Hach….. (jetzt mit eingebautem Video)

Hach….. (jetzt mit eingebautem Video)

When routine bites hard and ambitions are low
And resentments rides high but emotions won’t grow
And we’re changing our ways, taking different roads

Then love, love will tear us apart again
Love, Love will tear us apart again

Why is the bedroom so cold turned away on our side?
Is my timing that flawed our respect run so dry?
Yet there’s still this appeal that we’ve kept through our lives.

But Love, Love will tear us apart again
Love, Love will tear us apart again

Do you cry out in your sleep all my failings exposed?
And there’s a taste in my mouth as desperation takes hold.
Is it something so good just can’t function no more?

When Love, Love will tear us apart again
Love, Love will tear us apart again

Love, Love will tear us apart again
Love, Love will tear us apart again
(c) Joy Division

*seufz*
Fast vergessen, rechtzeitig wieder daran erinnert, im Lied wieder gefunden…. Perfektion der Funktion von Musik ….

Schweigen (der Männer)

Schweigen (der Männer)

Ich habe schon mehrfach über Schweigen als Kommunikationsmittel geschrieben, zum Beispiel bei H.
Ich sollte mir vielleicht den Text von MrsMcH zu diesem Thema nochmal genauer durchlesen zu finden hier, aber es ist einfach so, dass mich das gedanklich beschäftigt.

Ich habe da so einen Mann an der Hand, der jedesmal, wenn irgendwas schief läuft oder wir nicht einer Meinung sind und er keinen Bock auf Stress hat, einfach abtaucht.
Mitten im Satz ist er quasi weg. Still. Stumm. Für Tage, Wochen, manchmal Monate … Auf diversen Plattformen kann man (bzw. ich) sehen, dass er noch lebt. Er spricht mich aber nicht an, er reagiert nicht, er schweigt einfach. Man(n) könnte dies als Mindfuck-Spielchen oder „Mal gucken, wer länger durchhält-Spielchen“ definieren, ob er das tut, weiss ich nicht mal. Fakt ist, dass ich jetzt schon mehrfach betont habe, dass das für mich nicht funktioniert. In der Vergangenheit hätte ich bereits mehrfach versucht, die Situation aufzudröseln, hätte den ersten Schritt gemacht (ich kenn‘ sowas ja – das Ego steht da schon echt wie ein breitbeiniges Arschloch im Weg, kann mann nicht einfach so dran vorbeigehen) … aber ich mag‘ nicht mehr dröseln. Es sollte einfach nicht so kompliziert sein. Ich brauche auch nicht mehr. Denn – es ist wie so oft beschrieben: Wenn ein Mann will, dann meldet er sich auch. Meldet er sich nicht, dann will er auch nicht.
Es ist einfach – ganz einfach.
Möchte man einen Menschen besitzen, soll er ein „Mein“, „Dein“, „Sein“, „Ihr“ tragen, dann trägt man nicht nur einen Titel auf der Zunge sondern auch Verantwortung. Für körperliches aber vor allem seelisches Wohlergehen. Um das sicher zu stellen, bedarf es der Kommunikation und damit auch dem Ignorieren des eigenen Egos. Kann man das nicht, kann man nichts besitzen. Es ist ganz einfach.
Mir bedeutet das was, ich kann das, ich mache das und praktiziere das. Es fällt mir nicht immer leicht, aber ich möchte nicht anders behandelt werden, daher behandle ich nach meinem Moralempfinden- Das sind aber eben meine Ansprüche. Meine Ansichten. Und eben auch meine Erwartungen.
Es ist ganz einfach. Entweder man(n) meldet sich, oder eben nicht.

Der andere Mann an meiner anderen Hand verfällt regelmäßig in ein anderes Schweigen – das der Schockstarre … aus der „Ich sage besser gar nichts mehr, dann kann ich auch nichts falsches sagen“-Motivation heraus… Manchmal vermutete ich in der Vergangenheit auch ein schmollendes Schweigen, manchmal ein desinteressiertes, ab und an ein wütendes Schweigen. Auch alle wunderbar NICHT geeignet als Kommunikationsmittel, wenn man nicht zusammenlebt, keine Chance auf den Gesichtsausdruck und die Tonalität der gesprochenen Worte hat.
(Kein Emoticon der Welt transportiert ein schmollendes Schweigen.)
Alle Versionen sind einfach total UNPRODUKTIV … Kommt keiner weiter mit! Ich mag‘ in der Vergangenheit oft zu impulsiv gewesen sein, hätte sicher öfter mehr nachdenken können, bevor ich etwas aus mir rausschreie… Aber ich schweige eben nicht. Ich hoffe, dieser Mann lernt, dass es einen einfach nicht weiterbringt, wenn man nichts sagt und vor lauter „Angst“ schweig. Dass das meist schlimmer ist, als einfach auszusprechen, dass man unsicher ist … oder etwas nicht verstanden hat … oder verletzt wurde … oder eine Grenze überschritten wurde… Es gibt wenig wirklich erfolgreiche Gedankenleser auf dieser Welt, ich habe noch keinen getroffen 🙂

Ich strafe auch nicht mit meinem Schweigen … Ich kenne genug, die das tun. Ich bin mit Menschen aufgewachsen, die das tun. Ich habe es früher auch getan und dabei fast einen Menschen in den Suizid getrieben. Ich habe mich geändert. Das ist einfach kein Stil. Und vor allem ist es nicht das, was es für den Schweiger vielleicht sein soll: Es ist nicht zielführend. Man wirkt weder souverän noch stark, wenn Schweigen als Waffe verwendet wird. Zum Einen kann man das super schnell aushebeln (Jahrelang praktiziert – easy peasy.. ), man kann sich dem auch entziehen, wissend, dass der Schweiger innerlich kocht, seine Wut und sein Ärger ihn/sie von innen auffrisst … Gibt ja kein Ziel.. nur das eigene Schweigen, die eigene Stille… Man kann eben nicht Spass haben und Straf-Schweigen gleichzeitig… Kurz: Es ist einfach armselig…

Hach, vielleicht lese ich doch nochmal den Text von MrsMcH 🙂

Mein liebstes Schweigen ist mit meiner besten Freundin… gegenüber auf der Couch sitzend, Füsse unter der Decke, Teetasse in der Hand und einfach mal – nichts sagen…
Köstlich…

Ich werde gut darin, meine eigene Gartentür fest zu verschliessen und andere in ihren Vorgärten unglücklich dem Unkraut zuschauen zu lassen… Ohne Tipps zu geben, ohne eine helfende Hand anzubieten. Ich bringe meinen Vorgarten in Ordnung … das reicht…

Achso, ein weiteres gutes Schweigen gibt es – Wenn Du nichts Gutes zu sagen hast, sag‘ einfach gar nichts.. 🙂

In diesem Sinne … stapft schön durch den Schnee

Lila

Schweigen

Schweigen

Ein bisschen Lebensgeschichte: Ich bin ein (spätes) Scheidungskind, war Papakind, habe eine sehr starke Mutter und einen schwierig-sturköpfigen Bruder und eine Vater ohne Rückgrat.

Lange Zeit kannte ich nur 2 Formen der Konfrontation – Streiten, bis einer blutend am Boden liegt oder „Jaja“-Sagen, umdrehen und es trotzdem so machen, wie ich es für richtig hielt.

Eigentlich hatte ich eine tolle Kindheit, habe eine solide Erziehung genossen, bin was ganz Gutes geworden (glaube ich)… Aber, eine Erziehungsmethode meiner Mutter hängt mir bis heute nach… Das Schweigen.

Man wusste immer, dass man was angestellt oder was Falsches gesagt hat, wenn es ruhig wurde…Eine unfaire Massnahme … der Schweigende ist ja auch nicht bereit wieder in die Konfrontation zu treten, er schweigt ja… Mein Bruder konnte das wochenlang aushalten, einmal hat er es sogar 2 Jahre ausgehalten (Gut, er ist ausgezogen mitten in den 2 Jahren…), ich habe auch da den einfachen Weg gewählt, schnell „Entschuldigung“ sagen, das nicht unbedingt meinen, und weitermachen wie bisher…

Es hat bis letztes Jahr (also fast 36 Jahre) gedauert, bis ich es mal geschafft habe, NICHT nachzugeben …. NICHT den ersten Schritt zu machen… und genauso gut und fies und verletztens zu schweigen wie meine Mutter…

Ich fand das nicht toll, ich habe mich nicht als Gewinner gefühlt… aber es ging ums Prinzip.
Warum das alles? Ich hasse Schweigen, ich fühle mich bestraft, wenn ich angeschwiegen werde…. ich werde unleidlich, wenn ich angeschwiegen werde und am allerschlimmsten, ich distanziere mich von der Person, die mich anschweigt… weil es mir nicht guttut.

Ob man das nun mit Absicht macht oder nicht… Ich weise relativ schnell daraufhin, dass das mit meinem persönlichen Background UND dem Background aus der Netz-/Chatterszene einfach eine andere Bedeutung hat, wenn man virtuelle Konversationen nicht „ordentlich“ beendet oder sich dem Chat entzieht ohne wenigstens zu sagen „Du, mir ist das zuviel, ich bin jetzt off“.
Mir ist total bewusst, dass das nicht jedermans Sache ist mit dem Emailen und dem Chatten, ich gestehe jedem zu, dass als NICHT seine Welt anzusehen. Aber es ist meine! Ich bin da gross geworden, ein Grossteil meines Freundeskreises sind Geeks und Nerds, wir haben uns alle in der virtuellen Welt (vor mittlerweile 17 Jahren!!!!) kennengelernt und das Ganze schnell in die „normale“ Welt übertragen. Darunter sind „beste“ Freunde… Ich kenne diese Form der Kommunikation also sehr gut und reagiere da genauso, wie bei F2F-Unterhaltungen… Meine Emails haben Tonalität und meistens schaffe ich es sogar ein bisschen Mimik reinzupacken…
Ich schweife ab…

Konversationen im Sand verlaufen zu lassen oder nach eine unstimmigen Email einfach 3 Tage nichts zu sagen, ist vollkommen okay und jedermans gutes Recht… Ich könnte beschreiben, wie sehr mich das trifft und wie traurig mich das macht… Aber, das werde ich nicht… Wäre es das erste Mal, würde ich mir die Zeit nehmen und meine Empfindungen erklären – es ist nicht das erste Mal… Und es wird nicht das letzte Mal sein, fürchte ich… Und dafür werde ich mich vorbereiten… Ich habe zulange gebraucht, um mich von der Last des Schweigens freizuschwimmen, ich gehe da nicht wieder zurück….

 

P.S.: Hat nichts damit zu tun, aber ist trotzdem irgendwie skurril genug, um hier zu erscheinen – heute abend habe ich ein Daten mit meiner besten Freundin – in der Notaufnahme! Sie hat sonst keine Zeit dahin zu fahren um ihren Fuß untersuchen zu lassen und da wir mit Wartezeiten rechnen, werden wir uns dort die Zeit mit quatschen vertreiben … und sollte die eingegipst werden, kann ich sie heimfahren… Kreative Lösungen sind gefragt *g*