Zwischendrin

Zwischendrin

Es ist nicht wirklich still, aber auch nicht wirklich laut.
Es ist nicht wirklich gesprochen, aber auch nicht wirklich geschwiegen.
Es ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Es ist irgendwie alles und nichts und jede Facette dazwischen.

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Das Bild trifft mein Inneres ziemlich genau.
Ich dachte, dass ich schon „Besser“ geworden bin, stabiler… Vielleicht bin ich das auch, vielleicht rede ich es mir nur ein…

Es bedarf oft nur eine kleine Unwegsamkeit, Unachtsamkeit, eine kleine Bemerkung und mein ganzes schön aufgebautes Kartenhaus kann zusammenbrechen. Es ist noch lange nicht so stabil, wie ich es gerne hätte. Die Auf- und Abbewegungen machen mir Angst, ich möchte weder in das Eine noch das Andere extrem.

Ich will geniessen können, ohne sofort Konsequenzen befürchten zu müssen, die für niemanden ausser mir selbst ersichtlich sind. Die auch nur ich trage (und okay, der ein oder andere Puffer, der meine Launen ertragen muss)

Ich möchte auf der einen Seite offen mit meinem Doppel-D umgehen können. Auf der anderen Seite möchte ich es kein Thema sein lassen, es nicht in den Vordergrund stellen, mich nicht darüber definieren.

Ich möchte all das Gute sehen, dass andere Menschen in mir sehen. Die Ironie? Ich überzeuge Menschen immer und gerne von ihren eigenen Vorzügen. Der junge Schwan hat einen göttlichen Hintern. Ich sag‘ ihm das. Er glaubt es mir nicht. Ich sage es ihm immer und immer wieder. Ich glaube daran, dass er mir irgendwann glaubt. Würde das anders herum funktionieren? Ich weiß es nicht.

Ich stehe oft noch neben mir, lese und höre, was Menschen über mich sagen, was sie von mir denken. Und wie oft möchte ich mich umdrehen und schauen, wer da hinter mir steht, weil mich können sie ja nicht meinen. Das wäre ja Irrsinn.

Es wird besser. Ich freue mich an kleinen Dingen, ich erkenne langsam meinen Wert und fange an zu glauben, wenn man mir sagt „Ich finde Dich toll“. Es ist aber eben nur ein Kartenhaus und der kleinste Windhauch bringt alles zum Einsturz.

Bauen wir neu auf. Bis es stehenbleibt.

Bis ich stehenbleibe und mich nicht der kleinste Kieselstein zum Stolpern bringt.