Umschau

Umschau

  
… Wo mich andere zurückgelassen haben.
H. mit neuen Triggern für Panikattacken und den (erneuten) Verlust des Vertrauen in Männer. Verlust der Freude an Hingabe, weil pure Angst vorherrscht.

Der Leinenmann mit granatenhaft zersplittertem Herz, Fragmente mit scharfen Kanten haben so tiefe Narben hinterlassen. Die offenen Wunden haben zum Ausbluten, zum Zusammenbruch geführt. Das Salz rieselt, macht unschöne Narben und bedeutet eine langsame Heilung. Verlust des Vertrauens in Worte, Versprechen und die Hoffnung.

R. mit geknicktem Ego und Hilflosigkeit. Trauer über verpasste Chance. Vermissen des Wissens, das man selbst nicht „krank“ ist, nicht schräg, nicht falsch … Weil es andere gibt, die genauso sind. Und trotzdem war ich nicht gut genug. Nicht mal für Kaffee. Verlust des Glaubens an Mut und Chancen.

Der Junge Schwan mit dem Gewinn von permanenter Skepsis und hochgezogenen Verteidigungsmauern, damit dem Verlust meiner „Freiheit“.
So könnte ich das sehen. Und in mir selbst den Hass nähren und gären lassen. 

Könnte ich. 

In schlechten (wirklich nur sehr kurzen) Momenten lasse ich das zu. Um dann den Schalter umzulegen. Durchzuatmen.

  
… Und weiter zu gehen.

Bis ich zu dem Menschen komme, der da ist, wo ich abgeholt werden kann und möchte.

Denn wenn ich soweit bin….wenn ich die Augen wieder aufmache… wenn ich ENDLICH fühle und glaube, dass ich es wert bin und die anderen die Knalltüten und Versager sind… Wenn ich sagen und aus tiefsten Herzen spüren kann, dass ich gut bin, so wie ich bin…

… Dann hoffe ich, dass da einer steht mit Helm und einer Vespa und wir einfach losfahren und das Leben gemeinsam erLEBEN können. Herzschlag an Herzschlag.

Oder so wie heute: Einfach mal ein Bier von einem Fremden spendiert bekommen, weil ich beim Konzert soviel Spaß habe 🙂

Scheiterhaufen

Scheiterhaufen

DasManuel hat auf Druck einer bestimmten MrsMcH eigene Fragen zum Stöckchen-Wurf ausgespuckt, aber leider den Stockwurf ignoriert. Da ich die Fragen interessant fand, habe ich sie mal beantwortet … 🙂

 

Hat dein Leben einen Sinn?

Hat irgendein Leben einen tieferen Sinn? Primäre Funktionen wie atmen, essen, trinken, schlafen mal ausgenommen, hoffe ich doch, dass meine Lebenszeit nicht gänzlich un-sinnig war. Aber ob ich eine tiefere Motivation, ein Ziel oder einen Sinn in mein Leben hinein interpretieren würde? Da fehlt mir sowohl der spirituelle als auch das gegenteilige fatalistische Denkansatz.

Wenn du ein Ereignis (irgendeines) ungeschehen machen könntest, welches wäre das? Und warum genau dieses?

Das ist eine für mich sehr einfach zu beantwortende Frage: Ich würde mich gerne nicht mit Heiko getroffen haben. Ihn am Besten nicht kennengelernt haben. Warum?
Weil es das erste Mal in meinem Leben so war, dass mein kleiner Leitspruch „everything happens for a reason“ oder „ich möchte nichts bereuen“ nicht gegriffen, keinen Sinn gemacht haben. Das, was ich von ihm gelernt habe, hätte ich besser oder anders auch von anderen lernen können. Das was ich NUR von ihm lernen konnte, hätte ich lieber nicht gelernt. Sich wochenlang für verrückt zu halten zum Beispiel. Keinen Ansprechpartner zu haben, weil dieser einen mit einer falschen Biographie und falschen Erfahrungswerten in Sicherheit gewogen hat. Das wären Dinge gewesen, die ich mir gerne erspart hätte. Ebenso die ganzen Streitigkeiten, Kämpfe und Verletzungen. Das Nachtreten am Ende – all‘ das hätte nicht sein müssen. Und ich hätte es wissen können, wenn ich auf mein Bauchgefühl gehört hätte. Habe ich aber nicht. Pech.

Um aber eben doch etwas Gutes daraus zu ziehen: Durch ihn ist der Grundstein für die depressive Episode gelegt worden, die letztendlich zur Therapie und zu einer hoffentlich besseren Zukunft führen wird.

Dennoch bleibe ich dabei: Wenn ich könnte, würde ich …

 

Woran glaubst du?

Puh! Schon wieder so eine Frage. Wenn ich definieren muss, woran ich glaube und dem Ganzen einen Namen geben soll, dann wäre das am Ehesten Schicksal oder Karma.
Ich würde gerne sagen, dass ich an mich glaube – das ist aber nicht oder selten der Fall.

Vielleicht ist die beste Antwort, dass ich immer an das Gute im anderen Menschen glaube. Und das auch gerne sage. Ich bin an dieser Stelle hoffnungslos naiv… 🙂

 

Welcher ist dein größter Makel?

Ich bin hoffnungslos naiv … und fatalistisch … das ist eine unglaublich anstrengende Kombination.
Mein größter Makel ist meine Impulsivität/Ungeduld. Die beiden Eigenschaften geben sich nicht soviel, was den Wettkampf um den größten Makel angeht 🙂

 

Dir wird ein Tag absoluter strafrechtlicher Immunität gewährt, den du selbst bestimmst – du kannst 24Stunden lang tun und lassen, was du willst. Welchen Tag wählst du? Wie verlebst du diesen Tag?

Da müsste mir ja erstmal einfallen, was ich gerne machen würde, was illegal wäre. Hmm! Ich bin kein Drogen- oder Alkoholkonsument. An Selbstjustiz glaube ich nicht. Wenn ich mein Bankkonto füllen könnte und das Geld auch nach Ablauf der 24h behalten dürfte, das hätte einen praktischen Sinn.

Den Bundestag lila anstreichen und mit Glitzer bestreuen. Die Waschmaschine ist so grau und trist.

 

Schreiben bedeutet für dich …?

Mittlerweile gedankliche Freiheit und Entlastung. Und ich hoffe in Zukunft auf einen Ausbau meiner kreativen Ader … Fiktion oder Wahrheit? Ich mag‘ den Gedankenspagat beim Lesen, ich möchte auch so schreiben.

 

Welcher war der bislang glücklichste Moment deines Lebens und warum?

Ich würde sagen, die Geburt der Tochter meiner besten Freundin. Ich war Geburtspartner und durfte die Nabelschnur durchschneiden. Ich fand‘ das toll und habe mit diesem Kind bis heute ein besondere Beziehung.

 

Welcher war der bislang traurigste Moment deines Lebens und warum?

Das ist in der jetzigen Phase echt eine gemeine Frage. Momentan finde ich fast alles traurig und in der Retrospektive ist auch vieles grau und traurig. So sehr, dass ich mich manchmal frage, warum ich noch so oft lachen kann und warum ich in all dieser Verzweiflung nicht aufhöre zu existieren, da es ja eh‘ niemanden interessieren würde, ob ich atme oder nicht.
Vielleicht den Punkt vor ein paar Wochen, als mir klar war, was ich alles verloren habe und was ich nicht nachholen, aufholen, wiederholen kann… Nie können werde. Die Endgültigkeit von allem und das Zerrinnen der verfügbaren Zeit.

 

Welches Handeln birgt größere Verantwortung und warum: Leben zu geben – oder zu nehmen?

Geben! Das ist eine übermenschliche Bürde für einen anderen Menschen und dessen Wohlergehen verantwortlich zu sein. Ein Grund, warum ich kein Kind habe, ist, dass ich mir dessen immer bewusst war und niemals freiwillig alleinerziehend hätte sein wollen. Aus purem Egoismus ein Kind in die Welt zu setzen (was in der Jugend mal mein Plan war, weil ich unbedingt Mutter sein wollte), kam mit dem Alter und dem Bewusstwerden der Verantwortung und dem Erkennen, dass man NIE alles richtig machen kann mit Kindern und Kindererziehung, das Wissen, dass ich das nicht möchte.

Leben nehmen: Da möchte ich gerne unterscheiden. Ich denke in diesem Fall bewusst an Sterbehilfe und das wünsche ich mir für mich. Dass, wenn ich nicht mehr möchte, mir jemand helfen wird, das Elend zu beenden. Und genauso möchte ich diesen Wunsch meinen Liebsten erfüllen können, wenn diese das wünschen.

 

Wo ich gerade davon rede … Wenn du wählen müsstest, entweder die gesamte Menschheit auszulöschen oder 50% davon, zufällig bestimmt (es kann dich treffen) – wie würdest du entscheiden?

Verstehe ich nicht, warum möchte jemand die gesamte Menschheit auslöschen? Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann nehme ich die 50% – ich glaube per se an die Institution Mensch und möchte diese nicht auslöschen. Und wenn es mich trifft – nunja, ich hatte bis dato ein eigentlich ganz okayes Leben. Dann ist dem eben so. Ich habe keine Bucket-List, die ich noch panisch abarbeiten muss. 🙂

Dunkelheit

Dunkelheit

Aufgrund eines flirtigen Chats mit R. und dem Spielen mit Ideen für Szenarien kamen wir auf ein Verhörszenario. Dass er das gerne mit mir machen würde – Mindfuck und Torture… An sich bin ich für sowas immer Feuer und Flamme gewesen, ich habe diese Fantasien, Torture besonders…  Aber, ich kann Angst und Panik nicht mehr ertragen als Spielelement … Ich wusste ungefähr warum, hatte das aber nie richtig hinterfragt. Also bat ich R. darum, darüber schreiben zu dürfen. Ich durfte.

(Für die, die genervt sind von meiner Aufarbeitungsarbeit, die Sternchen sind der Hinweis, dass ihr nicht mehr weiterlesen solltet *g*)

***********

Es war das Dritte Treffen, meine dritte BDSM-Erfahrung überhaupt… Ich muss das dazu sagen, weil alleine das schon genug Erklärung ist, warum das einfach zuviel war. Und H. hätte das wissen müssen. In jedem Buch, das ich gelesen habe, steht drin, dass Dinge wie Kapuzen etc. etwas für Fortgeschrittene ist, jeder Dom, dem ich das hinterher erzählt habe, hat mit dem Kopf geschüttelt. Ich würde mich selbst heute noch nicht in diesem Stadium sehen, hätte ich damals gewusst, was ich heute weiss, ich hätte das Ganze beendet. Ich habe H. sogar noch die Auszüge aus dem Buch geschickt und wir haben darüber gelacht. Nun, ich habe damals nicht die ganze Wahrheit erzählt und so von ihm keine Hilfe gefordert. Aber nach diesem Erlebnis ist der erste Drop passiert und den haben wir nie aufgearbeitet. Und so steckt das alles noch in mir drin und ich habe Angst.

Was war passiert? (Den Originalbericht kann man hier nachlesen)

Wir hatten verabredet, dass ich auf meinem Teppich kniend, auf ihn Warte … Im Korsett, mit geschlossenen Augen. Er würde klingeln, ich würde ihm aufmachen und mich dann auf meine Position zurückbegeben.
So haben wir das gemacht, er kam dann rein, kniete sich neben mich, stülpte mir einen Turnbeutel über den Kopf aus dem er ein kleines Loch schnitt, damit sein Schwanz reinpassen würde, knotete den Beutel zu und legte mir das Halsband an. Dann sagte er „Wenn Du Dein Safeword benutzt, stehe ich auf und gehe – hast Du das verstanden?“

Ich wiederhole es gerne nochmal – Beim dritten Treffen.

Ich bin sowieso nicht gut beim safeworden, nun hatte ich also auch noch Angst verlassen zu werden, wenn ich mein Safeword nutze. Ich war also unter dieser Maske, fand das Loch extrem klein, durch das Klima unter der Maske lief mir die Nase, ich konnte also nur noch durch den Mund Luft holen. Ich hörte die Handschellen, fühlte sie, bekam Panik – beim letzten Mal Handschellen hatte ich wochenlang taube Finger… er wusste das Handschellen und ich uns nicht gut vertragen, aber ich konnte nichts sagen – ich durfte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Also hoffte ich und justierte meine Handgelenke so gut es ging… DT – ich bekam durch die Nase keine Luft, ich konnte ihm das nicht sagen, er konnte meine Augen nicht sehen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg…. Mir liefen die Tränen, er konnte das nicht sehen … Er wechselte Positionen, legte mir Ledermanschetten an, die er mit dem Halsband verkettete … Ich kenne meine Schulter und meine Arme… Ich wusste, dass ich diese Position nicht lange würde halten können… Ich konnte es ihm nicht sagen, ich konnte nicht safeworden, sonst wäre er weg… Ich konnte ihn nicht sehen, nicht in seinen Augen lesen, ob er weiss, wie es mir geht… „Kann er sehen, dass ich keine Luft bekomme, wird er merken, wenn ich ersticke“…. Ich wurde panisch, das Mundloch verrutschte, ich versuchte mit der Zunge, die Maske zu justieren, wenigestens dieses kleine Atemloch muss mir bleiben… Ich hatte Panik… Mir liefen die Tränen, mir lief die Nase, ich bekam keine Luft außer durch den Mund, er machte weiter mit DT, bei den Bewegungen senkten sich meine Hände tiefer und tiefer, ich schnitt mir mehr und mehr die Luft ab und er machte weiter… Ich konnte nicht safeworden – er wäre sonst weg…. Ich habe mich irgendwann aufgerichtet und mit dem Körper „gesafewordet“ – er ist nicht gegangen… Aber es war weiterhin dunkel…. Ich habe versagt… Ich bin schwach

 

Das ist in einem Rutsch runterschrieben, was damals in meinem Kopf vorgegangen ist… Ich habe danach nie wieder auch nur ansatzweise darüber nachgedacht mein Safeword zu benutzen, dieser Satz hat sich in mein Hirn gebrannt.  Ich habe Kontrollverlust erlebt und habe Panik bekommen…. Ich hatte keine Kontrolle über meinen Körper mehr, nicht über meinen Atem, ich hatte keinen Weg der Kommunikation, ich war total ausgeliefert… Totales Vertrauen eingefordert – beim dritten Treffen, beim dritten Mal BDSM.

Die weitere Session war schon ein Erlebnis, die Tränen trockneten, ich verdrängte, was da gerade mit mir passiert war. Ich weiss, dass er die Tränen gefühlt hat… Er hat irgendwann geschrieben „Denkst Du wirklich,dass ich gegangen wäre?“ – diese rationale Frage, Tage später, hat mich nicht wirklich beruhigt. Ich weiss, dass ich ihm hinterher gesagt habe, dass wir den Turnbeutel nicht mehr verwenden und dass diese Fesselsituation nicht geht für mich… Ich habe dabei gelächelt, wollte nicht, dass er sieht, wie sehr mich das mitgenommen hat, weil er sonst gegangen wäre – zu anstrengend, zu kompliziert, zu „standard“ … Ich hatte Angst… Angst, dass er geht, dass er es nicht versteht… Dass ich uninteressant werde – die anderen können sowas doch auch, da muss ich mithalten… Meine Grenzgänge, meine Schmerzbereitschaft, mein blindes Vertrauen – das sind meine USPs, damit kann ich mich interessant machen, damit kann ich seine Aufmerksamkeit haben, damit bekomme ich Zeit von ihm….

Danach fuhr er für 3,5 Wochen in den Urlaub, ich habe ihn 5 Wochen nicht gesehen. Ca. 1 Woche später fing der erste Drop an… (Nachzulesen hier und hier und hier ). Am Anfang bekam ich Emails wie „WAS IST DENN LOS MIT DIR?“, wirklich, in Grossbuchstaben… Er kannte Drops nicht, er wusste garnicht, dass es sowas gibt… Er fühlte sich aber auch nie verpflichtet, sich nachträglich darum zu kümmern. Ich glaube, dass er den ersten Drop nicht ernst genommen hatte. Für ihn war das ein weiteres Zeichen, dass ich ihn verliebt war und Aufmerksamkeit erschleichen wollte. Ich habe es aus Scham und aus „ich will ihn nicht nerven“ nie wieder angesprochen… Ich dachte ja auch, dass das irgendwie „normal“ ist, ich hatte keine Vergleichsmöglichkeiten, wusste nicht, dass und wie es anders geht.

Ich schrieb damals:

Bei uns gibt es ja mittlerweile fast keine Limits mehr und auch wenn ich ein Safeword habe, spielen wir heute “ich habe kein safeword” … bzw. der Deal war… ich kann mein Safeword benutzen, aber dann steht er auf, zieht sich an und geht… *gngngng*
(Bevor hier jetzt alle BDSM-Kenner und Doms aufschreien “DAS geht nicht, das ist schlechtes Domverhalten” – das war so abgemacht, wir “üben” für CNC … auf meinen Wunsch hin… Also Ruhe! *g*)

Es stimmt, ich war so naiv zu glauben, dass ich mich mit CNC für ihn unverzichtbar mache … Ich glaube er wusste damals schon, was das mit mir machen würde…. Er sagte damals Dinge wie „Ich habe Angst, was das danach mit Dir macht“ … Er hatte Recht – es hätte mich zerstört… Und er hätte es nicht auffangen können.

Fies – er verband mein Halsband mit meinen hinter dem Rücken verschränkten Armen… sinken die Arme, würge ich mich selber… DAS war dann wirklich Panik pur… weil ich während DT ja eh am “Ersticken” bin (ich weiß, ich übertreibe ein wenig… Büsschen!), beim Wegwühlen von ihm habe ich mir aber dann tatsächlich selber die Luft abgeschnürt… ich mußte mich aufsetzen, gegen den Druck seiner Hand, und dann hat er die Installation aufgelöst… (für mich fühlte sich das wie körperliches Safeworden an, aber das ist dann vielleicht das Talent des Doms zu unterscheiden, wie “ernst” eine Reaktion ist…?)

Es steht soviel „Falsches“ in diesen Sätzen, würde mir heute eine sub sowas beschreiben, ich würde ihr sagen, dass sie diesen Dom verlassen soll. Heute verstehe ich ansatzweise, sicher noch nicht ganz, wo diese Panik herkam. Sicher auch daher, dass dieser Satz am Anfang der Session gefallen ist, sicher auch daher, dass selbst wenn ich hätte safeworden wollen, ich dies nicht gekonnt hätte…. Wie denn? Dass ich es dann vielleicht trotzdem nicht mache, das liegt dann an mir – aber ich brauche die Option… ein kleines bisschen Restkontrolle…  Und ob H. immer so genau weiss, wie knapp solche Situationen für die sub sind? Mit dem Wissen von heute wage ich das durchaus anzuzweifeln. Ich weiss, dass ich keine „einfache“ sub bin, sicher durch solche Dinge keine einfachere sub geworden bin… Wunschzettelsub, Kampfsub…. Ja, aus Gründen… Ich weiss nicht, ob ich jemals wieder in der Lage sein werde, das zu machen, was ich mir so sehr wünsche – die Kontrolle abzugeben… Mich auszuliefern… Bedingungslos mein Leben in die Hand eines anderen Menschen zu geben und zu vertrauen, dass dieser darauf aufpasst… Und auch darauf aufpasst, dass keine seelischen Schäden entstehen und wenn sie entstehen, sie mit mir aufzulösen. Mir nicht das Gefühl zu geben, dass ich versagt habe… Dass ich anstrengend und kompliziert bin… Dass ich es besser hätte machen können, dass andere es besser können als ich und deswegen interessanter sind… Die Angst ist weiterhin da… Gestern reichte ein kleiner Ausblick auf ein Szenario von R. aus, um mich zusammenbrechen zu lassen., Die Tränen kullerten… Ich wollte, nein ich will das so gerne wieder können, aber ich kann noch nicht… Ich habe Angst…

Ich schrieb ausserdem:

Bei mir, und das möchte ich extra betonen, weil es glaube ich mind. 2 verschiedene Trigger für subdrop gibt – positive und negative… Bei mir auf jeden Fall positive, da gibt es überhaupt keine Frage und Diskussion… Ich denke, daß ich auch mittlerweile weiß, was die Erinnerungslücken zu bedeuten haben und das basiert alles (ALLES – wer es nicht verstanden hat, hier nochmal in groß) auf positiven Erlebnissen.
In den Foren wurde zuerst abgefragt, ob mein Dom gut zu mir ist, richtiges aftercare betreibt, das Fingerzeigen ging da ganz schnell in eine Richtung, die total falsch ist. Der arme Mann hat alles richtig gemacht und kann da überhaupt nichts dafür, im Gegenteil… ich bin ihm weiterhin sehr dankbar, daß er mir immer wieder aufzeigt, daß diese Welt meine Welt ist, daß ich da reinpasse, daß mir das Spaß macht und mich endlich angekommen fühlen lässt.

 

Achja *seufz* Ich habe immer versucht H. vor mir und vor anderen in einem guten Licht dastehen zu lassen, Loyalität bis ins Knochenmark…. Natürlich war der subdrop nicht durch einen positiven Trigger verursacht, keiner meiner Drops hatte einen positiven Background… Weil H. mich verlassen hätte, wenn ich es anders gesagt hätte … Er sagte damals in einer Email ungefähr etwas in der Tonaliät von „Wird das jetzt jedesmal passieren, wenn wir spielen?“  … Er sagte dann zwar, dass das nicht so gemeint sei…. Aber die Aussage stand im Raum… Keine Schwierigkeiten, Keinen Zeitaufwand, Nicht kompliziert… Also spielte ich alles runter, sagte ihm nicht mehr, wenn es mir schlecht ging, fing nicht an die Themen mit ihm aufzuarbeiten… Seine ganze Haltung mir gegenüber vermittelte mir „wenn Du kompliziert wirst, gehe ich“. Es ist also nicht seine Schuld, dass er mir nicht geholfen hat – er wusste von den meisten Dingen nichts. Ich stelle aber weiterhin die These auf, dass ein guter Dom garnicht erst wartet bis die Dinge eskalieren, sondern von sich aus um Kommunikation bemüht ist. Sich mit dem Wesen seiner sub beschäftigt und versucht sie zu verstehen. Und vorallem, dass er eine angstfreie Kommunikation anbietet.

Es braucht keinen Psychologen um zu verstehen, warum unsere Zeit geprägt war von guten Zeiten bei den Treffen und schlechten Zeiten zwischen den Treffen. Mir ging es jedesmal schlecht, ich durfte das nicht zeigen oder sagen, ich wollte seine Aufmerksamkeit und holte mir die auf dem einzigen Weg, den ich kannte… Streit-Provokation…. *seufz* Der Rest ist Geschichte.

Man kann ihm an diesen Stellen nur bedingt eine Schuld zu sprechen, wenn die Frauen, mich eingeschlossen, nicht mit ihm reden, dann kann er auch nicht reagieren. Nun, ich habe mit ihm geredet, sehr ehrlich und er hat alles dafür getan, dass ich das schnellstmöglich nicht mehr konnte. Es brauchte eine weitere sub, die ihm gestanden hat, dass es ihr schlecht ging … und auch ab und an noch schlecht geht, nach den Treffen mit ihm, damit er es ernst nimmt. Vielleicht hat er mich nachträglich ernst genommen. Da war und ist  es dann allerdings schon zu spät.

Was ich damals auch noch schrieb:

Der Autor (Jay Wiseman, SM 101) meint das ganz sicher nicht so, er weist nur auf sehr ausführliche Art und Weise auf die Gefahren hin, die existieren – keine Frage!
Aber wenn man das alles liest, bevor man überhaupt irgendwelche praktischen Erfahrungen gesammelt hat, fängt man wahrscheinlich garnicht erst an – oder fordert von seinem Spielpartner Dinge, die den dann gleich schreiend wegrennen lassen.

Hachja, ich werde das Buch nochmal lesen müssen. Ich will es nochmal lesen… Bewusst … Mit meinem Wissensstand von heute… Ich werde mich nicht mehr lustig machen darüber… Und ich fordere mittlerweile viel mehr von meinen Spielpartnern, ich bin sehr viel vorsichtiger… Wie gesagt, das macht es für mich sicher nicht einfacher einen Dom zu finden.

Es kostet mich auch bei R. sehr viel Kraft ihm zu sagen, was geht und was nicht geht. Ich bin an dieser Stelle sausensibel geworden… Es kämpft die sub, die sich hingeben will, mit der sub, die aufpasst…. Das ist so anstrengend und zermürbend… Und es trifft die Falschen… nicht den Verursacher, sondern die, die versuchen, es besser zu machen.

Was habe ich aus dem Schreiben dieses Textes gelernt?

Viel…. Ich habe erkannt, dass es nicht die Maske war oder die Fesselhaltung, die damals der Auslöser war, sondern der Satz, das Szenario und mangelndes Aftercare… Ich bin (noch) nicht bereit für Kontrollverlust… Ich brauche die letzte Möglichkeit etwas zu stoppen und zu wissen, dass der andere mich nicht verlässt, verurteilt oder gar verachtet. Das ganze Szenario war komplett auf meine Verlustangst ausgerichtet… Das steht auf meiner Hardlimitliste „Spiele nicht mit meinen emotionalen Triggern: Verlustangst, Liebes-/Aufmerksamkeitsentzug, keine erniedrigenden Kommentare zu meiner Figur“ … Meine Limits wurden nicht beachtet… Ich habe vertraut und habe verloren… Zum Grossteil mich selber, meine positive Naivität… Meine Möglichkeit, mich fallen zu lassen, zu vertrauen…

Mein Ziel:

Ich möchte wieder vertrauen können… Ich werde – in kleinen Schritten – mutig sein… Ich werde auch weiterhin über meinen Schatten springen und unangenehme Dinge ansprechen oder Dinge, die mir schwerfallen, weil sie peinlich oder persönlich sind… Ich werde daran arbeiten… Ich werde mich darüber nicht mehr definieren… Ich bin stärker als das, aber ich werde besser auf mich aufpassen müssen.

Speed-Dating und die nächste Aufgabe

Speed-Dating und die nächste Aufgabe

Tja… Nun kann ich das auch als „Erledigt“ abhaken… 😉

Wie wars?
Also erstmal waren zuwenig Männer da… 8 Frauen, 4 Männer… Dadurch hatte die ein oder andere immer mal Pause… 8 Minuten pro Unterhaltung… Die gehen ganz schön schnell rum… Zu schnell für die Männer *g* Ich habe scheinbar das Talent Männer zum Quatschen zu bringen, die wenigsten haben es geschafft mich zum Reden zu bringen.
Es war unterhaltsam, es war eine gute Übung für Dates an sich… die unangenehme Stille brechen, Fragen stellen…  usw.

Mein Traumprinz war nicht dabei, damit hatte ich aber auch nicht gerechnet…. Mit 2 Kandidaten würde ich ein Bier trinken gehen, ich glaube, dass das lustig wäre….  Aber mehr glaube ich nicht 😉

 

Gestern hatte ich dann abends abends noch eine schöne Unterhaltung mit R., wir kamen über unser Flirten dann auf eine seiner Fantasien: Eine Verhörsituation, wo die Folterinstrumente quasi vor mir liegen… und ich nicht weiss, was passiert…

Ich spürte die Panik hochsteigen und die Tränen in die Augen schiessen… Ich finde die Situation ja an sich sehr erotisch, aber da ist das „Trauma“ der Panik/Angst aus dem Treffen mit H. , was ja auch den ersten Drop auslöste und den ich glaube ich nie richtig aufgearbeitet habe, sicher nicht mit H. Da R. und ich uns erstmal nicht „in echt“ sehen können und mir aber klar ist, dass diese Dinge aufgearbeitet werden müssen, wenn ich weiterkommen will und auch letztlich komplett von H. befreit sein möchte, muss ich mich den Dingen stellen.

Also ist die von mir für mich gestellte und von R. abgesegnete Aufgabe: Schreibe einen Aufsatz über das Erlebnis und versuche die Trigger zu finden.

Das werde ich nun heute versuchen…. Mit viel Tränen, vermutlich … Aber … es muss raus…. Also, drückt mir die Daumen.

2538 – Der Epilog H.

2538 – Der Epilog H.

2538 Emails habe ich gerade gelöscht, alle Bilder, alle Hinweise, dass Du ein Teil meines Lebens warst.

In wenigen Tagen wäre es unsere 1-jährige Kontaktaufnahme gewesen, etwas, was Du zutiefst albern findest und eh‘ nicht zu schätzen weisst.

Dies ist der Epilog auf etwas, das etwas Schönes hätte werden können … Aber einer von uns konnte nicht aus seiner Haut raus.

Wo ist der Mann, der mit Tränen in den Augen auf meiner Couch gesessen hat? Der Dinge gesagt hat wie „Es ist mir nicht egal, wenn Du mit anderen spielst“? Den es gefreut hat, als mich endlich seine anderen Frauen gestört haben? Den ich zum Schweben gebracht habe? Der Mann, der Dom, der mich viel hat lernen lassen? Der mir seine Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt hat? Der mir den Regular-Status angeboten hat? Der für mich seine Version eines Anzuges angezogen hat?

Den gibt es schon eine ganze Weile nicht mehr und ich wusste, dass er nicht mehr zurückkommt… Meine Zeit auf der guten Seite war abgelaufen…

Für meine Leser:

Dies ist ein langer, vielleicht der längste Eintrag in meinem Blog… Er ist über mehrere Tage entstanden und er ist eine Abrechnung und ein Abschluss.

Ich habe etwas gemacht, was meinem Karmakonto bestimmt einen kurzen Ausflug ins Minus bescheren wird… Etwas, was mir zutiefst Freude und Genugtuung verschafft hat… Etwas, was die schlechteste Seite meines Charakters hervorgeholt hat… Und es tut so gut.

Bei unserm Gespräch im Januar hatten H. und ich ja eine Pause vereinbart. Vor meinem Unfall hatte ich darum gebeten, dass wir uns Ende März treffen. Das wollte H. nicht… Er fand es zu früh. Dann kam mein Unfall und H. war an meiner Seite – in Krisen dieser Art kann er ja ganz wunderbar Probleme lösen, die nichs mit ihm zu tun haben. Dann sagte ich ihm, dass mir Aufmerksamkeit fehlt, weil es auch so offensichtlich ist, dass er seine volle Aufmerksamkeit auf eine Dame gelenkt hat, die auf der gleichen Plattform wie wir herumspringt. Die ich länger kannte als er, auf die er allerdings schon immer scharf war… Nun, er hat(te) sie an der Angel… Und siehe da… Er konnte dort kommunizieren, er konnte witzig und aufmerksam sein, er konnte flirten…. Was hinter den Kulissen lief, hat sie alle wissen lassen… Er war sein Jagd-Selbst, der charmante, aufgeschlossene, verständnisvolle Dom… Bis dato waren die anderen Frauen kein Thema für mich, aber da ich mich dieser Frau sehr anvertraut hatte und nicht wusste, was sie ihm oder er ihr über mich erzählte, fand ich das unangenehm. Ich wusste, dass sie eine Frau ist, in die er sich verlieben könnte. Ich wusste, wieviel er mit ihr kommuniziert, dass er ihr zuliebe Regeln gebrochen hat, die er immer vor meiner Nase rumgedengelt hat… Es geht also, es ging nur nicht für mich. Ich fand es respektlos von beiden, dass sie so vor allen rumflirteten, wissend, dass mehrere seiner subs mitlesen. Für mich hätte er die Situation regulieren sollen, er findet, dass das nicht seine Aufgabe ist und er nicht bestimmt, was seine Frauen machen.

Nunja, ich war also neidisch und eifersüchtig und sagte das… Und hatte gleich das nächste Problemgespräch an der Backe. In meiner Verzweiflung verwandelte ich mich in einen Autoverkäufer… Nur verkaufte ich kein Auto, sonder mich…. Im Rückblick degradierend und peinlich. Und nach ein paar Stunden Nachdenkens war mir klar, mit einem Mann, der so an mir und an der Beziehung zweifelt und der nicht in der Lage ist alle seine Frauen fair und respektvoll zu behandeln, möchte ich – nein, kann ich nicht mehr spielen.

Also habe ich ihm ein Ultimatum gestellt (darüber habe ich hier gebloggt)… Ich habe fest damit gerechnet, dass er sagt „Nein Danke“ … hat er nicht, er hat sich erklärt, hat seine übliche Verteidigungsrede geschwungen und hat – wie immer – keine Entscheidung getroffen. Ich war überrascht und dachte mir „Na dann, mal abwarten, ob er seinen Worten Taten folgen lässt“ … Weiterhin wissend, dass ich nicht mehr mit ihm Spielen würde … Und das habe ich die letzten Wochen gemacht… Ich habe geschaut, was er tut und was er nicht tut… Ich habe ihn in dem Glauben gelassen, dass wir okay sind und dass ich mich auf ihn freue… Er hat sich eine „Ds-Auszeit“ genommen (von mir, mit den anderen hat er sicher kommuniziert) und hat sich drauf gefreut, seinen Stress mit mir abzubauen…. Alles immer schön vage und unverbindlich… Auf alle Fragen meinerseits bezüglich der Dame (Ich nenne sie der Einfachheit jetzt Plappermaul), bekam ich keine Antwort. Alles was ich wissen wollte war, ob sie sich letztes Wochenende treffen würden – Was das Plappermaul auf der Plattform groß angekündigt hat. Es ging also lediglich um die Bestätigung einer bereits bekannten Tatsache. Er ignorierte die Frage, reagierte aber auf mein immer noch sehr ehrliches Verhalten, indem ich ihm gesagt habe, dass ich mich mit seiner anderen sub am Sonntag treffen würde. Er war überrascht, er hätte das nicht gedacht, er wollte wissen, warum. Ich habe darauf nur, wie er, mit einer Gegenfrage geantwortet – also nichts anderes gemacht, als er es immer macht und hatte den Knopf gefunden. Er ging hoch: Das sei ihm alles zu anstrengend, er stehe auf unkompliziert und wir seien das Gegenteil davon.

Ich war nicht überrascht, ich war gut vorbereitet und hatte die Antwort auf seine Emails bereits 2 Tage vorher begonnen.

Seitdem sind 2538 Emails von meinem Telefon verschwunden, alle Kontakte abgebrochen, er ist auf allen Plattformen ignoriert und es gibt keinen Weg zurück. Die letzte Email von mir an ihn war bewusst so formuliert, dass es keinen Weg zurück gibt. Sein Stolz wird das nicht zulassen und mein Ego auch nicht.

Mit seiner sub habe ich mich natürlich trotzdem getroffen, sagen wir so, das Treffen war aufschlußreich und für uns beide, was die Zukunft angeht, sehr positiv. Wir haben gemeinsame Pläne geschmiedet, wollen mal auf eine Fetischparty, mal zu einem BDSM-Stammtisch gehen und wer weiss, was wir sonst noch miteinander anstellen.

Und dank Plappermaul wissen alle seine subs, dass sie nun blaue Brüste hat und anal gesquirtet hat… Dass sie auf Essen und Schlaf verzichtet, er der Größte ist und sowieso… Kommt einem das bekannt vor? Jepp, mir auch… Vielleicht wurmt es mich, weil das tatsächlich sehr nah an meiner Verhaltensweise ist….Wobei ich NIEMALS eine seiner sub so behandelt hätte oder habe. Es gab Zeiten, da gab es eine weitere sub auf tumblr und ich habe dort niemals sowas geschrieben, was sie hätte verletzen können. Ich finde das gehört sich einfach nicht.

Bevor jetzt hier der ein oder andere sich wegen Dom-Bashings beschwert oder dass ich ihn schlecht behandelt habe:
Er hat es nicht anders verdient…. Ich habe ihm lediglich für einen wirklich kurzen Moment einen Spiegel vorgehalten, wie es sich anfühlt, wenn man verarscht wird. Und ich habe in den letzten Tagen viel gelernt, über mich, über ihn – der Dunst der Faszination ist weg, der Lack ist ab… ich sehe mehr als vorher…. Und ja, wir hatten tolle Zeiten – verglichen mit den schlechten… Puh, wie die Bilanz ausfällt kann jeder in meinem Blog nachlesen. Ja, ich hätte gehen können – ich hätte sogar mehrfach gehen sollen…. Ich hatte nicht die Kraft dazu, ich hatte immernoch die Hoffnung, dass er all das, was er gesagt und vorallem angedeutet hat, auch so meint. Und hier liegt das Problem: H. spricht oder schreibt wenig konkret aus, was Beziehungssachen oder Wertschätzung angeht… Aber er deutet an… Oben stehen ein paar Sätze, die er mir gesagt hat, die finde ich schon schwierig einzuordnen in einer kalten, emotionslosen Sexbeziehung, die er angeblich immer mit mir geführt hat… Nun ja… das war bestimmt auch alles mein Fehler, das habe ich bestimmt alles falsch verstanden.

Ich bin am meisten von mir enttäuscht, klar… Aber es gibt auch Punkte, die mich an ihm enttäuschen… Den größten Vorwurf, den ich ihm mache, ist, dass er zwar immer sagt, was man von ihm erwarten kann… Dass er sich aber oft anders verhält, gerade am Anfang… Ganz oft war die Situation so, dass ich von unserer Vereinbarung ausgegangen bin und er sie dann auf ein anderes Level gehoben hat, ich davon überrascht war aber natürlich auch erfreut und es hat Hoffnungen geweckt… Es war immer er, der die Beziehung mit Emotionen gefüllt hat… Ich bin zwar ein emotinaler Typ, aber ich habe NIE als Erste irgendwas Beziehungsdefinierendes zu ihm gesagt… Das kam immer von ihm… Was ich gemacht habe, war, ihm immer die Wahrheit zu sagen…..  (Nun im Endeffekt bin ich genau dafür abgeschossen worden *g*)

Die Lügen: Achje, ja es war mir klar, dass er nicht ehrlich ist…. nicht ehrlich sein kann, so wie er sein Leben aufbaut. Aber irgendwie war ich naiv genug zu glauben, dass es bei mir anders ist … Dass ich genug hinter seine Fassade schauen kann…. Dass er mir die Wahrheit sagt… Falsch! Ich möchte garnicht darüber nachdenken, wie oft er mich wirklich belogen hat…

Die Philosophie: Er möchte Dom sein, aber ohne die Pflichten, die ein Dom hat, weil er ja nur Casual ist. Aber er will auf der anderen Seite totales Vertrauen und Hingabe, er verschiebt gerne Grenzen und macht sich keinen Kopf, was das ausrichten kann. Er versteht bis heute seine subs nicht, er kann die Denke nicht nachvollziehen – und er will auch nicht! Das würde ja Arbeit bedeuten… Oder in Konsequenz, dass er die sub nicht bespielen kann, wenn er verstehen würde, was er da anrichten kann. Sein Idealfall ist also – nach der erwähnten sehr kuscheligen, flirtigen Anfangsphase – eine Email um ein Treffen auszumachen, Sex, eine Dankesemail, eine Email um ein Treffen auszumachen, Sex, eine Dankesemail…. usw.

Das funktioniert für keine sub, die ich bis jetzt getroffen habe… Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen subs, die er so hat, das anders sehen als ich – es sind entweder sehr junge Frauen oder Novizinnen – sein Beuteschema… Ist ja auch verständlich… Die glauben im Zweifelsfall, dass so, wie er das lebt, eine gute Art ist Ds zu betreiben. Ich war da immer schon unbequem… Ich habe zuviel gelesen, mich zuviel mit anderen Doms und subs ausgetauscht und ja, auch ich habe ihn, genau wie alle seine anderen subs, belogen um ihn nicht zu verlieren. Mich angepasst, um ihn nicht zu verlieren. Ich habe ihn belogen, er hat mich belogen… Alle seine Beziehungen basieren auf diesen Lügen… ICH möchte so nicht leben… Es hat lange gedauert, bis ich das verinnerlicht hatte. Man kann sich ja auch wunderbar selber belügen.

Das Ding ist: Ich weiss, dass ich unemotional spielen kann… Das habe ich ihm am Anfang mehrfach angeboten… Er hatte die Wahl, ob er einer von vielen sein möchte oder ob er mehr sein möchte… Ob er mein „Zuhause“ sein möchte… Er hat diese Option gewählt… und sich damit die Optionen, die ich damit verbinde – mitunter die Aussicht auf CNC – gesichert… Und bekommen, dass wir ohne Limits spielen….  Ohne Rücksicht auf Verluste… Es war immer er, der mehr Informationen über die anderen Männer haben wollte, der als Erster immer alles erzählt bekommen wollte… Ich hätte das nicht gebraucht, aber natürlich gaukelt auch das eine Form von Nähe, Intimität und Vertrauen vor…

Subdrops: Den ersten Drop kann ich ihm nicht ankreiden, er wusste nicht, was es ist… (Okay, man kann diskutieren, ob ein Mann mit 20 Jahren+ Erfahrung im Ds es sich erlauben kann, nicht zu wissen, was ein subdrop ist….) Den Zweiten hat er nicht ernst genommen. Den Dritten hat er vielleicht ernst genommen, aber ignoriert, wie er mir hätte helfen können. Er hat mich gefragt, was er für mich tun kann, ich habe es ihm gesagt, er hat es nicht gemacht… Und ist davon ausgegangen, dass der Drop von selber weggeht bzw. ich ihn wegebekomme… Das war dann der erste Abschuss, denn ich habe es nicht geschafft… ich wurde ihm zu anstrengend… (nachzulesen hier). Bei unserem Gespräch hat er zwar zugegeben, dass er sich falsch verhalten hat und dass ihm mittlerweile andere subs von ihren Drops mit ihm erzählt hatten (was ich schon wusste), wovon er auch sehr bewegt war… aber was mir leider nicht das Gefühl geben konnte, dass er beim nächsten Drop da gewesen wäre… Das Vertrauen war einfach nicht mehr da…

Und ja, ich hätte nach dem ersten, spätestens nach dem zweiten Drop gehen sollen – aber ich war zu schwach, ich hatte noch Hoffnung…. (Jaja, ich weiss)

Sein Dom-Sein: Ich würde ihn heute nicht mehr als Dom bezeichnen (mich auch nicht zwingend als sub, aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Eintrag). Und ich finde es auch falsch, wenn er als solcher „firmiert“. Auch wenn er mit der „Szene“ nichts zu tun haben will und sich klar von den „gruseligen Gestalten“, die darin rumlaufen abgrenzt, so kann er, denke ich, die Begriffe aus der Szene nur verwenden, wenn er weiss, was sie bedeuten und was andere Personen damit verbinden (könnten). Er könnte als Top oder Sadist firmieren, dann hätte er einen Freifahrtschein… Keiner würde ein Dom-Verhalten erwarten… Aber als Dom, und das hat er mir auch so gesagt, behandelt er seine subs wie ein Geschenk….
Ich muss heute bei dem Satz immer lachen und danach kurz mal kotzen. Es gibt kaum jemanden, der sich un-dommiger verhält als er, weiiiiiil er ja nur Casual-Dom ist und er damit seine eigenen Regeln aufstellt, wie und wann und wieviel er sich um das Wohlergehen seiner subs kümmert… Jaja, die Begrifflichkeiten…

Für mich ist es eben so, dass es da keinen grossen Unterschied gibt… Wenn sich mir eine Frau hingibt, mir ihr Leben in die Hand gibt, ihre seelische und körperliche Gesundheit, dann bin ich für sie verantwortlich – egal, wie oft man sich zum Spielen trifft und wieviel Beziehungen man so unterhält… Wenn man das nicht kann, dann sollte man die Anzahl seiner Beziehungen beschränken. H. macht das eben so, dass er Frau so lange „unterhält“ wie sie spurt, wird sie anstrengend oder fordernd oder langweilig, dann weg mit ihr… und mit einer Neuen neu anfangen… Am Anfang sind sie alle unkompliziert…. Ich bin erst seit einem Jahr in seinem Dunstkreis, aber dieses Verhalten wiederholt sich… Nach eigenen Angaben wirft ihn sowas ja auch nicht aus der Bahn… Er ist mal ein bisschen traurig, verdrückt vielleicht mal ein Tränchen aber mein Gott, die Nächste wartet ja schon… Keine Zeit zu verlieren… Eine Woche ohne Sex geht ja nun auch garnicht… 😉

Limits: Ich habe mich die letzten Tage oft gefragt, was es an ihm war, dass mich so unvorsichtig hat werden lassen. Ich kann froh sein, dass mir körperlich nicht mehr passiert und ich seelisch scheinbar sehr robust bin und in der Lage bin, mich wieder aufzurichten. Seine Philosophie und sein Verhalten erzeugen ein „Friss oder Stirb“-Moment… Jedesmal, jede Entscheidung, die ich treffen musste, war im Hinblick darauf, dass ich seine Konditionen von Anfang an kannte und er sich darauf berufen konnte. Er hat mir nie etwas anderes versprochen (nunja, ich sehe wie gesagt einige von ihm getätigte Aussagen als eine Änderung der Grundlagen, aber das sieht er bestimmt anders) aber in einer Diskussion zieht er sich immer wieder auf die von ihm festgelegten Regeln zurück. Da ich keine Ultimaten stellen kann, da er auf die nicht eingeht… Da ich keine Kompromisse erzielen kann, denn er geht auf die auch nicht ein, habe ich nur den einen Weg – umdrehen und gehen. Ich wollte ihn nicht verlieren und habe dafür viel riskiert. Ich bin ja nicht die Einzige, die in diesem Dilemma steckt. Ich muss eigentlich die Frauen bewundern, die nach dem 1-3 Treffen die Reissleine ziehen, weil sie erkennen, dass er ihnen nich gut tun wird und sie verletzen wird.

Verantwortung: Wir hatten da so den Fall, dass H. „aus Versehen“ ohne Gummi in meine Pussy eingedrungen ist… Gekommen ist er woanders, aber er war drin… Und das am Tage meines Eisprungs…. Ich habe kurz morgens nachgefragt, ob ich das richtig mitbekommen hatte, er bestätigte und fragte, ob ich mir Sorgen machen würde. Ich sagte, dass ich auf dem Weg zum Arzt sei… Pille danach besorgen. Er erklärte mir, dass es bei ihm nie vorkommen würde, dass er einen Lusttropfen (was ein bescheuertes Wort, ehrlich!) habe und er sowieso schon lange und oft coitus interruptus anwenden würde und noch nie was passier sei und ich übertreiben würde. Das war das letzte, was ich von ihm dazu hörte. Ich also Arzt, Pille gekauft, eingenommen… meinen Hormonhaushalt komplett durcheinander gebracht (Bis heute übrigens). Normalerweise kommen nach der Einnahm die Tage früher, bei mir kamen sie 6 Wochen nicht. Ich glaube es war jede Woche ein Schwangerschaftstest… Er wusste davon. Er hat sich nie angeboten als Schulter, hat nie angeboten die Pille mitzufinanzieren… Ignorierte mich und meine Sorgen einfach. War dann allerdings überrascht, dass ich so lange, nämlich 3 Wochen lang, meine Tage habe… Und warum das wohl so sei…
Dass wir dann ohne Gummi gepoppt haben, weil ich dann ja die normale Pille genommen habe, war totaler Irrsinn, ich weiss, total unverantwortlich und ja, ich schäme mich dafür! Aber es zeigt mir, was diese Situation mit mir gemacht hat, ich habe, um ihn zu halten, alle meine guten Geister davon gescheucht. Unglaublich, wie dumm ich sein kann. Ich weiss nicht, ob es das besser macht, dass ich NIE geglaubt habe, dass er mit den anderen ohne Gummi poppt… So naiv war ich immerhin nicht, das macht meine Entscheidung allerdings noch dämlicher… Und ja, ich habe dafür bereis mehrere Kopfwaschgespräche meiner Freundinnen erhalten…. *seufz*
Aber: In meinen Augen zeigt das sehr deutlich, wie er Verantwortung versteht … Nämlich garnicht…. Es wäre ein Einfaches für ihn gewesen, mir beizustehen, meine Nerven zu beruhigen, einfach irgendwie zu reagieren – sich vielleicht auch mal dafür zu entschuldigen… Nichs…
Mag ja sein, dass er davon ausgeht, dass er unfruchtbar ist – das könnte er ja mal testen lassen… Aber ich fürchte das ist dann nicht im Einklang mit seinem Verständnis von Männlichkeit … Nunja, seine Männlichkeit… Aber darauf einzugehen, das wäre nun wirklich ein Karma-Minuspunkt…. Hier im Blog wurden ja auch schon einige Dinge angesprochen, die er nicht sehr verantwortungsbewusst behandelt: Der Alkohol zum Beispiel… Das teilweise unverantwortliche Umgehen mit Spielsachen… Unsichere Positionen…. Mangelnde Kommunikation während der Sessions mit neuen Elementen…. Der Umgang mit den Drops…  Die Kommunikation…

Meine Theorie über ihn: Eigentlich tut er mir ja wahnsinnig leid. Er hat sich ein total zweigeteiltes Leben aufgebaut, deren Teile er wie ein fanatischer Paranoider geachtet wissen möchte. Keiner seiner Menschen auf der anderen Seite weiss von seinen Neigungen und seinem Leben. Die meisten seiner Frauen haben keinen Zugriff auf den anderen Teil seines Lebens. Das Privatleben findet auf dem iPhone statt, die Frauen auf dem Androiden. Eine Postkarte könnte das Ende bedeuteten, weil das für ihn eine Grenzverletzung ist…  Heisst für mich: KEIN Mensch in seinem Leben kennt ihn wirklich, er lässt KEINEN wirklich an sich heran… Er ist immer irgendwie alleine… Muss ständig aufpassen! Kein Wunder, dass er so ist, wie er ist. Er holt sich mit den kleinen Kuschelphasen und dem Übernachten mit seinen Frauen, die Nähe und Initmität, die er sich vielleicht wünscht, aber nicht bekommen kann, weil sich das mit seinem Einmauern nicht funktioniert. Er hat mir mal erzählt, dass er absichtlich dafür sorgt, dass sein Herz total eingemauert ist. SO fest und hoch, dass selbst wenn mal die Bomben treffen, sie nur kleine Splitter der Festung rauslösen. Aber mitnichten in der Lage sind, die Mauern zu durchbrechen. Ich weiss nicht, was in seinem Leben ihn zu dieser Entscheidung getrieben haben, aber es tut mir so wahnsinnig leid. Er steht sich selber im Weg… Vielleicht weiss er das sogar, aber die Angst vor Enttäuschung und Schmerzen sind wohl zu gross. Ich glaube auch, dass das unser größtes Problem war. Ich bilde mir einfach mal ein, dass ich ihn relativ schnell verstanden habe, gesehen habe, wer da hinter den Mauern steckt… Und immer und immer wieder an den Mauern rumgeklopft habe, um sie einzureissen. Mein Angebot an ihn CNC zu spielen, war niemals der Wunsch für MICH etwas zu erreichen. Ich wollte IHM die Möglichkeit geben loszulassen, er selber zu sein, sich nicht kontrollieren und verstellen zu müssen. Und einfach mal fühlen zu können – unbeherrscht und frei.
Und ja, ich denke, dass ihm das alles nicht geheuer war… Vielleicht schafft es eine der nächsten Frauen an den kleinen Rissen im Mauerwerk weiterzuarbeiten. Vielleicht erkennt er auch, dass er Hilfe braucht. Dass es ihm schon helfen würde, einfach mal mit jemand zu reden…. Jemand, der nicht seine sub ist… Der ihm die Wahrheit sagen kann ohne zu befürchten, dass es Konsequenzen hat. Vielleicht findet er auch irgendwann den Mut und steht zu seiner Neigung – seinem anderen Leben gegenüber. Ich würde es ihm wünschen. Ein weitere Wunsch für ihn ist, dass er irgendwann den Mut und das Rückgrat und den Respekt für seine Frauen entwickelt wenigstens persönlich Schluss zu machen. Beide Male bekam ich eine Email… Das ist einfach feige…. Soviel sollten Dir Deine Frauen dann doch wert sein… Aber das kann er nunmal nicht: Direkte Konfrontation… Problem ansprechen und besprechen, die mit ihm zu tun haben… Kann er nicht…. Auch das hoffe ich, lernt er noch.
Er möchte nicht enttäuschen, er möchte nicht Menschen traurig machen, er möchte nicht verletzen – er tut leider kaum was anderes…. Ich hoffe für ihn, dass er irgendwann die Mechanismen erkennt, die es bräuchte um das zu verhindern.

Mein Fazit: Ich bin nicht sehr stolz auf das, was ich die letzten Wochen gemacht habe. Aber ich brauchte die Genugtuung, ihn wenigstens ein wenig getroffen zu haben. Ich brauchte auch diese Zeit um mich gänzlich von ihm zu lösen, den Respekt und die Zuneigung zu ihm verlieren. Zu Erkennen, dass ich ihn nicht ändern werde… Dass auch ich es ihm nicht wert bin, sich zu ändern. Das war hart, das hat Zeit gebraucht, es sind viele, viele Tränen bei mir geflossen … und dafür brauchte ich einfach einen grossen Knall. Ich werde ihm immer dankbar sein, für das, was ich bei ihm lernen durfte – Good and Bad! Everything happens for a reason … Ich weiss, dass ich nun besser weiss, was ich will und was nicht. Ich hoffe, dass ich das in der Zukunft für mich nutzen kann. Es tut weh, belogen und benutzt zu werden, aber ich habe diesen Schmerz genutzt mir über Einiges klar zu werden. Und ich bin nun endlich frei – frei für Neues und Neue… Ich habe die ganze Zeit nicht realisiert, wie belastend das Ganze für mich war. Als ich Freitag seine Email bekam, dass Schluss ist, war ich einfach nur erleichtert. Von meinem ganzen Körper ist eine Last genommen – ich konnte freier atmen, meine Schultern haben sich entspannt… Ich konnte problemlos durchschlafen… Ohne Tränen in der Nacht… Ich hatte/habe einen akuten Anfall von Appetitlosigkeit… Das finde ich, auch wenn es wohl auf ihn zurückzuführen ist, eine sehr erfreuliche Nebenwirkung. Normalerweise bin ich StressEsser… Vielleicht war aber eben auch die komplette letzte Zeit Stress… Und jetzt ist Freiheit.

Und das wars nun…. Ich habe aus dieser „Beziehung“ gelernt, was für eine sub ich sein möchte, was meine Vorlieben und Kinks sind… Was ich noch alles ausprobieren möchte… Ich habe meine Grenzen kennengelernt und die Problematik meiner fehlenden Schmerzgrenze…. Ich weiss, dass ich an meinen Minderwertigkeitskomplexen arbeiten muss und lernen muss, dass Safeworden nicht gleich Versagen ist… Ich weiss, dass ich aus dieser Sache gestärkt rausgehe, mir nichts mehr fehlt, nur weil er nicht mit mir spricht oder weil ich nicht mehr mit ihm spielen kann … Es mir soviel besser geht, jetzt wo ich nicht mehr warten und hoffen muss, dass er sich meldet … Ich weiss, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe – Ich weiss, dass ich etwas Besseres verdient habe….

Eine Freundin von mir hat mir immer gesagt: Das Schicksal stelle Dir immer wieder die gleichen Aufgaben – bis Du Dich ihnen stellst. Das habe ich nun getan… Wir waren in einem Teufelskreis und konnten den nicht durchbrechen -Er steckt immer noch in seinem persönlichen Teufelskreis…. Und ja, momentan funktioniert es für ihn – das kannst er sich weiter einreden… Ich kenne das – es ist soviel einfacher, sich etwas einzureden, als sich seinen Problemen zu stellen.

Ich wünsche ihm alles Gute und dass weder er noch andere Frauen auf seinem weiteren Lebensweg verletzt werden.

 

Danke für alle, die bis hierher durchgelesen haben… Sorry für den äußerst langen und vielleicht eher untypischen Blogeintrag… Ich harre mal dem „Shitstorm“, der mich hier treffen kann (auch wenn ich hoffe, dass er nicht kommt *g*)

 

Genießt die Sonne, wenn ihr könnt!
Lila

Neverending Story… Oder eben auch nicht

Neverending Story… Oder eben auch nicht

Die letzten Wochen waren wieder turbulent mit H.

Super besorgt meldete er sich bei mir, als er von dem Unfall gehört hatte, er hat mich besucht und wir haben einen netten, sexfreien (wie auch mit dem Arm?) Abend verlebt. Wie immer war ich ehrlich, vielleicht zu ehrlich.
Die Hintergrundstory: Seit ich ihn kenne ist er auf eine tumblr-Bloggerin scharf. Ich hatte mit ihr zuerst Kontakt, als ich den subdrop hatte, damals hat sie mir sehr geholfen. Ich habe ihr damals allerdings auch viel von meiner Situation und damit von H. erzählt und sie meinte immer, dass das und damit er nichts für sie wäre. Sie an meiner Stelle würde gehen. Nun… mittlerweile haben die beiden sich angefreundet und flirten sehr offensichtlich auf tumblr miteinander. Sie werden sich treffen. Sie ist genau sein Typ, ich nehme an, dass er schon verknallt ist und sich verlieben wird. Habe ich ihm auch so gesagt – ich sag‘ ja – vielleicht zu ehrlich. H. flirtet ebenfalls mit seiner neuen sub, die hat allerdings keinen Account, schaut nur ab und an auf seine Seite. Die 3. oder 4., je nachdem, ob man mich mitzählen möchte oder nicht, treibt sich nicht auf tumblr rum. Vielleicht ist sie die Schlauste!

Die ersten Posts dieser Art, nachdem ich die Zusammenhänge gerafft hatte, haben mich ziemlich mitgenommen und getroffen… und das habe ich H. gesagt… Aus dramatischen Erzählgründen habe ich gesagt, dass ich hätte Kotzen können. Hätte ich zwar wirklich, habe ich aber nicht. Nun, wie dem auch sei –  aufgrund dieser Aussage kam H. Dienstag nochmal vorbei. Weil – per Email klären wir sowas nicht mehr, das haben wir gelernt, das können wir nicht.

An diesem Abend dachte ich, dass es ein erfolgreiches Gespräch war… Wir haben über C. und ihn gesprochen, es gibt soviele Dinge, die in diese komplizierte Situation mit reinspielen. Mich stört, dass ich ihr soviel von mir erzählt habe. Mich stört, dass er mit jeder Frau flirtet, nur nicht mit mir – bewusst, wie er sagt. Es stört mich, dass sie – obwohl sie von mir weiss und weiss, dass ich mitlese – so respektlos ist … aus ihr purzelt alles raus – ungefiltert …. Das ist wie ein Livestream… Ich weiss, wann sie chatten, worüber sie sprechen, dass sie sich treffen, was für Pläne sie schmieden, dass er ihr ein Foto seines Schwanzes geschickt hat… All das steht für die ganze Welt sichtbar.

Wo ist der Mann, der Paranoia bekommt, wenn ich mich mit 2 subs über den Einsatz eines Hitachi an einem männlichen Glied unterhalte, weil er das Gefühl hat, dass ihn das unter Zugzwang setzt?

Den gibt es wohl nur bei mir. Im Krankenhaus hat er mir seine Telefonnummer gegeben – nach einem halben Jahr… da musste ich mir erst die Knochen brechen, damit wir mal telefonieren. Nunja, die Freude wurde getrübt als ich Anruf und er mir die Nummer seines Geschäftstelefons gegeben hatte.

In unserem Gespräch am Dienstag fragte er mich wieder – zwar indirekt, aber dennoch hing die Frage im Raum – ob ich sicher sei, dass ich nicht doch in ihn verliebt sei. Bei dieser Frage möchte ich einfach jedem, der sie mir stellt, vor die Füße kotzen. Ich weiß nicht, wie oft ich schon in dieser Situation war… Das nervt einfach.

Ich führte ein regelrechtes Verkaufsgespräch, ich wollte ihn unbedingt überzeugen, dass wir das schaffen. Mein Optimismus war ungetrübt. Trotz aller Tiefschläge – ich wollte nicht aufgeben. Ich bin eifersüchtig, das ist mein Problem, er hat da keine Rücksicht drauf zu nehmen – an sich.

Nette Pointe: Vor einiger Zeit hatten wir die umgekehrte Situation, ich stellte gewisse Dinge auf meinem tumblr ein, nahm Rücksicht auf ihn. Er sagte mir damals, dass ich machen muss, was ich will und auf ihn einfach keine Rücksicht nehmen solle. Ich meinte damals, dass er von mir verlangen würde, dass ich etwas machen soll, von dem ich weiss, dass es ihn verletzten könnte. Er sagte: Das muss Dir egal sein.Gut, ich pfefferte ihm genau diese Worte am Dienstag abend zurück. Er muss tun, was er tun will, ohne Rücksicht auf meine Gefühle und ich muss dann einfach für mich die Konsequenzen ziehen.

Er stellte auch wieder in Frage, ob ich eine Beziehung, wie sie ihm vorschwebt führen könne. Meine Augen rollten glaube ich an die hintere Hirnwand. Ich hätte weitaus weniger Probleme, wenn ich ihn einfach anlügen würde.

Zur Kommunikation: Ich habe eingesehen, dass Emails für uns nicht die Kommunikationsform sind. Insofern verzichte ich auf das, was ich als total normal empfinde – mich per Email zu unterhalten, zu flirten, Kopfkino zu zaubern etc.pp.

Aber: Das heisst nicht, dass ich generell auf eben das verzichten kann oder möchte – ich brauche Aufmerksamkeit, ich brauche kleine Flirts im Alltag, ich brauche Kopfkino und Mindfucks…

Einfach nicht mehr miteinander zu kommunzieren und nur noch Termine abzusprechen, das funktioniert für mich tatsächlich nicht. Ich habe ihm gesagt, dass ich meinen Teil des Kompromisses erledigt habe. Ich verzichte auf die Emails, ich habe an mir gearbeitet, ich habe neue Männer und Frauen am Start. Sein Teil des Kompromisses steht noch aus. Aber ich kann den Neustart nicht alleine machen, er muss es wollen und er muss Teil des Teams sein.

Der Abend hatte eine harmonischen Ausklang, wir sprachen über Dinge, die sich bei mir im sub-Sein geändert hatte, Dinge, die wir machen wollen, küssten uns zum Abschied sehr intensiv und verblieben, dass ich den „Pace“ vorgebe, wie es mit meinem Arm nun weitergeht.

Heute ist Samstag, Donnerstag gab es eine Email von ihm, dass wir „in touch“ bleiben sollen, dass er an mich denkt, wie es meiner Seele geht und die obligatorische Frage nach meinem Arm. Ich habe relativ lange darauf geantwortet und auch ehrlich gesagt, dass ich die Situation weiterhin schwierig finde und es mich verletzt, aber ich damit eben klarkommen muss.

Heute bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich habe gestern sehr lange mit meiner besten Freundin gesprochen… Ich weiss, wie sich das für Aussenstehende anhört… Stünde ich draussen und würde diese Geschichte hören, würde ich sagen: „Schiess ihn ab. Er ist nicht gut für Dich, er ist einfach nicht der Richtige. Er gibt Dir nicht, was Du brauchst.“

Ich erwarte nicht viel, eigentlich ist es lächerlich … Ich bin sooooo einfach zufrieden zu stellen – ab und an ein tumblr-Post, der mir gewidmet ist oder eine Reaktion auf meine Posts. Einfach mal ein „ich bin heute morgen aufgewacht und ich und mein Schwanz haben Dich vermisst“ … Ich brauche keine 24/7 Betreuung, keine grossen Gesten … ich möchte einfach nur das, was die andern Beiden auch bekommen. In einer offenen oder Poly-Beziehung, in der es (angeblich) keine Hierarchien unter den Frauen gibt, keine Bevorzugung, keine Lieblinge, sollte das eigentlich gesetzt sein.

Ich habe eine Email verfasst, die ich noch nicht abgeschickt habe… im Auszug steht da folgendes:

Ich sollte Dich nicht überzeugen müssen, dass wir funktionieren können.
Ich sollte Dir nicht immer und immer wieder bestätigen müssen, dass ich NICHT in Dich verliebt bin.
Ich sollte Dich nicht um Aufmerksamkeit bitten müssen.
Ich sollte Dich nicht darum bitten müssen mit mir zu flirten.
Ich sollte mir nicht wünschen müssen, dass Du auf tumblr was für mich postest, damit die Anderen sehen, dass es mich gibt.
Ich sollte Dir diese Email nicht schreiben müssen.

Nochmal: es geht nicht darum, dass Du andere Frauen hast und auch nicht, dass Du öffentlich mit Ihnen flirtest… Das mache ich auch! Es geht darum, dass Du es mit mir nicht tust … Auf keinem Kanal! Und DAS habe ich nie gemacht. Weil ich weiß, wie sich ignoriert werden anfühlt.

Und so möchte ich mich einfach nicht mehr fühlen.
Möchte ich auf Dich verzichten? Eigentlich nicht.
Möchte ich, um Dich haben zu können, auf den Spaß, die Aufmerksamkeit, das Flirten, das Kopfkino verzichten? Nein

Das Ende der Email ist noch offen. Ich glaube nicht, dass ich ihm ein „Ultimatum“ stellen kann… Dh natürlich KANN ich, aber ich kann mir das dann auch selber beantworten. Und eigentlich will ich diejenige sein, die es diesmal beendet. Ich habe das Gefühl mich die letzten Wochen total erniedrigt zu haben. Ich fühle mich ignoriert, Liebes- und Aufmerksamkeitsentzug. All diese Dinge stehen auf meiner Hardlimit-Liste für Doms. Nun gilt die für H. nicht in den Zeiten zwischen den Sessions. Für mich allerdings schon, denn ich durchlebe diese Dinge.

Ich frage mich die letzten Tage, warum ich mir das überhaupt antue. Klar, der Sex war toll und ich habe ihm echt viel zu verdanken. Aber deswegen muss und sollte ich mich selber nicht verlieren.
Ich weiss, dass ich denke, dass ich diese Behandlung verdient habe. Ich weiss, dass ich Minderwertigkeitskomplexe habe. Ich weiss, dass ich schon immer das Gefühl hatte, dass ich zu kurz komme (Zweites-Kind-Syndrom). Ich weiss auch, dass das nicht seine Probleme sind.

Mir ist auch aufgefallen, dass ich ihm gerne die wichtigen Dinge vorspreche und er nur noch „ja“ oder „stimmt“ sagen muss… Am Dienstag habe ich zusammengefasst, dass wir beide nicht aufeinander verzichten wollen und dass wir einander wichtig sind. und habe ihn gefragt „Stimmts?“ und er sagte „Stimmt“. Von sich aus, würde er sowas nicht sagen – vielleicht schreiben, aber dann muss es schon extreeeeeeeeeeeeem kritisch und notwendig sein.

Im Drop habe ich ihn öfter gebeten, mir Feedback zu geben, mir zu sagen, was ich gut mache oder was ich besser machen kann. Ich habe ihn gebeten, mir die Emails zu schicken, wo er über mich spricht (das hatte er damals angeboten). Bis heute ist das nicht passiert…  Während er KATALOGE von Lobhudeleien hat und dieses Blog jederzeit aufrufen kann, wenn er sein Ego aufbauen will. Das ist einfach nicht fair.

Diese ganze Beziehung ist im Ungleichgewicht: Er bestimmt wie und wieviel wir kommunzieren, er bestimmt, wann und wieivel wir uns sehen… Ich möchte das nicht…

Ich weiss, dass wir etwas Grossartiges haben, wenn wir uns sehen und wenn wir spielen. Das Drumherum ist weiterhin nicht in Ordnung. Er hat mich gefragt, ob ICH mit allem klarkomm. Mittlerweile frag ich mich, ob ICH hier eigentlich das Problem bin.
ICH habe verstanden wie Poly und offene Beziehungen funktionieren, ICH kommuniziere und ICH behandel alle Beteiligten mit Respekt. Meine neuen Männer wissen von H., wissen, dass er auf tumblr ist und dass es gewisse Regeln im Flirt dort gibt. Und obwohl H. auf der geblockten Liste steht und meine Posts nicht sehen kann, poste ich ab und an was für ihn. Damit es fair ist… Damit er sich nicht vernachlässigt fühlt, wenn er mal auf meinen Blog geht.
Weil ich so bin – ich bin loyal (bis zu meinem eigenen Untergang), ich bin empathisch und ich bin reflektiert, ich bin jederzeit gewillt mich zu ändern, wenn mein Verhalten einen andere Menschen verletzt. Ich arbeite gerne und hart an mir… Ich bin positiv und unterstützend, ich streichel Egos und sage aber auch meine Meinung und die Wahrheit.

Warum muss ich ausgerechnet an den einen Mann geraten, der das einfach nicht zu schätzen weiss und der nicht über seinen Schatten springen kann und mir auf halbem Weg entgegen kommen kann. Und warum muss mir dieser Mann auch noch wichtig sein?

Ich habe das erste Kapitel nicht alleine verbockt… Ich bin sicher die gewesen, die am Meisten gelitten hat. Dennoch bin ich in der Lage zu sagen „Schwamm drüber, Neuanfang … was gewesen, ist gewesen – lass uns was Neues aufbauen“

Meine Freundin hat gesagt, dass ich mal überlegen soll, ob ich wirklich IHN gut finde oder ob ich vielleicht eher das Potential gut finde, dass er meiner Meinung nach hat. Dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los… Weil ich fürchte, dass etwas Wahres dran ist. Weswegen es mich so enttäuscht, wenn er sich so A-Typisch verhält…

Wie bei allen Drops, wie bei dem Ding mit dem 3er, wie jetzt mit der Neuen und dem Verhalten mir gegenüber…

Eigentlich müsste ich den Beiden wiederum dankbar sein… Mit jedem Post distanziere ich mich ein Stück mehr, verliere ich ein bisschen mehr den Respekt, wird es mir ein bisschen egaler…

Rational weiss ich, was ich tun muss …. der letzte Schritt fehlt noch, aber der dauert nicht mehr lange.

Also bitte, keine Kommentare, dass ich ihn abschiessen soll…. Ich weiss das! Ich bin noch nicht bereit ihn aufzugeben… Ich weiss nicht mal, ob es ein Fall von „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – ich weiss nicht mal, ob ich die noch habe….

Es musste irgendwo mal raus….