Zwischendrin

Zwischendrin

Es ist nicht wirklich still, aber auch nicht wirklich laut.
Es ist nicht wirklich gesprochen, aber auch nicht wirklich geschwiegen.
Es ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Es ist irgendwie alles und nichts und jede Facette dazwischen.

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Das Bild trifft mein Inneres ziemlich genau.
Ich dachte, dass ich schon „Besser“ geworden bin, stabiler… Vielleicht bin ich das auch, vielleicht rede ich es mir nur ein…

Es bedarf oft nur eine kleine Unwegsamkeit, Unachtsamkeit, eine kleine Bemerkung und mein ganzes schön aufgebautes Kartenhaus kann zusammenbrechen. Es ist noch lange nicht so stabil, wie ich es gerne hätte. Die Auf- und Abbewegungen machen mir Angst, ich möchte weder in das Eine noch das Andere extrem.

Ich will geniessen können, ohne sofort Konsequenzen befürchten zu müssen, die für niemanden ausser mir selbst ersichtlich sind. Die auch nur ich trage (und okay, der ein oder andere Puffer, der meine Launen ertragen muss)

Ich möchte auf der einen Seite offen mit meinem Doppel-D umgehen können. Auf der anderen Seite möchte ich es kein Thema sein lassen, es nicht in den Vordergrund stellen, mich nicht darüber definieren.

Ich möchte all das Gute sehen, dass andere Menschen in mir sehen. Die Ironie? Ich überzeuge Menschen immer und gerne von ihren eigenen Vorzügen. Der junge Schwan hat einen göttlichen Hintern. Ich sag‘ ihm das. Er glaubt es mir nicht. Ich sage es ihm immer und immer wieder. Ich glaube daran, dass er mir irgendwann glaubt. Würde das anders herum funktionieren? Ich weiß es nicht.

Ich stehe oft noch neben mir, lese und höre, was Menschen über mich sagen, was sie von mir denken. Und wie oft möchte ich mich umdrehen und schauen, wer da hinter mir steht, weil mich können sie ja nicht meinen. Das wäre ja Irrsinn.

Es wird besser. Ich freue mich an kleinen Dingen, ich erkenne langsam meinen Wert und fange an zu glauben, wenn man mir sagt „Ich finde Dich toll“. Es ist aber eben nur ein Kartenhaus und der kleinste Windhauch bringt alles zum Einsturz.

Bauen wir neu auf. Bis es stehenbleibt.

Bis ich stehenbleibe und mich nicht der kleinste Kieselstein zum Stolpern bringt.

Und schon ist Sonntag…

Und schon ist Sonntag…

Die Erkenntnis der letzten Wochen? Es wird/ist hart…
Seit die Kruste, der Schutzmantel abgelegt ist… Das Zugeständnis erfolgt ist, Hilfe zu suchen und anzunehmen… Seitdem ist alles offen: Ich, meine Emotionen, die Schleuse zu den Tränen… Kerrrrrrr! Ist das anstrengend!
Und wie ich es hasse vor Menschen zu heulen, selbst vor meinen besten Freunden fällt mir das schwer… Ich finde es unterträglich vor meiner Therapeutin und/oder Hausärztin… Denke immernoch, dass die mich bemitleiden oder mich nicht ernst nehmen… Dass das peinlich ist und Schwäche zeigt…

Die Vorgespräche sind fast abgeschlossen, der Antrag auf 160 Stunden (das sind verf***te 80 WOCHEN!!) ist gestellt und nun bleibt abzuwarten, wann die Stunden genehmigt werden. Morgen ist das letzte Vorgespräch, ich werde fragen müssen, wie ich „DAS“ am Besten kommmuniziere. Die Therapiestunden werden wahrscheinlich nicht günstig am Tagesanfang oder -ende liegen, also muss ich die 2h-Abwesenheit irgendwie erklären… Zusammen mit den 2 Terminen Physiotherapie, den anderen gerade geballt auftauchenden Arztterminen (wenn einmal die Schleusen aufgemacht sind, ich sag’s ja…) … Das überfordert mich jetzt schon… Engt meinen Brustkorb ein und lässt mich leicht panisch werden… Wo doch eh‘ schon alles anstrengender ist als sonst… Der Drang, einfach ins Bett zu gehen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen, ist soooooo immens groß … Dem entgegen zu steuern schwer, lähmend… Einbuddeln hat noch niemand weitergebracht.

Was gab es sonst noch so?

Der „Herzensmann“ ist auf eigenen Wunsch das nicht mehr, also nennen wir ihn jetzt den „Leinenmann“… Was soll ich sagen: Es wird? Wir haben beide ein Interesse daran, dass der Andere nicht aus dem Leben verschwindet…. Denke ich, hoffe ich – zumindest mir geht es so, ich versuche zu vertrauen, dass es ihm auch so geht… Die Umstände sind und bleiben widrig, es gibt kein „How to“-Guide in dieser Situation. Ich habe verstanden, dass ich ihm nur insoweit helfen kann, als dass ich ein Freund bin. Nicht mehr – nicht weniger. Ich hoffe, dass er versteht, dass er viel Arbeit vor sich hat – auf anderen Baustellen als ich, die aber genauso ans Fundament der Existenz gehen, wie meine – aber es liegt ausserhalb meines Aufgabenbereiches beim Schaufeln mitzuhelfen. Ich halte ihm vielleicht ab und an mal den Bauplan vor die Nase. Ähnlich wie er es bei mir macht … Er weiss viel von mir, sehr viel, sein Verständnis zu akzeptieren ist manchmal noch schwer, aber es ist einfacher als Mitleid zu ertragen. Wir können miteinander lachen und alles andere kommt, wie es kommen wird… Ich kann es nicht erklären, dieses Gefühl jemand Besonderen gefunden zu haben, egal in welcher Kapazität dieser im Leben vorkommt, hatte ich bereits mehrfach in meinem Leben. Jeder dieser Menschen ist noch in meinem Leben. Ich habe immer dafür gekämpft, weil ich an etwas, an jemand geglaubt habe. Wozu das führen kann? Zu einer 20jährigen Freundschaft zwischen Deutschland und Südafrika… Die ich nicht missen möchte, die zu rührseligen Nachrichten auf den Mailboxen führt, zu kreativen Prozessen, zu Stolz und Mitfiebern und dazu, dass man rückblickend sagt: „Who would have though?“ – und meine innere Stimme sich meldet und sagt: „Ich!!!! Ich would have tought“… Und dann breitet sich einfach nur eine innere Wärme aus. Mehr braucht es nicht. Und das ist meine Motivation… Wie sagte meine beste Freundin, die seeeeeeeeeeeehr negativ dem Leinenmann gegenüber eingestellt ist und ihn am liebsten kastrieren würde, gestern: Solange es Dir gutgeht, kann ich ihn leben lassen.
Das ist doch immerhin etwas 🙂

Ein Satz, den der Leinenmann über R. gesagt hat, hat sich eingebrannt und zum Nachdenken angeregt… Die Unterstellung, dass, würden R. und ich uns real sehen, treffen, bespielen, wären die gleichen Probleme wie beim Leinenmann am Start. Dies kann ich tatsächlich widerlegen. Aus diversen Gründen gibt es diese Probleme nicht und gäbe es auch nicht… Im Gegenteil, und da muss ich dem Leinenmann danken, hat dieser Satz mich motiviert die Zähne zusammenzubeissen und auch durchaus für mich unangenehme Dinge anzusprechen. Und was soll ich sagen? Es ist mir schwergefallen und ich habe beim „Senden“ die Augen zusammenekniffen, aber es war gut so… Ich muss keine Angst haben, schwierige Themen anzusprechen. Wenn mich jeman(n)d verlässt, weil ich sage, was ich empfinde, kann ich es nicht ändern. Weder die Tatsache, dass mein Gegenüber damit nicht umgehen kann, noch die Tatsache, dass ich meine Gefühle nicht einfach abstellen kann oder verändern kann, wie es der anderen Person passt. Zu Lernen, dass ich vielleicht erst dann gewinnen kann, wenn ich das Risiko eingehe, verletzt zu werden.

Was bleibt sonst noch zu sagen?
Ich lass‘ das mal die gute Natalie sagen und wünsche Euch einen guten Start in die Woche.

Dunkelheit

Dunkelheit

Aufgrund eines flirtigen Chats mit R. und dem Spielen mit Ideen für Szenarien kamen wir auf ein Verhörszenario. Dass er das gerne mit mir machen würde – Mindfuck und Torture… An sich bin ich für sowas immer Feuer und Flamme gewesen, ich habe diese Fantasien, Torture besonders…  Aber, ich kann Angst und Panik nicht mehr ertragen als Spielelement … Ich wusste ungefähr warum, hatte das aber nie richtig hinterfragt. Also bat ich R. darum, darüber schreiben zu dürfen. Ich durfte.

(Für die, die genervt sind von meiner Aufarbeitungsarbeit, die Sternchen sind der Hinweis, dass ihr nicht mehr weiterlesen solltet *g*)

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Es war das Dritte Treffen, meine dritte BDSM-Erfahrung überhaupt… Ich muss das dazu sagen, weil alleine das schon genug Erklärung ist, warum das einfach zuviel war. Und H. hätte das wissen müssen. In jedem Buch, das ich gelesen habe, steht drin, dass Dinge wie Kapuzen etc. etwas für Fortgeschrittene ist, jeder Dom, dem ich das hinterher erzählt habe, hat mit dem Kopf geschüttelt. Ich würde mich selbst heute noch nicht in diesem Stadium sehen, hätte ich damals gewusst, was ich heute weiss, ich hätte das Ganze beendet. Ich habe H. sogar noch die Auszüge aus dem Buch geschickt und wir haben darüber gelacht. Nun, ich habe damals nicht die ganze Wahrheit erzählt und so von ihm keine Hilfe gefordert. Aber nach diesem Erlebnis ist der erste Drop passiert und den haben wir nie aufgearbeitet. Und so steckt das alles noch in mir drin und ich habe Angst.

Was war passiert? (Den Originalbericht kann man hier nachlesen)

Wir hatten verabredet, dass ich auf meinem Teppich kniend, auf ihn Warte … Im Korsett, mit geschlossenen Augen. Er würde klingeln, ich würde ihm aufmachen und mich dann auf meine Position zurückbegeben.
So haben wir das gemacht, er kam dann rein, kniete sich neben mich, stülpte mir einen Turnbeutel über den Kopf aus dem er ein kleines Loch schnitt, damit sein Schwanz reinpassen würde, knotete den Beutel zu und legte mir das Halsband an. Dann sagte er „Wenn Du Dein Safeword benutzt, stehe ich auf und gehe – hast Du das verstanden?“

Ich wiederhole es gerne nochmal – Beim dritten Treffen.

Ich bin sowieso nicht gut beim safeworden, nun hatte ich also auch noch Angst verlassen zu werden, wenn ich mein Safeword nutze. Ich war also unter dieser Maske, fand das Loch extrem klein, durch das Klima unter der Maske lief mir die Nase, ich konnte also nur noch durch den Mund Luft holen. Ich hörte die Handschellen, fühlte sie, bekam Panik – beim letzten Mal Handschellen hatte ich wochenlang taube Finger… er wusste das Handschellen und ich uns nicht gut vertragen, aber ich konnte nichts sagen – ich durfte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Also hoffte ich und justierte meine Handgelenke so gut es ging… DT – ich bekam durch die Nase keine Luft, ich konnte ihm das nicht sagen, er konnte meine Augen nicht sehen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg…. Mir liefen die Tränen, er konnte das nicht sehen … Er wechselte Positionen, legte mir Ledermanschetten an, die er mit dem Halsband verkettete … Ich kenne meine Schulter und meine Arme… Ich wusste, dass ich diese Position nicht lange würde halten können… Ich konnte es ihm nicht sagen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Ich konnte ihn nicht sehen, nicht in seinen Augen lesen, ob er weiss, wie es mir geht… „Kann er sehen, dass ich keine Luft bekomme, wird er merken, wenn ich ersticke“…. Ich wurde panisch, das Mundloch verrutschte, ich versuchte mit der Zunge, die Maske zu justieren, wenigestens dieses kleine Atemloch muss mir bleiben… Ich hatte Panik… Mir liefen die Tränen, mir lief die Nase, ich bekam keine Luft außer durch den Mund, er machte weiter mit DT, bei den Bewegungen senkten sich meine Hände tiefer und tiefer, ich schnitt mir mehr und mehr die Luft ab und er machte weiter… Ich konnte nicht safeworden – er wäre sonst weg…. Ich habe mich irgendwann aufgerichtet und mit dem Körper „gesafewordet“ – er ist nicht gegangen… Aber es war weiterhin dunkel…. Ich habe versagt… Ich bin schwach

 

Das ist in einem Rutsch runterschrieben, was damals in meinem Kopf vorgegangen ist… Ich habe danach nie wieder auch nur ansatzweise darüber nachgedacht mein Safeword zu benutzen, dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt.  Ich habe Kontrollverlust erlebt und habe Panik bekommen…. Ich hatte keine Kontrolle über meinen Körper mehr, nicht über meinen Atem, ich hatte keinen Weg der Kommunikation, ich war total ausgeliefert… Totales Vertrauen eingefordert – beim dritten Treffen, beim dritten Mal BDSM.

Die weitere Session war schon ein Erlebnis, die Tränen trockneten, ich verdrängte, was da gerade mit mir passiert war. Ich weiss, dass er die Tränen gefühlt hat… Er hat irgendwann geschrieben „Denkst Du wirklich,dass ich gegangen wäre?“ – diese rationale Frage, Tage später, hat mich nicht wirklich beruhigt. Ich weiss, dass ich ihm hinterher gesagt habe, dass wir den Turnbeutel nicht mehr verwenden und dass diese Fesselsituation nicht geht für mich… Ich habe dabei gelächelt, wollte nicht, dass er sieht, wie sehr mich das mitgenommen hat, weil er sonst gegangen wäre – zu anstrengend, zu kompliziert, zu „standard“ … Ich hatte Angst… Angst, dass er geht, dass er es nicht versteht… Dass ich uninteressant werde – die anderen können sowas doch auch, da muss ich mithalten… Meine Grenzgänge, meine Schmerzbereitschaft, mein blindes Vertrauen – das sind meine USPs, damit kann ich mich interessant machen, damit kann ich seine Aufmerksamkeit haben, damit bekomme ich Zeit von ihm….

Danach fuhr er für 3,5 Wochen in den Urlaub, ich habe ihn 5 Wochen nicht gesehen. Ca. 1 Woche später fing der erste Drop an… (Nachzulesen hier und hier und hier ). Am Anfang bekam ich Emails wie „WAS IST DENN LOS MIT DIR?“, wirklich, in Grossbuchstaben… Er kannte Drops nicht, er wusste garnicht, dass es sowas gibt… Er fühlte sich aber auch nie verpflichtet, sich nachträglich darum zu kümmern. Ich glaube, dass er den ersten Drop nicht ernst genommen hatte. Für ihn war das ein weiteres Zeichen, dass ich ihn verliebt war und Aufmerksamkeit erschleichen wollte. Ich habe es aus Scham und aus „ich will ihn nicht nerven“ nie wieder angesprochen… Ich dachte ja auch, dass das irgendwie „normal“ ist, ich hatte keine Vergleichsmöglichkeiten, wusste nicht, dass und wie es anders geht.

Ich schrieb damals:

Bei uns gibt es ja mittlerweile fast keine Limits mehr und auch wenn ich ein Safeword habe, spielen wir heute “ich habe kein safeword” … bzw. der Deal war… ich kann mein Safeword benutzen, aber dann steht er auf, zieht sich an und geht… *gngngng*
(Bevor hier jetzt alle BDSM-Kenner und Doms aufschreien “DAS geht nicht, das ist schlechtes Domverhalten” – das war so abgemacht, wir “üben” für CNC … auf meinen Wunsch hin… Also Ruhe! *g*)

Es stimmt, ich war so naiv zu glauben, dass ich mich mit CNC für ihn unverzichtbar mache … Ich glaube er wusste damals schon, was das mit mir machen würde…. Er sagte damals Dinge wie „Ich habe Angst, was das danach mit Dir macht“ … Er hatte Recht – es hätte mich zerstört… Und er hätte es nicht auffangen können.

Fies – er verband mein Halsband mit meinen hinter dem Rücken verschränkten Armen… sinken die Arme, würge ich mich selber… DAS war dann wirklich Panik pur… weil ich während DT ja eh am “Ersticken” bin (ich weiß, ich übertreibe ein wenig… Büsschen!), beim Wegwühlen von ihm habe ich mir aber dann tatsächlich selber die Luft abgeschnürt… ich mußte mich aufsetzen, gegen den Druck seiner Hand, und dann hat er die Installation aufgelöst… (für mich fühlte sich das wie körperliches Safeworden an, aber das ist dann vielleicht das Talent des Doms zu unterscheiden, wie “ernst” eine Reaktion ist…?)

Es steht soviel „Falsches“ in diesen Sätzen, würde mir heute eine sub sowas beschreiben, ich würde ihr sagen, dass sie diesen Dom verlassen soll. Heute verstehe ich ansatzweise, sicher noch nicht ganz, wo diese Panik herkam. Sicher auch daher, dass dieser Satz am Anfang der Session gefallen ist, sicher auch daher, dass selbst wenn ich hätte safeworden wollen, ich dies nicht gekonnt hätte…. Wie denn? Dass ich es dann vielleicht trotzdem nicht mache, das liegt dann an mir – aber ich brauche die Option… ein kleines bisschen Restkontrolle…  Und ob H. immer so genau weiss, wie knapp solche Situationen für die sub sind? Mit dem Wissen von heute wage ich das durchaus anzuzweifeln. Ich weiss, dass ich keine „einfache“ sub bin, sicher durch solche Dinge keine einfachere sub geworden bin… Wunschzettelsub, Kampfsub…. Ja, aus Gründen… Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder in der Lage sein werde, das zu machen, was ich mir so sehr wünsche – die Kontrolle abzugeben… Mich auszuliefern… Bedingungslos mein Leben in die Hand eines anderen Menschen zu geben und zu vertrauen, dass dieser darauf aufpasst… Und auch darauf aufpasst, dass keine seelischen Schäden entstehen und wenn sie entstehen, sie mit mir aufzulösen. Mir nicht das Gefühl zu geben, dass ich versagt habe… Dass ich anstrengend und kompliziert bin… Dass ich es besser hätte machen können, dass andere es besser können als ich und deswegen interessanter sind… Die Angst ist weiterhin da… Gestern reichte ein kleiner Ausblick auf ein Szenario von R. aus, um mich zusammenbrechen zu lassen., Die Tränen kullerten… Ich wollte, nein ich will das so gerne wieder können, aber ich kann noch nicht… Ich habe Angst…

Ich schrieb ausserdem:

Bei mir, und das möchte ich extra betonen, weil es glaube ich mind. 2 verschiedene Trigger für subdrop gibt – positive und negative… Bei mir auf jeden Fall positive, da gibt es überhaupt keine Frage und Diskussion… Ich denke, daß ich auch mittlerweile weiß, was die Erinnerungslücken zu bedeuten haben und das basiert alles (ALLES – wer es nicht verstanden hat, hier nochmal in groß) auf positiven Erlebnissen.
In den Foren wurde zuerst abgefragt, ob mein Dom gut zu mir ist, richtiges aftercare betreibt, das Fingerzeigen ging da ganz schnell in eine Richtung, die total falsch ist. Der arme Mann hat alles richtig gemacht und kann da überhaupt nichts dafür, im Gegenteil… ich bin ihm weiterhin sehr dankbar, daß er mir immer wieder aufzeigt, daß diese Welt meine Welt ist, daß ich da reinpasse, daß mir das Spaß macht und mich endlich angekommen fühlen lässt.

 

Achja *seufz* Ich habe immer versucht H. vor mir und vor anderen in einem guten Licht dastehen zu lassen, Loyalität bis ins Knochenmark…. Natürlich war der subdrop nicht durch einen positiven Trigger verursacht, keiner meiner Drops hatte einen positiven Background… Weil H. mich verlassen hätte, wenn ich es anders gesagt hätte … Er sagte damals in einer Email ungefähr etwas in der Tonaliät von „Wird das jetzt jedesmal passieren, wenn wir spielen?“  … Er sagte dann zwar, dass das nicht so gemeint sei…. Aber die Aussage stand im Raum… Keine Schwierigkeiten, Keinen Zeitaufwand, Nicht kompliziert… Also spielte ich alles runter, sagte ihm nicht mehr, wenn es mir schlecht ging, fing nicht an die Themen mit ihm aufzuarbeiten… Seine ganze Haltung mir gegenüber vermittelte mir „wenn Du kompliziert wirst, gehe ich“. Es ist also nicht seine Schuld, dass er mir nicht geholfen hat – er wusste von den meisten Dingen nichts. Ich stelle aber weiterhin die These auf, dass ein guter Dom garnicht erst wartet bis die Dinge eskalieren, sondern von sich aus um Kommunikation bemüht ist. Sich mit dem Wesen seiner sub beschäftigt und versucht sie zu verstehen. Und vorallem, dass er eine angstfreie Kommunikation anbietet.

Es braucht keinen Psychologen um zu verstehen, warum unsere Zeit geprägt war von guten Zeiten bei den Treffen und schlechten Zeiten zwischen den Treffen. Mir ging es jedesmal schlecht, ich durfte das nicht zeigen oder sagen, ich wollte seine Aufmerksamkeit und holte mir die auf dem einzigen Weg, den ich kannte… Streit-Provokation…. *seufz* Der Rest ist Geschichte.

Man kann ihm an diesen Stellen nur bedingt eine Schuld zu sprechen, wenn die Frauen, mich eingeschlossen, nicht mit ihm reden, dann kann er auch nicht reagieren. Nun, ich habe mit ihm geredet, sehr ehrlich und er hat alles dafür getan, dass ich das schnellstmöglich nicht mehr konnte. Es brauchte eine weitere sub, die ihm gestanden hat, dass es ihr schlecht ging … und auch ab und an noch schlecht geht, nach den Treffen mit ihm, damit er es ernst nimmt. Vielleicht hat er mich nachträglich ernst genommen. Da war und ist  es dann allerdings schon zu spät.

Was ich damals auch noch schrieb:

Der Autor (Jay Wiseman, SM 101) meint das ganz sicher nicht so, er weist nur auf sehr ausführliche Art und Weise auf die Gefahren hin, die existieren – keine Frage!
Aber wenn man das alles liest, bevor man überhaupt irgendwelche praktischen Erfahrungen gesammelt hat, fängt man wahrscheinlich garnicht erst an – oder fordert von seinem Spielpartner Dinge, die den dann gleich schreiend wegrennen lassen.

Hachja, ich werde das Buch nochmal lesen müssen. Ich will es nochmal lesen… Bewusst … Mit meinem Wissensstand von heute… Ich werde mich nicht mehr lustig machen darüber… Und ich fordere mittlerweile viel mehr von meinen Spielpartnern, ich bin sehr viel vorsichtiger… Wie gesagt, das macht es für mich sicher nicht einfacher einen Dom zu finden.

Es kostet mich auch bei R. sehr viel Kraft ihm zu sagen, was geht und was nicht geht. Ich bin an dieser Stelle sausensibel geworden… Es kämpft die sub, die sich hingeben will, mit der sub, die aufpasst…. Das ist so anstrengend und zermürbend… Und es trifft die Falschen… nicht den Verursacher, sondern die, die versuchen, es besser zu machen.

Was habe ich aus dem Schreiben dieses Textes gelernt?

Viel…. Ich habe erkannt, dass es nicht die Maske war oder die Fesselhaltung, die damals der Auslöser war, sondern der Satz, das Szenario und mangelndes Aftercare… Ich bin (noch) nicht bereit für Kontrollverlust… Ich brauche die letzte Möglichkeit etwas zu stoppen und zu wissen, dass der andere mich nicht verlässt, verurteilt oder gar verachtet. Das ganze Szenario war komplett auf meine Verlustangst ausgerichtet… Das steht auf meiner Hardlimitliste „Spiele nicht mit meinen emotionalen Triggern: Verlustangst, Liebes-/Aufmerksamkeitsentzug, keine erniedrigenden Kommentare zu meiner Figur“ … Meine Limits wurden nicht beachtet… Ich habe vertraut und habe verloren… Zum Grossteil mich selber, meine positive Naivität… Meine Möglichkeit, mich fallen zu lassen, zu vertrauen…

Mein Ziel:

Ich möchte wieder vertrauen können… Ich werde – in kleinen Schritten – mutig sein… Ich werde auch weiterhin über meinen Schatten springen und unangenehme Dinge ansprechen oder Dinge, die mir schwerfallen, weil sie peinlich oder persönlich sind… Ich werde daran arbeiten… Ich werde mich darüber nicht mehr definieren… Ich bin stärker als das, aber ich werde besser auf mich aufpassen müssen.