Switch

Switch

Ich muss meine Dating-Portal-Profile umschreiben.
Was lange in mir schlummerte, wogegen ich mich teilweise gewehrt habe, was ich am Anfang skurril fand, ist einfach auch ein Teil von mir… Ich also switche gerne.
Ich mag gerne mal in die dominanten Schuhe schlüpfen. Punkt.

(Auch wenn ich im folgenden gerne das Wort „Rolle“ benutze, wie „in eine Rolle schlüpfen“, „die Rolle annehmen“ … Das möge bitte nicht missverstanden werden. Ich stehe nicht auf und ziehe mir ein Kostüm über, es gibt keine festen Zeiträume, wo ich das eine oder andere bin … Es ist in mir – immer präsent. Ich entscheide nur im passenden Moment, was ich gerne ausleben möchte – so wie andere sich ihren Joghurt aussuchen – Erdbeer oder Kirsch?)

Der Weg zu der Erkenntnis war nicht ganz so einfach. Bei den ersten Schritten in die Welt von BDSM war H. die Anlaufstelle und die Aussage war „Wenn Du irgendwann mal einen Mann dominieren willst, ist mit uns Schluss. Das ist für mich total unerotisch und ein Abturn.“
Und so wandelte ich die dominanten Gelüste in Gelüste gegenüber Frauen um, Frauen würde ich dominieren können und wollen, sagte ich mir und ihm.
Hmm nunja … Heute weiss ich – ich würde mich keiner Frau unterordnen wollen, dafür ist mein Ego nicht gemacht, daher würde ich in einer Mehr-Partner-Situation gleichgestellt oder dominant agieren. Aber das heisst nicht zwingend, dass ich eine weibliche sub haben wollen oder bespielen würde. Heisst auch nicht, dass ich das nie wollen würde. Ich weiss aber heute schon, dass ich Frauen anders dominieren würde als Männer. Da gibt es unterschiedliche Triebfedern und Trigger, die sich in anderen Handlungen wiederspiegeln.

Nach H. war ich unsicher, verletzt, lustlos. Ich konnte mir nicht vorstellen irgendwann nochmal Vertrauen zu haben.
Dann kam Dieser Mann , der schon immer überzeugt war, dass in mir eher eine Domme schlummert als eine sub. Der mir sich anbot (und sich dann letztlich wieder verweigerte). Der aber, egal, was sonst noch passierte, eine Tür geöffnet hatte und mir erlaubte zu lernen. Neugierige, teilweise kindlich-naive Fragen zu stellen, Phantasien zu besprechen und auszuprobieren.

Und dann ist da R.
Ich schreibe nicht viel von ihm und dennoch ist er immer da, immer für mich da, weiterhin immer „nur“ online. Aber das macht tatsächlich erstmal nichts aus und sagt auch an dieser Stelle wenig über die Qualität der Beziehung aus. Er war mit ein Grund für Probleme in der Beziehung mit H., der die Aussagen „Du sollst andere Männer treffen“ und „Ich will aber der Wichtigste für Dich sein, Du bist aber nicht wichtig für mich“ ohne mit der Wimper zu zucken und seine eigenen Diskrepanzen entdeckend über die Lippen brachte.
Nun … R. half und hilft mir. Er war und ist ein sicherer Ort für mich, ich kann ihm vertrauen.

Und, er ist Switch. Ich wusste, dass er mal den ein oder anderen Fetisch ausgelebt hat, dass er sich auch mal eine Online-Domme gesucht hatte, aber so richtig präsent wurde das alles erst, als ich ihm von den Ausflügen mit „dem Mann“ erzählte. Erst kamen, in seiner so gewohnt charmanten Art, blöde Kommentare und dann irgendwann die Aufforderung „Dominier mich!“

„Äh, ja … Neeeeee? Geht nicht??????? Du bist mein Dom? Ich verlier jeden Respekt? und Du machst Dich doch eh‘ nur lustig über mich!“

Ungefähr so war meine Reaktion… Aber ich nahm trotzdem die Zügel in die Hand und bespielte ihn … online. Erfolgreich, glaube ich, denn seitdem spielen wir regelmäßig.

Das, was ich für unmöglich hielt, geht… Man kann in einer Beziehung beide Seiten miteinander ausleben, ohne dass es zu Komplikationen führt – wenn sich beide an gewisse Regeln halten.

Für uns z.B. gilt, dass es niemals Konsequenzen aus der Verhaltensweise aus der anderen Rolle geben darf. Er kann mir also kein Verhalten von Domme „heimzahlen“, wenn ich sub bin. Gilt genauso umgekehrt. Es gibt Keywords, Kosenamen, die das Spiel einläuten und die Rollen klarmachen. Jeder muss ehrlich sagen, wonach ihm/ihr gerade der Sinn steht. Ich kann nicht dommen, wenn ich subbig bin, er genausowenig. Das muss der Andere dann jeweils akzeptieren.
Es ist ganz einfach.

Ich musste mich an vieles Neues gewöhnen, mich selber hinterfragen, warum ich im ersten Moment davor zurückschrecke. Balltorture, Eier abbinden, die Harnröhre penetrieren – unvorstellbare Techniken noch vor einem Jahr. Im Endeffekt ist es einfach nur unbekanntes Terrain. Also Lesen, Fragen, Ausprobieren – mit dem richtigen Partner…. Der sich gerne für mich in Schale schmeisst: Also Heels, Strapse, Spitzenslip… Am Anfang war das eher so „Naja, wenns Dir Spaß macht, zieh das halt an“ – Mittlerweile verstehe ich sein Bedürfnis, seine Trigger an dieser Stelle… Und verstehe, dass es ihm noch mehr Spaß macht, weil es mich anmacht. Und das tut es tatsächlich. Wollte ich am Anfang keine Bilder „davon“ sehen, freue ich mich darüber und fordere diese auch ein.

Bei R. und mir gibt es selten Übergriffe in den Alltag, er würde, wenn ich es mir wünschen würde, in Klamotte ins Büro gehen. Ich stelle ihm das allerdings frei, weil ich es mir selber als sub auch selber aussuchen möchte. Das ist für mich eine Grenze, die ich in beiden Rollen beachte. Der andere Mann hatte andere Spielvorlieben, der trug mit Vorliebe seinen Ballstretcher für mich, ging Commando, entschwand gerne mal auf Arbeit aufs Klo um eine Spielrunde einzulegen. Es gibt so wahnsinnig viele Varianten, die es noch zu entdecken gibt.

Es gab und gibt doofe Situationen – massenweise… Es gab auch Tränen der Überforderung. Aber es gibt auch immer wieder Klärung und Gespräche. Ich kann meine Erfahrungen und meine eigenen Limits als sub z.B. nicht immer vergessen – Degradierung, gerade verbale, fällt mir nicht leicht, ist aber einer von R.s größten Leidenschaften. Ich mache es auf meine Art und das ist okay und genug für ihn. Es gibt, das macht es so entspannend, keinen Druck. Es passt.

Momentan bin ich mehr Domme und weniger sub. Manchmal fragt er mich, ob das für mich okay sei. Meistens ist es das. Denn ich bin gerade keine gute sub. Ich bin zu gierig nach Liebe, Nähe und Anerkennung und das macht mich verzweifelt und grenzenlos. Und ich habe kein Vertrauen, oder wenig, sowohl in ihn als auch in mich. Das ist schwierig und eine Aufgabe für uns beide.
R. liebt das Spiel der Willkür, Verweigerung und des Mindfucks. Das passt gerade nicht und ist zuviel für mich – das weiss er und wir „arbeiten“ daran, Vertrauen aufzubauen.
Als Domme bekomme ich seine Nähe und Anerkennung aus der Rolle raus, das passt wunderbar. Die eine Rolle ist Unsicherheit, die andere Sicherheit… Ich bevorzuge das Spiel in Sicherheit – momentan.
Aussenstehende, die unsere Konversationen auf tumblr begutachten, finden es faszinierend, wie wir parallel und fast schon schizophren beide Rollen bedienen können und scheinbar ohne Schwierigkeiten von der einen in die andere Rolle übergehen. Weil es aber eben keine Rolle ist, sondern einfach Teil von uns.

Ich denke da nicht weiter drüber nach – er macht mich an, wenn er mir dommige Bilder schickt oder wenn er mir subbige Bilder schickt. Das macht keinen Unterschied – ich bin eine Person, die verschiedene Vorlieben hat.

Ganz einfach.

Es passt. Einfach mal genießen, dass das so ist.

9.670

9.670

Sie. Er.

(MIttlerweile gescheitertes) Experiment, Expedition, Reise.

Sie: Teil 1 hier.

 

 

Ich geniesse die Unsicherheit in seinem Blick, als er die Box aufmacht und die Linsen sieht.
Ich liebe seinen fragenden Blick und das Flattern der Augenlider, wenn er versucht meinem Blick stand zu halten. Er kann es selten, heute garnicht… Er ist zu geil und zu nervös.

„Mach‘ sie rein bevor wir losfahren, Kleiner“

Der gute Junge gehorcht, ich seufze leise vor lauter Vorfreude.

Ich lehne mich rüber, beiße sanft in sein Ohrläppchen und hauche „Ab jetzt bist Du Meins.“

Ich sehe den Anflug eines Lächelns auf seinem Gesicht, sehe wie sich seine Lippen öffnen, er möchte etwas sagen – ich sage streng: „Ab sofort sprichst du nur, wenn ich dich dazu auffordere. Hast du mich verstanden?“

Er nickt.

Ich lasse das Auto an, drehe die Musik auf und fahre los.

Mein Kleiner sitzt unruhig neben mir, ich lächle und lege meine Hand in seinen Schritt… Als er zusammenzuckt, lache ich leise vor mich hin. Ich spüre die Lust und die Härte, es zuckt mit jeder meiner Handbewegungen.

Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde, ich fahre direkt auf den Hof, schaue mir das Haus von aussen an. Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl meines Kleinen. Er hat Geschmack.
Nachdem ich den Schlüssel gefunden habe, schliesse ich auf, hole unser Gepäck und suche meine Spieltasche, und packe aus… Das Halsband.

Lila Leder, samtig und hart, eine großer, schöner Ring vorne. Der Geruch alleine macht mich an… Das und die Leine nehme ich in die Hand und gehe zurück zum Auto.

„Aussteigen und hinknien“

Ich befestige das Halsband um seinen Hals, klinke die Leine an und bedeute ihm aufzustehen und mir zu folgen. Kurz vor der Haustüre weise ich ihn an, seine Männerklamotten abzulegen. Er muss den Windhauch spüren und sich fragen wo er gerade ist, er runzelt die Stirn und seine Hände zittern. Herrlich.

Sagte ich schon, dass mein Kleiner wunderschön ist? Für mich ist er gerade so das wunderbarste Wesen…
Ich streiche ihm über das Gesicht, fahre die Konturen nach, spüre die ersten Bartstoppel… Kontrolliere, ob er überall ordentlich rasiert hat. Nehme sein Gesicht in die Hand, nähere mich ihm und sage „Brav“

Ich nehme ihn mit nach drinnen, ins Fachwerkhaus, dort ins Wohnzimmer, wo ein Balken steht. Ein stabiles mitten im Raum – perfekt.

„Platz!“

Ich nehme das Seil vom Tisch, lasse es durch meine Finger gleiten und beuge mich zu meinem Schatz runter, streichle seinen Rücken entlang – immer etwas mit Fingernagel – zu seinem Po. Ich seufze und kneife feste rein. Meine Hand fährt zwischen seine Beine und umfasst den Ballstretcher, ziehe ihn ein wenig runter und Schlinge das Seil um seine Hoden. Das andere Ende verknote ich am Balken.

Ich fasse mir zwischen die Beine und halte ihm meine feuchten Finger vor die Nase, lasse ihn riechen und den Finger ablecken.

„Ich setze mich auf einen Stuhl … folge meinem Geruch, finde mich! Dann lecke mich. Zeig‘ mir, wie sehr Du mir gefallen möchtest!“

Mit ein paar Schritten habe ich den Raum durchquert und setze mich breitbeinig hin. Ich schaue direkt auf meinen Kleinen, auf seine tappsigen Versuche auf allen Viere die Richtung zu orten. Langsam tastet er sich vorwärts, skeptisch, ängstlich. Nach ein paar Irrwegen hat er mich fast erreicht, als er merkt, dass das Seil nicht lang genug ist. Er kann meine Füsse anfassen, zu mehr reicht das Seil nicht aus.

„Komm‘, mein Kleiner, weiter….“

Er geht vorsichtig vorwärts, ich kann zwischen seinen Beinen sehen, was passiert – ich geniesse den beginnenden Schmerz in seinem Gesicht zu lesen. Den Kampf in ihm … Weitergehen bedeutet Freud‘ und Leid zugleich. Die Verzweiflung mir gefallen zu wollen, mich schmecken zu dürfen und die eigenene Schmerzgrenze überschreiten zu müssen. Ihm wird kein Schmerz zugeführt (nun, nicht direkt *g*) … er fügt ihn sich selber zu. Köstlich… Er kriecht vor, winselt, kriecht wieder zurück.
Das Schauspiel dauert … vor, zurück, vor, zurück … „Ist das alles? Du hast noch einen Versuch, dann schliessen sich diese Beine für dich!“

Er gibt sich einen Ruck und landet mit dem Kopf genau dort, wo ich ihn haben will. Ich drücke seinen Kopf in meinen Schoß – „Jetzt leck‘!“ – seine Zunge macht das, was sie wirklich gut kann.
Ich bemühe mich um Zurückhaltung, möchte das Spiel länger geniessen, seinen Schmerz am schnellen Atem spüren, aber er ist zu gut und ich zu erregt. Nach dem Orgasmus halte ich seinen Kopf zwischen meinen Beinen… nehme ihm ein wenig die Luft, genieße seine Unruhe… und lasse ihn wieder frei.

Ich gehe zum Balken und weise ihn an mir zu folgen.

„Edgesprints, Süßer, 10 Minuten – Wieviel wirst Du schaffen?“

Er antwortet, mir ist die Zahl zuwenig, das gebe ich ihm eindeutig zu verstehen.
Er gibt mir mehr – gefällt mir schon besser.

„Okay, wenn Du das schaffst, darfst Du im Bett schlafen, wenn nicht bleibst Du hier liegen – Deine Zeit startet jetzt“

10.080

10.080

Sie. Er.

(Mittlerweile gescheitertes) Experiment, Expedition, Reise.

Los geht’s – Fortsetzung folgt.

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Es würde großartig werden… 1 Woche weg vom Alltag, weg von Konventionen… 1 Woche Urlaub in einem abgelegenen Ferienhaus… Mit meinem sub… 24/7… Köstlich!

Und um dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, wird er meistens blind sein… Ich hatte für ihn schwarze Kontaktlinsen besorgt. So würde die „Außenwelt“ nicht merken, was wir gerade ausleben, er hat nicht permanent eine Maske auf dem Gesicht, ich kann sein Gesicht sehen… Ohne Barrieren… Es wird mir komplett ausgeliefert sein….. Traumhaft.

Ich hatte alle unsere Lieblingsutensilien eingepackt, plus noch ein paar neuer fieser Überraschungen. Alle Verwöhn-Mittelchen für mich und ein paar tolle Outfits für ihn… Und eben die Kontaktlinsen!

Noch vor der Abfahrt zu ihm, legte ich die Packung auf das Amaturenbrett, ich hatte einen Trenchcoat an, beim Einsteigen wird er kurz einen Blick auf mein Outfit werfen können. Er wird die Heels sehen und den Spitzenansatz der Strapse… Den Rest wird er sich denken können und es wird ihn hart machen. Wunderbar!

Mein Kleiner stand am verabredeten Ort, er kennt mein Auto nicht und so beobachte ich ihn eine Weile. Ich weiß, dass er keine Unterhose trägt… Dass er den großen Ballstretcher für mich trägt…. Und Strapse…. Mmmmmmmmmh

Er ist sichtlich nervös… Trippelt hin und her… Schaut auf seine Uhr, hält Ausschau, schaut auf sein Handy… Er möchte eine Nachricht von mir, weiß aber, dass er sich nicht melden darf… Ich erfülle ihm seinen Wunsch und schreibe ihm einen Text: „Zieh‘ Deine Heels an und laufe vor der Bushaltestelle auf und ab…. Nicht schummeln, ich seh‘ Dich“

Als sein Handy brummt genieße ich das Mienenspiel auf seinem Gesicht: Freude, Konzentration, Freude, Skepsis, Murren, Ergebenheit… Er bückt sich, ich liebe den Anblick seines Hinterns, wenn er sich vorbeugt und bückt… Mmmh … Er holt seine roten Heels aus der Tasche und wechselt die Schuhe, richtet sich auf, schaut sich um, unsicher stakst er die ersten Schritte nach links, dreht sich um, geht nach rechts… er gewinnt an Sicherheit…. Es ist wunderbar zu beobachten, wie sehr er es genießt… Er ist wunderschön … Er ist Meins.

Ich merke, wie ich in Stimmung komme, feucht werde … Den Drang habe, ihn zu besitzen, zu bearbeiten, zu genießen.
Ich fahre vor, lasse das Fenster herunter und rufe ihn zu mir, befehle ihm einzusteigen. Er darf mich zur Begrüßung auf die Wange küssen, mehr nicht.

„Kleiner? Da vorne liegt etwas für Dich… Ich möchte, dass Du das anlegst.“

Ein Ausflug

Ein Ausflug

auf die dominante Seite, das hatte sich durch Zufall vor ein paar Wochen so ergeben. Weder besprochen noch geplant, es ist „einfach passiert“ – allerdings auch nur Online… Also das „Spielen“…. der Kontakt war schon real und „in echt“ 🙂

Ich habe es schon immer vermutet, dass ich eine sehr dominante Seite habe, konnte mir aber immer nicht vorstellen, diese auszuleben – und schon gar nicht als Domme für einen männlichen Sub. Dafür gibt und gab es mehrere Gründe, einer von ihnen – das Unwissen – gerade über die männliche Anatomie und deren Funktionalität … nein, das ist auch falsch – ich weiss schon, wie die funktioniert, aber eben nicht so sehr wie es sich für den Mann anfühlt, wenn es denn funktioniert… also, ihr wisst schon, was ich meine *g*

Nun hatte sich das irgendwie in Gesprächen ergeben und das Interesse war da, aber auch die Angst und die Zurückhaltung … Also haben wir, nein, habe ich einfach mitten im Gespräch angefangen mal auszuprobieren… Ich habe wahnsinnig viel gelernt und auch gelacht, Ballstretcher und wie diese funktionieren – faszinierend!!!

Mir hat es echt viel Spass gemacht, mir Aufgaben auszudenken, die schon anspruchsvoll waren, manchmal ein bisschen gemein – aber was ich eben nicht bin – niemals fies … Die Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen, fand ich anstrengend und schön gleichzeitig … Ob ich das dauerhaft wollen würde? Das wage ich mal zu bezweifeln… Edgetraining, Zipline, Plug, Klammern, Strafarbeiten … War alles dabei … Und ich glaube zumindest mal, dass er in dieser Zeit eine sehr gute Zeit hatte *grins*

Was es definitiv NICHT für mich war? Sexuell erregend… Also zumindest nicht in dieser Form, die eben eher „seinem“ Lustgewinn diente, als dem meinen… Da ich keine Bilder als Beweise wollte, was bei mir sonst ja auch gerne mal dem Kopfkino dient, wusste ich – das macht mir Spass, aber das wird nicht meine dauerhafte Neu-Orientierung… Nicht für die sexuellen Gelüste 🙂

Ob ich jemals all die Dinge SELBER einem Menschen anlege oder antue, die er quasi in meinem Auftrag gemacht hat? Keine Ahnung, ich habe da immer noch innerliche Blockaden mir das vorzustellen… Weiterhin schwierig fände ich das Thema „Schläge“, besonders mit der Hand…

Aber die Macht? Oooooooh, die hat mir sehr gut gefallen… Ein bisschen ZU gut…. 🙂

Was ich am „subben“ so mag, den Kopf abschalten und alles von mir zu werfen und einfach nur loslassen zu können, das fehlt natürlich total beim „dommen“ … Ich hatte hohe Ansprüche an mich, wollte Fehler, die ich bei Doms gesehen und erlebt hatte, nicht selber machen … und damit wird es einfach anstrengend… Schön, aber anstrengend… Gleichzeitig ist es auch unheimlich schön zu wissen, was ein andere Mensch gerade „für“ mich macht… Das gefiel mir schon auch sehr gut.

Es endete dann leider bevor wir in die gemeinsame Spiel-Phase eintreten konnten … Verheiratete Männer haben eben einen grossen Haken und der heisst Ehefrau. *g*

Da ich niemals wissentlich eine Ehe sprengen oder torpedieren würde oder werde (hoffe ich), musste ich mich zurückziehen und habe daraus aber zumindest gelernt, dass ich Männer NOCH sehr viel genauer befragen werde, wie ihre sogenannte „offene“ Beziehung denn geartet ist … Denn „offen“ ist nicht gleich „offen“ … Und selbst wenn „offen“ vereinbart ist, heisst es nicht, dass „offen“ praktiziert wird… Dinge wie „Ich darf das, aber sie darf nichts davon merken“ sind in der Übersetzung eben doch nur „Fremdgehen mit mehr Angst im Nacken“ – Furchtbar diffizil diese ganzen Definitionen 🙂

An alle Männer, die diese Vereinbarung mit ihrer Ehefrau irgendwann mal getroffen haben: Frauen riechen sowas … 🙂 Frauen sind die geborenen Detektive *g* Entweder sie kommt damit klar, dass ihr andere Frauen, wenn auch in anderen Funktionen, habt, oder eben nicht… Dieses „ich will davon nur nichts mitbekommen“ funktioniert nur bei einer Miniiiiiikleinen Prozentzahl an Männern … Und meistens nur, weil sie nichts mitbekommen WILL …. Meine Meinung. Wenn es hier mitlesende Männer gibt, die das schon anders erlebt haben, ich freue mich über Beispiele, die mir das Gegenteil beweisen 🙂
Fazit: Ja, es hat Spass gemacht und ich werde es sicher wieder mal ausprobieren… Und ja, demnach bin ich ein Switch … Es gibt Schlimmeres im Leben, als das 🙂

SM-Coach

SM-Coach

Hmm, ich glaube, ich sollte das als Hobby oder Zweit-Beruf vielleicht wirklich in Betracht ziehen.

Neben dem Neu-Dom, mit dem ich demnächst Anfange praktische Erfahrungen zu sammeln bzw. er mit mir, habe ich nun eine weitere Dame in meinem Dunstkreis, wo ich aktive SM-Hilfe leiste. Ironischerweise ist es eine sub von H., was es relativ erschreckend für mich macht, weil ich H. für einen guten Lehrer halte und milde erstaunt bin, was bei ihr alles noch nicht sitzt, obwohl sie schon länger als ich aktiv ist, vielleicht ein Jahr länger.

Ich weiss nicht, aber ich finde es unheimlich wichtig schriftlich festzuhalten, was meine Limits sind – Softlimits, Hardlimits … Diese Listen sollte ich, finde ich, im Rahmen eine längeren Beziehung auch regelmäßig justieren – auch dies – schriftlich. Nur mit meinem Partner darüber zu sprechen, halte ich für nicht ausreichend… Warum? Schamgrenzen? Reaktion des Gegenüber? Eine eventuelle Beeinflussung?

Plus, mein Partner kann sich die in Ruhe durchlesen, mir dazu Fragen stellen und sich seine Gedanken machen… Auch ohne meinen Gesichtsausdruck interpretieren zu müssen, auf meine Gefühle Rücksicht nehmen zu müssen, er kann laut lachen oder fluchen… Das bekomme ich alles nicht mit.

Ich kann ihn jederzeit darauf hinweisen, dass das und das Limit besteht, er kann es nicht abstreiten, weil es schwarz auf weiss vorliegt… Man kommt niemals in eine „Das habe ich SO nicht verstanden“ oder „Das hast Du aber nicht gesagt“….

Keine Limitlisten zu haben halte ich für absolut unverantwortlich – nicht nur mir gegenüber sondern auch meinem Partner gegenüber. Solange wir nicht vereinbart ohne Limits spielen, muss er fairerweise wissen, wo kleine Tretminen versteckt sind… in meinem eigenen Interesse – im Zweifelsfall leide ich, nicht er…

Ich kann nur bedingt verstehen, dass man seine Limits nicht kennt… Ich muss doch wissen, was mich anmacht und was nicht… Wo hört für mich der Spass auf? Wann sind meine Grenzen erreicht? Wann ist es kein Spiel mehr sondern bitterer Ernst? Vielleicht sehe ich das durch meine subdrop-Vergangenheit etwas streng, aber ich bin da durchgegangen … ich habe es laufen lassen, ohne auf mich und mein Bauchgefühl zu hören… Ich hätte an einem Punkt X meine Limits und Wünsche evaluieren sollen und neu kommunzieren sollen…

In diesem Fall bin ich die potentiell dominante Person… Ich werde nicht mit jemand spielen, der mir keine konkrete Limit- und Wunschliste vorlegen kann… Das ist mir zu gefährlich… Das ist nicht die Art von „Kick“, die ich spielen möchte…

Das ist zumindest meine Meinung … das ganze Feld, was BDSM/Ds-Spiele und Dynamiken mit der Psyche anstellen, sehe ich mittlerweile mit sehr viel Respekt… Als sub gebe ich vorallem meine Seele in Hände des Dom, den Körper kann ich recht einfach kontrollieren und beschützen, die Seele ist schwieriger und vorallem sehr viel zerbrechlicher. Als Domme möchte ich genau diese schützen… Die sub macht mir ein Riesengeschenk, das mindeste, was ich tun kann, ist sie zu wertschätzen und zu beschützen.

Meine Meinung, aber vielleicht sehe ich das auch zu subjektiv… ?