SSC, RACK, CNC…. Vokabeln lernen – Echt jetzt? ;-)

SSC, RACK, CNC…. Vokabeln lernen – Echt jetzt? ;-)

Versprochen ist versprochen, hier also der Eintrag bezüglich MEINER Entscheidung auch in Richtung CNC zu gehen und was das eigentlich alles heißt.
Also, wenn man sich auf dem „BDSM“-Gebiet als Neuling bewegt und so gestrickt ist, wie ich das bin, dann liest man – viel! Sehr viel!
Wenn man DANN auch noch Glück hat und früh an einen Veteranen gerät, der einem mit väterlichen Rat zur Seite steht und jede noch so bescheuerte Frage beantwortet ohne daß er vor Lachen in die Tastatur beißt (Zumindest hoffe ich, daß er das NICHT getan hat ;-P), dann hat man schonmal die halbe Miete um halbwegs verstehen zu können, worüber alle anderen eigentlich reden.

Nachdem mir bei meinem ersten Schritt auf fetisch gleich ein Sklavenvertrag zugeschickt wurde, mir ein Intimpiercing sowie Intimtattoo mit Initialen angedroht wurden, habe ich beschlossen mich erstmal schlau zu machen.

Wie schon mehrfach erwähnt gibt es dafür neben den einschlägigen, über google auffindbaren Seiten, viele Blogger und viele Bücher, mein Liebstes habe ich schon öfters erwähnt ist „The ultimate Guide to Kink“ und auch „The new bottom book“ war extrem hilfreich.
Von meinen Kontakten in die Szene war mir schon klar, daß gewisse Dinge nicht sein müssen (Wie Sklavenverträge), andere dafür aber dringend zu beachten sind (Safewords)…. Ich hatte schon erwähnt, daß ich Glück hatte mit den Männern, die ich dann tatsächlich getroffen habe, daß beide vom Mindset sehr sub-orientiert sind, nicht zwingend in Rastern der Szene denken und beide nicht Rollenspiel-Fetische ausleben wollen.
UND, daß beide von sich aus die Sprache auf Hardlimits, Softlimits und Safwords gebracht haben, ich also garnicht erst in die Verlegenheit gekommen bin, danach fragen zu müssen.
Mittlerweile ist das eine meiner allerliebsten Siebmaschen: Ich schicke meinen Anfänger-BDSM-Code raus und warte auf die Reaktion… Ist sie verständnisvoll, fragend, nachforschend… Top! Kommt ein „aber DAS geht doch garnicht?“ … Flop!

So, SSC – Safe,Sane,Consensual

Idealerweise finden die ersten Schritte unter diesen Bedingungen statt, sprich es finden vorher Gespräche statt, es werden Limits festgelegt genauso wie sich auf ein Safword(system) geeinigt – die Ampel ist allseits beliebt (gerade bei Anfängern), weil es den „gelben“ Zwischenschritt gibt, der es sub erlaubt auf etwas hinzuweisen oder zu stoppen, was gerade läuft ohne die komplette Session abzubrechen. (Die größte Herausforderung, die ich je zu überwinden hatte, war tatsächlich zu safeworden… tricky little thing!) Heiko, und jeder andere gute Dom, würde sagen, daß KEIN DOM sauer, böse, beleidigt oder sonstwas ist, wenn sub das Safword benutzt. Genauso wie sie sagen würden, daß es einen guten Dom auszeichnet, wenn sub das nie benutzen muss. Aber, oh well, Dinge passieren, gerade am Anfang, wenn man sich noch nicht gut kennt, kann es dazu immer mal kommen… Ich persönlich glaube Doms sind erst dann richtig sauer, wenn sub hinterher sagen würde, dass etwas nicht ok war und sub aber nicht gesafewordet hat… Es ist aber nunmal eine gemeinsame Lernstrecke…. aber ich schweife ab!
Ich habe keine Ahnung über die Statistik, aber aus dem Bauch raus würde ich sagen, die Meisten, die miteinander spielen, spielen SSC.

Für mich war die Lektüre, das Eingestehen meiner Fantasien und die Gespräche mit Heiko der Grund, mich damit zu beschäftigen, was möchte ich – was fehlt mir noch – welche Spielarten gibt es noch?

Der Vollständigkeit halber, es gibt auch Risk-Aware Consensual Kink, wie ich das verstanden, erweitert es das Gesamtspielpaket um Aktivitäten, die selbst in der Szene als mitunter umstritten gelten (Wenn ich raten soll, würde ich hier alles einordnen, was mit extremer Atemkontrolle, Blut, Nadeln zu tun hat und Dingen, die einfach Verletzungen hervorrufen können – körperlich wie geistig)

Und dann gibt es CNC – Consensual non-consent (Haha, METAKONSENT heisst das übrigens auf Deutsch, echt jetzt? *g*)
Kurz: Ich werde kein Safeword haben und alles, was passiert, ist außerhalb meiner Kontrolle…

YES! 🙂

Eine der größten Hürden für mich war es mir meine Rapefantasies einzugestehen. Ich bin von einer starken Mutter zu einer starken Frau erzogen worden, Feminstin, absolut gegen Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen… Für mich zu sagen „hmm ja, bitte schlag mich und zwar so, daß ich schreie“  – schon schwer gewesen…
Dann auch noch einzugestehen, daß man mir keine größere Freude machen kann, als mich zu quälen und sich zu nehmen, was MANN möchte… Auch nicht einfach…
Rapefantasies gehören ins ganz große Tabu-Feld für Frauen (sicher auch für Männer, wer sagt schon gerne „hey, darf ich Dich mal vergewaltigen, ich steh da total drauf“) – Aber sie sind da und ich habe lange genug meine Wünsche unterdrückt, also, das war ein Punkt.
Der andere ist tatsächlich der, daß ich bei SSC nur bedingt abschalten kann, auch wenn ich wirklich, wirklich weiß, daß ich mein Safeword nicht brauche, ein inneres Männchen murmelt permanent in meinem Kopf, daß ich es ja nutzen KÖNNTE!
Wobei es besser geworden ist, seit ich es in meinem Kopf SO gepolt habe, daß ich das Safeword wirklich NUR benutze, wenn es körperlich nicht mehr geht. Und nicht, weil mir das nicht passt oder die Stellung unangenehm ist oder der Schmerz jetzt irgendwie nicht kickt… Aber dennoch, irgendwie hört man immer in sich rein und lässt sich nicht fallen (wobei auch das besser wird, je besser man jemand kennt)

Es gibt noch mehr Gründe, aber die sind tatsächlich mal privater Natur ;-P

Ich freue mich auf jeden Fall darauf, auch wenn ich nicht absehen kann, wann es passieren wird und was danach passiert und überhaupt… aber, der Weg ist das Ziel und ich habe alle Zeit der Welt… (hoffe ich)

Ich schreibe mal einen kleine Disclaimer:
Alles hier von mir Beschriebene, sind meine Interpretationen, mitnichten gebe ich vor oder behaupte, das ultimative Lexikon zu sein. Ich beschreibe lediglich, wie ich die Begriffe und damit verbunden Spielarten verstehe und für MICH umsetze. Wer sich hier weiterbilden möchte, dem empfehle ich seine lokalen Treffen der BDSM-Szene, die diversen Forum im Netz, die Lektüre oben genannter Bücher oder ein gutes, intensives Gespräch mit einem erfahreneren BDSMler, welcher Ausrichtung auch immer.

In diesem Sinne, immer ans Karmakonto denken! 🙂