Endlich Freitag…

Endlich Freitag…

Hmm es ist komisch, also positiv komisch. Diese Abschluss-Runden bei der Therapeutin. Ein bißchen wie pieksen… Gucken,ob da nicht doch noch etwas ist. Natürlich ist da noch was. Aber wir reden weiterhin darüber, warum es für mich wichtig ist, mal auf eigenen Beinen zu stehen.

Weiterhin ist das Feedback von ihr schön, das gab und gibt es ja sonst so nicht und das ist einfach schön, wenn eine erfahrene Therapeutin sowas sagt wie „Sie sind so intelligent, neugierig und lernwillig – das ist einfach schön zu beobachten“ – und sie hat recht. Ich habe wiederentdeckt, wie gerne ich lerne… Und dass ich das auch ganz gut kann. Und weil ich im November mit Kumpels nach Frankreich fahre und mich dort halbwegs verständigen können möchte, lerne ich wieder Französisch – spielerisch und ohne Druck.

Das ist wichtig!

Das ist bei allem wichtig.

Kein Druck.

Das gilt vor allem für mich selbst – ich setze mich selbst nicht mehr so unter Druck. Ich muss nich perfekt sein und innerhalb einer Woche 20kg abgenommen haben. Ich muss auch nicht Jedem gefallen. Schaffe ich sowieso nicht. Das ist sehr entspannt, wenn man sich mal dafür entschieden hat, dass es vollkommen okay ist – Fehler zu machen und nicht perfekt zu sein.

Ich lese wie ein Weltmeister, lasse dafür sogar den Fernseher aus und nach zwei Nächsten mit Lesen bis um 2 Uhr nachts, bin ich am Folgetag um halb acht im Bett gewesen und habe um halb neun das Licht ausgemacht und bis sieben Uhr durchgeschlafen… und warum? Weil ich es mir gönne 🙂

Einfach so 🙂

Die Felder, die ich noch bearbeiten möchte, und die Menschen, die ich noch abarbeiten möchte, habe ich nicht aus den Augen verloren. Aber es fühlt sich an, als sei dies der nächste Schritt. Die belasten mich gerade nicht und hindern mich nicht am Leben.

Und was ist mit Daten? Mit Beziehung?
Och, also … kommt Zeit, kommt Rat…diese Kalenderspruch, dass man erstmal sich selbst lieben muss, bevor man andere lieben kann … oder, dass man eben auch seinen eigenen Speicher füttern muss, wenn man andere ernähren möchte… die stimmen schon irgendwie. Und wenn man es so sehen möchte, lerne ich mich gerade selbst richtig kennen… ist ja auch irgendwie einen neue Beziehung 🙂

Genausowenig, wie ich Druck möchte, möchte ich Zwang… und jetzt wieder in die Datingwelt zu stolpern, halte ich für überstürzt… und fühlt sich auch gerade nicht richtig an.

Letztens, ich las gerade allerfeinster SM-Chicklit, wurde ich an H. erinnert… diese „dominanten Männer“, die Frauen innerhalb einer Nacht in gehorsame subs erziehen und sie fallen lassen, wenn sie unbequem oder zu sanft werden – oder gebrochen sind – das ist schon extremst weit verbreitet. Nun sind Frauen ja Lese-Zielgruppe. Die Frage zu stellen, ob Frauen (alle, natürlich ALLEEEEEE 🙂 ) auf verantwortungslose, egoistische Arschlöcher stehen, spare ich mir – kann ich ja selbst gut beantworten 🙂
Spannend wird es für mich, ob das in der Zukunft auch noch mein Beuteschema sein wird oder ob sich diese Sichtweise geändert hat. So langsam erkenne ich meinen Wert – Selbstwertgefühl – ahaaaa, so fühlt sich das an 🙂

Nunja – als nächstes stehen literarisch etwas andere Genres auf dem Programm – vielleicht schaffe ich dann doch irgendwann mal Otherland 🙂

UND – eine meiner Lieblingsbands hat ein neues Video und zum ersten Mal ein Studioalbum.. oha 🙂

Herr Ednong? Das mit der Domain, ne? Da denke ich noch drüber nach 🙂 Danke für die Idee 🙂

Über Umwege

Über Umwege

Beim Lesen meiner Newsfeeds stolperte ich bei Anke Gröner über diese Leseempfehlung.

The 12-Hour Goodbye That Started Everything

Es geht um Beziehungen, Schlußmachen und wie man damit umgeht. Und wer diesen Blog eine Weile verfolgt, der weiß, dass eines meiner größen Probleme das Abschließen oder Loslassen ist. Das Heilen.
Ich vergebe ziemlich viel und ziemlich schnell, leider vergesse ich nichts. Und damit meine ich nichts. Es gibt den ein oder anderen, der ein langes Liedchen von meinem Elefantenhirn singen kann. Ich verstehe nicht warum das so ist, das mit dem Hirn, denn Magickarten oder Einkaufszettel kann ich mir leider gar nicht gut merken, egal wie oft ich die in der Hand habe und anschaue.

Der Text ist okay, teilweise jetzt nicht so spektakulär – bis zu den letzten Sätzen:

Shortly after starting my new role, I went back to my therapist and told her: “It’s been a year since we broke up. I thought my dream job and exercise would heal me, but I still think about him every day. What more can I do to let go?”

First, she told me a story about a man she loved in her early 20s, nearly 50 years ago, whom she still thinks about to this day. Then she said: “You’re asking the wrong question. It’s not about getting over and letting go.”

I looked down at my hands and considered how this could possibly be about anything else.

“It’s about honoring what happened,” she said. “You met a person who awoke something in you. A fire ignited. The work is to be grateful. Grateful every day that someone crossed your path and left a mark on you.”

Puh!

Ja, schon…. Also wenn ich mal von „normalen“ Ereignissen oder Beziehungen ausgehe, dann – ja, dann kann ich das schon nachvollziehen und vielleicht kann ich es auch adaptieren. Denn gestern entfleuchte mir, dass ich den Sex und die Erfahrungen mit H. schon manchmal vermisse, aber ich rational gesehen, niemals wieder jemanden wie ihn in meinem Leben haben möchte und auch die Erfahrungen nicht alle haben würden wolle. Das Kapuzentrauma ist immer noch aktiv, ich wache manchmal nachts mit Schnappatmung auf und ertrage keine Materialien jedweder Art über mein Gesicht. Wenn sich als meine Bettdecke über das Gesicht legt (weil bei mir immer alles oben am Hals ist und nix unten an den Füßen), dann kann das schon zu einem Panikattäckchen führen. Also das schließen wir mal aus – solche Erfahrungen 🙂
Dennoch ist es ein gutes Beispiel: Denn so schlimm dieser Mensch im Gesamten für mich war, würde ich auf die Begegnung und die Erfahrung verzichten wollen? Nö.

Aber nicht missen wollen, heisst ja nicht, dass ich jahrelang an Menschen hängen bleibe … sie ver-misse!
Ich glaube schon, dass ich oft nicht loslassen kann, weil eben diese besondere Person eine Markierung hinterlassen hat. Etwas in meinem Leben verändert oder in andere Bahnen gelenkt hat – mein „wichtiger“ Freund damals z.B. die Liebe zum BVB und die Erkenntnis, dass ich mich auf einem Motorrad wahrscheinlich ziemlich schnell in den Tod rasen würde und dass ich mich wahrscheinlich nicht mehr auf eins setzen werde. Oder diverse CDs mit Bands, die ich mit jemandem entdecken durfte. Das Wiederentdecken von Kunst und dem Malen. Die Entscheidung mal in London zu leben.
Für all diese kleinen Stubbser bin ich dankbar, keine Frage.
Aber es hat eben auch nicht gepasst – irgendwie und irgendwo hat es für den einen oder anderen geknirscht.

Es bleibt der Schatten, der Nachgeschmack – zumindest bei mir – die Akzeptanz, dass man mich zurückgelassen und verlassen und vergessen hat. Heißt das, dass ich bei diesen Menschen nichts bewegt oder berührt habe? Oder, dass sie einfach besser sind im Abhaken und Vergessen? Ist es bei denen ein „Aus den Augen, aus dem Sinn“ oder sitzen sie doch manchmal bei einem Glas Wein und denken „Ach die Lila, bißchen verrückt, aber doch irgendwie was Besonderes. Was die wohl so macht?“

Ist es die Frage oder der Wunsch nach der eigenen Bedeutung?

Vielleicht.

Aber das definiert mich nicht. Mag‘ sein, dass ich für den ein oder anderen ein Lifechanger war/bin – vor allem bin ich aber ein Lifechanger für mich selbst.

Ich habe es gestern beim EierFrühstück mit der werten MrsMcH so oft gesagt: Wir haben die Zügel selbst in der Hand und nur wir können uns glücklich machen. Die Verantwortung für unser Glück haben wir. Nur wir.

Es hat lange gedauert, bis ich das verstanden habe und auch wenn es vermessen wäre zu behaupten, dass ich das IMMER und DAUERND so sehe und denke und fühle (Das wäre ja ein wenig zuviel Glitzereinhorngepupse), aber ich schaffe es meistens.

Die Verantwortung für mein Leben und mein Glück habe ich in der Hand. Ich.ganz.allein.

Belohnung :-)

Belohnung :-)

Juhu! 🙂
Ich habe mein Ziel erreicht und die Belohnung ist „meine“ Queen als Handyhülle. Das Etappenziel war die Queen auf einer 100x60cm Leinwand… imposant sage ich Euch 🙂

Die Belohnung für die nächste Große Etappe wird die Queen als Tattoo, auch wenn DasManuel da Schnappatmung und Schweißausbrüche bekommen könnte… aber vielleicht lehnt sich der Tattoo-Artist auch nur an die Vorlage an, dann ist es nicht ganz so schlimm… ? Hmm 🙂

Back to Reality?

Back to Reality?

Eigentlich ist nicht viel passiert…

 

aber uneigentlich schon… so im Stillen… schleichend… ohne, dass ich es bewusst (an)gesteuert hätte oder mich großartig verbogen hätte… aber irgendwas ist passiert.

Ich habe jetzt schon dauerhaft eine stabile Phase in Richtung gute, manchmal sogar sehr gute Phase. Welchen Schalter auch immer ich da umgelegt habe, aber es funktioniert.

Ich möchte es nicht beschreien, noch sitzt die Angst im Nacken, dass es nicht dauerhaft ist, dass ich mir das nur einbilde, dass es nur DAS eine falsche Wort von der RICHTIGEN Person bedarf und BÄMM … zerfällt alles und ich liege wieder am Boden.

 

Aber was wenn nicht? Was, wenn selbst das falsche Wort von der richtigen Person mich nicht mehr zum Wanken bringt? Wie letztes Wochenende: Wo mir die Stimmung/Laune/Aura einer Person unangenehm war und ich einfach woanders hingegangen bin. Ich muss das nicht aushalten. Ich muss mich der schlechten Laune anderer  Menschen nicht aussetzen. Ich kann was sagen und ich kann gehen. Einfach so. Und siehe da – die Erde tut sich nicht auf, verschluckt mich nicht, ich komme nicht direkt in die Hölle. Quelle surprise 🙂

Ich achte mehr auf das, was mir gut tut. Wer mir gut tut. Und kämpfe nicht mehr gegen Windmühlen bei Menschen – auch wenn mir das noch wirklich schwer fällt. Aber es macht einfach keinen Sinn. Mich belügen und schlecht behandeln lassen, nein, das muss ich nicht einfach so akzeptieren und auf gar keinen Fall muss ich dafür eine Entschuldigung finden und mich aus der „Opferrolle“ in die Täterrolle begeben. So in der Tonalität von: Najaaaa, aber ich hätte ja auch was machen können, dann hätte der und der das oder das nicht gemacht.

Alles immer schön verständnisvoll und entschuldigend… Und im Zweifelsfall alles auf meine Schultern ladend, innerlich mit der Erwartung, dass mir da sicher jemand helfen wird, ich würde das schließlich sofort tun… Die Wahrheit ist: Nein, die meisten meiner Sozialkontakte machen es leider nicht. In Vorleistung gehen ist da eine ganz schlechte Idee, weil hinterher die Karte gezogen wird „Hat Dich ja keiner gezwungen, hast Du doch freiwillig gemacht. Aber ich? Ne ICH habe keine Lust Dir zu helfen“

 

Eine Weile hat mich das wirklich sehr verbittert und auch verzweifeln lassen (und ja, ich stehe oft noch da und denke WARRUUUUUUUUUUUUUUM?) aber ich habe mich auf den Kern konzentriert und das bin ich mit einer Handvoll Menschen mit über 20 Jahren MadameLila-Erfahrung.

Der Rest?

Nice to have aber ohne geht auch.

 

Klar, ich ärgere mich, wenn ich mehrfach um Dinge bitte … um Termine, um Zeit, um Bilder, um Hilfe…. bekomme sie nicht, immer mit den gleichen Erklärungen. Nur um dann festzustellen – für jemand anderen ging es.

Was ich damit anfangen soll, ist mir weiterhin schleierhaft. Für mich ist das die mehrfache direkte Watschen ins Gesicht.

Meine Therapeutin sagt an solchen Stellen immer, warum ich mich aufrege, der andere kann sich ja aussuchen für wen ich das mache. Immerhin, ja, ich dürfe verletzt sein. Aber ich solle in mich reinhören, warum mich das so fuchst und was ich damit mache.

Das funktioniert ganz gut im Alltag.

 

Die Trauer darüber, dass ich nicht dazu gehöre und mir Menschen aussuche bzw. ausgesucht habe, die ihren Egoismus bei mir ausleben konnten und sich einen Dreck darum scheren, wie es mir geht… Diese Trauer werde ich wohl noch eine Weile bearbeiten. Und das ist okay.

 

Denn ansonsten bin ich endlich lebensfähig und lebenswillig. Ich habe ohne eigenen Druck soviel geschafft im letzten halben Jahr. Den Rest schaffe ich auch noch… ohne Druck und mit der Zeit, die ich brauche.

 

Wieder ausgegraben, weil besonders heute extrem passend:

 

Never insecure until I met you
Now I’m bein‘ stupid
I used to be so cute to me
Just a little bit skinny
Why do I look to all these things
To keep you happy
Maybe get rid of you and then I’ll get back to me (hey)

Eigentlich ist es ja so,

Eigentlich ist es ja so,

dass ich ganz einfach gestrickt bin. Bis vor 3 Jahren, Vor-Therapie-Zeit, hätte – nein – HABE ich mich selbst als sehr kompliziert beschrieben.

Dabei bin ich ganz einfach.

Aufmerksamkeit bedeutet Liebe und keine Aufmerksamkeit bedeutet Absturz.

Ganz einfach. Eigentlich.

Nun arbeite ich wirklich hart daran, dass sich dieses Denkmuster ändert – weil, so einfach ist es dann eben nicht.

Denn für diese Aufmerksamkeit habe ich viel getan: Von der Privatsekretärin über die Eventplanerin bis hin zur Geliebten, ob echt oder digital. Alles ging, nur damit dieser Fitzel Aufmerksamkeit kommt, bleibt und nicht geht.
Und das macht es schwierig für mich, weil egal wie viel ich an mir selbst arbeite und auch wirklich versuche, mich auf mich zu konzentrieren, es immer wieder, jeden Tag, von überall her kleine Attacken gibt.
Ob das nach einem großen Knall, einem Vertrauensbruch, das Verhalten des „Aushaltens“ ist oder ob es der Wegfall von kleinen Aufmerksamkeiten oder Nachfragen nach Wohlbefinden, nachdem „meine“ Dienstleistung nicht mehr in Anspruch genommen wird… am Ende des Tages bleibe ich alleine damit, dass ich entweder nachgebe und akzeptiere, dass ich dem anderen Menschen schlichtweg egal bin. Oder ich arbeite daran, dass ich mir einrede, dass ich das zu schwarz sehe… wird schon seine Gründe haben.. etc.pp. Ja, manchmal gibt es Gründe. Aber es wäre schön, wenn ich nicht durch diese Qual geschickt werde und mir hinterher gesagt wird, was im Weg stand. Aber – dazu ist es, bin ich, eben nicht wichtig genug. Und demnach ist es eben nicht so einfach, mal einfach NICHT schwarz zu sehen.

Denn das ist einfach so. Das war schon immer so. So bin ich. So denke ich. So wurde ich erzogen. Das ist meine Lebenserfahrung. Ich bin einfach niemandem wichtig. Punkt.

Das ist extrem traurig und es macht mich immer mal wieder wütend. Nur diese Wut kann ich an niemanden richten. Genauso wie ich es nicht wirklich anbringen kann, im Gespräch. Also – das ist nicht ganz richtig: Ich KANN schon. Aber führt mal eine Unterhaltung, wo ihr klarmachen möchtet, dass ihr verletzt worden seid oder Euch in einer Situation nicht wohl fühlt oder ein Ungleichgewicht herrscht 🙂

Meiner Erfahrung nach führt es leider, egal wie „sanft“ ich versuche es anzubringen, das als Kritk verstanden wird. Und damit kommt zu 99,9% keine Reflektion sondern die Attacke … z.B. „aber das wusstest Du doch…“ oder „So bin ich eben“ oder „Du hast aber auch….“

Damit stellt sich für mich einfach die Frage, ob es sich lohnt, dass ich den Mut aufbringe (den ich wirklich aufbringen muss!) zu sagen, was ich denke oder empfinde und damit einfach schlichtweg gegen eine Wand laufe oder es als „nichtig“ abgetan wird. Konsequenz davon? Neben dem, dass ich da echt an mir werkeln muss, dass mich das nicht in ein Tief stürzt, werde ich bei diesen Menschen einfach nicht mehr sagen, was ich denke oder fühle – mich also zurückziehen. Lächelnd sagen, dass alles gut ist, wenn es das in Wirklichkeit nicht ist. Und mich von diesen Personen Stück für Stück entferne. Alleine in Beziehungen/Freundschaften zu stecken und zu investieren und offen zu sein? Das macht keinen wirklichen Spaß und ist auch nicht wirklich erfüllend. Dafür beschäftige ich mich zu sehr mit den Menschen, die mir wichtig sind, als dass ich da Einseitigkeit „klasse“ finde.

Und ja, ich werde da wirklich besser – sagt man mir auch.

Aber ich werde dadurch nicht glücklich. Ich finde es so unsäglich schade, dass ich in die Oberflächlichkeit und die Nicht-Wichtig-Sein gezwungen werde, wenn ich bleiben will. Oder aber eben gehen muss, weil mir das nicht gut tut. Das ist doch Scheisse!

Mich wurmt es zu sehen, dass der Ex-Umarmer glücklich ist und ich in Angst lebe, ihm zu begegnen. Weil dann die Bilder wieder hochkommen und mir ein Kloss im Hals steckt. Und ja, ich werfe mir vor, dass ich ihm nicht gleich gesagt habe, wie scheisse sein Übergriff war. Und ich befürchte, wenn ich es jetzt anspreche, dass genau das kommt „DU HAST JA NIX GESAGT, also war doch alles okay“.
Ich fühle mich gefangen und ohnmächtig und muss zuschauen, wie der andere im Bekanntenkreis Spaß hat … und ich kann passe da dann nicht mehr rein. Deswegen gehe ich nicht zu den Gruppentreffen, auch wenn ich da gerne hingehen würde. Aber ich würde es nicht ertragen, alleine am Tisch zu sitzen, wenn alle um IHN rumstehen. Ich kann ja schlecht hingehen und vor allen sagen: Du Arschloch, hast versucht mich zu begrabbeln und zu beknutschen und ich wollte das nicht und dann habe ich so getan als ob alles „ok“ ist, aber das war und ist es nicht und deswegen konnte ich keinen Kontakt mehr zu Dir haben (neben anderen Dingen).
Und so kreisen die Gedanken, was er wohl den anderen erzählt hat über mich und warum wir keinen Kontakt mehr haben. Es ist elendig und verworren – für mich.

Und ich bekomme das noch nicht so sortiert, wie ich das gerne hätte.

Meine Therapeutin und ich mussten lachen, als ich meinen Wunsch geäussert habe, dass ich nur möchte, dass diese Wolke in meinem Kopf irgendwann mal nicht mehr da ist. Aber wünschen darf man sich alles! 🙂

Aus den Tiefen des Entwurf-Archivs: Des Rätsels Lösung

Aus den Tiefen des Entwurf-Archivs: Des Rätsels Lösung

Verfasst im September 2016, spannende Gedanken. Hier ungefiltert und nicht editiert.

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man Vertrauen wieder aufbaut – ich musste das ja schon öfters in meinem Leben machen.

Heute beim Radeln ist mir dann ein- und aufgefallen, warum das nie so klappt(e). 

Ich vertraue einem Menschen, vertraue damit auch in ihn. Dieser Mensch belügt und hintergeht mich. 

Es gibt nun zwei Optionen:  

  1. Ich kann die Beziehung beenden
  2. Ich kann versuchen, Vertrauen wieder aufzubauen.

Bis dato war es dann eben so, dass ICH mich bemühte, mehr investierte – weil ICH ja das Vertrauen wieder aufbauen muss. Ist ja MEIN Vertrauen, was kaputt ist.

Und da liegt m.E. der Denkfehler.

Ich kann das Vertrauen in eine andere Person nicht wieder aufbauen. Diese Person muss es (mein Vertrauen en in sie)wieder aufbauen. 

Ich kann riskieren und probieren, aber Sicherheit kann nur der Andere fabrizieren.
Das Problem im akuten Fall? 

Mein Vertrauen könnte ganz okay sein, aber man vertraut mir nicht mehr.

Die Unterhaltungen sind von solcher Oberflächlichkeit und Unpersönlichkeit, dass ich jedes Mal brechen möchte. 

Ich erfahre mehr aus den sozialen Medien als von dem Menschen selbst.

Ich habe am Anfang versucht, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen und fühlte mich die ganze Zeit alleine gelassen. Man sagte: „Es gibt nichts, was ich tun kann“

Also tat man nichts.

Und nicht nur das, man zog sich immer mehr zurück. Ist ja auch echt unangenehm, immer mit seinem personifizierten schlechten Gewissen konfrontiert zu werden.

Ich passe mich da an. Was soll ich auf jemand zugehen, der immer weiter zurück weicht? Was soll ich jemandem was aus meinem Leben erzählen, der mir nichts erzählt? Was soll ich Energie investieren, wenn man keine Energie investiert? 

Und es passiert genau das, was ich immer befürchtet habe: Wenn ich mich zurück ziehe, stirbt diese Beziehung und versinkt (zumindest für einen von uns) in die Bedeutungslosigkeit.

Warum fällt es mir so schwer das einfach zu akzeptieren?

Weil ich verletzt bin.

Mein Ego, mein Stolz, mein Herz.

Ich schrubte es bereits am Freitag. 

Das Problem von Großherzigkeit und Offenherzigkeit ist, dass man eine wahnsinnig große Angriffsfläche hat.

Und ja, es gab eine Zeit, da fand man das klasse. Und spannend. Und trat durch die offene Tür ein, machte es sich bequem, nahm sich aus dem Kühlschrank, was man wollte, bestellte, wenn was fehlte… Und hinterließ beim Gehen einen riesengroßen, stinkenden Haufen Scheisse.

Die stank so extrem, dass ich mein Herzhaus verlassen habe und in Therapie gegangen bin. Der Geruch und der Anblick des hinterlassenen Kothaufens hätte mich umgebracht.

Ich hätte ja die Tür nicht aufmachen müssen, hieß es. Ich solle mein Haus halt umbauen, damit man die Toilette für seine Notdurft besser finden würde. Es sei einem ja keine Wahl geblieben, als auf mich … Pardon, meinen Wohnzimmerteppich zu scheissen.

Nun gab es bessere Türen und die Toilette hat blinkende Lichter als Hinweise und Lufterfrischer und so.

Hilft aber alles nichts, wenn man dann alte Scheisse von vor zwei Jahren findet. Mittlerweile noch angereichert mit Mäusekadavern und Rattenkot.

Ein richtiges schönes Stinkehäufchen.

Konsequenz?

Einfach keine Scheiss-Kerle mehr in die Wohnung lassen.

Nicht mehr vertrauen.

Geht das? Kann ich das? WiLL ich das?

Ich bin so müde.

Diese Menschen sind wie Sch(m)eissfliegen. Summen im Kopf herum und wenn man sie zu erschlagen versucht, trifft man meist sich selbst.