausserdem. Das gibt mir innere Ruhe. Meine sexuellen Fantasien drehen und drehten sich immer um diese Dynamik. Heisst für mich aber eben auch: So falsch es damals war, wie ich das Ganze angegangen bin, es ist schon ein Teil von mir. Es ist meine Neigung, es ist mein Kink.
  2. Der Switch kam nicht wegen dem Leinemann oder wegen R. – der kam, weil ich diese absolute Hilflosigkeit und diese Verletzlichkeit wie bei H. nie NIE wieder erleben wollte. Ich wollte (und will) nicht darauf angewiesen sein, dass ich aftercare bekomme, wenn es mir schlecht geht. Ich will nicht darauf angewiesen sein, dass jemand meine Grenzen … dass jemand MICH respektiert. Ich will das verlangen können. Ich will das Sagen haben. Mich verletzt keiner mehr, weil keiner mehr zu MIR durchkommt. So die Gedankengänge, wenn ich sie verkürzt aufschreibe

Was mache ich nun mit diesem Wissen?

Gestern erstmal den Fehler meinen Gefühlen nachzugehen und die Ratio auszuschalten. Das führte dazu, dass ich R. anheizte und mich zurückzog, als er auf das Spiel einging. Denn: Ich möchte nicht virtuell spielen. Ich möchte eine echte Hand am Hals haben, echte Handabdrücke, einen echten Schwanz und vorallem echte Arme, die mich hinterher auffangen. Das brauche ich und das weiss ich. Da passe ich mittlerweile sehr auf mich auf. Aber dieser Wunsch nach Hingabe, nach „Erdung“, nach Loslassen, nach Fliegen… die war für einen kleinen Moment einfach SEHR SEHR SEHR verlockend.

So … am Ende der Unterhaltung sagte R. zu mir „Du brauchst einen DD, Du solltest mal aus Deinem Schneckenhaus rauskommen“ …. joaaaaah – sagte mir die Therpeutin auch (also das mit dem Schneckenhaus). Ich weiß das wohl. Allein, die Angst ist noch SEHR groß. SEHR SEHR SEHR groß. Klops-im-Hals-groß.
Mein Panzer, den ich meinem Körper in Form von Fett gegeben habe, ist zwar am schmelzen, aber ich kann nicht verleugnen, dass er genau aus diesem Grund aufgebaut wurde. So habe ich immer eine Erklärung, warum ich im Schneckenhaus bleibe. Ich arbeite dran. Ich torpediere mich da auch nicht mehr selbst. Aber mit jedem verlorenen Gramm kommt die Frage nach „Was dann?“ – wie kann ich DAS finden, was ich suche? Ohne wieder mit dem Alphabet von vorne anzufangen. Ich will keine Affären mehr und lehne Angebote dieser Art konsequent ab. Aber das sind eben schlichtweg die einzigen Interessenten.

Dieser Beitrag macht wahrscheinlich ÜBERHAUPT keinen Sinn, aber es musste raus. Und ich arbeite an der Klarheit … dauert vielleicht ein bißchen.

Ihr wolltet ja unbedingt mal wieder was lesen … 🙂

Bis vielleicht Freitag,
Lila