Fünfter Tag der Woche

Fünfter Tag der Woche

… ich bat Tante Google um ein Synonym für Freiag und DAS kommt dabei heraus… prima 🙂

Therapiefreie Woche (nächste auch noch) und ich kenn‘ das ja schon. Wenn ich dann so auf mich selbst gestellt bin, mache ich Quatsch oder verliere die Kontrolle oder beides 🙂

DasManuel und ich befinden uns in der Probezeit… So habe ich es glaube ich bei dem Gespräch genannt… Für mich bedeutet das, dass ich mir anschaue, wo das Ganze hingeht. Ich sehe sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Zeit, die er mir widmet. Bin nicht sicher, ob das sich richtig anfühlt. Ist das, das natürliche Verhalten oder das schlechte Gewissen? Was kommt danach? Wenn – seiner Meinung nach – alles mal wieder gut sein sollte und die Normalität zurückkehrt? Denn wie der Alltag aussieht, wissen wir eigentlich auch. Deswegen, so sehr ich mich freue und Spaß habe mit ihm, bleibt dieses nervige Warngetute im Hinterkopf an. Misstrauen. Alles hinterfragen. Manchmal nur still für mich, manchmal polternd die Fragen und Vorwürfe vor seine Füße gekotzt. Immer wieder entdecke ich Dinge, wo ich die Wahrheit hätte sehen können. Entdecke alte Emotionen, die total falsch waren, aufgrund der „falschen“ Wahrheit von der ich ausging. Nicht einfach. Und die Frage bleibt: Was probieren wir da eigentlich aus? Was soll das sein? Werden? Wer entscheidet, wann die Probezeit vorbei ist? Gibt es dann ein Feedback-Gespräch und ein Glas Sekt eine Flasche Bier? Ich bin da hin- und hergerissen. Ich finde den Druck an manchen Tagen unerträglich, den Druck, den nur ich mir mache – niemand sonst kann mich so gut fertig machen, wie ich mich selbst.

ABER, um auf diesem Weg mal eine meiner Lieblingsbands zu zitieren:

Türen sind so toll denn wenn ich es recht überlege
öffnen sie dir öffnest du sie immer neue Wege
Türen kannst du aufmachen dann lässt du jemand rein
doch lässt du sie zu heisst das dann für den andern nein

Und wenn eine Tür klemmt, probiert man halt mal eine andere. Auf diesem Um-Weg haben wir letzte Woche Teekesselchen gespielt… Homonym oder ein Polysem finden… Eigentlich spielt man das so, dass man den anderen sein Teekesselchen raten lässt. Wir haben uns einfach welche entgegen geschrieben… Das ist ja auch so ein Fall von Endlosschlaufe in meinem Kopf… einmal angefangen, geht das den gaaaaaanzen Tag… Furchtbar 🙂

Letzten Sonntag war ich mit der leider etwas Blog-verstummten MrsMcH frühstücken. Neben dem, dass wir uns beide unsere unterschiedlich großen Ärsche abgefroren haben bei dem Versuch, meine „Hood“ noch ein wenig zu erkunden, kam schon die Frage auf „und was ist mit Männern?“ …

Ja, was ist mit Männern.

Ab und an mache ich so meine persönliche Statistik für dieses Blog, einfach so – nur für mich. Es ist spannend zu sehen, dass die meisten Beiträge um 15 Uhr gelesen werden oder wo überall meine Seite aufgerufen wird. Das ändert, wie ihr seht, mein Verhalten und meine Inhalte nicht … aber es ist einfach Tatsache, dass dieses Blog nie mehr die Klickzahlen erreicht hat, wie zur Zeit meines Männer-ABC’s 🙂

Neben dem, dass es mir für Euch leid tut, dass hier immer nur Depri-Mimimimiii stattfindet und kein heißer fesselnder Sex, nervt mich das auch. Ich hätte das schon gern mal wieder und ich hätte auch gerne eine Chance auf hmm „was echtes“? Was dauerhaftes? Vor allem: Was sicheres. Also wo ich mich sicher fühlen kann und keine Angst haben muss – oder zumindest nicht permanent.

Durch die Geschichte mit DasManuel ist sie wieder da… diese Panik… Was Falsches zu sagen und abgeschoben zu werden. Nicht genug zu sein.
Die Logik dieser Empfindung erschließt sich mir nicht ganz… Es sollte doch eigentlich andersrum sein und der Verlust sowieso nicht „schlimm“ sein, sollte denn der Verlust eintreten.

Zurück zum Sex: Ich merke schon, wie die Lust wiederkommt – aber sie ist gebremster. Ja, ich kann tumblr noch bespielen und die knapp 8.000 Follower dort haben sich kaum verändert… ebensowenig die Bilder… und die Geschwindigkeit, wie ich dort Nachrichten erhalten kann, wenn ich es darauf anlege. Aber: Möchte… nein KANN ich noch sub sein? Kann ich dieses Vertrauen, nach allem, was mit den verschiedenen Männern in den letzten 2 Jahren passiert ist, noch aufbauen? Also wenn ich es so mache, wie in der Vergangenheit? Oder muss ich nicht erst eine vertrauensvolle Beziehung zu jemand aufbauen? Kann ich mich dann noch fallen lassen? Glaube ich Männern noch, was sie mir sagen?

Die ehrliche Antwort: So sehr ich möchte, ich glaube jedoch – nein.

In diesem Gefühl der Sentimentalität und weil R. immer noch agil auf tumblr rumpostet, schrieb ich ihn an. Nachdem ich die Sache mit ihm für mich als zu Kräftezehrend und wenig Zukunftsträchtig abgeschlossen hatte (ich wollte mal Kaffee trinken, er wollte nicht), hat er hier zwar mitgelesen, sich aber nie wieder gemeldet. Irgendwie dachte ich auch, dass so um den Dreh sein Geburtstag sein müsste und so schrieb ich. (Happy Birthday auf diesem Weg, lieber R.) Außerdem war ich neugierig, weil sein Profil ihn als Besitzer einer sub auswies. Na schau.

Ehrlich, ich freue mich für ihn. Er war in unserer gemeinsamen Zeit oft kreuzunglücklich, meistens waren die Sessions von einem Frust getrieben – selten aus Lust. Und vielleicht war das auch das Problem.
Wir konnten uns gegenseitig nicht helfen – ich hätte ihn gerne getroffen, hätte gerne die Chance bekommen, herauszufinden, ob es passt. Aber – auf Dauer, wenn es so geblieben wäre, wie es war – wäre ich da dran kaputt gegangen. Ich bin Switcher. Ich kann und mag beide Rollen. Aber als sub bin ich „kaputt“. Bin nicht voll funktionnsfähig und bin anders. Meine Submission ist Währung. Währung für Aufmerksamkeit, für Geborgenheit, für Liebe? Ich weiß, warum ich für Doms interessant war. Ich mache alles – auch über meine Grenzen – wenn am Ende der Ausblick auf „Good Girl“ und Streicheleinheiten steht.

Die sexuelle Komponente ist schon meine – Schmerzen, Bondage, Harter Sex… Keine Frage. Aber der Kopf … der spielt da ein anderes Spiel. Eines, das für meine Doms nicht ganz fair war. Aber: Ich wusste es nicht besser. R. schon. Ich habe in alten Nachrichten nachgeschaut und versucht rauszufinden – was das war… hätte sein können. Er hat das relativ früh erkannt und sich redlich Mühe gegeben, mir zu helfen. Aber am Ende steht immer eins: Die Selbsterkenntnis.

Ja, es schmerzt schon ein wenig, dass ich so schnell und so dauerhaft ersetzt wurde. Aber auch das ist ein roter Faden durch mein Leben. Das scheint irgendwie meine Rolle zu sein.
Männer in Krisen lassen sich von mir begleiten, aufbauen, nehmen sich, was sie brauchen …. und gehen dann weiter. Die neue Partnerin oder die alte Ehefrau bekommen die Früchte meiner Arbeit. Das war bis jetzt bei allen so – die nach mir? Die hatte es echt gut.
Und ich? Ich stehe alleine da. Bin nicht mal eine Nachricht wert – „Hey, wie geht`s Dir?“ scheint schon ein Ding der Unmöglichkeit.

Ja, ich kann das schon anprangern und sagen, dass das nicht okay ist. Die Quintessenz ist aber doch: Ich weiß, dass es so ablaufen wird. Ich möchte gerne eine andere Wahrheit sehen und verdränge deshalb alle Warnanzeichen. Glaube Männern, wenn sie mir sagen, dass sie ein Abkommen mit ihrer Frau haben. Dass die Ehe bald beendet sein wird und ich dann endlich dran bin. Nur noch ein bißchen Geduld. Glaube daran, dass sie zu schätzen wissen und es nicht vergessen werden, wie schlecht es ihnen ging – wenn es ihnen wieder gut geht. Vertraue darauf, dass meine „Arbeit“ anerkannt werden wird. Und lerne trotzdem nicht, dass das der komplett falsche Ansatz ist – der vorallem eins ist: Zum Scheitern verdammt.

Die Lesbomatin beschrieb das mal sehr schön, damit, dass ich Schlangeneier ausbrüten helfe, die ganze Zeit hoffe, dass es doch flauschige Küken werden, und dann überrascht bin, dass es beißende, tödliche Schlangenbabies werden.

Und damit schließt sich der Bogen zur der Frage: WANN WIRD DAS HIER ENDLICH WIEDER EIN SEXBLOG? Wann kommt Buchstabe S?

Antwort: Ich weiß es nicht.

Neben der Tatsache, dass ich mich so überhaupt nicht wohl in meinem Körper fühle und jeden verstehen kann, der sich angewidert abwendet, steht einfach die Tatsache, dass ich noch weniger in mein Urteilsvermögen vertraue als früher. Weil ich einfach nicht mehr weiß, worauf ich vertrauen soll. Was kann ich glauben?
Die Menschen, denen ich vertraut habe, haben in diesem eh‘ schon schwierigen Prozess, nicht geholfen.

Einen Mann, soll ich finden, sagt die Therapeutin, einen, der mich respektvoll behandelt… Ich weiß gar nicht, wie ich so einen erkennen soll.
Vor mir saßen Männer, die aus tiefsten Herzen sagten: Ja, warte, nur ein bißchen… Dann hat sich meine Frau beruhigt. Dann kann ich „offen“ leben. Saßen vor mir und schworen Stein und Bein, dass es keine andere gibt. Sprachens und verschwanden in deren Bett. Akzeptierten meine Beendigung, um zu Altem und Bekannten zurück zu kehren. Versprachen, auf mich zu achten und aufzupassen, und liessen mich in der größten Not alleine zurück.

Also – wie erkenne ich ehrliche Menschen?

Diese Frage wird sich so schnell nicht beantworten lassen und das Wochenende bietet zum einen lange Bahnfahrten nach und von Hamburg zum Nachdenken sowie zwei Granatenkonzerte meiner Lieblingsband zum Abschalten 🙂 Das legendäre Konzerdouble der Monsters inkl. Katerkonzert am 1. Mai um 15 Uhr *g* Ich freu mich, Jungs!

R. hat gestern, als wir so über Vergangenes sprachen, einen Song gepostet, den ich gerne heute hier poste – das Lied habe ich total vergessen gehabt.
Der Text ist klasse, die Kulisse? Meine Stadt 🙂

(JA; wir haben Blumen und Bäume – hier, bitte schön!)

Unter dem vollblühenstem Baum gen Nachthimmel fotografiert… Wunderschönes Plätzchen in meinem Viertel.

Und nun, Ohren und Augen auf:

Also, Euch ein schönes Wochenende!

Lila