Umschau

Umschau

  
… Wo mich andere zurückgelassen haben.
H. mit neuen Triggern für Panikattacken und den (erneuten) Verlust des Vertrauen in Männer. Verlust der Freude an Hingabe, weil pure Angst vorherrscht.

Der Leinenmann mit granatenhaft zersplittertem Herz, Fragmente mit scharfen Kanten haben so tiefe Narben hinterlassen. Die offenen Wunden haben zum Ausbluten, zum Zusammenbruch geführt. Das Salz rieselt, macht unschöne Narben und bedeutet eine langsame Heilung. Verlust des Vertrauens in Worte, Versprechen und die Hoffnung.

R. mit geknicktem Ego und Hilflosigkeit. Trauer über verpasste Chance. Vermissen des Wissens, das man selbst nicht „krank“ ist, nicht schräg, nicht falsch … Weil es andere gibt, die genauso sind. Und trotzdem war ich nicht gut genug. Nicht mal für Kaffee. Verlust des Glaubens an Mut und Chancen.

Der Junge Schwan mit dem Gewinn von permanenter Skepsis und hochgezogenen Verteidigungsmauern, damit dem Verlust meiner „Freiheit“.
So könnte ich das sehen. Und in mir selbst den Hass nähren und gären lassen. 

Könnte ich. 

In schlechten (wirklich nur sehr kurzen) Momenten lasse ich das zu. Um dann den Schalter umzulegen. Durchzuatmen.

  
… Und weiter zu gehen.

Bis ich zu dem Menschen komme, der da ist, wo ich abgeholt werden kann und möchte.

Denn wenn ich soweit bin….wenn ich die Augen wieder aufmache… wenn ich ENDLICH fühle und glaube, dass ich es wert bin und die anderen die Knalltüten und Versager sind… Wenn ich sagen und aus tiefsten Herzen spüren kann, dass ich gut bin, so wie ich bin…

… Dann hoffe ich, dass da einer steht mit Helm und einer Vespa und wir einfach losfahren und das Leben gemeinsam erLEBEN können. Herzschlag an Herzschlag.

Oder so wie heute: Einfach mal ein Bier von einem Fremden spendiert bekommen, weil ich beim Konzert soviel Spaß habe 🙂